Die Störche Oberschwabens



Amtzell

Amtzell

Erstmals ein Jungstorch im Amtzell! (Foto Herbert Rapp, 28.05.2014)


2017: Ob sich die Brutstörchin des Jahres 2015 ihren Horst in Amtzell zurückerobert hat?
Der Horst auf dem Schloss wird nämlich in diesem Frühjahr wieder von zwei unberingten Störchen eingenommen, während sich das letztjährige Amtzeller Weibchen Anfang März zunächst auf dem Horst der Schule in Bad Wurzach umgesehen hat und dann aber nach Isny abgezogen ist, um sich dort zusammen mit einem neuen Partner ein neues Nest auf einem Mast zu bauen.
Seit der letzten Märzdekade sitzt man im Amtzeller Nest auf einem Gelege. Bei der letzten Beobachtung am 24. April schienen noch alle kleinen Störche geschützt und wohlverpackt in ihren Eiern zu sein. Lange kann es aber nicht mehr dauern, bis das erste Küken das Licht der Welt erblickt. Hoffentlich wird die Aufzucht der Jungen dieses Jahr etwas erfolgreicher sein.

Juli: Tja, es hat nicht sollen sein!
Zwei kleine Küken schlüpften im Amtzeller Nest Ende April und überstanden die Schlechtwetterperiode aufgrund ihrer geringen Größe unter dem schützenden Gefieder der Eltern anfangs recht gut. Die letzten kalten Tage dieser Periode überlebten sie allerdings dann leider doch nicht mehr, und am 11. Mai regte sich nichts mehr im Amtzeller Horst.

2016: Zuerst schien es, als wollte wieder das unberingte Storchenpaar auf dem Amtzeller Schloss brüten. Einer der beiden verbrachte wieder den Winter in der Nähe, erschien immer mal einige Tage in Amtzell und verschwand wieder. Der andere kam Ende Februar und gemeinsam richteten sie im März das Nest her. Ende März wurde jedoch plötzlich eine beringte Störchin auf dem Horst gesichtet, man brütete bereits. Die neue Angetraute wurde im Jahr 2013 in Volkertshausen im Landkreis Konstanz geboren. Schon im letzten Jahr hatte sie einen Horst besetzt, allerdings ziemlich weit von Amtzell entfernt, nämlich im oberen Donautal in Stetten bei Mühlheim. Zu einer Brut kam es allerdings dort noch nicht.
In Amtzell scheint es nun zu klappen, denn am 5. Mai wurden mindestens zwei kleine Störchlein im Nest entdeckt, sehr wahrscheinlich waren es sogar drei. Hoffen wir, dass Petrus ihnen wohlgesonnen ist und die Eltern immer genug Futter finden, damit sie ihre ersten Lebenswochen gut überstehen.

Juli: Petrus lässt diesen Sommer leider nur wenig Gnade walten. Und die Amtzeller Jungstörche gehörten zu denjenigen, die Ende Mai gerade in ihrem gefährlichsten Alter waren: schon zu groß, um noch unter die Altvögel zu passen, das Deckgefieder aber noch nicht ausreichend entwickelt. So fielen sie dem grausligen Wetter der beiden sehr kalten Tage am 23. und 24. Mai, an denen es nahezu pausenlos goss, zum Opfer. Für eine zweite Brut war es zu spät, es bleibt nur die Hoffnung auf nächstes Jahr.

2015: Fast den ganzen Winter über waren sie da, die Amtzeller Störche, am 10. Februar hatten sie aber wohl doch genug von der Kälte und zogen ab in weniger unwirtliche Regionen, evtl. an den Bodensee.

Anfang März kam dann ein Storchenpaar zurück nach Amtzell. Das Männchen vom letzten Jahr war jedoch nicht dabei, denn es waren zwei unberingte Störche, die sich da am Nest zu schaffen machten und es für die Brutzeit herrichteten. Die letztjährige Störchin trug ja ebenfalls keinen Ring. Es ist also möglich, dass es sich bei einem der beiden diesjährigen Störche um das letztjährige Weibchen handelt, das mit einem neuen Freier angebandelt hat und mit diesem nun auf dem Amtzeller Horst brütet.

