Die Störche Oberschwabens



Markdorf Hepbacher-Leimbacher Ried

 


2017: Dieselben Paare wie 2016, zwei Junge (Beringung beim Paar auf der Pappel).

Markdorf_Mast

2016: Unsere Störche auf dem Hochspannungsmast – es sind die altbekannten Hepbach-Leimbacher-Ried-Störche – brachten Ende April insgesamt drei kleine Störche zur Welt. Das Nesthäkchen fiel den Eisheiligen zum Opfer, die beiden älteren Geschwistern waren bei der letzten Nestbeobachtung durch Frau Brzoska am 22. Mai noch putzmunter und bleiben es hoffentlich weiterhin.

Markdorf
3 Jungstörche. Ute Reinhard 2016.

Auch das Pappel-Nest, auf dem die Alteingesessenen früher brüteten, ist dieses Jahr wieder besetzt. Und zwar wurde es von den Schloss-Störchen eingenommen, die nach dem vielen Ärger mit Artgenossen im Zentrum Markdorfs hierher umgezogen sind. Die alten Hepbach-Leimbacher-Ried-Störche, sonst immer auf Vertreibung jeglicher Konkurrenz bedacht, dulden das Paar, das nun in der Abgeschiedenheit des Rieds erstmals von Artgenossen und Krähen weitgehend ungestört seine Jungen aufzieht. Sie haben sich auch gleich Großes vorgenommen, denn diesmal sind vier Junge im Nest (vielleicht waren es anfangs sogar fünf), die alle die Eisheiligen überlebt haben und von Frau Brzoska am 22. Mai noch vollzählig gesehen wurden.

Juli: Während im NSG Eisweiher und am Lettenhof alle Jungstörche infolge des schlechten Wetters starben, konnten im Hepbach-Leimbacher Ried insgesamt fünf Junge großgezogen werden. Die beiden älteren Jungstörche auf dem Hochspannungsmast kamen ohne Probleme über die Runden und dürften mittlerweile flügge sein. Auf der Pappel kamen drei Jungvögel durch, was dieses Jahr schon zu den Ausnahmefällen zählt. Die drei erwiesen sich  bei der Beringung – die trotz aller Widrigkeiten am 7. Juni doch noch bewerkstelligt werden konnte – sogar als ziemlich gut genährt. Der Umzug hat sich für die ehemaligen Schloss-Störche also gelohnt, auf das Schloss-Nest werden sie wohl nicht mehr zurückkehren.

2015: Die Hepbach-Leimbacher Störche haben wieder ihr letztjähriges Nest auf dem Hochspannungmast bezogen. Sie haben dort auch wirklich eine grandiose Aussicht über das gesamte Ried. Mit der Brut begannen sie wieder Ende März. Bei der letzten Kontrolle am 1. Mai waren bereits einige Küken geschlüpft.

Juli: Die Störche im Ried ließen es etwas gemächlicher angehen, es waren nur zwei Junge zu versorgen. Sie wuchsen problemlos und auch von den Menschen völlig unbehelligt auf, denn der Mast steht mitten im Ried, auch eine Beringung ist nicht möglich. Man müsste dazu eine beträchtliche Strecke durchs beweidete Ried laufen, wo ein unberechenbarer Stier seine Heckrinder-Herde bewacht. Und wer nicht gerade für den Beruf als Torero üben möchte, lässt die Angelegenheit doch lieber bleiben.

2014: Augenscheinlich fühlten sich die Hepbach-Leimbacher Störche letztes Jahr durch das Zuwachsen ihres Nestes doch erheblich behindert, denn sie bauten sich schon gegen Ende der letzten Saison ein anderes Nest auf einem Hochspannungsmast im Ried. Das Freischneiden des alten Nestes im Winter nützte nichts mehr, im Frühjahr bezogen sie ihren neuen Horst. Auch sie fingen früher als letztes Jahr mit dem Brutgeschäft an, in den letzten Märztagen saßen sie auf den ersten Eiern.

