Die Störche Oberschwabens



Esenhausen

 


Esenhausen
Man döst so vor sich hin. Esenhausen 27.06.2014. Foto: Georg Steinhauser.

2016: Diese Jahr hat er mal wieder eine Neue!
Eine Störchin, die letztes Jahr in Hochberg brütete und auch dort überwinterte, zog von Hochberg nach Esenhausen um. Offensichtlich gefiel ihr nicht der Ersatzhorst, der den Störchen in Hochberg aufgrund der Kirchenrenovierung auf einem anderen Gebäude angeboten wurde. Die ursprünglich aus Bad Saulgau stammende Störchin brütet nun seit Anfang April auf dem Esenhausener Nest. Die ersten Jungen dürften sich mittlerweile aus den Eierschalen gepellt haben.

Juli: Um den 6. Mai schlüpften die ersten kleinen Störche in Esenhausen. Insgesamt wurden es drei, vielleicht waren es anfangs sogar vier. Die drei Jungen kamen einigermaßen schadlos durch die Eisheiligen und auch die nachfolgenden Schlechtwetter-Perioden und zeigten sich bei der Beringung im Alter von sechs Wochen verhältnismäßig wohlgenährt.

Zur Zeit wird fleißig geübt, die Luftsprünge auf dem Nest werden langsam höher, und es wird nicht mehr lange dauern bis sich der erste vom Nest wagt und sich den Lüften anvertraut.

2015: Ja, ja, die angebliche Treue der Störche!
Als am 5. März die Horste in Hasenweiler, Zußdorf und Esenhausen kontrolliert wurden, wurde doch tatsächlich die Esenhausener Störchin (im Jahr 2014 von Hasenweiler nach Esenhausen umgezogen) bei der Begattung durch den Zußdorfer Storch auf dem Zußdorfer Horst ertappt! Eine halbe Stunde später kam sie, als wenn nichts gewesen wäre, zu ihrem Esenhausener Männchen geflogen, wo man sich ebenfalls sogleich vergnügte. Es war aber wohl nur ein kleines Techtelmechtel mit dem Zußdorfer, denn zur Brut entschied sich die Störchin für den Esenhausener Horst, wo sie letztes Jahr immerhin vier Junge durchbrachte. Seit Ende März sitzen die beiden Esenhausener Störche gewissenhaft abwechselnd auf einem Gelege, mit den ersten kleinen Störchlein ist Ende April zu rechnen.

Drei kleine Störchlein pellten sich in Esenhausen aus den Eierschalen. Alle drei haben überlebt und ihre kritische Nestlingszeit überstanden. Am 9. Juni erhielten sie mit Hilfe der Wilhelmsdorfer Feuerwehr ihren Personalausweis, den Kennzeichnungsring, und wurden für gesund und munter und einigermaßen gut im Futter befunden.

2014: Zwischen Esenhausen und dem benachbarten Hasenweiler hat es einen Partnertausch gegeben. Das letztjährige Hasenweiler Weibchen versucht es nach dem letztjährigen Misserfolg diese Saison einmal in Esenhausen, dafür zog die wesentlich später ankommende Esenhausener Brutstörchin im Frühjahr nach Hasenweiler. Das Männchen in Esenhausen ist jedoch dasselbe wie im letzten Jahr. Ähnlich wie im Jahr zuvor wurde der Horst in den ersten Märztagen besetzt. Mit der Eiablage begann man allerdings ein paar Tage früher, und so werden sich schon Ende April die ersten kleinen Störchlein im Esenhausener Nest tummeln. Hoffentlich meint es diesmal Petrus gut mit ihnen.

Ende Juni: Petrus hatte wirklich ein Einsehen, und so wurden die vier kleinen Störche, die Ende April und Anfang Mai im Esenhausener Horst schlüpften, allesamt groß. Es freute auch die Wilhelmsdorfer Feuerwehr, dass dieses Jahr zur Beringungszeit keine toten Störche aus den Nestern Esenhausen, Hasenweiler und Zußdorf geholt werden mussten, sondern alle Störchlein, auch wenn sie sich vorsichtshalber bei der Beringung tot stellten, quicklebendig waren.

