Die Störche Oberschwabens



Altshausen


2017: Vor einigen Jahren in Göggingen, vor zwei Jahren in Isny, letztes Jahr in Bad Saulgau und dieses Jahr in Altshausen: Störche entdecken die Geselligkeit in Oberschwaben und im Allgäu.

In der Senderstraße (Horst "Storchhausen im Lkrs. Storchengäu") ist wieder unser altbekanntes Paar: Der sechsjährige Storchenmann aus Beizkofen zusammen mit der siebenjährigen Frickingerin. Sie erschienen Mitte Februar. Mit der Brut begannen sie ähnlich wie im letzten Jahr zu Beginn der letzten Märzdekade. Die ersten kleinen Störche sind hier schon um den 20. April geschlüpft.

Auf dem Mast am Kindergarten ist man dieses Jahr etwas früher dran als 2016. Ähnlich wie in der Senderstraße wurden auch hier die ersten Eier um den 20. März ins Nest gelegt. Bei der letzten Horstbeobachtung am 23. April waren anscheinend jedoch noch keine Storchenküken geschlüpft.
Die Eltern-Störche scheinen dieselben zu sein wie im Jahr zuvor. Bei der Storchendame weiß man das nicht so genau, da sie keinen Ring trägt. Da sich die beiden aber von Anfang an gut verstanden und diesmal recht zügig zur Brut schritten, ist anzunehmen, dass es sich auch bei der Störchin um dieselbe handelt wie letztes Jahr.

Ende März erschienen dann aber noch weitere Störche in Altshausen. Und sie machten nicht etwa nur eine Stippvisite, um die bereits Ansässigen zu ärgern. Nein, sie ließen sich tatsächlich häuslich nieder! Zwei Störche bauten auf dem Kamin des Schießgebäudes am Ortsausgang Richtung Ostrach, ein weiteres Nest wurde auf einem Mast in Nähe des bereits belegten Mastes in der Senderstraße angelegt.
Die beiden alten und nun auch eines der neuen Altshausener Nester befanden sich also auf Niederspannungsmasten, da wollte das Paar, welches anfangs auf dem Kamin baute, offensichtlich nicht aus dem Rahmen fallen. Sie ließen ihren Kamin links liegen, zogen kurzerhand um und bauen nun ebenfalls auf einem Niederspannungsmast in Nähe der ehemaligen Gärtnerei an der Hindenburgstraße.
Ja und potzblitz – bei meinem letzten Besuch in Altshausen am 23. April klapperte es doch tatsächlich von einem weiteren Mast in der Senderstraße, der bisher noch frei gewesen war: nur wenige Meter neben dem alten Sendermast-Horst ("Storchhausen") entstand auf dem unmittelbaren Nachbarmast ein weiteres Nest! Die Störche waren erst vor wenigen Tagen angekommen.

Bei den sechs Neuankömmlingen handelt es sich übrigens durchweg um junge "Einheimische": die Störche des Masts "Sender 2" (Nachbarmast des Masts "Storchhausen"), beide zwei Jahre jung, stammen aus dem benachbarten Bodenseekreis, und zwar aus Frickingen und aus Weildorf (bei Salem); die Adebare von "Sender 3" sind aus Zußdorf und aus Neukirch-Wildpoltsweiler (drei bzw. zwei Jahre alt); die Störche der Masts an der Hauptstraße sind zwei Zweijährige aus Wald und Ummendorf.
Na, was sie wohl zustande bringen werden?

Juli:

Lange Zeit sah man immer nur zwei kleine Störche auf dem Horst „Storchhausen“, bis sich bei der Beringung am Pfingstsamstag herausstellte, dass sich noch ein kleines Nesthäkchen zwischen den beiden größeren Geschwistern tummelte. Es brachte auch zu diesem Zeitpunkt nur knapp zwei Kilogramm auf die Waage und war damit ein gutes Kilo leichter als die Nestgeschwister. Da allerdings keine lang andauernden Schlechtwettereinbrüche in den Tagen nach der Beringung angesagt waren, war zu erwarten, dass auch der Kleinste seine kritische Zeit noch gut überstehen würde. Es wird nun nicht mehr lange dauern, bis alle drei das Fliegen gelernt haben und zusammen mit den anderen Altshausener Störchen auf den umliegenden Wiesen und Feldern auf Mäusejagd gehen.

Kindergarten: Gegen Ende April war es soweit, die ersten Eierschalen wurden aufgebrochen, und nach einigen Tagen war die Jungschar schließlich auf vier angewachsen. Der Kleinste, schon nach kurzer Zeit deutlich zurückgeblieben, starb im Alter von etwa einer Woche, die drei älteren Geschwister überstanden ihre kritische Nestlingszeit jedoch trotz der anfangs wüsten Witterung gut. Zusammen mit den „Senderstörchen“ wurden sie am 3. Juni beringt, und inzwischen beobachten staunende Kinderaugen jeden Tag, wie die Sprünge der Jungstörche immer höher werden. Denn das Fliegen will erstmal gelernt sein. Bald aber schon werden die Trupps der Jungstörche in den Süden ziehen, und da will man schließlich dabei sein!

Weitere:

Tatsächlich gibt es noch weiteren Nachwuchs bei den Störchen von Altshausen:
In der Senderstraße 35 (Nest Sender 3) wuchsen drei kleine Störche auf, die erst vor kurzem mit Hilfe der Feuerwehr und der EnBW (der Strom musste zur Beringung hier kurzzeitig abgestellt werden) ihren Personalausweis erhielten.
Auf dem Mast an der Hauptstraße (bzw. Hindenburgstraße) schlüpften zwei Junge, welche ebenfalls am 29. Juni beringt wurden.
Keine ernsthafte Brut gab es dagegen beim Weildorfer und der Frickingerin auf dem Mast „Sender 2“. Sie wollten wohl noch ihre Jugend etwas genießen und warten bis zum nächsten Jahr.