Juni: Drei kleine Störche schlüpften auf dem Hochspannungsmast im Ried aus den Eiern und wurden auch problemlos groß. Die EnBW erklärte sich bereit, bei der Beringung zu helfen und zu diesem Zweck den Mast zu besteigen. Das Ganze konnte dann aber doch nicht stattfinden, da der Mast mitten im Sumpf nur zu Fuß erreichbar ist, die Heckrinder-Herde im Sumpf jedoch von einem neuen und bisher unberechenbaren Stier angeführt wird. Storchenbeauftragte und Mitarbeiter der EnBW sind keine Toreros, einem Stierkampf mit ungewissem Ausgang wollten wir – man möge es uns nachsehen – lieber aus dem Wege gehen. Die drei Jungstörche des Hepbach-Leimbacher Rieds werden daher dieses Jahr notgedrungen ohne einen Kennzeichnungsring ausfliegen.

2013: Anfang April begannen die Hepbacher-Leimbacher Störche mit dem Brutgeschäft. Es sind dieselben Störche  wie in den Jahren zuvor: der mittlerweile zehnjährige Schweizer und die am Bodensee überwinternde gleichaltrige Dame aus Niederbayern.

Juni: Zwei kleine Störche erblickten im Ried das Licht der Welt. Es könnten anfangs auch drei gewesen sein (das Nest war dieses Jahr aufgrund der aufgewachsenen Äste nur sehr schlecht einsehbar). Dann kamen Ende Mai die sintflutartigen Regenfälle. Wie viele andere Jungstörche in Oberschwaben und in der Bodenseeregion überstanden die kleinen Störche sie nicht. Die Altstörche werden aber wohl dem Ried treu bleiben, denn es ist schon ein alteingesessenes Paar. Sie werden im nächsten Jahr wieder hier brüten und hoffentlich haben sie dann mehr Glück.

2012: Auch im Hepbacher-Leimbacher Ried brüten dieselben Störche wie in den Jahren zuvor. Ganz entgegen ihrer Tradition sind sie dieses Jahr damit allerdings etwas früher dran, so dass ihre Jungen etwa zeitgleich mit den Jungen am Eisweiher schlüpfen werden.

Mitte Juni: Irgendetwas schien mit dem Gelege der Riedstörche nicht zu stimmen. Denn zwei Küken schlüpften offensichtlich in großem zeitlichem Abstand. Entweder waren einige Eier nicht befruchtet gewesen oder die Ernährung auf der Müllkippe hat etwas damit zu tun (aufgenommenes Gift?). Der kleine war selbstverständlich von Anfang an bei der Fütterung im Nachteil, überlebte aber trotzdem einige Wochen bis die Schafskälte mit ihren nassen Tagen einsetzte. Bei der Beringung am 4. Juni saß dann nur noch der ältere der beiden auf dem Nest, von seinem jüngeren Geschwister fehlte jede Spur. Ob ihm wirklich nur die gelegentlichen Regengüsse oder eventuell auch gefressener Müll  zum Verhängnis wurden, kann nicht mehr geklärt werden.

August: Bei der letzten Kontrolle am 14. Juli war das Nest im Ried leer. Der Jungstorch war flügge geworden und von seinen Eltern unabhängig. Bald wird er, vermutlich zusammen mit den anderen Markdorfer Jungstörchen, die Reise in den Süden antreten.

2011: Im Hepbacher-Leimbacher Ried bleibt alles beim Alten, die Brutstörche sind dieselben wie in den Jahren zuvor. Sie beginnen immer etwas später mit der Brut als die Eisweiher-Störche, und so war es auch dieses Jahr. Als Brutbeginn wurden die letzten Märztage festgestellt.
Hoffen wir, dass sie seit letztem Jahr etwas dazugelernt haben und für die Jungenaufzucht die im Ried reichlich vorhandenen Nahrungsquellen nutzen anstatt der nicht mehr verfügbaren Müllkippe nachzutrauern.