Esenhausen
Foto: G. Steinhauser 2013

2013: Wo ist unser Esenhausener Brutstorch abgeblieben? Der Salemer erschien dieses Frühjahr nicht an seinem Horst, jedenfalls wurde er nicht dort gesichtet, und es wurde auch kein Kampf beobachtet.
Seinen Platz nimmt jetzt ein noch junger Storch ein, der ebenfalls aus der Gegend um Salem stammt. Er schlüpfte im Jahr 2010 in Grasbeuren aus dem Ei und brütete bereits im Alter von zwei Jahren im letzten Jahr nicht weit entfernt, nämlich in Illmensee. Anscheinend fehlte es ihm aber doch noch etwas an Übung, denn aus dem Gelege war nichts geschlüpft.
Der Grasbeurener erschien zusammen mit dem Esenhausener Weibchen am 3. März und brütet mit der Storchendame nun seit den letzten Märztagen.  Mal sehen, ob er es jetzt besser kann.

Juni: Es gab keinen Zweifel: Das Gelege war dieses Mal befruchtet, denn es schlüpften Anfang Mai vier kleine Flaumknäuel aus den Eiern. Gute drei Wochen hielten die kleinen Störche tapfer durch, dann kam der nicht mehr enden wollende große Regen mit eisigen Temperaturen, vor denen die Eltern sie nicht mehr genügend schützen konnten. Am 1. Juni waren alle tot. Am 4. Juni wurden sie wie auch alle Jungen der benachbarten Horste in Zußdorf und in Hasenweiler aus dem Nest geholt: Insgesamt elf tote Jungstörche, eine traurige Bilanz, keiner hatte hier den Dauerregen überlebt.

2012: Wie immer sehr früh, schon am 15. Februar, kam das seit Jahren in Esenhausen brütende Storchenmännchen an seinem Brutort an und bezog seinen letztjährigen Horst auf dem Niederspannungsmast im Ortskern. Seine Angetraute ließ mal wieder auf sich warten. Er vergnügte sich diesmal in der Zwischenzeit aber nicht andernorts, sondern bekam auf seinem eigenen Horst Gesellschaft von einer unberingten Dame. Pünktlich Mitte März kam die Esenhausener Störchin aber aus ihrem Winterquartier zurück und war gar nicht erfreut ob dieser trauten Zweisamkeit. Vehement griff sie die fremde Störchin an und hatte noch Kraft genug, sie vom Horst zu drängen. Die Unberingte musste das Feld räumen und das Weite suchen. Horst und Gatte gehörten wieder der gebürtigen Zußdorferin.
In den letzten Märztagen wurde das erste Ei gelegt, und nun sitzen sie pflichtbewusst abwechselnd im Nest und brüten. Mal sehen, wieviele Junge dieses Jahr schlüpfen werden.

Anfang Juni: Die Beobachtung der Esenhausener Jungschar gestaltete sich dieses Frühjahr äußerst schwierig. Wie übrigens viele andere Storchennester auch, so war das Esenhausener Nest wegen des oft ziemlich windigen Wetters seitlich hoch gebaut worden und die Nestkuhle deshalb kaum einsehbar. Erst zwei Wochen nach deren Schlupf wurden schließlich drei Jungstörche im Esenhausener Horst festgestellt. Bisher sind alle drei putzmunter.

August: Später stellte sich doch tatsächlich heraus: Vier Junge waren im Esenhausener Horst geschlüpft. Denn Mitte Mai wurde vom Besitzer des Grundstücks ein kleiner Storch tot unterhalb des Horstes gefunden, und im Nest tummelten sich bis Anfang Juni noch drei. Bei den starken Regengüssen Anfang Juni musste dann aber ein weiterer Jungstorch sein Leben lassen, und so konnten am 11. Juni nur noch die zwei Ältesten beringt werden. Diese beiden schafften es aber bis zu ihrem ersten Ausflug  und werden bald dem schönen Oberschwaben den Rücken kehren. Denn die Ferne (und die spanische Müllkippe?) lockt. 

