Die Störche Oberschwabens



Ostrach

2017: In Ostrach auf dem Gasthof Hirsch ist wieder unser altbekanntes, in Ostrach überwinterndes Paar. Mit der Brut begannen sie Ende März. Ungefähr am letzten Apriltag, also kurz nach dem Schnee-Intermezzo, schlüpften die Küken, vermutlich zwei an der Zahl. Das Wetter wurde aber auch am 1. Mai wieder sehr unwirtlich und blieb in den folgenden Tagen ziemlich nass und kalt. Die kleinen Jungen wurden offensichtlich nicht sorgfältig genug von den Eltern geschützt und starben. Am 9. Mai warf einer der Altstörche die beiden kleinen Kadaver aus dem Nest.

Dieses Jahr haben die Störche des „Hirsch“ aber nun tatsächlich Konkurrenz bekommen. Ein weiteres Storchenpaar versuchte, auf der Kirche ein Nest zu bauen, was zum einen nicht recht gelang und zum anderen auch von Angehörigen der Kirchengemeinde nicht gern gesehen wurde. Hurtig bot die Gemeinde daher eine Nistunterlage auf dem Rathaus an, welche erfreulicherweise tatsächlich von den Störchen angenommen wurde. Und sie machten dann auch wirklich ernst. Um den 20. April begann das Paar – er übrigens aus Markdorf vom NSG Eisweiher, sie aus Donauwörth, beide drei Jahre alt – mit der Brut, und ca. einen Monat später schlüpfte dann ein einzelnes Küken. Der Jungvogel hielt sich wacker. Als er jedoch am Montag, den 3. Juli beringt werden sollte, fand man leider nur noch einen toten Körper im Nest, der kleine Storch war beim starken Regen am Wochenende zuvor gestorben, für sein Alter von immerhin fünfeinhalb Wochen erwies er sich als unterentwickelt.

Damit aber nicht genug! Noch ein drittes Paar brütete in unmittelbarer Nähe dieser beiden Storchenpaare. Zwei waschechte oberschwäbische Adebare, er aus dem benachbarten Bad Saulgau, sie aus Tiefenbach am Federsee und diese beiden noch blutjung (erst zwei Jahre alt), bauten sich ein Nest auf einer hohen Fichte. Gegen Mitte April saßen sie abwechselnd auf einem Gelege, und sie saßen und saßen und saßen... Irgendetwas hatten sie in ihrem jugendlichen Leichtsinn wohl fasch gemacht, es wollte nichts schlüpfen. Mitte Juni gaben sie es schließlich auf.

Das Nest auf der Fichte kann hier leider nicht bleiben. Der schräg stehende Baum ist nicht stabil genug, um ein schweres Nest zu tragen. Man wird den Baum wohl fällen und den Störchen ein Ersatznest auf einem weiteren Haus der Gemeinde anbieten. Ob es allerdings genauso problemlos angenommen werden wird? Denn die Fichte ist ziemlich hoch, das Nest bot einen sehr guten Überblick.

 


2016: Unser Storchenpaar, welches den Winter in Ostrach verbringt, begann in den letzten Märztagen mit der Brut. Sie ließen es diesmal etwas ruhiger angehen und bekamen weniger Junge als sonst. Das war wohl auch das Glück der kleinen Störche, denn zwei Junge sind leichter zu versorgen als vier oder fünf und können auch besser vor Nässe und Kälte geschützt werden. So überlebten die beiden Jungstörche bisher auch alle Widrigkeiten. Hoffen wir, dass Petrus von nun an ein Einsehen hat und dauerhafte nasse Kälteperioden in diesem Frühjahr vorbei sind.
Es ließ sich dieses Frühjahr zeitweilig noch ein zweites Paar ist Ostrach nieder und baute auf einem Niederspannungsmast in der Saulgauer Straße. Sie zogen später allerdings nach Ostrach-Wangen um.

