Die Störche Oberschwabens



Aach-Linz



2026: Irgendwie ist der Wurm drin im alten Strommastnest in Aach-Linz. Senderstorch "Manuel" aus Zußdorf, gerade mal eine Saison in Aach-Linz als Brutstorch zugange, ist leider verschollen. Seinen Platz hat nun ein Männchen eingenommen, das wie das Weibchen ein großes Geheimnis um seine Herkunft macht, denn es trägt wie die Störchin keinen Ring. Bisher sind die beiden erfolgreich, denn im Nest tummeln sich drei Jungvögel.
Vermutlich dasselbe Paar wie im Vorjahr (einer ist unberingt, und da weiß man es ja nie so genau) hat das Nest auf dem Löwen inne. Auch hier gibt es Nachwuchs. Zwei kleine Störche wurden im Nest entdeckt.
Es gibt aber noch zwei weitere Ansiedlungen in Aach-Linz, und sie existieren schon seit letztem Jahr, wurden aber anfangs übersehen:
Ein neues Nest auf einem Strommast am Brehmerberg und eines – ebenfalls auf einem Niederspannungsmast – Im Espen. Im Espen wurde stets ein Unberingter auf dem Horst gesehen, es tragen also möglicherweise beide Brutstörche keinen Ring; aber wenn man sie nicht zusammen sieht, kann man das natürlich nicht mit Sicherheit behaupten, denn es könnte ja tatsächlich zufällig immer derselbe Storch angetroffen werden. Am Brehmerberg ist die Sache dagegen schon eindeutiger. Beide Störche sind beringt und stammen aus der Bodenseeregion, und zwar aus dem schönen Landkreis Konstanz. Er wurde in Friedingen im Jahr 2021 geboren, sie erblickte zwei Jahre zuvor in der Kolonie Böhringen bei Radolfzell das Licht der Welt. Sie hat schon mehrere Bruten hinter sich, zunächst in Markdorf, dann in Kleinschönach. Letztere ziemlich erfolgreich, obwohl sie stark behindert ist. Das linke Bein ist schon seit Jahren verkrüppelt, heftig humpelnd schlägt sich die Storchendame durchs Leben. Zusammen mit ihrem Friedinger Gatten versorgt sie am Brehmerberg derzeit drei Jungvögel, während Im Espen zwei kleine Störche um die Wette klappern.

2025: Senderstorch "Manuel", der letztes Jahr nach dem tödlichen Unfall des ansässigen Storchenmännchens (das Brutmännchen war tragischerweise mit einem Auto oder Lastwagen kollidiert) Anfang Mai erstmals in Aach-Linz auf dem Mastnest auftauchte und von da an der verwitweten unberingten Störchin Gesellschaft leistete, hat sich für Aach-Linz als seinen neuen Brutort entschieden. Er und seine unberingte neue Gattin verstehen sich augenscheinlich gut. Und im Gegensatz zum Ort, wo er 2023 zum ersten Mal  brütete und auf einem Hauskamin erfolgreich Junge aufzog (ein Storchentrupp auf dem Zug löste dort einen völlig ungerechtfertigten Medienhype aus) ist er in Aach-Linz ein sehr gern gesehener Vogel. Die Anwohner hoffen darauf, dass es auf dem Mast dieses Jahr endlich erstmals eine vollzählige Storchenfamilie mit glücklich aufwachsenden Storchenkindern geben wird. Und der Anfang ist schon gemacht, seit Anfang April wird fleißig gebrütet.
Derweil hat sich auch das Storchenpaar auf dem Kamin des Gasthofs Löwen in Aach-Linz etabliert. Der achtjährige Adebar aus Göggingen und ein Unberingter brüten wie letztes Jahr gemeinsam seit Ende März. Die ersten kleinen Küken dürften hier demnächst schlüpfen.

Juni: Dieses Jahr hat es im Aach-Linzer Mastnest endlich geklappt: Drei kleine Störche pellten sich aus den Eiern, und zwei davon wuchsen erfolgreich auf. Es ist daher durchaus zu erwarten, dass unser Senderstorch "Manuel" Nest und Gattin künftig die Treue halten wird und die Storchenaufzucht in Aach-Linz in den kommenden Jahren zu einer Erfolgsstory machen wird.
Erfolg hatten auch die beiden Adebare auf dem Löwen. Sie hatten dieses Jahr zwar nur einen einzigen Jungstorch zu versorgen, ließen es also eher etwas gemächlich angehen, aber ein bißchen Müßiggang sei ihnen gegönnt, dem Nachwuchs geht es gut.

2024: Das Paar vom Vorjahr hat sich wieder in Aach-Linz auf dem Strommast eingefunden und hatte es dieses Frühjahr richtig eilig mit der Brut. Schon am 20. März, vielleicht sogar schon ein paar Tage früher, saß es abwechselnd auf einem Gelege.
Die Strommast-Störche sind aber nicht mehr allein im Ort. Ein Storch baut derzeit ein Nest auf dem Gasthof Löwen. Schauen wir, was daraus wird.