 

2016: In der Senderstraße ist wieder unser altbekanntes Paar eingetroffen: Er aus Beizkofen, mittlerweise fünf Jahre alt, sie ein Jahr älter und aus Frickingen am Bodensee. Um den 20. März wurde das erste Ei ins Nest gelegt und noch vor Ende April tummelten sich zwei kleine Storchenküken im Horst. Ob vielleicht in den letzten Apriltagen noch ein drittes oder gar viertes Junges geschlüpft ist, kann nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Die letzten Apriltage waren sehr kalt. Möglich also, dass sie geschlüpft sind und ihre ersten Tage nicht überlebt haben. Jedenfalls waren bei der letzten Kontrolle am 4. Mai immer noch zwei Junge im Nest, die allerdings einen munteren Eindruck machten. 
Auch das Nest auf dem Mast am Kindergarten ist wieder besetzt. Der schon im letzten Jahr hier – allerdings erfolglos –  brütende junge Storch aus Deisendorf hat jedoch eine neue Gattin, diesmal ohne Ring. Seine Letztjährige zog es vor, einen neuen Brutplatz auszuprobieren; sie brütet dieses Jahr in Hasenweiler. Das Paar des Kindergarten-Nestes war etwas später dran als die Senderstraßen-Störche. Sie saßen ab Anfang April auf einem Gelege. Die ersten kleinen Störche dürften auch hier mittlerweile geschlüpft sein.

Juli: Die beiden Jungstörche in der Senderstraße haben das gefährlichste Nestlingsalter mittlerweile überschritten und sind putzmunter. Am 2. Juni erhielten die Beiden mit Hilfe der Feuerwehr ihren Personalausweis, den schwarzen ELSA-Ring, was wieder mit Kaffee und Kuchen gebührend gefeiert wurde.

Und auch im Kindergarten gab es einen Grund zu feiern. Dieses Jahr stattete die Feuerwehr am 17. Juni nämlich zwecks Beringung auch dem Mast beim Kindergarten einen Besuch ab. Zwar hatte nur der größere der beiden fast sechswöchigen Jungstörche die nasse, kalte und windige Nacht zuvor überlebt, aber die kleinen Jungs und Mädels des Kindergartens freuten sich riesig über den kleinen Storch – Michael soll er heißen (obwohl zuerst die Namen "Schweini" und "Boateng" zur Debatte standen...). Sie hatten ihm zu Ehren Schokoladen-Muffins und jede Menge andere Kuchen gebacken. Freund Adebar erschien höchstpersönlich in einem Storchenkostüm, erzählte von sich und bekam sogar ein Ständchen von den Kindern vorgetragen, und so wurde es ein fröhliches Fest.

2015: Das Altshausener Brutpaar verspürte diesen Winter wenig Lust auf den sonnigen Süden. Bis zum ersten starken Frost blieben sie in Altshausen und zogen auch dann vermutlich nur noch an den Bodensee. Ab 21. Februar waren sie dann wieder in Altshausen, wo sie auf ihrem Horst auf dem Mast in der Senderstraße Ende März mit der Brut begannen.

Um den 22. April schlüpften die ersten kleinen Störche in der Senderstraße. Insgesamt wurden es vier. Noch am 30. April wurden die vier Küken gesehen, eine Woche später jedoch gab es keine Bewegung mehr im Nest. Möglicherweise waren die Jungen einer Infektion zum Opfer gefallen. Die Jungen wurden unterhalb des Nestes nicht gefunden und konnten auch nicht aus dem Horst geborgen werden, da es ganz danach aussah, dass die Störche ziemlich schnell mit einem Nachgelege begannen. Allerdings zerstörte sich auch diese Hoffnung, denn schon eine Woche vor dem erstmöglichen Schlupfzeitpunkt wurde das Nest auf einmal von beiden Störchen zeitweise verlassen.
Es bleibt uns also nur die Hoffnung auf das nächste Jahr.

Am 10. April erschien jedoch ein zweites Storchenpaar in Altshausen und baute sich auf einem Mast beim Kindergarten ein Nest. Auch diese Störche – er aus Deisendorf, sie aus Ostrach, beide sehr jung (zwei Jahre alt) – brüteten und hatten Ende Mai drei Junge im Nest. Allerdings war das Paar wohl doch zu unerfahren, um seinen Nachwuchs durch die kurze Schlechtwetterperiode mit Regen und niedrigen Temperaturen um den 8. Juni zu bringen, und so wurde am 10. Juni kein Leben mehr im Nest festgestellt. Ob die beiden ihr Glück nächstes Jahr nochmals hier versuchen werden?

2014: Das Altshausener Storchenmännchen war Anfang März gerade mit einer neuen Partnerin angekommen und ruhte sich zusammen mit ihr von seiner anstrengenden Rückreise auf seinem von einem Altshausener Bürger frisch hergerichteten Horst aus, da fiel es einem Anwohner ein, anlässlich seines Geburtstags nicht weit vom Nest ein Feuerwerk abzuhalten. Die Knallerei war zuviel für die Adebare, sie verließen Altshausen umgehend und kehrten auch nicht mehr zurück.
Glücklicherweise erschien am 22. März ein neues Paar, noch recht jung, und besetzte das verwaiste Nest. Der Storchenmann stammt aus Beizkofen und wurde dort im Jahr 2011 geboren. Er versuchte schon letztes Jahr in Unterweiler bei Ostrach eine Brut, hatte jedoch wegen des grausligen Wetters keinen Erfolg. Seine Partnerin schlüpfte im Jahr 2010 in Frickingen in Nähe des Bodensees aus dem Ei. Die beiden hatten es besonders eilig, denn bereits nach einer guten Woche saßen sie auf einem Gelege. Und so wird es hoffentlich trotz aller Widrigkeiten wieder kleine Störche in Altshausen geben.

