Die Störche Oberschwabens



Bad Wurzach



2016: Das Nest auf der Schule wird wieder vom selben Storchenpaar besetzt wie im Jahr 2014. Der Storchenmann ist ein waschechter Oberschwabe aus Bad Schussenried und zählt mittlerweile sechs Lenze, seine Gattin ist ein Jahr jünger und stammt aus der Storchenkolonie in Radolfzell-Böhringen.
Gebrütet wird seit Anfang April. Bei der Horstkontrolle am 8. Mai wurden offensichtlich Junge gefüttert. Da der Nestrand aber in der Kälteperiode Ende April, wie viele andere Nester auch, ziemlich hoch gebaut wurde, waren die kleinen Küken noch nicht zu sehen.

Juli: Am 18. Mai wurden dann zwei Junge im Nest entdeckt. Sie hatten also die Eisheiligen überstanden. Eine Woche später hat das Wetter den kleinen Störchen jedoch nochmals übel mitgespielt, und diese zweite Kältewelle war dann für einen der Beiden zuviel. So konnte Mitte Juni – wie auch in vielen anderen Nestern Oberschwabens – nur noch ein einziger Jungstorch im Bad Wurzacher Nest beringt werden. Seine gefährlichste Nestlingszeit hat er aber jetzt hinter sich, und einem erfolgreichen Ausflug steht nun nichts mehr im Wege.

Bechtingers: Störche machten im Frühjahr 2016 hier eine kurze Stippvisite. Mitte April zogen sie jedoch wieder ab. Es wird hier in dieser Saison wohl keine Brut mehr geben.

2015: Auch die Bad Wurzacher Störche trieben sich vergangenen Winter wie viele Brutstörche Oberschwabens in Süddeutschland herum, anstatt, wie es sich für einen Storch gehört, nach Afrika oder wenigstens bis nach Spanien zu ziehen. Das Nest auf der Schule wird also wieder vom selben Storchenpaar besetzt wie im Jahr 2014. Bei der letzten Horstkontrolle am 2. April saß zwar einer der Störche lange im Nest, es regnete und war ziemlich kalt, gebrütet wurde aber noch nicht.

Anfang April saßen die Bad Wurzacher Störche schließlich abwechselnd auf einem Gelege, und Anfang Mai schlüpften insgesamt drei Junge auf der Schule. Das Nesthäkchen überstand die kalte Regenperiode Ende Mai allerdings nicht, es wurde am 28. Mai tot unterhalb des Nestes gefunden. Die beiden älteren Geschwister wurden im Alter von sechs Wochen am 17. Juni beringt und erwiesen als etwas untergewichtig. Dennoch haben sie ihre schwierigste Nestlingszeit überstanden. Jetzt heißt es nur noch den ersten Flug zu meistern und dann kann's in den Süden gehen.

Die Jungenaufzucht in Bad Wurzach gestaltet sich seit Jahren nicht zufriedenstellend, obwohl Nahrungsgebiete in unmittelbarer Nähe des Horstes liegen. Es stellt sich die Frage, ob die ständigen, fast täglich durchgeführten Kunstflüge über dem Ried und auch in Nähe des Horstes die Nahrungsflüge der Storcheneltern behindern und so zu dem oft schlechten Bruterfolg beitragen.

Bechtingers: Der Horst ist in diesem Jahr bislang nicht besetzt.

2014: Schule: Auf der Schule in Bad Wurzach hat sich dieses Jahr ein neues Paar eingefunden. Der Storchenmann stammt aus dem nahen Bad Schussenried und ist vier Jahre alt. Er hat schon eine Brut in Blitzenreute im Jahr 2013 hinter sich, seine Jungen überlebten wegen des vielen Regens und der Kälte während der letzten Saison jedoch nicht. Seine Gattin ist ein Jahr jünger und stammt vom Bodensee. Sie wurde in der Storchenkolonie in Böhringen bei Radolfzell im Jahr 2011 geboren. Seit Anfang April brütet das Paar. Mal sehen, was daraus wird. Es wäre ja schön, wenn es mal wieder Jungstörche in Bad Wurzach geben würde.

