Die Störche Oberschwabens



Neubrunn



2024: In Neubrunn residiert wieder die Frickinger Störchin mit ihrem unberingten Gatten. Mit der Brut waren sie wieder recht früh dran, und so tummelten sich schon zu Beginn der letzten Aprildekade zwei Jungvögel im Nest. Bei den üblen Regengüssen Ende Mai/Anfang Juni waren sie daher schon nahezu sechs Wochen alt und anscheinend ihr Gefieder so gut entwickelt, dass sie den Dauerregen schadlos überstanden.
Jetzt heißt es, das Fliegen üben, denn bald werden sie das elterliche Nest verlassen und sich anderen Jungstörchen zur Reise in den Ssüden anschließen, Anfang August geht's los.

2023:  Es ist nicht anzunehmen, dass die Schweizerin nach ihrem guten Bruterfolg im letzten Jahr – vier Jungvögel wurden flügge – freiwillig das Feld, sprich ihren Horst in Neubrunn geräumt hat. Entweder ist ihr etwas passiert (sie ist immerhin auch schon 14 Jahre alt) oder sie wurde von der Störchin vertrieben, die dieses Frühjahr auf dem Neubrunner Nest angetroffen wird. Die neue Horstinhaberin ist eine knapp vierjährige Störchin aus Frickingen und hatte letztes Jahr auf dem Strommast bei der Kaplanei in Ostrach gebrütet. In den ersten Märztagen dieses Frühjahrs besetzte sie kurzzeitig den Mast in Ostrach-Wangen, konnte sich aber letztendlich nicht gegen die dortigen angestammten Horstinhaber durchsetzen. Jetzt ist sie jedenfalls Brutstörchin in Neubrunn, ihr Gatte ist unberingt und vermutlich der Neubrunner Brutstorch der Vorjahre. Obwohl sich die beiden erst kennenlernen mussten, wurden die Eier schon in der letzten Märzdekade ins Nest gelegt.

Ende April/Anfang Mai wurde es lebendig im Neubrunner Nest. Drei kleine Küken schlüpften, vielleicht (man konnte es nicht so genau sehen) waren es sogar vier. Drei Jungstörche wuchsen jedenfalls erfolgreich auf und wurden flügge. Bald werden sie ihre erste große Reise antreten. Wünschen wir ihnen Glück.

2022:  Die Neubrunner Störche – es sind dieselben wie in den Vorjahren – haben ein neues Domizil. Der Mast, den sie sich selbst vor Jahren zur Brut ausgesucht hatten, musste einem Baugebiet weichen. Es wurde jedoch in nächster Nähe, und sogar etwas höher gelegen, ein anderer passender Mast zur Verfügung gestellt und mit einer Plattform versehen, der ohne Zögern von den Störchen sofort angenommen wurde. Die Neubrunner Familie Adebar ist heuer noch etwas zahlreicher als letztes Jahr. Mindestens vier kleine Störche wurden am 9. Mai vom Berg aus im Nest gesehen.

Juni: Es wurde noch ganz schön eng im Neubrunner Nest, denn alle vier Jungstörche wuchsen heran und sind gesund und munter. Von den Eltern wurden sie gut mit Futter und Wasser versorgt, bis sie schließlich groß genug waren und von Papa und Mama etwas auf Abmagerungskur gesetzt wurden. Schließlich ist so ein Nest ja kein Hotel auf Dauer, sondern "selbst fliegen und Mäuse fangen" ist irgendwann angesagt. Die Neubrunner Jungschar schaffte dann auch irgendwann den Sprung ins Ungewisse. Jetzt sind sie weitgehend selbstständig, und es wird nicht mehr lange dauern, dann verlassen sie Eltern und Nest, und ab geht's in den Süden.

2021:  Es brüteten dieselben Störche wie in den Vorjahren: der Unberingte und seine Störchin aus der Schweiz. Sie zogen drei Jungvögel erfolgreich auf, alle drei sind unberingt ausgeflogen.

2020:  Der Unberingte und seine Schweizer Gattin nisten wieder auf dem Strommast in Neubrunn. Und da sich die beiden ja schon lange kennen (sie waren ja schon im benachbarten Denkingen ein Paar), saßen sie schon Ende März abwechselnd auf ihrem Gelege. Einen Monat später begann der Schlupf, und so wurden am 4. Mai bei einer Nestbeobachtung vier kleine Köpfchen gesehen, ein fünftes könnte sich vielleicht noch versteckt haben. Na, vier würden ja auch genügen, da hätten die Eltern genug zu tun. Der kleinste von den Vieren war noch winzig und müsste etwas aufholen; er sollte sich von seinen Geschwistern nicht das Futter wegschnappen lassen.