Foto: Pia Wilhelm 2011

2011:
Schon am Wochenende des 12./13. Februar erschien der Esenhausener Brutstorch an seinem Horst unterhalb der Metzgerei Strobel. Irgendetwas passte ihm jedoch nicht, war ihm doch letztes Jahr hier seine gesamte Jungenschar ganz plötzlich weggestorben. Er verhielt sich ziemlich unstet, kam mal vorbei, war wieder weg und tauchte schließlich Anfang März in Königseggwald auf, wo er sich ein paar Tage bis 11. März mit der dortigen Dame einen schönen Lenz machte. Schließlich wurde er jedoch von dort vertrieben, vermutlich bei einem Kampf am 11. März.
Er zog jedoch nicht auf seinen alten Horst unterhalb von Strobels zurück, sondern bezog ein schon vor Jahren einmal angefangenes Nest auf einem Niederspannungsmast im Zentrum von Esenhausen, selbst die zwischenzeitliche Säuberung und Sanierung seines alten Horstes durch Mitarbeiter des Naturschutzzentrums des Schwäbischen Heimatbundes konnten ihn nicht mehr umstimmen. Mitte März gesellte sich seine Angetraute zu ihm, die Störchin aus Zußdorf, und gemeinsam bauten sie den Horst auf dem Mast aus. Die isolierenden Lappen und Schläuche, vor Jahren bei der damaligen kurzzeitigen Bebauung des Mastes von der EnBW angebracht, waren inzwischen an einigen Kabeln verrutscht und wurden noch in den letzten Märztagen kurz vor Beginn der Brut wieder richtig plaziert. Seit Anfang April sieht man nun die beiden Esenhausener geduldig auf ihren Eiern sitzen. Hoffen wir, dass es diesmal klappt.

Juni: Bisher scheint die Jungenaufzucht im Esenhausener Horst tatsächlich zu gelingen. Zwar ist von den drei anfang Mai geschlüpften Jungstörchen eines gestorben, aber die beiden anderen halten gut durch und sollen am Abend des 14. Juni beringt werden.

Anfang August: Das schöne Wetter mit den oft guten Aufwinden ist der Versorgung des Esenhausener Nachwuchses sehr förderlich gewesen. Die Eltern konnten Futter auch aus weiter entfernten Nahrungsgründen holen, und die Jungen gediehen prächtig. Bei der Beringung zeigten sie ein für ihr Alter optimales Gewicht. Im Juli wurden die beiden flügge, und jetzt wird es nicht mehr lange dauern bis sie dem Rotachtal den Rücken kehren und sich auf ihren ersten Zug begeben.

2010: Fast 10 Tage früher als 2009 erschien dieses Jahr der Horstinhaber von Esenhausen, nämlich schon am 18. Februar. Er musste dann allerdings doch sehr lange auf Gesellschaft warten, nämlich bis zum 24. März – und dann spielte sich Ähnliches ab wie im vorigen Jahr:
Eine unberingte Störchin gesellte sich zu ihm und vermählte sich auch mit ihm, es war nicht die Horstinhaberin. Die traute Zweisamkeit der beiden währte nicht lange, denn schon wenige Tage später erschien die Esenhausenerin und jagte die Neue (oder war es die gleiche Unberingte wie letztes Jahr?) vom Nest. Jetzt tut man wieder so, als ob nichts gewesen wäre, zwei Wochen nach Ankunft der vertrauten Gattin wurde bereits mit der Brut begonnen.