Ende Juni: Zunächst sah es so aus, als ob es auf der Schule wieder nichts mit Nachwuchs würde, denn die Eltern verhielten sich zur Schlupfzeit und noch zwei Wochen danach äußerst merkwürdig. So wurde am 8. Mai eine kleine Menge gefüttert, und auch am 20. Mai war das noch so, ein Elternteil saß die meiste Zeit im Nest und ein Köpfchen eines kleinen Storchs war nicht im Nest zu sehen. Auch schien es, als ob noch Eier gewendet würden. Möglicherweise hatte eine teilweise verzögerte Eiablage stattgefunden und das Erstgeschlüpfte war gestorben. Jedenfalls wurde dann am 6. Juni doch ein Junges im Nest entdeckt, das nach seiner Entwicklung zu urteilen zu diesem Zeitpunkt ca. zweieinhalb Wochen alt war. Der Kleine wurde am 20. Juni beringt und schien auch da noch etwas unterentwickelt. Hoffentlich schafft er es.

Bechtingers: Der Horst bei Bechtingers bleibt dieses Jahr wohl unbesetzt. Zwar lässt sich immer mal wieder der eine oder andere Storch hier blicken, auch ein Paar war kurzzeitig da, zum Bleiben konnte sich bisher jedoch keiner entscheiden.

Ende Juni: Nichts Neues vom Horst bei Bechtingers.

2013: Schule: Was nur in unsere Beizkofener Französin gefahren ist! Erst verleitet sie ihren Gatten dazu, den Winter in Süddeutschland zu verbringen – er wurde erstmals an den einschlägigen Futterstellen gesehen – dann verlässt sie ihn und ihren Horst trotz guter Nahrungsgebiete in Beizkofen und zischt ab nach Bad Wurzach, um sich dort mit dem uns schon bekannten Schweizer zu vermählen. Wahrscheinlich hat sie mal Luftveränderung gebraucht und sich gleich einen Kurort ausgesucht. Warum nicht mal ein Moorbad?
Man darf gespannt sein, ob sie hier genauso viele Junge aufzieht wie wir es von ihr Beizkofen gewohnt waren.

Neues Nest in Bechtingers! Erstmals besetzt wurde im Frühjahr ein neu aufgestellter Horst in der "Haidgauer Heide" südöstlich von Bad Wurzach. Das Männchen ist ein noch junger nordbadischer Storch, der von seinen Eltern in einem mit mehreren Brutpaaren besetzten Gehege aufgezogen wurde. Von seiner Gattin wissen wir dagegen nichts, denn sie trägt keinen Personalausweis. Die beiden waren ziemlich spät dran und begannen mit der Brut erst Ende April (sie bildeten damit aber nicht das Schlusslicht, es gab durchaus noch spätere Nachzügler). Ende Mai pellten sich dann drei Junge aus den Eierschalen, die, noch recht winzig, die kalten und nassen Tage unter den wärmenden Körpern ihrer Eltern bisher gut überstanden.

Juni: Ob es am Männchen liegt? Oder am Nahrungsgebiet? Nur ein einziges Junges schlüpfte im Nest auf der Schule und es wurde auch gerade mal zehn Tage alt. Schon in den ersten Regentagen um den 22. Mai starb der kleine Storch. Der Frust bei der Brutstörchin, die ein volles Nest gewohnt war, muss wohl ziemlich groß gewesen sein. Kurzerhand flog sie am 8. oder 9. Juni in ihre alte Heimat nach Beizkofen, wo sie das noch mit zwei Jungstörchen besetzte Nest angriff und ihre Nachfolgerin vertrieb. Die beiden kleinen Störche, die kurz vor der Beringung standen, kamen bei dem Kampf ums Leben, was dieses Jahr mit seinen wenigen überlebenden Jungstörchen besonders schade ist. Tja, manchmal sind sie einem schon fast zu menschlich, die Adebare.
Und wie die Nestbesetzung auf der Schule nächstes Jahr weitergeht?