Juli: Am 29. und 30. Mai regnete es viel, es war aber verhältnismäßig warm. Offensichtlich war einer der beiden Ostracher Jungstörche jedoch nicht sehr widerstandsfähig und wurde durch die Niederschläge weiter geschwächt. Am 2. Juni wurde er tot aus dem Nest geworfen. So konnte am 8. Juni nur noch ein Jungstorch im Ostracher Nest beringt werden, und auch dieser erwies sich mit seinen 2,3 Kilogramm als deutlich untergewichtig. Er wird es aber nun schaffen, auch wenn er etwas mehr Zeit bis zu seinem Jungfernflug benötigen wird (am 15. Juli war es noch nicht soweit). Allerdings muss er sich dann doch etwas mit der Perfektionierung seiner Flugkünste beeilen, denn die ersten Jungstorchtrupps sammeln sich schon und spätestens Mitte August wird es wohl losgehen. Mit den Eltern kann er nämlich nicht ziehen, denn diese werden den Winter wieder in Ostrach verbringen.

2015: In Ostrach brütet wieder das bekannte alte Storchen-Ehepaar, er aus der Schweiz, sie aus Goldscheuer und beide mittlerweile 18 Jahre alt. Mit der Eiablage begannen sie etwas später als letztes Jahr, ziemlich genau seit 28. März sitzen sie auf einem Gelege.

Ende April knackte es auf einmal in den ersten Eierschalen. Die ersten beiden Storchenküken erblickten das Licht der Welt. In den nächsten Tagen folgten dann noch zwei weitere. Die beiden letzteren kamen bei der Fütterung jedoch wohl stets zu kurz und blieben schnell in ihrer Entwicklung zurück. Am 13. Mai wurden noch zwei relativ große und zwei deutlich kleinere Junge im Nest gesehen, drei Tage später lag einer der Kleinen tot unter dem Nest. Später folgte ihm sein kleines Geschwister. So wurden bei der Beringung am 10. Juni nur noch zwei Jungstörche im Nest angetroffen, diese erwiesen sich allerdings als gut genährt.  Bald werden sie dem elterlichen Nest endgültig den Rücken kehren, sich anderen Jungstörchen anschließen und auf große Reise gehen.

2014: Unsere beiden am Brutort überwinternden Ostracher Störche nisten wieder auf dem Gasthof Hirsch und kümmern sich seit Ende März um ein Gelege. Es dauert nicht mehr lange, und die ersten kleinen Störche werden sich im Nest tummeln.

Juni: Um den 25. April schlüpften die Küken, und diesmal versteckten sie sich im Nest ziemlich gut. Selbst vom Kirchturm aus war Anfang Mai nur ein einziges Junges zu sehen und auch noch am 19. Mai sah man von einem benachbarten Hügel aus immer nur ein Köpfchen. Groß war daher das Erstaunen bei der Beringung, dass tatsächlich drei Junge das Nest bevölkerten. Und diese drei bekamen noch eine Adoptivschwester (oder einen –bruder) dazu. Denn in Emerkingen war der Storchenvater umgekommen, und man musste seine vier Kinder in anderen Nestern unterbringen. Das Junge aus Emerkingen wurde von den Ostracher Eltern und ihrem Nachwuchs problemlos angenommen. Besonders das Ostracher Nesthäkchen und der ebenfalls etwas kleinere Emerkinger Jungstorch schienen sich zu mögen und kuschelten sich aneinander. Bei der letzten Nestbeobachtung am 20. Juni waren alle vier putzmunter.

Sind die Jungstörche soweit, dass sie zu ihrem ersten Flug starten können, bringen ihnen die Eltern normalerweise weniger Futter, damit sie den Sprung vom Nest wagen. Für das Adoptivkind, den kleinen aus Emerkingen, kam diese Rationierung des Futters wohl etwas zu früh. Er flog los, schaffte es aber nicht mehr zurück auf den Horst. Die Tierärztin Frau Dr. Bootz in Ostrach nahm den Storch einige Tage in Pflege und päppelte ihn auf. Der erste Versuch, ihn wieder in die Freiheit zu entlassen, schlug fehl. Der Jungstorch war offensichtlich noch nicht so weit. Beim zweiten Versuch schaffte er es.