Juni: Um den 10. Mai schlüpften die ersten Storchenjungen in Esenhausen, insgesamt wurden es vier. Regen und Kälte bis zum 19. Mai überstanden sie zwar, aber ein bis zwei Tage später waren alle Jungen tot. Was war passiert? Es wird vermutet, dass alle Jungen an einer Schimmelpilz-Infektion umgekommen sind, die vor allem geschwächte Junge im Alter von ein bis zwei Wochen befällt und meistens den Tod aller Jungen eines Horstes zur Folge hat. Befallen wird die Lunge der Vögel. Zwei tote Junge wurden von Frau Ott (die Zimmerei Ott ist unmittelbar benachbart) aufgesammelt und konnten so in die Tierärztliche Untersuchungsanstalt nach Aulendorf gebracht werden. Der Untersuchungsbefund steht noch aus. Dasselbe ist übrigens fast zeitgleich in Riedhausen und in Illmensee geschehen. Auch diese toten Jungstörche werden derzeit untersucht. Das nasskalte Wetter ist mit ziemlicher Sicherheit nicht für den Tod der Störche verantwortlich (obwohl es durch Schwächung der Küken und Förderung der Pilze durch Feuchtigkeit natürlich zum Befall beigetragen hat), denn in benachbarten Horsten (z.B. Hasenweiler, Zußdorf, Fleischwangen) überstanden sämtliche Jungen die üble Witterung. Außerdem sterben die Jungen bei Schwächung durch Nässe und Nahrungsmangel nach und nach (zuerst das Kleinste) und nicht so plötzlich wie es jetzt in Esenhausen und Riedhausen der Fall war.

Juli: Die Untersuchung hat keinen Hinweis auf eine Infektion mit Schimmelpilzen ergeben. Vielmehr spricht der Befund für Unterernährung und eine chronische Unterkühlung als Todesursache. Der Magen war prall mit Pflanzenfasern gefüllt, weshalb eine Futteraufnahme auch nach der Kälteperiode trotz besseren Nahrungsangebots schwierig blieb. Konsequenz kann nur das Verbessern der Nahrungsgebiete in unmittelbarer Horstnähe sein, damit die Eltern auch bei Schlechtwetter ihre Jungen mit Futter versorgen können.

2009: Dieses Frühjahr war die Sache für den Storchenmann A4500 von Anfang an klar. Er würde wieder auf dem Pfahlhorst in Esenhausen brüten, wo er letztes Jahr immerhin erfolgreich drei Junge großgezogen hatte. Am 27. Februar erschien er in Esenhausen zusammen mit einer Storchendame, die jedoch offensichtich nicht seine Gattin vom letzten Jahr war, denn sie trug keinen Ring. Zwischen Mitte und Ende März (das genaue Datum ist nicht bekannt, denn von den Anwohnern wurde kein Kampf beobachtet) kam die letztjährige Angetraute, eine in Zußdorf gebürtige Störchin, jedoch aus dem Süden zurück und vertrieb kurzerhand die Unberingte. Jetzt tut man so, als ob nix gewesen wäre, und brütet seit Anfang April.
Anfang Mai schlüpften die Jungen in Esenhausen. Drei konnten gezählt werden. Zwei der Kleinen haben jedoch ihre ersten Lebenstage nicht überstanden. Die Nahrungsgebiete im Rotachtal sind auch nicht gerade die besten, da der Ackerbau immer mehr zunimmt, und schlecht genährt lassen sich Unwetter nur schlecht überstehen. Ein Junges ist aber noch im Horst und wird – da es jetzt die ganze Fürsorge der Eltern für sich allein beanspruchen kann – auch ziemlich sicher durchkommen.

Juli: Am 9. Juni erhielt der Esenhausener Jungstorch seinen Personalausweis ans linke Bein, den schwarzen ELSA-Ring mit der weißen Nummer. Im Zuge dieser Aktion, bei der die Feuerwehr wieder tatkräftig mithalf, wurde im Horst dann auch noch ein weiteres Ei entdeckt, das vermutlich nicht befruchtet war. Dem Einzelstorch geht es prima, gut genährt ist er schon so groß wie seine Eltern und kaum noch von diesen zu unterscheiden.  Am 15. Juli war es dann soweit. Erstmals schwang er sich in die Lüfte, verließ den sicheren Horst und gesellte sich zu seinen Eltern auf die Wiese, um dort selbst nach Würmern, Heuschrecken und Mäusen zu suchen. Denn Futter zu finden muss erstmal gelernt sein. Bis zum Wegzug im August hat er ja noch etwas Zeit, so dass er auch seinen Flugkünste noch den letzten Schliff geben kann.