Ende Juni: Anfang Juni schlüpften im Altshausener Nest, genannt "Storchengäu", vier kleine Störche. Alle vier kamen durch, zeigten bei der Beringung zwar etwas Untergewicht, sind im Übrigen jedoch gesund. Am 11. Juni, als die Feuerwehr zur Beringung anrückte, wurden die Altshausener Jungstörche sogar zu Fernsehstars. Gleich zwei Teams des SWR erschienen mit Mikrofonen und Kameras,  um das Ereignis im Nest und auch das Spektakel unterhalb des Nestes – es gab mal wieder ein kleines Fest mit Kaffee und reichlich leckeren, selbstgebackenen Kuchen – gebührend zu dokumentieren. Der Erlös aus der Bewirtung geht dieses Jahr an den Altshausener Kindergarten.

Altshausen Altshausen Altshausen (Fotos: Georg Steinhauser Mai 2014)

2013: Der Zug in den Süden ist voller Gefahren. Von den noch unerfahrenen Jungstörchen kommen mehr als die Hälfte nicht mehr zurück. Aber auch erfahrene Altstörche erreichen oft kaum ihr zehntes Lebensjahr. So ist auch unsere Brutstörchin aus Fleischwangen dieses Frühjahr anscheinend nicht aus ihrem Winterquartier zurückgekehrt. Zumindest ist sie bisher weder in Altshausen noch an einem anderen Ort in Oberschwaben gesichtet worden.
Ihren Platz hat die vormals in Ebenweiler brütende Störchin eingenommen, die dort im letzten Jahr – vermutlich durch einen Kampf - ihre Jungen verloren hatte.  Das Altshausener unberingte Männchen hat die neue Partnerin akzeptiert und so wird seit Ende März gemeinsam gebrütet.

Vermutlich ist den Altshausener Störchen bei der Kälte vor und um Ostern das Gelege erfroren. Denn aus den Eiern schlüpften keine Jungen. Allerdings wurde um den 25. April, also kurz vor dem erwarteten Schlupfzeitpunkt auch ein Kampf beobachtet. Vier Fremdstörche bedrängten das Paar. Bei der Aufregung über die Eindringlinge könnte das Gelege zu Bruch gegangen sein. Allerdings hätten sich die Altstörche in diesem Fall nicht weiter darauf gesetzt, was sie jedoch taten, und zwar noch den ganzen Mai hindurch. Anscheinend konnten sie es einfach nicht glauben, dass aus ihren Eiern nichts schlüpfen wollte. Es gibt also dieses Jahr leider keine kleinen Störche in Altshausen. Und wer weiß, vielleicht ist das auch gut so, denn Petrus hätte sowieso kaum gute Tage für sie bereit gehalten.

Juni: Soeben wurde mir vom Storchenbetreuer von Aulendorf berichtet, dass die Altshauser Störchin anscheinend ihren diesjährigen Brutplatz verlassen hat und nach Aulendorf umgezogen ist, wo sie sich mit dem vor wenigen Tagen verwitweten Storchenmännchen zusammengetan hat. Wir wissen ja schon aus diesem Frühjahr, dass die Störchin Brutorten, die ihr kein Kinderglück beschert haben, ziemlich schnell den Rücken kehrt (Frühjahr 2012 Umzug von Ebenweiler nach Altshausen). Ihr jetziges Verhalten zeigt, dass sie wirklich von der ganz schnellen Truppe ist.

2012: Wir erinnern uns: Die nunmehr zehnjährige Altshausener Brutstörchin hatte im letzten Jahr während der Jungenaufzucht ihren Storchenmann verloren und zog einen ihrer Zöglinge ganz alleine auf. Nun hat sie wieder einen Partner. Mit nur zwei Tagen Abstand erschienen sie und ein unberingtes Storchenmännchen – vermutlich aus dem Elsass stammend – Anfang März auf dem Horst in der Senderstraße. Es dauerte nicht lange, da wurde man sich einig. So wurde in den letzten Märztagen das erste Ei gelegt und bald darauf eifrig gebrütet.

Anfang Juni: Es dauerte von da an ziemlich genau einen Monat, da regte sich das erste Leben im Altshauser Nest, und ein paar Tage später tummelten sich hier drei kleine Störche. Dank der Fürsorge der Eltern überstanden sie die kalten Nächte der Eisheiligen und die späteren kleineren Unwetter gut. Anfang Juni wird es also anlässlich ihrer Beringung wieder ein kleines Fest in Altshausen geben.