Etwa zwei Wochen später kam dann bei Laupbach bei Sturm ein Jungstorch ums Leben. Er wurde mit gebrochenem Hals und Brustbeinfraktur auf der Wiese gefunden. Es war unser Adoptivstorch.

2013: In Ostrach brütet unser altbekanntes Paar. Mit kleinen Störchen ist im Horst auf dem Hirsch Anfang Mai zu rechnen.

Juni: Dieses Jahr gab es in Ostrach nur zwei Junge im Nest, denn aus den ersten gelegten Eiern schlüpfte aufgrund der kalten Tage bei Legebeginn nichts.
Und das war wohl auch ein Glück für die geschlüpften Jungen. Sie konnten die ganze Fürsorge der Eltern für sich alleine beanspruchen und auch bei Nässe und Kälte gut geschützt werden. Sie waren dann – mit Ausnahme eines überlebenden Jungstorchs in Königseggwald - die Einzigen ums Pfrunger-Burgweiler Ried, die die schreckliche Schlechtwetterperiode Ende Mai und Anfang Juni unbeschadet überstanden. Am Mittwoch, den 12. Juni, erhielten sie ihren Personalausweis, den schwarzen ELSA-Ring der Vogelwarte Radolfzell mit persönlicher Nummer und wurden gewogen. Als besonderer Service wurden außerdem die Schnäbel von Gras- und Lehmkrusten befreit, was in diesem nassen Jahr, in dem besonders viel Regenwurm-Kost verabreicht wird, eine wirkliche Erleichterung für die kleinen Störche bedeutet. Sie können dann wieder besser fressen, und der Schnabel läuft nicht Gefahr, sich zu verbiegen. Bald haben sie ihre erste gefährliche Nestlingszeit überstanden, denn es dauert nur noch wenige Tage bis das Gefieder so gut entwickelt ist, dass es Regen und Kälte von den kleinen Körpern abhält.

Ostrach 2013

August: Wahrscheinlich wurden unsere beiden Ostracher Jungstörche zu lange von den Eltern gut versorgt. Jedenfalls genossen sie "Hotel Mama" extrem lange und sahen keinerlei Veranlassung, sich vom Horst zu bewegen. Man glaubte es schon nicht mehr, als sie im Alter von zwölf Wochen sich erstmals vom Horst wagten und endlich selbst auf Futtersuche gingen. Jetzt heißt es aber sich sputen, gut Fliegen lernen und sich ein  Proviantpölsterchen zulegen. Denn die Reise in den Süden geht demnächst los.

2012: Fünfzehn Lenze zählen sie nun schon, unsere beiden in Ostrach überwinternden Störche. Immer noch ein Ehepaar im besten Alter. Das Brutgeschäft, das sie wieder in den ersten Apriltagen aufnahmen, ist für sie Routine.

Anfang Juni: Man sehe und staune! Üblicherweise bekommen die Ostracher Störche vier, oft sogar fünf Junge, die aber in der Regel bis auf eins oder zwei, manchmal sogar alle nach und nach sterben. Nicht so dieses Jahr. Auch in diesem Frühjahr schlüpften im Ostracher Nest fünf Junge, die aber tatsächlich nach drei Wochen noch alle lebten. Auch die "Kalte Sophie" der Eisheiligen überstanden alle fünf. Zwar war das Nesthäkchen im Vergleich zu seinen vier Geschwistern schon deutlich zurückgeblieben, aber auch der Kleine machte zu diesem Zeitpunkt noch einen vitalen Eindruck. Schließlich hielt er jedoch nicht mehr mit und kam bei der Fütterung nicht mehr ausreichend zum Zuge. Und so sah man Ende Mai nur noch (aber immerhin!) vier Junge im Nest, die einen durchaus guten Eindruck machen. Der Gasthof "Hirsch" wird wohl dieses Jahr nicht darum herumkommen, das Ereignis mal wieder mit einem gebührenden Storchenbrunch zu feiern.