August: Am 28. Juni war im Nest Bechtingers noch alles in Ordnung, am 29. Juni gab es Starkregen in Bad Wurzach, alle drei Jungstörche starben. Sie waren zu diesem Zeitpunkt zwischen vier und fünf Wochen alt, eine kritische Zeit für die Nestlinge, da sie aufgrund ihrer Größe nicht mehr von den Eltern geschützt werden, das Gefieder Kälte und Nässe jedoch noch nicht ausreichend abhält. Ob die Störche nächstes Jahr wiederkommen werden und es nochmals versuchen?

2012: Das Schweizer Storchenmännchen aus Saxerriet ist am 1. März zum Horst in Bad Wurzach zurückgekehrt. Die letztjährige Schweizer Partnerin lässt aber immer noch auf sich warten, und langsam wird es zweifelhaft, ob sie überhaupt noch auftauchen wird. Es sind aber immer noch Störche unterwegs, die bisher keinen Platz gefunden haben, und bei etablierten und z.T. auch schon brütenden Paaren stören. Es bestehen daher immer noch Chancen, dass der Bad Wurzacher Storch eine Gattin findet.

23. April: Und er hat sie tatsächlich gefunden! Am Ostersonntag stand auf einmal eine Störchin auf dem Bad Wurzacher Nest und leistete dem Schweizer Gesellschaft. Da die Dame keinen Ring trägt, weiß man nicht, woher sie kommt. Auch verschweigt sie uns ihr Alter. Jedenfalls ging man gleich zur Sache, und es ging dann sehr schnell. Denn nach gut einer Woche saßen die beiden schon auf einem Gelege und seitdem wechseln sie sich beim Brüten ab.

Mitte Juni: Am 8. April kam tatsächlich eine Störchin und leistete dem Schweizer Gesellschaft. Über die Herkunft der Dame weiß man allerdings nichts genaues, denn sie trägt keinen Ring. Möglicherweise stammt sie aus dem Elsass oder aus Bayern, denn dort wird nur ein Teil der Störche beringt.
Es ging dann alles ziemlich schnell, denn schon gegen Mitte April saßen die beiden Frischvermählten auf einem Gelege und brüteten von da an gewissenhaft. Und um den 19. Mai war es dann soweit: Die ersten kleinen Storchenküken tummelten sich im Nest. Drei Junge wurden es insgesamt und bisher sind alle munter und fidel.

August: Knapp drei Wochen war das kleinste Junge alt, da regnete es ziemlich stark, und es überlebte dieses Wetter nicht. Als kurze Zeit später wiederum starker Regengüsse einsetzten und den ganzen Tag anhielten, starben auch die beiden älteren und das Nest war plötzlich leer. Die Jungstörche hatten zu dieser Zeit gerade ein kritisches Alter erreicht, in dem sie von den Altstörchen nicht mehr geschützt werden können, ihr Federkleid aber den Körper noch nicht ausreichend abdeckt. Unterernährung und daraus resultierende mangelnde Widerstandsfähigkeit kamen möglicherweise hinzu.
Hoffen wir, dass die Altstörche trotzdem nächstes Jahr wiederkommen und im Horst auf der Schule brüten werden. Sie haben dann natürlich mehr Erfahrung und hoffentlich dann auch etwas mehr Glück.



Foto: Gertrud Hermann 2011.

2011: Letzes Jahr wurde der Horst auf der Schule in Bad Wurzach erstmalig besiedelt, zu einer Brut kam es jedoch nicht mehr. Dieses Jahr scheint es nun zu klappen. Besonders Schweizer Störche scheinen eine Schwäche für das im Altmoränengebiet liegende Bad Wurzach haben. Wiedergekommen ist der dreijährige Schweizer Storch aus Saxerriet mit der Nummer SE 304, er hatte sich schon während der letzten Saison für den Horst interessiert. Er bekam Gesellschaft von einer gleichaltrigen Schweizerin aus Murimoos, die im Jahr 2010 in Wilhelmsdorf brütete und bei der Schafskälte Mitte Juni ihre letzten beiden Jungen verlor.
Seit ungefähr 10. April sitzen die beiden abwechselnd auf einem Gelege. Hoffen wir, dass Petrus dieses Jahr ein Einsehen hat und uns und den Störchen einen besseren Mai und Juni als im letzten Jahr beschert.