2008: Man ist sie ja langsam schon gewöhnt, die Turbulenzen bei den Störchen rund ums Pfrunger-Burgweiler Ried. Wobei es in diesem Frühjahr in Esenhausen besonders hoch herging.
Ende Februar erschien auf dem Nest unterhalb der Metzgerei Strobel der erste Storch. Es war das Weibchen A3791, das im letzten Jahr in Zußdorf gebrütet hatte und auch vor vier Jahren dort geboren wurde. Wahrscheinlich war sie dieses Frühjahr in Zußdorf von der ehemaligen Zußdorfer Brutstörchin vertrieben worden, die letztes Jahr nach Esenhausen umgezogen war und nun nach dem letztjährigen Desaster in Esenhausen wieder auf den Zußdorfer Horst zurückkehrte.
Das Männchen A4500, das dann Anfang März auf der Bildfläche erschien, hatte zuvor schon versucht, in Hasenweiler Fuß zu fassen, war dann aber vom angestammten Hasenweiler Brutstorch wie schon im letzten Jahr von dort vertrieben worden. Bei A4500 handelt es sich um selbigen Storch, der schon 2007 seine Runde in den Horsten südlich des Rieds gemacht hatte und es zuerst in Wilhelmsdorf und dann in Hasenweiler versuchte und schließlich in Zogenweiler landete, wo er dann endlich brüten konnte.
Damit jedoch nicht genug der Verwirrungen: Es erschien noch ein dritter Storch in Esenhausen, ein Schweizer, der sich auf dem Mastnest an der Straße nach Wilhelmsdorf (der von den letztjährigen Esenhausener Störchen errichteten "Zweitwohnung") niederließ. Das Weibchen A3791 wusste nun zuerst nicht so recht, welchen Horst oder welches Männchen sie attraktiver finden sollte und wechselte des öfteren zwischen den Horsten und Partnern hin und her. Schließlich entschied sie sich jedoch für den Horst unterhalb Strobels, während bald darauf noch eine zweite Störchin erschien, nämlich die letztjährige Illmenseer (vormalig Wilhelmsdorfer) Störchin mit dem spanischen Ring (siehe die spannenden Begebenheiten um Wilhelmsdorf 2007). Diese gesellte sich zu dem Schweizer, um dann nach wenigen Tagen mit diesem zu einer Stippvisite nach Wilhelmsdorf abzuziehen, wo sie allerdings nicht geblieben und seitdem spurlos verschwunden sind.
Das Paar auf dem Pfahlnest unterhalb Strobels hat sich inzwischen häuslich eingerichtet und brütet seit Anfang April. Es scheint erstmal Ruhe in Esenhausen eingekehrt zu sein.


Juni: Anfang Mai schlüpften im Esenhausener Pfahlnest insgesamt  fünf Junge, für die Esenhausener Storcheneltern, die nicht gerade die besten Nahrungsgebiete vor der Haustür haben, kein leichtes Los. Zwei der Kleinen überstanden dann auch ihre ersten Lebenswochen nicht. Ende Mai wurde einer der Jungstörche tot unterhalb des Nestes gefunden, ein zweiter starb am 4. Juni. Auch von den verbliebenen drei Jungen war bei der Beringung am 9. Juni eines mit einem Gewicht von etwas unter 2 kg deutlich unterernährt. Hoffen wir, dass es das Wetter in nächster Zeit den Eltern erlaubt, mit guten Aufwinden das etwas weiter entfernte, nahrungsreichere Pfrunger-Burgweiler-Ried zur Nahrungssuche zu nutzen, damit er die nächsten Wochen gut übersteht.

Juli: Alle drei Esenhausener Jungen haben ihre kritische Zeit gut überstanden. Mit ihrem ersten Ausflug vom Nest ließen sie sich aber reichlich Zeit. Das war auch gut so, denn eine seit diesem Jahr vor ihrem Horst vorbeiführende Leitung konnte leider nicht rechtzeitig vor ihrem Ausflug in die Erde verlegt werden und stellt eine erhebliche Gefahr für die Jungstörche dar, insbesondere, wenn diese noch recht unsicher fliegend den Horst Richtung Nahrungsgebiet verlassen. Seit 20. Juli sind die Jungen flügge und bisher ist zum Glück alles gut gegangen. Hoffen wir, dass sich auch in den nächsten Tagen keiner der Jungstörche am Leitungsseil verletzt, denn der Zeitpunkt ihres Abzugs gen Süden ist ja nicht mehr fern.

