Die Störche Oberschwabens


Ursendorf



Ursendorf
Foto: Ute Reinhard 2016.

2016: Neubesiedlung in Ursendorf.
Dieses Frühjahr bauten Störche erstmals einen Horst in Hohentengen-Ursendorf im Krebsbachtal, einem Seitentälchen des Ostrachtals, zwischen den besiedelten Horsten in Ostrach-Einhart und Hohentengen-Ölkofen. Es waren zwei zweijährige Störche aus Menningen (bei Meßkirch) und Deisendorf (Bodenseekreis), als Nistunterlage suchten sie sich einen Niederspannungsmast aus. So richtig ernst meinten sie es in ihrem jugendlichen Alter aber denn doch nicht, denn sie benahmen sich recht unstet, waren mal da und mal nicht und verschwanden schließlich am 8. April endgültig.
Im Mai erschienen dann aber wieder Störche im Ort und begutachteten den begonnenen Nestbau. Die Anwohner gingen davon aus, das Paar vom April sei zurückgekommen. Aber es waren andere (was wir nur wissen, weil die meisten der Adebare in Baden-Württemberg seit Jahrzehnten im Kindheitsalter von uns beringt werden). Einer dieser neu angekommenen Störche – sehr wahrscheinlich das Weibchen – war nämlich unberingt, der Partner konnte aufgrund der Ring-Kennzeichnung als zweijähriger, gebürtiger Ostracher identifiziert werden.
Dieses Paar schritt aber nun wirklich zur Tat und legte tatsächlich Eier ins Nest. Sie waren ganz schön spät dran, viele Junge durften es nicht mehr werden, sonst würden es diese nicht rechtzeitig bis zum Ausflug schaffen. Nach sorgfältiger Bebrütung schlüpfte um den 20. Juni dann ein einzelner kleiner Storch, ein zweites, vermutlich unbefruchtetes Ei wurde irgendwann an den Nestrand geschoben und schließlich hinausgeworfen.

Der kleine Storch wächst nun und gedeiht, Mitte Juli ging es ihm noch gut. Mittlerweile ist er fast vier Wochen alt. Er ist der absolute Nachzügler unter den oberschwäbischen Störchen und wird, wenn weiterhin alles gutgeht, voraussichtlich in den ersten Augusttagen beringt werden. Er braucht dann allerdings noch einige Wochen, um flügge zu werden, d.h. mit den Jungstorchtrupps wird er nicht ziehen können. Wir machen uns aber deshalb keine Sorgen, denn gewöhnlich bleibt in solchen Fällen mindestens einer der Elternstörche solange da, bis der Nachwuchs ausreichend gut fliegen kann, um ihn dann auf die Reise in den Süden mitzunehmen.


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