Juni: Leider war den Störchen auf dem Strommast dieses Jahr kein Glück beschieden. Am 28. April erhielt ich die Meldung, ein Altstorch sei in Aach-Linz überfahren worden, es handle sich um einen unberingten Storch. Da mir von den Anwohnern versichert wurde, das unberingte Weibchen sei am Horst und auch das "Löwen"-Paar sei an seinem Nest zugange, war ich zunächst etwas beruhigt, dass es sich nicht um einen Aach-Linzer Brutstorch handelte, zumal im Strommast-Nest gerade die Jungen frisch geschlüpft waren. Bald kam jedoch der Verdacht auf, am Strommast-Nest würde etwas nicht stimmen, und so suchte ich die Straßenböschung ganz genau ab und wurde schließlich leider fündig. Der Ring des Brutmännchens lag, durch den Aufprall abgeplatzt und zerbrochen im Gras, die Störchin war allein. Wir hatten kaum noch eine Chance, die Jungen zu retten, zumal der Horst mitten in der Wiese steht und zu dieser Zeit kaum anfahrbar war. Eine Unterstützung der Störchin mit dargebotenem Futter schlug fehl, und es dauerte auch nicht lange, bis sich offensichtlich kein Leben mehr im Nest regte.
Schon einen Tag später, am 3. Mai, ließ sich ein anderes Storchenmännchen auf dem Strommast nieder, ein dreijähriger Senderstorch aus Zußdorf, die Horstinhaberin fremdelte zunächst. Ob er wohl nächstes Jahr hier mit dem Weibchen brüten wird?
Auf dem "Löwen" war dagegen die Brut gleich beim erstenmal erfolgreich. Von den vier kleinen Jungstörchen überlebten zwei auch das üble Wetter Ende Mai/Anfang Juni und sind nun auch schon an die neun Wochen alt, das heißt im flugfähigen Alter. Die beiden Altstörche werden sicher, ermutigt durch ihren diesjährigen Erfolg, nächstes Jahr wiederkommen und ihr Nest auf dem Gasthof Löwen erneut beziehen.

2023: Am 9. März erschien der Gögginger wieder auf seinem Nest auf dem Mast in Aach-Linz, dessen Kabel dieses Frühjahr rechtzeitig vor seiner Ankunft isoliert wurden. Wenige Tage später bekam er Gesellschaft von einer unberingten Störchin, die ziemlich sicher seine Gattin vom Vorjahr ist, denn augenscheinlich kannte man sich. Seit den ersten Apriltagen, vielleicht auch schon Ende März wird ernsthaft gebrütet. Hoffen wir, dass diesmal was draus wird.

05. Juli: Ja, es hat geklappt in Aach-Linz, es gibt Nachwuchs. Zwar versorgte man im Nest nur ein Einzelkind, aber der Anfang ist damit gemacht. Der Jungstorch ist jetzt aus dem Gröbsten raus, trainiert fleißig seine Flugmuskulatur und wird demnächst das neue Element der Lüfte entdecken. Wünschen wir ihm bei seinem ersten Ausflug viel Glück und viel Glück auch auf seiner ersten großen Reise.

2022: Eigentlich sollte der Mast gesichert und eine Plattform angebracht werden, dann aber verzögerte sich alles, die Störche waren auf einmal da, und man ließ vorsichtshalber dieses Frühjahr die Finger von diesen Maßnahmen. Denn mit großer Wahrscheinlichkeit hätten die Störche die Belästigung nicht toleriert und wären verschwunden.
Es ist wieder unser Paar vom letzten Jahr: der Göggingen und die Unberingte. Es lief aber nicht alles ohne Komplikationen, denn es gab wohl Streitereien mit anderen Störchen der Umgebung, und sowohl am 10. als auch am 17. März wurde der Gögginger auf dem Nest in Hippetsweiler gesehen, am 17. zusammen mit der Störchin von Hippetsweiler, tz, tz.
Jedenfalls scheinen sie dieses Jahr ernst zu machen, denn ab den ersten Apriltagen wurden Eier ins Nest gelegt und von den beiden abwechselnd bebrütet. Schauen wir mal, was daraus wird.
Juni: Ja, leider wurde nichts daraus. Vielleicht wurde das Gelege im April nicht gut genug gegen Kälte geschützt, wir wissen es nicht genau, jedenfalls schlüpfte nichts aus den Eiern. Die Störche saßen abwechselnd noch ziemlich lange darauf, konnten es wohl selbst nicht glauben. Bleibt dem Paar und auch uns also nur die Hoffnung auf nächstes Jahr.

2021: Im Frühjahr 2021 baute ein Storchenpaar auf einem Niederspannungsmast ein neues Nest, es waren die ersten Störche in Aach-Linz. Der Storchenmann kam aus der Gegend, er wurde 2018 auf dem Mastnest der Tankstelle in Göggingen geboren und beringt, seine Gattin macht dagegen ein großes Geheimnis um sich, denn sie trägt keinen Ring. Sie ließen es erstmal gemächlich angehen, saßen zwar gelegentlich gemütlich im Nest, standen dann aber auch wieder und waren oft zu zweit unterwegs, was bedeutet, dass es 2021 zu keiner Brut kam.

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