August: Großeinsatz der Altshausener Feuerwehr am 5. Juni: Ganz Altshausen, Jung und Alt war unter dem Storchennest versammelt, als die kleinen Störche ihren Personalausweis erhielten. Bei Kaffeee und Kuchen wurde viel Wissenswertes über die oberschwäbischen Adebare ausgetauscht während seitab – in ausreichender Entfernung vom Storchenhorst – die Männer der Feuerwehr jeden mit dem Korb in die Lüfte hoben, der einmal die Welt aus der Storchenperspektive sehen wollte. Das Storchenfest diente auch noch einem weiteren guten Zweck. Die Einnahmen wurden nämlich für leukämiekranke Kinder gespendet, und es kamen zweihundert Euro zusammen.
Altshausen 2012 Altshausen 2012 Altshausen 2012 Altshausen 2012 Altshausen 2012
Mitte Juni hielten es die jungen Störche schließlich nicht mehr auf ihrem Nest aus. Flugübungen hatte man genug gemacht, jetzt hieß es Mut fassen und los geht's. Frisch gewagt ist halb gewonnen. Und tatsächlich klappte es problemlos. Zwar war beim kleinsten der drei die dritte Feder der Handschwingen des rechten Flügels nicht vollständig aus dem Kiel gekommen und stark verkürzt, aber da nur eine einzige Feder betroffen ist, wird der Jungstorch in seiner Flugfähigkeit dadurch kaum beeinträchtigt. Am 18. Juli, drei Tage später als seine beiden Geschwister, flog auch er. Gefiederschäden solcher Art sind gewöhnlich nur vorübergehender Natur, bei der nächsten Mauser wird die Feder ganz normal wachsen.
Die Familie erkundet nun gemeinsam die Altshausener Wiesen, und schon in wenigen Wochen heißt es für die Jungen, Abschied zu nehmen und sich auf die Reise zu machen. Vielleicht schließen sie sich auch schon in den nächsten Tagen dem zwanzigköpfigen Weißstorch-Trupp an, der sich derzeit im Altshauser Ried verköstigt und ziehen mit diesem fort. Viel Glück.

2011: Den Illmenseer A3725 sind sie los, die Altshausener Störche, denn er ist 2010 aufs Riedlinger Rathaus (wo im Frühjahr eine uralte Liebe zerbrach) umgezogen und hat jetzt wohl endlich seinen Platz gefunden.
Trotzdem gab es wieder Zoff auf dem Mast in der Senderstraße. Ein dreijähriger Storchenmann hatte sich Anfang März den Horst in der Nähe seines Geburtsorts – er stammt aus Fleischwangen – ausgesucht und sich mit dem dortigen Weibchen angefreundet. Wieder fand also das Altshauser Brutmännchen bei seiner Ankunft am 20. März seinen Horst bereits besetzt vor, wieder musste er um seine angestammten Rechte kämpfen. Bei der heftigen Streiterei mussten die Männchen Federn lassen (man fand die Federn nach dem Kampf am Fuß des Mastes), der junge Fleischwangener konnte sich gegen den kampferprobten Altshauser Brutstorch nicht durchsetzen und musste das Feld räumen, der Horstinhaber war siegreich wie in den Jahren zuvor.
Und dann ging alles sehr schnell, denn man ist ja ein vertrautes Ehepaar. Es dauerte gerade mal 10 Tage, da saß man schon auf den ersten Eiern.

Juni: Die Küken im Altshausener Horst schlüpften in den ersten Maitagen. Es wurden vier an der Zahl, und am 18. Mai war das Quartett noch vollzählig. Bei der nächsten Beobachtung eine Woche später wurden dann aber nur noch drei Junge gezählt, das Kleinste hatte nicht genug Futter abbekommen, war zu schwach geworden und hatte nicht überlebt.
Kurz vor der Beringung der Jungstörche, die am Dienstag, den 7. Juni stattfinden sollte, geschah dann jedoch ein Unglück. Der Vater der Jungen wurde stark geschwächt in der Nähe einer Straße aufgefunden. Man brachte ihn zum Tierarzt, wo Abschürfungen am Bein und eine starke Dehydrierung festgestellt wurden. Man gab ihm Infusionen, die allerdings leider nichts mehr nützten, er starb noch beim Arzt. Was war geschehen? Am Tag zuvor war es sehr windig, fast stürmisch gewesen, und es wurde beobachtet, dass ein Storch von Altshausen Richtung Ravensburg abgedriftet wurde und vergeblich versuchte, gegen den Wind anzukämpfen. Ziemlich sicher handelte es sich um unser Storchenmännchen, denn sein Fundort befand sich in dieser Richtung. Obwohl im Kampf gegen Konkurrenten an seinem Horst immer siegreich, kam er gegen die Böen nicht an, war vermutlich gegen ein Hindernis geprallt und dann irgendwann erschöpft liegen geblieben. Anstrengung, Wind und Sonne hatten ihn ausgedörrt, so dass er sich nicht mehr aufrappeln konnte.
Da es für die Störchin nun sehr schwierig geworden wäre, allein die drei Jungen aufzuziehen, wurden zwei davon aus dem Nest genommen, beringt und gewogen und nach Salem gebracht, wo sie zu etwa gleichaltrigen Jungstörchen in zwei verschiedene Horste gesetzt wurden. Der Altshauser Störchin ließen wir das größte der drei, und weil es zu diesem Zeitpunkt bereits an die fünf Wochen alt war, sind seine Chancen recht gut. Jungstörche in diesem Alter werden während der Nahrungssuche sowieso meist schon allein im Horst gelassen und bei Regen auch nicht mehr von den Altstörchen abgedeckt, weil sie hierfür bereits zu groß sind.