August: Für Ostrach ist es schon eine kleine Sensation. Vier Junge, das gab es hier nicht mehr seit 1964. Als sie am 6. Juni beringt wurden, war es schon klar, dass alle vier ausfliegen würden, denn sie brachten mit Ausnahme des kleinsten alle drei Kilogramm oder etwas mehr auf die Waage, und auch der kleinste lag im Gewicht nur wenig darunter. Anfang Juli wurde das Quartett flügge und bot den Teilnehmern des zwei Wochen später stattfindenden Storchenbrunchs in und um das Nest ein volles Programm mit Flugschau, Geklapper und allem Drum und Dran.
Jetzt ist es aber bald soweit, und es wird wieder ruhiger werden in Ostrach. 49 Störche sammelten sich am Sonntag, den 29. Juli im Pfrunger-Burgweiler Ried. Solche großen Trupps üben eine gewaltige Anziehungskraft aus. Wahrscheinlich wird sich die Ostracher Jungschar ihnen anschließen und mit ihnen gen Süden fliegen. Dann sind nur noch die Eltern da, die aber werden den Winter wieder in Ostrach verbringen.

2011: In Ostrach ist das Nest wieder von unserem altbekannten, in Ostrach überwinternden Ehepaar besetzt. Seit Anfang April geht man nur noch abwechselnd zum Futtern, während der jeweils Andere sich dem Bebrüten des Geleges widmet.

Juni: Es ist doch immer wieder dasselbe mit den Ostracher Störchen. Sie bekommen viele Junge, dann sterben diese nach und nach, und es bleiben – wenn überhaupt – höchstens ein oder zwei Junge übrig, völlig unabhängig davon, ob das Wetter gut oder schlecht ist. So auch wieder dieses Jahr. Fünf Junge schlüpften Anfang Mai im Ostracher Horst. Die beiden kleineren blieben ziemlich schnell in ihrer Entwicklung zurück, und Mitte Mai waren es nur noch drei. Anfang Juni schließlich waren alle Jungstörche tot. Am Wetter lag es ganz gewiss nicht; Meinungen, die Trockenheit hätte den Störchen zu schaffen gemacht, haben sich angesichts guten Bruterfolgs in anderen Nestern nicht bestätigt. Nur die Störche, die vorzugsweise gemähte Wiesen nutzen und auf Regenwurmfang spezialisiert sind (meist ihres Zeichens Überwinterer) hatten Schwierigkeiten, Futter zu finden.

2010: Noch sind sie im besten Brutalter, unsere Ostracher Störche auf der Gaststätte "Hirsch" (sie zählen jetzt beide 13 Lenze). Und da sie in Ostrach überwintern und keinen anstrengenden Zug unternehmen, können sie auch durchaus nochmal so lang oder noch länger (siehe Riedlingen) in Ostrach Junge großziehen. Seit Anfang April sitzen sie auf ihren Eiern. Hoffentlich haben sie etwas dazugelernt und füttern und schützen ihre Jungen diesmal besser als im vergangenen Jahr.

Juni: Am 11. Mai wurde vom benachbarten Kirchturm aus ins Nest gesehen und vier Junge entdeckt. Drei Tage später wurde nochmals von dort aus ins Nest geblickt, da ja vielleicht noch ein fünftes geschlüpft sein konnte. Da hatte sich die Familie aber schon reduziert: Nur noch drei Küken tummelten sich im Horst. In den nächsten Tagen wiederholte sich dann, was wir schon aus den letzten Jahren kennen: die Jungen starben nach und nach, immerhin blieb dieses Jahr eines übrig. Zwar herrschte kein gutes Wetter, aber in den benachbarten Horsten kamen trotz der Nässe und Kälte fast alle Jungen im selben Alter durch (siehe z.B. Altshausen, Beizkofen, Einhart, Moosheim, Ölkofen). Denn sie können in diesem Alter noch gut von den Eltern geschützt werden. Im Gegensatz zum ebenfalls bei uns überwinternden "Hansi" von Riedhausen scheinen die überwinternden Ostracher nichts dazuzulernen. Bezeichnenderweise kamen auch die Jungen der überwinternden Biberacher Störche sowie drei der fünf Jungen der überwinternden Saulgauer Störche bei dem schlechten Wetter um. Es zeigte sich mal wieder, dass die Fähigkeiten dieser Überwinterer, auch bei nicht optimalen Bedingungen Junge großzuziehen, gegenüber denjenigen der Zieher deutlich geringer sind.
Hoffen wir jedenfalls, dass die Ostracher wenigstens diesen einen Jungstorch gut füttern und zum Ausfliegen bringen.