Juni: Ende April/Anfang Mai schlüpften drei Junge im Horst des Hepbacher-Leimbacher Rieds. Bei einer Horstbeobachtung am 10. Mai wurde ich dann Zeuge des folgenden Geschehens: Einer der beiden älteren Jungstörche hatte eine lange, zerfledderte Schnur zur Hälfte verschluckt, die andere Hälfte hing ihm aus dem Schnabel. Als ihm klar wurde, dass er den Rest nicht mehr hinunterschlingen konnte, versuchte er, das Ding wieder herauszuwürgen, was ihm jedoch nicht gelang. Sein Vater stand daneben und nahm von dem Vorgang keinerlei Notiz. Ich versuchte verzweifelt, ein Unternehmen mit einer Hebebühne zu erreichen, ohne Erfolg. Schließlich fand ein Wechsel der Altstörche statt, und die Mutter bemerkte das Gewürge des Zöglings. Sie zog an der Schnur, bekam das im Magen verschwundene Ende jedoch beim ersten Versuch nur teilweise heraus. Nach einer geraumen Weile machte sie einen zweiten Versuch, und diesmal klappte es. Das Ende kam zum Vorschein, und sie warf die gesamte Schnur über den Nestrand, mir fiel ein Klotz vom Herzen.
Bei der Beringung am 9. Juni lebte dann nur noch ein einziger Jungstorch. Überall im Nest waren einzeln oder in ganzen Knäueln Haushaltsgummis verteilt, auch ein Einmachgummi war darunter. Als vermeintliche Regenwürmer waren sie von den Eltern auf der Umladestation der Müllkippe oder auf den umliegenden Erdbeerfeldern gesammelt worden. Der Jungstorch hatte als einziger der diesjährigen oberschwäbischen Jungstörche einen stark verschmutzten Schnabel, was auf häufige Regenwurmkost hinwies. Ob seine beiden Geschwister ob der schmalen Kost verhungert sind oder am Fressen von Gummiringen starben, kann nicht gesagt werden. Sie konnten im dichten Gestrüpp unterhalb des Horstes nicht gefunden werden und waren sicherlich auch schon längst vom Fuchs geholt worden. Die Gewöhnung der Störche an die benachbarte Müllkippe ist geradezu ein Jammer, denn mit dem Hepbacher-Leimbacher-Ried haben sie das beste Nahrungsgebiet direkt vor der Haustür. Sie müssten keine Regenwürmer und schon gar keinen Müll fressen, sondern bräuchten nur dieses Gebiet nutzen, um eine große Anzahl Jungstörche problemlos aufzuziehen.

Anfang August: Bei der letzten Beobachtung am 6. Juli war der Horst im Hepbacher-Leimbacher-Ried leer. Der Jungstorch war flügge geworden. Demnächst wird er seine Eltern verlassen, sich anderen Jungstörchen aus der Bodenseeregion anschließen und seine erste Reise in den Süden antreten.

2010: Im Hepbacher-Leimbacher Ried hat sich wie am Eisweiher in der "Personalbesetzung" nichts geändert. Wie im vorigen Jahr lassen sich der Schweizer und die Bayerin etwas mehr Zeit mit der Brut als die Eisweiher-Störche. Etwa eine Woche später um die Monatswende März/April saßen aber auch sie auf einem Gelege.

Juni: Entsprechend etwas später als am Eisweiher, in den ersten Maitagen, schlüpften die Jungen. Wie am Eisweiher wurden es vier an der Zahl. Noch am 9. Mai wurden bei einer Fütterung vier Köpfchen gezählt. Bei einer Kontrolle am 19. Mai waren es allerdings dann nur noch drei; das Nesthäkchen hatte das unwirtliche Wetter nicht überstanden. Die Beringung ist auf den 4. Juni angesetzt. Mal sehen, ob sie sich wieder als solche schwergewichtigen Brummer erweisen wie letztes Jahr und was sich dieses Mal an Unrat im Nest findet. Die nahe Müllkippe soll nämlich inzwischen abgedeckt worden sein.
Beringung am 4. Juni: Es lebt nur noch ein Jungstorch. Unrat ist zwar diesmal keiner im Nest, aber die Altstörche müssen wohl erstmal lernen, im natürlichen Nahrungsgebiet (das sie eigentlich direkt vor der Haustür haben) ausreichend Futter zu finden. Denn wären die Jungen gut genährt gewesen, hätten sicher alle drei die Schlechtwetterperiode Ende Mai überstanden.