Anfang August: Der verwitweten Störchin ist es gelungen, den Jungstorch bis zum Ausfliegen groß zu ziehen. Zwar benötigte er fast zwölf Wochen bis er sich erstmals vom Nest wagte (vielleicht wurde er als Einzelkind auch etwas zu sehr von seiner Mutter verwöhnt), doch dann hat er es gepackt. Am 2. August wurde er zusammen mit anderen Jungstörchen und einigen Einjährigen auf den Wiesen der Auhöfe bei Zußdorf beobachtet. Auch den beiden ausgehorsteten, in Nestern des Affenbergs großgezogenen Jungstörchen geht es gut, so dass die Saison für den Altshausener Nachwuchs insgesamt trotz des Unglücks noch ein gutes Ende nahm.

Altshausen
Foto oben: Georg Steinhauser, 25.03.2010

2010: Der Illmenseer kann´s nicht lassen. Ende Februar erschien das Altshauser Weibchen auf dem Mastnest in der Senderstraße und am selben Tag ein Männchen (A3725, geboren in Illmensee), das sich schon seit 2008 in Altshausen herumtreibt. Letztes Frühjahr – das angestammte Altshauser Männchen war noch nicht zurückgekehrt – vermählte sich dieser Storch mit dem Altshauser Weibchen auf dem Mastnest. Man hatte schon angefangen zu brüten, als der Horstinhaber (A3402) am 30. März in Altshausen ankam, und der war verständlicherweise von der Situation nicht begeistert: Es flogen die Fetzen, der Horstinhaber gewann den Kampf.
Dieses Jahr nun ist das Männchen A3402 in weiser Voraussicht zwar früher aus dem Süden zurückgekommen, nämlich am 18. März, aber eben nicht früh genug! Wieder fand er den Illmenseer auf seinem Horst zusammen mit seiner Angetrauten vor. Anfangs sah es so aus, als würde er diesmal sein Nest nicht zurückgewinnen, obwohl das Weibchen sich nur sehr halbherzig am Kampf beteiligte, sich meistens heraushielt und während der Kämpfe das Weite suchte. Immer wieder wurde der noch vom Zug geschwächte Horstinhaber durch den Illmenseer vom Nest abgedrängt. Schließlich aber hat er es doch wieder geschafft: Mit einigen Blessuren und deutlichen Blutspuren im Brustgefieder stand er zwei Tage später fest auf seinen beiden Beinen im Horst, vom Rivalen war nichts mehr zu sehen.
Das Paar klappert nun wieder einträchtig, die Eier sind bereits gelegt, und seit den ersten Apriltagen brütet man.

Juni: Anfang Mai schlüpften dann auch die ersten Jungen. Insgesamt wurden es fünf an der Zahl, von denen das Jüngste jedoch kurz nach dem Schlupf tot unterhalb des Nestes gefunden wurde. Die übrigen vier haben sich wacker gehalten, das kalte Maiwetter haben diese vier alle überstanden. Die beiden Jüngeren des Quartetts scheinen aber in der Familie etwas zu kurz zu kommen, denn sie sind deutlich kleiner als ihre beiden älteren Geschwister. Vor allem das Viertgeschlüpfte ist in der Entwicklung stark zurückgeblieben, und je größer der Abstand zu den älteren Geschwistern wird, desto schwerer wird es für ihn, bei der Fütterung seinen Anteil zu ergattern. Die kritische Zeit wird sich daher für ihn verlängern, hoffen wir, dass er sie schadlos übersteht.
Die Beringung der vier ist auf den 11. Juni angesetzt. Die Kuchenbäckerinnen von Altshausen stehen also schon in den Startlöchern, denn anlässlich der Beringung der kleinen Störche mit der Feuerwehr gibt es in "Storchenhausen" in der Senderstraße immer ein kleines Straßenfest.

August: Was ist nur los in Altshausen? Alles sah zuerst ganz gut aus, und bei der Beringung freuten sich Jung und Alt über den Storchennachwuchs (ganz besonders "jung", denn die Feuerwehr beförderte wieder zahlreiche Kinder – in gebührendem Abstand vom Storchennest, versteht sich – in luftige Höhen und ließ sie die Welt einmal aus Storchenperspektive sehen). Als die Jungstörche aber dann langsam erwachsen wurden, stellten sich wie im letzten Jahr Schäden am Fluggefieder heraus. Einer der Beiden kam noch ganz gut weg dabei, bei ihm war an beiden Flügeln nur jeweils eine Handschwinge nicht ausgewachsen, und so brauchte er zwar sehr lange – er war schon 13 Wochen alt – bis er sich am 1. August erstmals vom Nest wagte, aber er flog, und er schaffte es auch zum Horst zurück. Nicht so sein Geschwister: Bei ihm waren gleich mehrere Schwungfedern an beiden Flügeln sehr stark verkürzt. Sein Jungfernflug zwei Tage später – er hielt es jetzt natürlich auch nicht mehr alleine auf dem Nest aus - endete gleich unterhalb des Horstes, wo er eingefangen werden konnte (die Feuerwehr war gerade für diesen Tag schon organisiert, falls er sich nicht vom Nest trauen würde).
Zur Zeit befindet er sich in Pflege am Affenberg, wo er der alten Riedlingerin in einer großen Voliére Gesellschaft leistet. Hoffentlich lässt ihm die Greisin auch ab und zu etwas Futter übrig, denn der Ölkofer Jungstorch, der vorher zeitweise bei ihr einquartiert war (inzwischen aber erfreulicherweise fliegen kann), hatte es angeblich schwer, sich bei Tisch gegen die Dame durchzusetzen (nach dem Motto: Alter vor Schönheit...).
Die Flugunfähigkeit des Altshauser Storchs wird ebenfalls nicht von Dauer sein. Nach Gefiederwechsel wird er sich wie seine Artgenossen in die Lüfte erheben können.
Es wird mittlerweile angezweifelt, ob für das mangelhafte Auswachsen der Hand- und Armschwingen – in den letzten Jahren in bestimmten Regionen gehäuft auftretend – tatsächlich Nahrungsmangel zur Gefiederentwicklungszeit verantwortlich ist; den Ursachen soll in nächster Zeit gezielt nachgegangen werden. Nur die durchsichtige Querstreifung einiger Federn, wie sie beim Altshauser Jungstorch ebenfalls zu beobachten ist, ist wohl ziemlich sicher auf Nahrungsmangel während des Gefiederwachstums zurückzuführen.

