Die Störche Oberschwabens



Ebersbach



2016: Die Ebersbacher Brutstörchin von 2014 (eine Schweizerin), die letztes Jahr geschwächelt hatte und ihren Horst an eine andere Schweizer Störchin verlor, ist zurückgekehrt und hat sich dieses Jahr behauptet. Ihr Gatte ist allerdings ein anderer als in den beiden Jahren zuvor. Er trägt nämlich keinen Ring, stammt also möglicherweise aus dem Elsass oder aus Bayern, wo nicht alle Störche beringt werden (allerdings gibt es mittlerweile auch in Baden-Württemberg und auch in Oberschwaben einige Horste, die nicht zugänglich sind und deren Jungstörche deshalb nicht gekennzeichnet werden können).
Die beiden ließen die Sache gemächlich angehen und schritten erst im April zur Brut. Die ersten Jungstörche werden aber wohl demnächst schlüpfen.

Juli: Um den 10. Mai pellten sich nach und nach drei kleine Störchlein aus den Eiern im Ebersbacher Nest. Sie waren noch so klein, dass sie während der Eisheiligen gut von den Eltern geschützt werden konnten und überlebten auch die nachfolgende Kälteperiode am 23./24. Mai. Zwei Jungvögel des Nachwuchses waren durch das schlechte Wetter und dadurch sicherlich auch bedingte Unterernährung allerdings derart geschwächt, dass sie die Regengüsse Anfang Juni, obwohl die Temperaturen nicht dramatisch niedrig waren, nicht mehr überstanden, und so wurde bei der Nestbeobachtung am 7. Juni nur noch ein einziges Junges im Nest entdeckt.

Bei der Beringung am 17. Juni brachte es ca. zweieinhalb Kilogramm auf die Waage, was in einem Alter von gut fünf Wochen nicht gerade üppig ist. Interessiert beobachtet wurde das Ereignis von den Ebersbacher Grundschülern, die die Beringerin anschließend mit vielen und erstaunlich klugen Fragen löcherten. Die Grundschule befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Horstes, die Schüler können die Störche vom Fenster des Klassenzimmers aus beobachten.

2014: Neubesiedlung Ebersbach!

Ebersbach
Horst in Ebersbach am 29.03.2014. Foto: Ute Reinhard.

Eine Storchenbrut in Ebersbach (Ebersbach-Musbach zwischen Bad Saulgau und Altshausen) ist auch aus alten Aufzeichnungen bisher nicht bekannt. Sehr zur Freude der Ebersbacher Bürger erschien im März 2014 ein Storchenpaar in Ebersbach und fing auf einem Niederspannungsmast direkt neben dem Feuerwehrgebäude an, ein Nest zu bauen. Zuvorkommenderweise dachten sie wohl bei der Auswahl des Standorts gleich an die mittlerweile zur Beringungszeit stark beanspruchten Floriansjünger. Die Ebersbacher Feuerwehr wird jedenfalls – sollte es Junge im Ebersbacher Nest geben, was wir stark hoffen – zu dieser Aktion gerade mal ein paar Meter aus ihrem Gebäude herausfahren müssen, und schon kann die Beringung stattfinden.

Die Hoffnung auf Storchennachwuchs in Ebersbach ist durchaus berechtigt, denn in den allerletzten Märztagen wurde ein erstes Ei gelegt, es folgten sicherlich noch weitere, und seit Anfang April wird ernsthaft gebrütet.

Juni: Es ist nicht die erste Brut des Paars, denn sie hatten es im Jahr zuvor schon einmal in Hochberg versucht. In Hochberg waren sie während der Bebrütung des Geleges jedoch von einem Fremdstorch belästigt worden, das Gelege wurde vorzeitig verlassen. Das Storchenmännchen stammt übrigens aus Oberschwaben, nämlich aus Königseggwald, nunmehr vier Jahre alt, seine Angetraute ist eine Schweizerin aus Uznach und ein Jahr jünger als er.
Aus ihrem Gelege in Ebersbach schlüpften dieses Jahr gleich vier Junge, eine stattliche Anzahl für ein Storchenpaar, das erstmals Nachwuchs zu versorgen hat. Sie machten ihre Sache aber ziemlich gut, denn von den vieren kamen tatsächlich drei durch. Zu ihrer Beringung musste nun aber doch die Altshauser Feuerwehr anrücken, denn die Ebersbacher Feuerwehr, deren Gebäude sich eigentlich geschickt direkt neben dem Storchennest befindet, hat keine Drehleiter zur Verfügung.
Die Jungstörche sind jetzt zehn Wochen alt, Schnabel und Beine färben sich langsam orange und man wird sie bald kaum noch von den Eltern unterscheiden können. Jetzt heißt es: üben, üben, üben, denn bald geht's auf Reise in den Süden.

Ebersbach
Junge in Ebersbach. Foto: Georg Steinhauser 23.05.2014.

Ebersbach
Papa ist mit der Wache dran. Foto: Georg Steinhauser 31.05.2014.

Ebersbach
Abflug des Altstorchs – noch drei Jungstörche. Foto: Georg Steinhauser 03.06.2014.

Ebersbach
Früh übt sich. Ebersbach 24.06.2014. Foto: Georg Steinhauser




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