Die Störche Oberschwabens


Großtissen



2016: In Großtissen bei Bad Saulgau hatte sich letztes Jahr erstmals ein Storchenpaar niedergelassen, jedoch nicht gebrütet. Das Nest bauten sie auf einem Stromdachständer, schon wegen des jährlich zunehmenden Gewichts kein geeigneter Platz für einen Storchenhorst. Nach Abzug der Störche beseitigte man daher das Nest und errichtete auf dem Nachbardach einen Ersatzhorst.
So weit, so gut.
Am 14. März erschien dann das Storchenmännchen vom letzten Jahr, ein Vierjähriger, gebürtig in Ölkofen, und ließ sich tatsächlich auf dem Ersatzhorst nieder. Nach ein paar Tagen überlegte er es sich jedoch anders und siedelte plötzlich wieder auf den Stromdachträger um, wo er sogleich Äste auflegte und auch sehr schnell ein veritables Nest zusammen hatte. Tja, Umsiedlungsversuch mangels wirksamem Abweiser auf dem Dachständer also erstmal gescheitert.
Gesellschaft bekam der Storchenmann am 20. März. Es war aber nicht seine letztjährige Partnerin (damals eine Schweizerin), sondern eine Oberschwäbin aus Esenhausen, im selben Alter wie er, die im Jahr zuvor auf dem Leuze-Verlag in Bad Saulgau residiert hatte. Man verstand sich ziemlich schnell, und so lagen am 1. April bereits die ersten Eier im Nest. Mitte Mai - die Eisheiligen waren fast vorbei - fütterte einer der Altstörche zwei Junge, die hoffentlich immer noch putzmunter sind.

Juli: Der Großtissener Storchennachwuchs hat tatsächlich alle Wetterkapriolen schadlos überstanden. Beide Jungstörche konnten am 14. Juni im Alter von sechs Wochen beringt werden, erwiesen sich dabei zwar als leicht untergewichtig, waren aber ansonsten wohlauf. Sie trainieren inzwischen fleißig ihre Flugmuskulatur, die Luftsprünge über dem Nest werden immer höher. Es wird ja auch langsam Zeit für den ersten Ausflug, denn schon in einem Monat sammeln sich die Jungstorch-Trupps, um bald darauf gemeinsam die Reise in den Süden anzutreten.

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