Esenhausen

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Foto: Georg Steinhauser 2008

 

2007: In Esenhausen gab es wie dieses Jahr in vielen anderen oberschwäbischen Nestern einen Wechsel des Weibchens. Die Zußdorfer Störchin, die letztes Jahr ihr Männchen und ihre Jungen verlor, entschloss sich, den Ort ihrer schlechten Erfahrungen zu verlassen und nach dem benachbarten Esenhausen umzuziehen.
Sie verpaarte sich dort mit dem letztjährigen Esenhausener Männchen, das wie sie schon Anfang März erschien. Seit Anfang April kümmert man sich gemeinsam um ein Gelege.

Juni: Die Esenhausener Jungstörche – drei an der Zahl – schlüpften in den ersten Maitagen. Das Nesthäkchen überlebte gerade mal zwei Wochen und wurde dann tot aus dem Nest geworfen, ein Zeichen, dass die Nahrungsgebiete für die Weißstörche in Esenhausen sehr zu wünschen übrig lassen. Auch die übrigen beiden kamen nicht durch. Sie fielen dem nasskalten, stürmischen Pfingstwetter zum Opfer.
Die Altstörche beschäftigen sich nun – wie viele ihrer nun ebenfalls "arbeitslosen" Artgenossen – mit dem Bau eines alternativen Horstes in der Ortsmitte auf einem Mast direkt an der Hauptstraße. Der Lärm einer Baustelle an ihrem bisherigen Nistort trägt möglicherweise derzeit zum Verlust seiner Attraktivität bei.

2006: Die Gegend um Wilhelmsdorf südlich des Pfrunger-Burgweiler Rieds scheint Störche in letzter Zeit magisch anzuziehen. Nach den Neubesiedlungen von zuerst Zußdorf und dann im letzten Jahr Hasenweiler erwählten sich dieses Jahr Störche einen Niederspannungsmast in Esenhausen zu ihrem Domizil. Das Männchen ist ein Schweizer, das Weibchen ist unberingt. Die Beiden scheinen oft recht nervös, zischen, klappern und pumpen mit den Flügeln, wenn Artgenossen selbst in großer Höhe über ihren Horst Richtung Pfrunger-Burgweiler Ried dahinziehen; ob sie daher mit ihrer Wahl glücklich werden? Für eine Aufbesserung der Nahrungsgebiete bei Esenhausen soll jedenfalls gesorgt werden.

Ende April schritten die Esenhausener Störche zur Tat und fingen an zu brüten. Ende Mai schlüpften die ersten Jungen, es sind jetzt insgesamt drei an der Zahl. Sehr gut beobachten kann man die Esenhausener Storchenfamilie von Haus und Garten der Landmetzgerei Strobel, weshalb die kleinen Störche Anfang Juni auch schon zu Fernsehstars wurden.

Das Nesthäkchen im Esenhausener Horst hat seine Nestlingszeit leider nicht überlebt. Es starb im Alter von ca. 3 Wochen vermutlich an Nahrungsmangel und wurde aus dem Nest geworfen. Den beiden anderen geht es jedoch gut. Sie konnten als letzte der diesjährigen oberschwäbischen Jungstörche am 5. Juli beringt werden; das freudige Ereignis wurde mit einem Imbiss und Umtrunk, spendiert von der Metzgerei Strobel im Garten der Strobels gefeiert.

Am Sonntag, den 6. August wagten sich die Beiden dann erstmals vom Nest und erkundeten die Umgebung. Noch werden sie von den Eltern gefüttert, doch sollten sie jetzt schnell lernen, sich selbst zu versorgen, denn bis zum Wegzug in den Süden bleibt ihnen nicht mehr viel Zeit.


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