Juli: Er hat es geschafft. Obwohl bei der Beringung am 8. Juni als ziemlich klein und schmächtig befunden (der Kleine, fast fünf Wochen alt, wog nicht einmal zwei Kilogramm), kam der Ostracher Jungstorch doch noch über die Runden und fliegt mittlerweile über Dächer und Wiesen. Zwar brauchte er bis zu seinem Jungernflug über 12 Wochen, doch bleibt ihm bis zum Abflug in den Süden gerade noch etwas Zeit, um seine Flugkünste zu vervollständigen und sich etwas Reiseproviant anzufuttern. Seine Eltern werden dagegen wie immer den Winter in Ostrach verbringen.

2009: Im Ostracher Horst auf der Gaststätte "Hirsch" sind wieder die alten Bekannten, das in Ostrach überwinternde Storchenpaar aus der Schweiz und aus Baden. Wie letztes Jahr brüteten sie seit Ende März.

Juni: Die Ostracher waren mal wieder recht fruchtbar, nur mit der Fürsorge für die meist in hoher Zahl schlüpfenden Jungen hapert es bei den beiden Überwinterern. Fünf Junge waren dieses Jahr am 9. Mai vom Kirchturm aus zu sehen. Am 16. Mai wurden nur noch drei Junge vom Hügel aus beobachtet, am 22. Mai lebte nur noch ein Junges.
Unwetter sind – zumindest zwischen dem 16. und 22. Mai (es wird von Anwohnern zu dieser Zeit von keinen heftigen Regenfälle oder Stürmen berichtet) – nicht für den Jungenverlust verantwortlich zu machen; am 12. Mai beobachtete ich allerdings zwei Fremdstörche im Luftraum über dem Nest, weshalb die beiden Ostracher Altstörche aufgeregt klapperten und dabei vergaßen, ihre Jungen zu schützen (es regnete).
Hoffen wir, dass das letzte Junge jetzt wenigstens durchkommt. Seine Chancen sind als nunmehr Einzelkind jedenfalls beträchtlich gestiegen.

2008: Im Ostracher Horst ist alles beim Alten. Seit Ende März brüten wieder der Schweizer aus Altreu und die Badenerin aus Goldscheuer, nun beide elf Jahre alt. Der Geburtsort des Männchens – eine ehemalige Weißstorch-Zuchtstation - erlangt dieses Jahr  Berühmtheit, denn am 26. April wird Altreu zum europäischen Storchendorf gekürt. Dies aufgrund der Tatsache, dass sämtliche Fütterungen zur Brutzeit seit einigen Jahren eingestellt wurden und alle Jungstörche hier nun natürlich und ohne Eingriffe aufwachsen.

Juni: Im Ostracher Storchenhorst kamen vier Junge zur Welt, die alle bis zur Beringung am 4. Juni überlebten. Zwei der Jungstörche erwiesen sich dabei mit jeweils um die eineinhalb Kilogramm jedoch als ziemlich schwach und starben dann auch ca. eine Woche später. Die beiden anderen sind jedoch einigermaßen gut entwickelt und haben nun ihre kritischen Lebenswochen erfolgreich überstanden.

