Die Störche Oberschwabens


Obereisenbach



Obereisenbach

2017: Schon am 5. Februar kamen die ersten Störche nach Obereisenbach. Es waren nicht dieselben Störche wie letztes Jahr, denn beide trugen keinen Ring. Das Paar in wilder Ehe hatte sich gerade so richtig häuslich eingerichtet, da war es mit der Ruhe aus und vorbei. Der Horstinhaber (von den Anwohnern Kalli 3.0 genannt) erschien und brachte sich auch gleich eine Störchin mit – allerdings nicht die Schweizerin vom letzten Jahr, denn die hatte wahrscheinlich kein Interesse mehr an dem Platz, an dem sie letztes Jahr ihre Jungen verloren hatte – sondern eine dreijährige Dame aus Österreich, die im Vorjahr erfolglos in Wangen im Allgäu gebrütet hatte.
Es kam – wie es kommen musste – zu einem sehr heftigen Kampf, welcher fast ausschließlich von den Weibchen und überwiegend in der Luft ausgetragen wurde, während sich die Männerwelt bildlich gesprochen „abwartend zurücklehnte“. Die neue Störchin eroberte den Horst, worauf die (laut Anwohnern arrogante) Siegerin den Namen „Victoria“ erhielt. Auf der Internet-Seite www.untersilberbach.de, die u.a. vom aktuellen Geschehen im Obereisenbacher Storchenhorst berichtet, sind spektakuläre Bilder von diesem Kampf zu sehen.
Das neue Paar brauchte zum Herrichten der Kinderstube genau einen Monat, dann lagen die ersten Eier im Nest. Um den 10. Mai wurde es im Horst lebendig, und mit der Faulenzerei war es für die Eltern erst mal vorbei, denn nach und nach schlüpften aus dem Gelege vier kleine Storchen-Küken. Ungefähr zwei Wochen lang blieb die Familie zusammen, dann starb das Nesthäkchen. Die drei älteren Geschwister kamen jedoch gut über die Runden und machten am 19. Juni zwecks Erhalt ihres Personalausweises, dem schwarzen Ring mit der weißen Schrift, Bekanntschaft mit der Tettnanger Feuerwehr.
Momentan wird fleißig das Fliegen geübt, der erste des Trios hat am 13. Juli erstmals den entscheidenden Sprung vom Nest gewagt und einen kurzen Flug absolviert. So langsam wird es auch Zeit, denn bis zum Reisebeginn dauert es höchstens noch einen Monat.

2016: Neu erobert von den Störchen wurde das Örtchen Obereisenbach im Bodenseekreis. Zwei Nistunterlagen wurden hier angeboten, die Nistunterlage auf einem Mast am Ortsrand wurde spontan angenommen. Es ist eine deutsch-schweizerische Partnerschaft, die sich hier formiert hat, wobei der deutsche Storch aus der Bodenseeregion stammt und hier im Jahr 2014 in Beuren an der Aach geboren wurde. Die beiden machten auch gleich ernst, paarten sich eifrig und legten Eier, aus denen dann um den 20./25. Mai insgesamt drei Junge schlüpften.
Die Eltern waren aber wohl doch noch zu unerfahren, denn ihr Nachwuchs starb nach und nach schon im Alter von zwei bis drei Wochen. Am 6. Juni fehlte der Jüngste der Drei, und in der Nacht vom 9. auf den 10. Juni kam schließlich der letzte ums Leben.
Hoffen wir, dass sich das Paar von ihrem herben Verlust nicht entmutigen lässt und nächstes Jahr nach Obereisenbach zurückkehrt, um es erneut mit einer Brut zu versuchen.


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