Die Störche Oberschwabens



Eichstegen



2021: Dieses Frühjahr kein Partnerwechsel in Eichstegen, man ist sich ausnahmsweise mal treu geblieben. Der Tiefenbacher und die Ummendorferin hielten es zeitlich mit dem Osterhasen und legten ca. um Ostern ihre ersten Eier ins Nest. Sorgfältig wird das Gelege vor Kälte geschützt und abwechselnd von den beiden Partner bebrütet. Erfahrungsgemäß dauert es bis zum Schlupf der ersten Storchenküken etwa 32 Tage, so dass Anfang Mai mit den ersten kleinen Störchen im Eichsteger Horst zu rechnen ist.

Juni: In den ersten Maitagen schlüpften die Jungen in Eichstegen. Anfangs tummelten sich mindestens drei Küken im Nest. Die sehr kalten Tage und Nächte in der zweiten Maihälfte setzte der Jungschar allerdings ziemlich zu, und so blieb nur ein Jungvogel übrig. Diesem geht es aber gut, und so konnte er am 18. Juni mit Hilfe der Altshauser Feuerwehr beringt werden, was von den Anwohnern gebührend gefeiert wurde. Wünschen wir ihm für seinen weiteren Lebensweg und vor allem seine erste Reise viel Glück. Vielleicht sehen wir ihn ja in zwei oder drei Jahren in Oberschwaben wieder.

2020: Der Horstinhaber in Eichstegen, ein Storchenmännchen aus Tiefenbach, hat eine neue Gattin. Sie stammt aus Ummendorf und ist ein Jahr jünger als er, nämlich knapp drei Jahre alt. Es ist nicht ihre erste Brut; im letzten Jahr zog sie in Otterswang auf einem dort ganz neu errichteten Nest zwei Junge groß. Hoffentlich gelingt ihr in Eichstegen auch die Jungenaufzucht, denn bisher hat es hier nicht geklappt. Gebrütet wird seit Anfang April. Die letztjährige Eichsteger Brutstörchin ist übrigens in diesem Frühjahr nach Altshausen gezogen, wo sie im Horst in der Senderstraße 35 auf Eiern sitzt und auf mehr Erfolg als in Eichstegen hofft.

2019: Anfang März war unser Eichstegener Storch, das Männchen aus Tiefenbach am Federsee, noch allein in Eichstegen. Mitte März hatte sich ihm dann eine Störchin zugesellt. Es war aber nicht die Störchin aus Zell, die wohl den Verlust ihrer vier Jungen im Vorjahr in Eichstegen nicht verwunden hatte (und deshalb, wie sich später herausstellte, nach Danketsweiler oberhalb des Rotachtals umgezogen war), sondern eine Storchendame, welche vor vier Jahren im Donautal auf dem Scheerer Schloss das Licht der Welt erblickt hatte. Die beiden schienen sich wohl auf Anhieb gut zu verstehen, denn es dauerte gerade mal zwei Wochen, da wurden nach und nach die Eier ins Nest gelegt. Anfang Mai wurde es dann lebendig. Bei der letzten Horstbeobachtung am 15. Mai wurden vier Jungvögel gesehen, und die Eltern haben nun alle Schnäbel voll zu tun, ihren Nachwuchs sattzukriegen.

27.06.2019: Die Kälte bis zum 15. Mai hatten sie noch recht gut überstanden, der nachfolgende Dauerregen war dann aber doch zuviel, die Versorgung mit Futter konnte aus den umliegenden, meist intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen nicht mehr gewährleistet werden. Alle Jungvögel starben. Ob das Eichsteger Männchen aus Tiefenbach diesen Verlust zum zweitenmal hinnehmen und nächstes Jahr wiederkommen wird?

2018: Neubesiedlung in Eichstegen!
Nachdem vor wenigen Jahren Hoßkirch von Störchen neu besetzt wurde, wurde nun die letzte Lücke zwischen Ostrach und Altshausen geschlossen. Ein Storchenpaar, beide aus dem Landkreis Biberach – aus Tiefenbach am Federsee und aus Zell in den Donauwiesen – und beide noch ganz jung, nämlich erst zwei Jahre alt, ließ sich auf einer Plattform auf einem Pfahl am Ortsrand von Eichstegen nieder. Um den 20. April begannen sie mit einer Brut, und ab dem 22. Mai später schlüpften tatsächlich vier Jungvögel aus den Eiern. Die frisch gebackenen, noch unerfahrenen Eltern hatten sich da wohl etwas viel vorgenommen, und so reduzierte sich die Jungenschar ziemlich schnell. Schon nach ein paar Tagen starb das Nesthäkchen, eine Woche später das Zweitjüngste und bald darauf das nächste. Am 13. Juni, nach einer kalten und regenreichen Nacht, regte sich schließlich kein Leben mehr im Nest, für die Eichstegener Bürger, welche sich sehr über ihre Störche gefreut hatten, und vor allem natürlich auch für die Storcheneltern selbst eine traurige Tatsache.
Hoffen wir, dass die Adebare nicht so schnell aufgeben werden, dass sie nächstes Jahr wiederkommen und es noch einmal versuchen. Vielleicht können wir ihnen künftig auch durch Verbesserung der Sichtbeziehung zu horstnahen Nahrungsgebieten etwas helfen.


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