Juli: Kurz bevor sie flügge wurden sorgten die Ostracher Jungstörche doch noch für einige Aufregung: Der Kleinere der beiden wurde am 8. Juli bei Flugübungen durch eine Bö vom Nest abgedriftet und landete auf der Straße vor der Gaststätte "Hirsch". Die Wirtsleute fingen ihn ein und brachten ihn zum ansässigen Tierarzt, wo er erstmal zwei Nächte im Stall verbrachte, um sich zu erholen. Auf den Horst zurück konnte man ihn nicht bringen, da der zweite, der ebenfalls noch nicht fliegen konnte, bei Annäherung an den Horst womöglich vor lauter Panik vom Nest geflattert wäre. Da der Bruchgelandete im Stall schließlich äußerst unruhig wurde und auch versuchte, seine Flügel zu gebrauchen, entschloss man sich, ihn auf der Wiese bei seinen Eltern freizulassen. Gesagt, getan. Die Eltern hielten sich gerade auf den Wiesen bei der Laubbachmühle auf, was nun leider ziemlich weit vom Horst entfernt ist. Zusammen mit dem Jungen gingen sie auf Futtersuche, das Männchen flog irgendwann zum Horst zurück, um den anderen Jungstorch zu füttern. Die Störchin blieb bei ihrem Zögling auf der Wiese, flog zusammen mit diesem eine Runde und landete auf dem Dach der Laubbachmühle. Der Jungstorch versuchte, ihr zu folgen, schaffte es aber nicht auf den Dachfirst, sondern rutschte auf dem Dach ab bis er dann an einem seitlichen Dachfalz notdürftig einigermaßen Halt fand. Die Mutter flog schließlich wieder zurück auf die Wiese, der Jungstorch blieb auf dem Dach stehen, vermutlich aus Angst vor einem Hund, der sich unmittelbar unterhalb des Dachs in einem Hundezwinger lautstark über den Besuch beschwerte. Als es schließlich dunkel wurde, verließ die Altstörchin das Gelände Richtung Horst, der Junge blieb auf dem Dach zurück. Immerhin sicher vor Füchsen verbrachte er hier die Nacht. Am nächsten Morgen holten auf Bitten von Frau Wilhelm, der Leiterin des Naturschutzzentrums, die Hofbesitzer für kurze Zeit ihren Hund ins Haus, was sofort Erfolg zeigte. Der Jungstorch flatterte auf die Wiesen und fing sofort an, Nahrung zu suchen. Die Eltern ließen sich an diesem Tag nicht in Nähe der Laubbachmühle blicken, stattdessen erschien ein anderer, unberingter Altstorch – vermutlich das Weibchen aus Königseggwald. Diesem schloss sich der Jungstorch an bis es Abend wurde und die Störchin Richtung Königseggwald abzog. Er versuchte, ihr zu folgen, schaffte es aber nicht, sondern landete in einem Getreidefeld, wo wir ihn wenigstens wieder problemlos einfangen konnten, denn hier konnte ihm kein Start gelingen. Am selben Abend erfuhren wir, dass der zweite Jungstorch inzwischen seinen ersten Rundflug um den Horst gewagt hatte, was bedeutete, dass man nun unser "Sorgenkind" am folgenden Morgen wieder auf den Horst zurückbringen konnte.
Das Erlebnis hatte bei dem Jungstorch einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen: Die nächsten beiden Wochen machte er keinerlei Anstalten, seine Flügel zu gebrauchen, saß die meiste Zeit recht untätig – meist zusammen mit seinem Geschwister, den nun anscheinend auch die Faulheit gepackt hatte – im Nest herum. Jetzt endlich, Ende Juli, fliegen die beiden. Wünschen wir ihnen einen guten Start in ihr neues Leben.

2007: Im Ostracher Horst, der von zwei überwinternden Störchen besetzt ist, hat sich nichts verändert. Seit Ende März sitzten die Beiden abwechselnd auf einem Gelege.