Juli: Der überlebende Jungstorch im Hepbach-Leimbacher Ried entwickelte sich nun doch ziemlich schnell. Obwohl ca. 1 Woche später aus dem Ei geschlüpft als seine Artgenossen am Eisweiher, traute er sich früher als die Eisweiher Jungstörche vom ziemlich hohen Horst. Schon Ende Juni war er zusammen mit seinen Eltern bei der Nahrungssuche auf den Riedwiesen zu sehen. Jetzt nochmal ordentlich futtern, und bald im August geht's los auf die große Reise.

2009: In Hepbacher-Leimbacher Ried kann man wieder das deutsch-schweizerische Paar beobachten, dass auch in den letzten drei Jahren hier gebrütet hat. Sie sind mit dem Brutgeschäft diesmal etwas später dran als die eiligen Eisweiher-Störche, aber auch sie sitzen seit Ende März auf den Eiern.
Wie im Markdorfer Eisweiher schlüpften auch im Ried insgesamt drei Weißstorch-Küken. Das Nahrungsgebiet um den Horst ist reichhaltig, und sofern ihnen ihre Eltern nicht irgendeinen Mumpitz von der nahen Müllkippe mitbringen (schon des Öfteren vorgekommen), sind ihre Überlebenschancen denkbar gut. Bei der letzten Beobachtung am 29. Mai waren jedenfalls alle noch am Leben und klapperfidel.

Juli: Am Abend des 9. Juni wurde der Horst im Ried angefahren und die drei Jungstörche beringt. Die Hepbach-Leimbacher "Pizza-Störche" – die nahe Müllkippe wird nach wie vor von den Altstörchen als Nahrungslieferant genutzt – brachten ein Rekordgewicht auf die Waage: der Größte wog fast 3,7 kg! Ob's an der abendlichen Stunde lag oder an der allzu menschlichen Ernährung, man gebärdete sich bei der Prozedur ganz schön aggressiv und hackte fleißig um sich.
Leider gibt es jetzt allerdings doch noch eine traurige Nachricht: der kleinste der Drei, bereits flügge, wurde am 8. Juli tot in Nähe des Horstes mit einem tiefen Loch in der Brust aufgefunden. Die Todesursache ist unklar. Möglicherweise ist er gegen einen spitzen Ast oder Zaunpfahl geprallt, ein Projektil hat man jedenfalls nicht gefunden und auch sein Mageninhalt war weitgehend in Ordnung.

2008: Im Hepbacher-Leimbacher-Ried hat das selbe Paar wie 2007 den Horst belegt. Das Brutgeschäft begannen sie nahezu zeitgleich mit den Störchen am Eisweiher.

Juni: Die Hepbach-Leimbacher schlüpften etwas später als die Eisweiher-Küken Anfang Mai. Mit drei Jungen war die Familie komplett. Zunächst fiel das Jüngste in der Entwicklung stark zurück, ein Phänomen, dass wir in diesem Horst schon des Öfteren beobachtet haben. Gegen Ende Mai schien es jedoch kräftiger zu werden und etwas aufzuholen, am Ende hat es aber doch nicht zum Überleben gereicht, denn bei der Beringung am 6. Juni konnte der Jungstorch nur noch tot aus dem Nest geborgen werden. Die beiden Älteren waren jedoch gut genährt, sie waren gleich groß und wogen jeweils 3 kg. Das Nahrungsangebot müsste im Hepbacher-Leimbacher-Ried eigentlich optimal sein; anscheinend stellen die Eltern jedoch sehr früh auf große Beutetiere um, die der Kleinste kaum bewältigen kann, wodurch sich der Entwicklungsabstand zwischen den Jungen schnell vergrößert.

Die nahe Müllkippe, die von den Altstörchen gelegentlich zur Nahrungssuche angeflogen wird, richtet auch immer wieder Schaden an. Mit Schrecken wurde bei einer Nestkontrolle am 16. Juni beobachtet, wie einer der beiden Jungstörche wiederholt versuchte, eine mehr als 2 m lange Schnur hinunterzuwürgen. Durch schnelles Eingreifen konnte man allerdings diesmal das Schlimmste verhindern: Es wurde sofort eine Hebebühne organisiert, zum Horst hochgefahren und die gefährliche Schnur entfernt. Es wäre im Hepbacher-Leimbacher-Ried nicht das erstemal gewesen, dass ein Storch durch Verschlucken von Müll umkommt. 