Anfang Mai deutete das Verhalten des Storchenpaares eindeutig darauf hin, dass Junge im Nest waren, auch wenn man sie noch nicht sehen konnte. Am 13. Mai wurde dann jedoch ein totes Storchenküken unterhalb des Schlosses gefunden, das Nest war auf einmal leer. Eigentlich war das Wetter in den dazwischen liegenden Tagen nicht allzu schlecht gewesen. Möglicherweise spielte eine Verletzung eine Rolle, die sich einer der beiden Altstörche zugezogen hat, von der allerdings nicht klar ist, ob sie schon damals bestanden hat. Einer der beiden hinkt nämlich und kann offensichtlich auf einem Fuß nicht richtig auftreten. Gebrochen scheint allerdings nichts zu sein, auch eine Wunde ist nicht erkennbar. Der Storch macht einen vitalen Eindruck, ein flugfähiger, kräftiger Storch aber lässt sich nicht einfangen. Warten wir´s ab. Meistens heilen solche Verletzungen mit der Zeit von selbst.

2014: Zwar kamen die letztjährigen Störche nicht nach Amtzell zurück (das Weibchen zog nach Staig), doch wurde das Nest im Frühjahr, und zwar am 9. März, von einem anderen Paar besiedelt. Das Männchen stammt aus einer Weißstorch-Kolonie in Böhringen bei Radolfzell, dort 2010 geboren, das Weibchen verrät uns nicht, woher sie kommt, denn sie trägt keinen Ring. Auf den Kamin des Schlosses hatte man zwischenzeitlich einen Aufsatz angebracht, so dass es die Störche diesmal etwas leichter mit dem Nestbau haben und auch das Wasser besser ablaufen kann. Bisher sieht die von den Störchen gebaute Wohnung noch etwas dürftig aus. Mit der Brut haben sie trotzdem gegen Mitte April begonnen.

Ende Juni: Diesmal hat es mit Nachwuchs im Amtzeller Nest tatsächlich geklappt. Der kleine Storch – ein Einzelkind – erhält die ganze Fürsorge seiner Eltern, und  so freuen sich die Amtzeller Bürger erstmals über einen erstmalig in Amtzell aufgewachsenen Jungstorch, dem nun auch Wind und Wetter nichts mehr anhaben können. Am 20. Juni erhielt er seinen Personalausweis, den schwarzen ELSA-Ring mit der weißen Nummer, dabei wurde er auch gewogen und eine kleine Verformung des Schnabels festgestellt. Es zeigte sich an der Schnabelspitze ein sehr geringfügiger Überstand des Unterschnabels, der den späteren selbständigen Nahrungserwerb jedoch kaum beeinträchtigen dürfte.

2013: Erstbesetzung in Amtzell! Ungefähr um den 10. April erschienen in Amtzell zwei Störche und begannen, auf dem Kamin des Schlosses ein Nest zu bauen. Sie waren schon ziemlich spät dran, und die aufgebrachten Äste wurden immer wieder heruntergeweht. So war das Nest eigentlich noch nicht sehr wohnlich, als zwischen Anfang und Mitte Mai die ersten Eier gelegt wurden. Sehr wahrscheinlich wurde die Brut in den kalten und nassen letzten Maitagen schon vor dem Schlupf der Jungen abgebrochen. Die Störche sind aber noch in Amtzell und werden vielleicht nächstes Jahr wiederkommen. Bis dahin wird man ihnen ihre Wohnstatt auf dem Kamin mit einem entsprechenden Aufsatz etwas besser herrichten, denn auf der undurchlässigen Metallplatte unter dem jetzigen angefangenen Nest kann Wasser nur schwer ablaufen.






Startseite