Juni: Anfang Mai pellten sich die ersten Jungen im Ostracher Nest aus den Eiern und am 5. Mai wurden vom nahen Kirchturm aus schließlich insgesamt vier Junge gezählt. Die beiden Kleinsten überlebten ihre ersten Lebenswochen allerdings nicht, sie starben zwischen dem 10. und 20. Mai. Wenig später – verursacht durch die nasskalten Pfingsttage – teilten die beiden Älteren ihr Schicksal. Das fröhliche "Storchenbrunch" des Gasthofs Hirsch wird dieses Jahr wohl ausfallen.

2006: In Ostrach bleibt alles beim Alten. Die in Ostrach überwinternden Störche brüten ähnlich wie im letzten Jahr seit Anfang April auf dem Horst des Gasthof-Daches.

Juni: Fünf Küken konnten dieses Jahr in Ostrach vom Kirchturm aus gezählt werden. Zuviel für die Ostracher Eltern: Nach und nach starben insgesamt drei der kleinen Störche. Zwei haben jedoch ihre kritische Zeit überstanden und bekamen am 9. Juni ihren individuellen Ring ans rechte Bein, der sie in Spanien oder wo immer man sie einmal entdecken wird als echte Ostracher ausweist.

Die beiden Ostracher Nestlinge ließen sich ganz schön Zeit, ihr Nestlingsdasein zu beenden. Mitte Juli, also im Alter von fast 11 Wochen, wagten sie endlich den ersten Ausflug vom Horst und erkunden seitdem die Wiesen im Pfrunger-Burgweiler Ried. Ihre Eltern werden wieder den Winter in Ostrach verbringen. Für den Nachwuchs heißt es aber bald, Abschied zu nehmen und auf große Reise zu gehen.

2005: Die Ostracher Störche haben wie immer den Winter gut in Ostrach überstanden, wo sie in dieser Jahreszeit gefüttert werden. Seit Anfang April brüteten sie.

Juni: Vom Kirchturm aus, der die beste Nesteinsicht bietet, konnten am 9. Mai vier Storchenküken im Nest auf dem Gasthof Hirsch gezählt werden. Mitte Mai starb allerdings das Nesthäkchen. Die übrigen drei, nach der Wägung recht gut im Futter, bekamen ihren individuellen Ring am Abend des 7. Juni. Beim Storchen-Brunch, das der Verein Storchenfreunde Ostrachtal zusammen mit dem Gasthof Hirsch traditionellerweise im Sommer abhält, wird das Trio sicherlich von hoher Warte den Gästen auf die Teller sehen.

August: Das Storchen-Brunch war wieder ein voller Erfolg. Zahlreiche Storchenfreunde schlemmten was das Zeug hielt und die Störche hielten wie bestellt eine Extra-Schau ab, denn es waren wieder einmal ein paar Fremdstörche da, so dass es ein eifriges Geklapper als Zugabe zur Musik der ortsansässigen Kapelle gab.
Seit 11. Juli sind die Ostracher Jungstörche tagsüber auf den umliegenden Wiesen beim Würmer- und Mäusefang zu beobachten, dieser Tage werden sie jedoch das Pfrunger-Burgweiler-Ried verlassen, um sich mal Frankreich und Spanien anzusehen.

2004: Nach den heftigen überstandenen Horstkämpfen im letzten Spätsommer behaupten die angestammten Ostracher Störche dieses Frühjahr wieder ihr Nest auf dem Gasthaus Hirsch. Das fiel ihnen auch nicht schwer, da sie ja wie in den Jahren zuvor den ganzen Winter über in Ostrach blieben und so als erste vor Ort waren.
Ende März wurde mit der Brut begonnen.
4 Storchenküken schlüpften Anfang Mai, eines der vier – das Nesthäkchen, evtl. aber auch das zweitjüngste – starb in der Kaltwetter-Periode in der ersten Maihälfte. Die anderen drei sind aber wohlauf und sollen Anfang Juni beringt werden.