2009: In Altshausen geht es dieses Frühjahr hoch her. Das Storchenweibchen ist heiß umworben, ein Kampf folgt dem anderen, und mittlerweile hat die Dame schon den dritten Gatten. Dieser ist der letztjährige Brutstorch und hat nun wohl endgültig das Rennen gemacht.
Aber von Anfang an:
Am 28. Februar erschienen auf dem Masthorst der Senderstraße, wo letztes Jahr gebrütet wurde, zwei Störche: die letztjährige Brutstörchin A1704, gebürtig in Salem (Affenberg) und ein Männchen A5328, das 2008 südlich von Altshausen im Föhrenried gebrütet hatte (ohne Bruterfolg). Auch Anfang März waren beide noch zusammen auf dem Altshausener Mastnest zu beobachten. Am 2. März erschien außerdem auf dem Postnest wieder – und wieder allein - unser altbekanntes erfolgloses Männchen A3725 aus Illmensee, das schon mal in Bad Schussenried drei Junge hatte (alle allerdings bei dem schrecklichen Pfingstwetter eingegangen) und die letzte Brutsaison einsam auf dem alten Postgebäude verbrachte. Hartnäckiger Bursche, dachte ich, gibt auch auf anscheinend verlorenem Posten nie auf!
Dann erfuhr ich, dass A5328 auf einmal in Fronhofen gesichtet wurde und dachte: Hoppla, ist das letztjährige Brutmännchen nach Altshausen zurückgekehrt und hat ihn vertrieben? Weit gefehlt! Ich fuhr nach Altshausen und fand ziemlich unerwartet in trauter Zweisamkeit turtelnd die Brutstörchin A1704 zusammen mit dem Illmenseer A3725 auf dem Mastnest vor. Geduld zahlt sich eben manchmal doch aus, dachte ich, denn bei den folgenden Nestkontrollen waren die Beiden immer noch zusammen, und Ende März begann man mit der Brut.
Insgesamt drei Wochen dauerte das Glück des Illmenseers; dann, am 30. März, kehrte auf einmal der Horstinhaber vom letzten Jahr (A3402) zurück. Der ließ sich das Ganze nicht gefallen und zettelte einen heftigen Streit an, bei dem er den Eindringling vertrieb und außerdem auch ein Ei aus dem Nest purzelte.
Derzeit wird die Brut fortgesetzt. Der Vater der Küken ist jedoch mit Sicherheit der Illmenseer, der sich nun wieder auf dem Postnest niedergelassen hat, von wo aus er immer wieder das Paar angreift. Wie das wohl weitergeht?


Juni: Bis jetzt verläuft alles ziemlich friedlich. Die Jungen sind geschlüpft, vier an der Zahl. Das Weibchen hatte also fünf Eier gelegt (wir erinnern uns, eines wurde aus dem Nest geworfen, vermutlich war es das erste Ei). Die Brut hatte – vermutlich aufgrund des Kampfes – etwas verzögert begonnen, ca. um den 5./6. April. Zwei der Jungen sind noch recht klein; hoffen wir, dass ihre großen Geschwister ihnen beim Schmaus genug übrig lassen und sie die nächsten Wochen gut überstehen. Das Unwetter am 26. Mai konnte ihnen jedenfalls nichts anhaben.

Juli: Das kleinste der vier Jungen scheint schließlich doch zu schwach gewesen zu sein, um Kälte und Nässe Anfang Juni zu überstehen, denn am 9. Juni konnten nur noch drei Junge im Nest festgestellt werden. Am 16. Juni versammelten sich wieder die Altshauser Bürger in Storchhausen im Storchengäu (so wurde der horstbelegte Mast von den Eigentümern des Hausgartens, in welchem der Mast steht, benannt), brachten Kaffee und Kuchen sowie beste Laune mit und feierten die bis dahin erfolgreiche Aufzucht der drei kleinen Adebare. Diese waren zwar zunächt wohl etwas erschrocken, als der Korb der Altshauser Feuerwehr – diese erstmals im Besitz einer eigenen Drehleiter – auf einmal am Nestrand auftauchte; die Beringung hatten sie jedoch schnell überstanden, und als ihnen die Kinder des Altshauser Kindergartens ein Ständchen vortrugen, wurden sie bereits wieder von den Storcheneltern umsorgt.
Kurz vor ihrem ersten Ausflug wurden dann allerdings bei einem der Jungstörche Defekte im Gefieder des rechten Flügels festgestellt, und es bestanden berechtigte Zweifel an seiner Flugfähigkeit. Tatsächlich schafften auch nur zwei der nun schon recht großen Jungstörche problemlos ihren ersten Flug auf die Wiese und zurück zum Horst, während der Flug des dritten in einer Bruchlandung endete. Die aufmerksamen Anwohner kümmerten sich sofort um den Unglücklichen; er wurde untersucht und schließlich nach Salem auf den Affenberg gebracht. Wie es sich herausstellte, ist der Schaden glücklicherweise reparabel: man konnte die Fahnen der Federn aus den Federkielen befreien, und möglicherweise kann der Storch schon in ein paar Tagen freigelassen werden (Stand: 31. Juli).