Juli: Ohne weitere Zwischenfälle wurden die beiden Hepbacher-Leimbacher-Riedstörche am 6. Juli flügge. Wie auch die anderen Markdorfer Jungstörche wird auch sie bald die Unruhe packen; sie werden sich von ihren Eltern, vom Ried und vom Bodensee verabschieden und sich auf in den sonnigen Süden bzw. Südwesten machen.

2007: Im Hepbacher-Leimbacher-Ried brütet das selbe Paar wie 2006. Seit Anfang April sitzen das nun vierjährige Schweizer Männchen und das gleichaltrige Weibchen aus Niederbayern abwechselnd auf einem Gelege.

Juni: Anfang Mai schlüpften die Jungstörche im Hepbacher-Leimbacher-Ried. Es waren insgesamt zwei Küken. Obwohl nahezu gleichzeitig geschlüpft, blieb - ähnlich wie im letzten Jahr - einer der beiden in der Entwicklung gegenüber dem anderen stark zurück. Schließlich fraß er kaum noch, wenn die Eltern Futter brachten, sondern lehnte sich nur noch ziemlich apathisch an sein viel größeres Nestgeschwister; vermutlich waren die Nahrungsbrocken, die man brachte, für den Kleinen zu groß. Er starb dann auch bald, und zwar ziemlich sicher schon vor den Pfingsttagen. Das größere Geschwister, nun allein im Nest, konnte nun den ganzen Schutz seiner Eltern für sich in Anspruch nehmen, weshalb der Jungstorch auch das schreckliche Pfingstwetter schadlos überstand. Am 6. Juni konnte er beringt werden und brachte mehr als 3 kg auf die Waage.

Am 5. Juli, also im Alter von ca. 9 Wochen, verließ der Hepbacher-Leimbacher Jungstorch – einziger verbliebener Jungstorch der drei Markdorfer Horste – erstmals das Nest. Zusammen mit seinen Eltern futtert er sich nun am reichhaltigen Büffet der Riedwiesen ausreichend Reserven an, um seinen ersten anstrengenden Zug nach Spanien oder auch Afrika gut zu überstehen.

2006: Auch im Hepbacher-Leimbacher-Ried gab es nach dem letztjährigen Brutverlust dieses Frühjahr einen Wechsel. Wie im letzten Jahr handelt es sich allerdings wieder um eine deutsch-schweizer Partnerschaft.
Ähnlich wie am Eisweiher wird auch hier seit Anfang April gebrütet. Hoffen wir, dass den Störchen bei Markdorf diesmal ein besserer Erfolg beschert ist.

Juni: Auch im Hepbach-Leimbacher-Ried scheint diesmal alles in bester Ordnung. Zwei Jungstörche sind kurz vor Mitte Mai geschlüpft und die Beiden haben das schlechte Wetter gut überstanden. Sie wurden wie die drei Jungen vom Eisweiher am 16. Juni beringt.

Die Wägung, die jedesmal bei der Beringung vorgenommen wird, zeigte wie auch der Zustand des Gefieders, dass die beiden Jungen im Hepbacher-Leimbacher-Ried völlig unterschiedlich entwickelt waren. Während das Ältere der beiden Jungen zweidreiviertel Kilogramm auf die Waage brachte und sein Gefieder für sein Alter bereits sehr gut ausgebildet war, wog das Jüngere keine zwei Kilogramm und sein Federkleid war deutlich unterentwickelt. Der Schlupfabstand von mehreren Tagen (möglicherweise einer ganzen Woche) verschaffte dem Älteren einen klaren Vorteil bei der Aufnahme des von den Eltern ausgewürgten Futters, so dass sich sein Vorsprung immer weiter vergrößerte. Der Kleine wurde 7 Wochen alt (ein Alter, in dem die kritische Nestlingszeit eigentlich überstanden ist – es sei denn, der Jungstorch fällt aus dem Nest oder wird bei Flugübungen vom Nest geweht), dann wurde er vermisst. Jetzt fand ihn Herr Beer vom BUND Markdorf durch Zufall tot im Teichschlamm des Gewanns Hutwiesen unterhalb des Nestes, er musste ihn aus dem Schlamm ausgraben.