2019: Als kleine Entschädigung, dass man ihnen im Frühjahr zuvor mit der ersatzlosen Beseitigung des Nestes etwas übel mitgespielt hatte, bekamen die Störche von Neubrunn dieses Frühjahr im Zuge der Leitungssicherung eine komfortable Nistunterlage auf ihren Mast montiert. Die hier nistenden Störche kennen wir schon, es ist wieder die Schweizerin aus dem Kanton St. Gallen und ihr unberingter Gatte. Ende März lag das erste Ei im Nest, in den letzten Apriltagen werden sich die ersten kleinen Storchenküken aus den Eierschalen pellen.

23.06.2019: Drei Storchenkinder tummelten sich schließlich im Neubrunner Nest, und alle Kinder haben ihre kritische Nestlingszeit, in der ihnen Nässe und Kälte noch zum Verhängnis werden kann, überstanden. Jetzt bietet ihr Gefieder ausreichend Schutz, aber die nächste Herausforderung wartet schon: der erste wagemutige Sprung vom Nest, das Vertrauen in den tragenden Wind und in die eigenen Flugkünste. Bald ist es soweit.

2018: Nicht zuletzt angesichts des letztjährigen guten Bruterfolgs hat sich die Besiedlung durch ein Weißstorchpaar in Neubrunn offensichtlich etabliert. Der Unberingte und seine Angetraute aus Montlingen (Kanton St. Gallen in der Schweiz) bauten wieder ihr Nest auf dem Mast in der Obstbaumwiese, unbeirrt davon, dass der Energieversorger aufgrund einer Mastauswechslung ihr vorjähriges Nest entfernt hatte. Sie legten sich beim Bau des neuen Nestes tüchtig ins Zeug und so lagen wie in vielen anderen Horsten Oberschwabens pünktlich zu Ostern die ersten Eier im Neubau. Hoffen wir, dass das Wetter mitspielt und die bald schlüpfenden Jungvögel wie im Vorjahr gut von ihren Eltern versorgt werden können. Denn bei schlechtem Wetter können sich die Altvögel nicht weit vom Horst entfernen, und die intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebiete direkt um Neubrunn geben hinsichtlich geeigneter Nahrung für die Kleinen nicht allzuviel her.

Dieses Jahr bestanden wirklich beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Storchenbrut. Das Wetter spielte mit, und die Altvögel konnten auch weiter entfernt liegende Nahrungsgebiete nutzen. Und so wurden auch in Neubrunn zwei wohlgenährte Jungvögel groß. Aufgrund der Unzugänglichkeit des Horstes konnten sie nicht beringt werden, was sich nach ihrem Ausflug allerdings als Ärgernis erweisen sollte, denn es passierte ein Unglück, und wir wissen nicht, hat es einen der Neubrunner Jungstörche erwischt oder womöglich sogar beide. Ein toter Storch wurde Mitte Juli bei Neubrunn in der Nähe der Straße gesichtet, einmal zwischen Neubrunn und Ruschweiler, ein andermal zwischen Neubrunn und Denkingen. Er war offensichtlich durch Kollision mit einem Fahrzeug ums Leben gekommen und trug keinen Ring. Vermutlich handelte es sich jeweils um denselben Storch, der von einem Fuchs verschleppt worden war; bei späteren Sichtungen fehlte ihm nämlich auch der Kopf und als man ihn holen wollte, war er ganz verschwunden. Da er nicht identifiziert werden konnte, wissen wir leider nichts Genaueres und können nur hoffen, dass es sich tatsächlich um denselben Storch handelte.

2017: Fast übersehen wurde die Neubesetzung eines Ortes zwischen Denkingen und Pfullendorf, nämlich Neubronn. Schon in den Jahren zuvor hatten sich kurzzeitig Störche für einen Mast in Neubrunn interessiert, waren dann aber wieder abgezogen. Diesmal jedoch gab es tatsächlich eine Brut, und zwar entschied sich das Silo-Brutpaar von Denkingen dafür, dem man in Denkingen im vorigen Jahr übel mitgespielt hatte: Man hatte den zusammengebrochenen Horst auf dem Silo nicht wieder aufgebaut, das Ersatznest am Ortsrand nahmen die Störche nur widerwillig an und verloren dort auch sogleich ihre noch sehr kleinen Jungen, an allen anderen Plätze, die sie sich daraufhin aussuchten, wurden sie nicht geduldet.

Jetzt haben sie ihren Platz gefunden, und man gönnt es ihnen wirklich! Ihr Futter holen sie offensichtlich bei Illmensee (bei Neubronn sind die Nahrungsgebiete nicht gerade üppig, vielleicht könnte man daran ja noch etwas ändern...), und da weitere Flüge bei dem stabilen Wetter dieses Jahr kein großes Problem darstellten, brachten sie drei Junge durch – die allerdings, da der Horst zu spät entdeckt wurde, unberingt ausgeflogen sind.


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