Juni: Mitte Mai schlüpften auf der Bad Wurzacher Grundschule drei kleine Störche. Das Nesthäkchen überlebte aber nur etwa eine Woche, es wurde am 25. Mai tot auf dem Schulhof aufgefunden. Den beiden Älteren geht es aber gut, und so wird am Nachmittag des 20. Juni erstmals in Bad Wurzach eine Storchenberingung stattfinden.
Ein Glück für die kleinen Störche, dass wir am 20. Juni zum Horst hochgefahren sind. Im Nest lag ein großes Plastik-Schnurknäuel (Foto: Gertrud Hermann 2011). Einer der beiden Jungstörche war gerade im Begriff, sich in einer der Schnurschlingen zu verstricken. Beide Nestlinge erwiesen sich als etwas untergewichtig und auch, was das Gefieder anbelangt, für ihr Alter unterentwickelt. Hoffen wir, dass sie die nächsten Tage bis zur vollständigen Entwicklung des Deckgefieders gut überstehen.
Noch eine interessante Anmerkung zur Geschichte des Weißstorchs in Bad Wurzach (mitgeteilt von Herrn Ulrich Grösser, Bad Wurzach): Pater Agnellus Schneider schreibt in seiner Ornithologia Wurzachiensis, dass die letzte Brut des Weißstorchs in Bad Wurzach vor ca. 85 Jahren, Mitte der 1920er Jahre stattgefunden hat.

Anfang August: Der Wurzacher Storchennachwuchs hat seine Nestlingszeit gut überstanden. Am 25. Juli hoben sich die beiden erstmals in die Lüfte, noch etwas unsicher zuerst. Nach und nach lernten sie jedoch, ihr neues Element zu beherrschen. Jetzt machen sie zusammen mit ihren Eltern die Wiesen um Bad Wurzach unsicher für Frösche, Würmer und anderes Getier, und bald wird es in den Süden gehen.

2010: Vor zwei Jahren wurde in Bad Wurzach auf einer Schule in Nähe des Naturschutzzentrums eine Storchennest installiert. Seitdem ließ sich ab und zu kurzzeitig ein Storch darauf nieder, geblieben ist aber keiner. Jetzt endlich scheint es aber zu klappen. Am 24. März kam ein Storch in Bad Wurzach an, begutachtete die Gegend und beschloss, erstmal zu bleiben. Dann gegen Anfang April gesellte sich ein Partner zu ihm. Das Paar, ein zweijähriger gebürtiger Rottenackerer und ein junger Schweizer (wer hier Männchen und Weibchen ist, ist noch nicht ganz klar), turtelte ein Weilchen, dann kam ihnen jedoch ein weiterer Schweizer dazwischen.
Der Rottenackerer ist vermutlich wieder abgezogen (möglicherweise von dem zweiten Schweizer verdrängt). Denn bei der letzten Horstkontrolle am 20. April stand der neu hinzugekommene Schweizer auf dem Kamin, während der ursprüngliche schweizerische Horstbesetzer sich im Nest aufhielt. Der Neue wurde nicht aufs Nest gelassen, vom Rottenackerer war weit und breit nichts zu sehen. Wie das wohl weitergeht?

Juni: In Bad Wurzach wurde es dieses Jahr tatsächlich nichts mit einer Brut. Ein Schweizer Storch hält sich immer noch hier auf, doch scheint er alleine zu sein. Vielleicht kommt er ja nächstes Jahr wieder und bringt einen Partner mit.



Startseite