Der Ältere der beiden Jungstörche ist seit einiger Zeit flügge und seit Ende Juli nicht mehr am Horst zu sehen. Ob er schon weggezogen ist?

2005: Im Hepbacher-Leimbacher-Ried ist wieder ein Storchenpaar anwesend. Das Weibchen ist dreijährig und stammt aus Wiesbaden-Schierstein, der Ring des Männchens konnte noch nicht abgelesen werden. Bei der letzten Beobachtung am 12. April gingen die Beiden noch gemeinsam auf Nahrungssuche und paarten sich mehrmals auf dem Horst. Mit dem Brutgeschäft wurde also noch nicht begonnen, doch stehen die Chancen gut, dass das Paar hier bleiben wird.

Juni: Auch im zweiten Markdorfer Horst neben dem Eisweiher hat sich eine Tragödie abgespielt. Zwar wurde seit ungefähr 20. April ein Gelege bebrütet, doch kurz vor dem Schlupf wurde die Brut abgebrochen, auch hier sind die Gründe unklar. Möglich wäre eine Angriff durch Fremdstörche oder ein Unglück, das einem der Altstörche zugestoßen ist, wonach der Partner nach spätestens zwei bis drei Tagen die Brut abbrechen würde (ein Hinweis auf die letztere Möglichkeit ist eine Beobachtung, wonach der gerade auf den Eiern sitzende Storch einmal sein Gelege kurzzeitig verließ, was ansonsten ungewöhnlich ist).

2004: Der Horst im Hepbacher-Leimbacher-Ried, aus welchem letztes Jahr die Jungstörche von einem Marder geholt wurden, ist bisher verwaist. Vielleicht klappt es aber doch noch mit einer Brut: am 21. April wurden zwei unberingte Störche auf dem Nest beobachtet.
Das im letzten Jahr hier brütende elsässische Storchen-Männchen hat sich nach Wangen verzogen, wo es im Zentrum der Altstadt zusammen mit einem zweijährigen Weibchen ein Nest baut.
Im Hepbacher-Leimbacher-Ried scheint die Storchensaison – zumindest was das Brutgeschäft anbelangt – gelaufen zu sein. Zwar hielt sich bei einer Kontrollbeobachtung am 12. Mai ein Storchenpaar (ein unberingter Storch und ein zweijähriger Storch mit der Nummer A1953) dort auf, doch liefen die beiden einem Traktor während der Mahd hinterher und verleibten sich die dabei ausgemähten oder aufgescheuchten animalischen Köstlichkeiten ein. Zeitweise leistete ihnen auch noch ein dritter Storch – ein letztjähriger Jungstorch aus Salem – dabei Gesellschaft.

Juli: Auch aus dem Hepbacher-Leimbacher-Ried nichts Neues. Der Horst blieb dieses Jahr unbesetzt.

2003: Von den sechs im Naturschutzgebiet aufgestellten Baum- und Pfahlhorsten wurde ein Horst in diesem Jahr wieder besetzt, es ist das selbe Baumnest wie im letzten Jahr. Ende Februar trafen hier zwei Störche ein: das elsässische Männchen, das schon 2002 hier brütete und ein Schweizer Weibchen, das letztes Jahr den Horst in Isny besetzte.
Allerdings wurde das junge Glück bald durch ein anderes Weibchen gestört, das Isnyer Weibchen wurde vertrieben. Der Ring des diesjährigen Weibchen wurde inzwischen abgelesen, es handelt sich um einen Ring der Vogelwarte Straßburg.
Am 18. Mai schlüpften 2 Junge, die wie die beiden im Eisweiher – allerdings schon zwei Wochen vor diesen – tragischerweise ums Leben kamen.

2002: Storchpaar aus Frankreich () und Deutschland ( geboren 1999 in Ostrach, SIG, brütete 2001 am Markdorfer Eisweiher).

Von 4 geschlüpften Jungen haben 3 überlebt, Alter derzeit (Mitte Juli 2002) ca. 9 Wochen.


BUND Markdorf

 

 

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