Juli: Am 3. Juni erhielten die drei Ostracher Jungstörche ihre Ringe. Bei der anschließenden Gewichtsbestimmung erwiesen sich besonders die beiden ältesten als außerordentlich kräftig. Sie werden vor ihrem ersten Ausflug von ihren Eltern sicherlich noch etwas auf Diät gesetzt, damit ihnen der Start in die Lüfte gut gelingt. Vermutlich wird man sie schon bald auf den Wiesen um Ostrach sehen.
Am Ortsausgang von Ostrach Richtung Denkingen hat sich auf einer abgesägten Pappel beim Halder-Hof übrigens diesen Sommer ein weiteres Storchenpaar niedergelassen (beide unberingt). Die beiden sind etwas unstet, möglicherweise gab es auch Partnerwechsel, zu einer Brut kam es jedenfalls nicht. Es bleibt abzuwarten, ob der im Anflug etwas ungünstig liegende Horst im nächsten Jahr wiederbesetzt wird und ob es zu Konkurrenzkämpfen mit den angestammten Ostrachern kommt. Es ist durchaus möglich, dass es sich bei dem zuerst am Halder-Hof erschienenen Unberingten um denselben Storch handelt, der letzten Spätsommer kurz nach Ausflug der Jungen das Nest auf dem Gasthof Hirsch in Beschlag nahm und sich erst nach heftigen Horstkämpfen vertreiben ließ.
Ein weiterer Hinweis: Der Verein Storchenfreunde Ostrachtal eV. veranstaltet am 18. Juli im Gasthof Hirsch wieder sein traditionelles "Storchen-Brunch".

2003: Die Ostracher Störche verzichteten wie letzten Winter auf die anstrengende Reise in den Süden und ließen sich stattdessen in Ostrach durchfüttern.
Wie die Eimühler Störche schritten die Ostracher dieses Jahr etwas später zur Brut. Ob sie sich wohl mit den Eimühlern abgesprochen haben? Im letzten Jahr waren sie die ersten Störche, die in Oberschwaben mit der Brut begannen, dieses Jahr waren sie fast zwei Wochen später dran (Ende März).
Ende April schlüpften in Ostrach vier Junge, von denen allerdings eines – wohl bei den Eisheiligen – ums Leben kam. Die Beringung fand zusammen mit den Eimühler Jungstörchen am 4. Juni statt.
Am 12. Juli wurden die ersten beiden Jungstörche flügge, einen Tag später machte auch das letzte Junge seinen ersten Ausflug vom Nest.

Am gleichen Tag noch erschienen in Ostrach zwei Fremdstörche (ein unberingter Storch und das Saulgauer Männchen), von denen besonders der unberingte recht aggressiv den Horst zu erobern versuchte. Sobald die Jungen das Nest verlassen hatten, besetzte er den Horst, plusterte sich mächtig auf und ließ weder die Jungen noch das Ostracher Männchen, das immer wieder einen Versuch startete, auf den Horst. Die Kämpfe waren so heftig, dass sich beide Altstörche kleine, blutende Verletzungen am Flügel zuzogen, und sie endeten ab und zu in einer wilden Jagd durch Ostrachs Straßen. Schließlich kam jedoch auch das Ostracher Weibchen zurück und half seinem Gatten, und gemeinsam hatten sie dann auch keine Probleme, den frechen Eindringling zu verjagen.
Nach Auskunft von Herrn Hemberle treibt sich der unberingte Störer schon eine ganze Weile im Ostrachtal herum und sorgte in den Wochen zuvor auch an der Eimühle immer wieder für Aufruhr.


2002: Storchpaar dasselbe wie im letzten Jahr. Die Tiere haben in Ostrach überwintert und werden dort gefüttert:
1997 geboren in CH-Altreu (SO), 1997 geboren in Goldscheuer (OG).
Die Störche in Ostrach haben schon sehr früh mit der Brut begonnen (am 19. März).
Von 3 geschlüpften Jungen haben 2 überlebt.
Sie sind jetzt (Mitte Juli 2002) ca. 11 Wochen alt und bereits flügge.

 

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