Die Störche Oberschwabens



Rast



2019: Zunächst gab es dieses Frühjahr etwas Irritationen in Rast. Das unberingte Weibchen war nämlich offensichtlich nicht zum Horst zurückgekehrt. Ende März wurde dann ein zweijähriges Weibchen aus Stahringen aus dem Landkreis Konstanz auf dem Nest gesehen, sie paarte sich mit dem letztjährigen Horstinhaber, dem nun knapp dreijährigen Männchen aus Göggingen. Eine Woche später sah die Sache dann aber auf einmal ganz anders aus. Ein Storch näherte sich dem Nest mit Nistmaterial und baute es dort ein, es war aber weder der Gögginger noch die Stahringerin, sondern ein Storch aus Deisendorf, ebenfalls noch recht jung. Einige Tage später schien dann geklärt, wer das Rennen gemacht hatte: Auf dem Horst standen traut vereint wieder der Gögginger und die Störchin aus dem Landkreis Konstanz und diese beiden brüteten schließlich auch miteinander. Bei der letzten Horstbeobachtung wurde gefüttert, die Jungen waren aber noch so klein, dass man sie nicht sehen konnte. Ein Fremdstorch störte dabei etwas das Familienglück, ob es der Deisendorfer war?

27.06.2019: Am 22. Mai wurden in Rast drei kleine Jungvögel gesehen, und bei diesen dreien blieb es auch. Den Dauerregen konnten sie relativ problemlos unter dem Gefieder ihrer Eltern überstehen, denn zu diesem Zeitpunkt waren sie glücklicherweise noch jung und klein. Am 17. Juni fuhr die Meßkircher Feuerwehr das Nest an, die Jungstörche, jeder knapp drei Kilogramm schwer, bekamen ihren Personalausweis ans linke Bein. Ihrem erfolgreichen Ausflug steht nun nichts mehr im Weg.

2018: Zuerst wollte ich es nicht glauben, als man mir anlässlich der Jungstorch-Beringung in Unterbichtlingen mitteilte, auch im benachbarten Rast würde jetzt ein Storchenpaar brüten. Aber es stimmte tatsächlich. Auf dem Kamin des Gasthofs Löwen in Rast hatte sich ein Storchenpaar ein Nest gebaut und versorgte hier zwei Junge. Einer der Altstörche trägt einen Ring und wird durch diesen als gebürtiger Gögginger Storch ausgewiesen. Er schlüpfte vor zwei Jahren in Göggingen auf dem Horst bei der Tankstelle aus dem Ei. Sein Partner (vermutlich ist es das Weibchen, eine Paarung konnte jedoch nicht mehr beobachtet werden) ist unberingt. Die Eltern gingen schon früh beide auf Nahrungssuche und ließen die Jungen auch bei großer Hitze allein, weshalb ich große Bedenken hatte, dass sie das gut überstehen würden, zeitweise sogar die Befürchtung hatte, einer der beiden Altstörche sei vielleicht gar nicht mehr am Leben. Denn an einigen aufeinanderfolgenden Tagen beobachtete ich immer denselben Altstorch beim Anflug auf das Nest . Es stellte sich jedoch schließlich heraus, dass alles in Ordnung war. Und siehe da, obwohl einer der beiden Jungstörche bei der Beringung am 5. Juli ein richtiges Hascherl war (er wog gerade mal eineinviertel Kilogramm), überlebten beide ihre Nestlingszeit und schafften es bis zum Ausflug.

Weil es also doch noch ganz gut geklappt hat mit der Jungenaufzucht, können wir davon ausgehen, dass das Raster Storchenpaar nächstes Jahr wiederkommen wird.


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