2008: Zuerst konnten sich die Störche noch nicht so richtig entscheiden, auf welchem der Horste in Altshausen sie nun in diesem Jahr brüten sollten – wir erinnern uns, das Paar hatte sich im letzten Sommer eine "Zweit-" und sogar eine "Drittwohnung" zugelegt. Aber dann ließ sich das nun fünfjährige Männchen aus Salem mit seiner ein Jahr älteren, ebenfalls vom Affenberg stammenden Gattin endgültig auf dem Mast in der Senderstraße im Südteil von Altshausen nieder, und Anfang April begannen sie dort zusammen das Brutgeschäft.
Auch auf dem Horst des alten Postgebäudes gegenüber dem Rathaus waren jedoch immer wieder Störche zu sehen. Besonders gut gefällt er anscheinend einem aus Illmensee stammenden Storchenmännchen, das im letzten Jahr in Bad Schussenried drei Junge an Pfingsten verloren hatte. Seit Ende März ist es hier regelmäßig – zuweilen einsam klappernd oder im Horst vor sich hindösend – zu beobachten.  Ob sich ihm noch ein Weibchen zugesellen wird?


Juni: Der Storch auf dem Horst des alten Postgebäudes war auch Anfang Juni immer noch allein. Dennoch gab er den Horst bis jetzt noch nicht auf. Ob er auch im nächsten Jahr wiederkommen wird und sich dann eine Partnerin mitbringt?
In der Senderstraße ist dagegen seit ca. Mitte Juni die Familie komplett. Um den 8. Mai schlüpften hier die ersten Storchenküken aus den Eiern. Insgesamt wurden es drei. Man freute sich sehr in Altshausen, dass das Trio seine ersten Lebenswochen gut überstand und am Freitag, den 13. Juni, beringt werden konnte. Und deshalb war auch so richtig was los am Morgen dieses Freitags. Ein kleines Straßenfest war in der Senderstraße organisiert worden, es gab Kaffee und Kuchen und die Kinder des Kindergartens brachten den kleinen Störchen sogar ein Ständchen dar: "Auf unserer Wiese gehet was, watet durch die Sümpfe..." Die Storchenfreunde erfuhren, dass alle drei Jungstörche gut genährt sind (sie wogen zwischen zweidreiviertel und dreieinviertel Kilogramm) und allerbeste Chancen haben, auch noch die kommende Woche bis zur vollständigen Gefiederentwicklung gut zu überstehen. Als dann noch der Feuerwehrmann anbot, alle Kinder (in angemessener Entfernung vom Horst, damit die Storcheneltern wieder in Ruhe ihren Nachwuchs versorgen konnten) mit dem Korb hinaufzufahren und einmal aus luftigen Höhen auf Storchennest und Festgesellschaft hinunterblicken zu lassen, war die Begeisterung der Sprösslinge nicht mehr zu bremsen. Denn so etwas erlebt man schließlich nicht alle Tage, und dass wir Freitag, den 13. hatten, hat keinen gestört.

Juli: Fast hätte es unter den Altshausener Jungstörchen doch noch ein Unglück gegeben: Am 19. Juni fiel einer der Kleinen aus dem Nest – vermutlich hatte er sich beim Abkoten zu weit an den Nestrand gewagt. Glücklicherweise schlug er nicht auf der Erde auf, sondern fiel in ein Gebüsch. So hatte er sich nichts gebrochen und blieb auch im Übrigen unverletzt. Nach Untersuchung bei einer Tierärztin und einer kleinen Aufbauspritze wurde er wieder zu seinen Geschwistern ins Nest zurück gebracht.
Jetzt kann so etwas nicht mehr passieren, denn seit Mitte Juli verlassen die Störche das Nest so wie es sich gehört: Flügel ausbreiten und los! Noch vervollständigen sie ihre Flugkünste und die Techniken des Nahrungsfangs, aber bald geht es ab in den Süden.
Fotos aus 2008

2007: Schon Anfang März erschien dieses Jahr ein Storchenpaar in Altshausen. Vermutlich waren es andere als letztes Jahr, denn sie verschwanden bald wieder. Dann schaute sich kurzzeitig das in Isny geborene, im letzten Jahr in Aulendorf brütende Männchen in Altshausen um, verzog sich dann aber wieder nach Aulendorf. Am 20. März erschien schließlich ein Storch, der vor drei Jahren in Ummendorf geboren wurde, entschloss sich dann aber ebenfalls bald, sein Glück woanders zu suchen.

Ende März war es dann endlich soweit. Später als letztes Jahr kam das angestammte Altshausener Männchen an seinen Horst zurück, an seiner Seite jedoch nicht seine letztjährige unberingte Dame, sondern ein am rechten Bein beringtes Weibchen, das sich bald als die letztjährige Fleischwangener Brutstörchin herausstellte. In Fleischwangen schlüpften in der letzten Brutsaison keine Jungen aus den Eiern. Vermutlich hat diese Erfahrung das Weibchen dazu bewogen, Horst und Männchen zu wechseln. Ca. am 10. April begann das neu vermählte Paar mit der Brut.

Juni: Um den 10. Mai schlüpften die ersten Jungen in Altshausen, Insgesamt wurden es drei. Das nasskalt-stürmische Wetter am Pfingstmontag und dem nachfolgenden Dienstag überstanden die zu diesem Zeitpunkt fast drei Wochen alten Jungen jedoch leider nicht. Hoffen wir auf bessere Bedingungen im nächsten Jahr.

Die Altstörche, nun ohne elterliche Verpflichtungen, haben sich derweil wieder auf den Nestbau verlegt. Auf einen Niederspannungsmast in Nähe des Rathauses bringen sie Äste auf und geben so ihrem wieder auflebenden Nisttrieb Ausdruck, auf einem weiteren Mast beim Steinmetz Vogler haben sie sogar mit dem Bau eines dritten Nestes begonnen. Nestbauaktivitäten sind derzeit in vielen Orten Oberschwabens und auch anderswo, wo Störche ihre Jungen verloren haben, zu beobachten. Ein solcher Bau eines "Alternativ-Nestes" wird gelegentlich auch von "arbeitslosen" Altstörchen unternommen, deren Jungen bereits flügge geworden sind (siehe vor ein paar Jahren in Bad Waldsee).

Fotos aus 2007, Fotograf: Michael Epp, Altshausen:

Altshausen
Nach verlorener Brut bauen sich die Altshauser Störche ein Alternativnest auf einem Mast in Nähe des Rathauses.


Altshausen
Romantik pur

Altshausen
Fund unterhalb des Nests. Und es stimmt doch...

2006: Den Störchen scheint es letztes Jahr in Altshausen gefallen zu haben, denn Mitte März kamen sie wieder und bezogen ihren Horst.
Nach Geturtel und Herrichten der Wohnstatt legte das Weibchen schon in der ersten Aprildekade die ersten Eier, die jetzt abwechselnd von beiden Partnern bebrütet werden. Sie sind mit dem Brutgeschäft also fast einen Monat früher dran als letztes Jahr, aber da mussten sie sich ja auch erst mal orientieren und sich kennenlernen.
Immer wieder ist ein dritter Storch am Nest zu beobachten. Das Geplänkel mit dem Fremdstorch ließ sich zunächst harmlos an, um den 20. April kam es jedoch zu einem heftigen Kampf, bei dem ein Ei aus dem Horst geworfen wurde.

Juni: Um den 12. Mai schlüpfte ein Junges. Ihm gilt seitdem die ganze Fürsorge seiner Eltern, denn es blieb ein Einzelkind. Die kalten und nassen Tage im Mai hat der Jungstorch gut überstanden, denn er musste die in Regenzeiten knappere Nahrung nicht mit Geschwistern teilen und erhielt stets ausreichend Schutz vor Wind und Wetter unter dem Körper des jeweilig am Nest wachenden Altstorchs.
Am 19. Juni um 2 Uhr nachmittags wird es wieder ein kleines Fest in Altshausen geben; um 2 Uhr nachmittags an diesem Tag soll der kleine Storch nämlich seinen Personalausweis, den Ring, erhalten, und das Ereignis wird mit Kaffee und Kuchen gefeiert.

Im Alter von ca. 75 Tagen erhob sich der Altshausener Jungstorch zu seinem Jungfernflug in die Lüfte, und man kann jetzt die ganze Familie zusammen auf Nahrungssuche auf den Wiesen um Altshausen beobachten. Doch nicht mehr lange. Denn die ersten Jungstorch-Zugtrupps sammeln sich schon seit Ende Juli im Pfrunger-Burgweiler-Ried, und der Altshausener Jungstorch wird bald von seinen Eltern Abschied nehmen, sich den Trupps anschließen und in den Süden ziehen.

2005: Seit langer Zeit gibt es zum erstenmal wieder brütende Störche in Altshausen. 1946 - also vor ca. 60 Jahren - brüteten hier zum letzten Mal Störche auf der Reitschule, 1962 hielt sich ein Paar einige Wochen in Altshausen auf, brütete jedoch nicht.
Schon letztes Jahr versuchten Störche auf einem Elektromasten in der Stadtmitte ein Nest zu bauen. Der Mast wurde umgehend gesichert, und es wurde von der Stadt den Störchen ein Alternativ-Nest auf dem benachbarten Postsaal der Gemeinde angeboten, das jedoch zunächst nicht angenommen wurde. Stattdessen zogen die Adebare nach wenigen Tagen wieder ab.
Auch in diesem Jahr schien die Besiedlung des Horstes zunächst unsicher, denn das am 31. März erschienene Paar sah sich Anfang April außerdem kurzzeitig in Aulendorf um, entschied sich dann jedoch endgültig für den Altshausener Horst. Einer der Störche ist beringt, er stammt aus Salem-Affenberg und ist erst zwei Jahre alt, sein Partner ist unberingt.

Anfang Mai begannen sie – für die Altshausener Bürger fast unsichtbar, denn ein liegender Storch ist in dem Nest von unten kaum auszumachen - mit dem Brutgeschäft. Aus dem Gelege schlüpften zwei Junge, die hoffentlich die Regengüsse in der Nacht vom 14. auf den 15. Juni gut überstanden haben (eine Nesteinsicht ist nur vom Dachboden des Schlosses möglich, Nestkontrolle hier am 13. Juni mit freundlicher Erlaubnis der Schlossherren).

August: Tatsächlich haben die Altshausener Jungen ihre Nestlingszeit bisher gut überstanden, am 15. Juli wurden sie beringt, was von den Altshausenern Bürgern als besonderes Ereignis mit Kaffee und Kuchen gefeiert wurde. Sie sind jetzt schon fast so groß wie ihre Eltern und sind sogar bald soweit, ihren ersten Ausflug zu wagen. Langsam wird es ja auch Zeit, denn ihre Artgenossen sammeln sich schon langsam zum Wegzug. Wünschen wir ihnen weiterhin viel Glück.



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