Die Störche Oberschwabens



Königseggwald




2017: „Bodi“ und seine Angetraute sind sich treu geblieben und ziehen wieder auf dem Königseggwalder Horst ihre Jungen auf. Wieviele es diesmal sind, wissen wir allerdings noch nicht, denn die Nestkuhle ist ziemlich tief, und die kleinen Störche verstecken sich erfolgreich darin vor neugierigen Augen. Am 3. Mai – zu diesem Zeitpunkt waren die Erstgeschlüpften eine gute Woche alt – wurde das letzte Mal von einem benachbarten Hügel aus ins Nest geschaut, und da wurden mindestens zwei kleine Köpfchen gesehen. Wie wir das fruchtbare Königseggwalder Brutpaar kennen, waren es aber bestimmt mehr.

Juli: Wie richtig vermutet, tummelten sich nicht nur zwei kleine Störchlein im Königseggwalder Nest, es waren tatsächlich vier! Und alle vier schafften es diesmal bis zum Ausflug. Man darf gespannt sein, wohin sie ihr weiterer Lebensweg führt. Seit der Besenderung vor einigen Jahren wissen wir ja, dass Geschwister nicht zusammen in den Süden ziehen. Vielleicht wird ja der eine oder andere anhand seines Rings (den sie übrigens am 29. Mai erhielten) wiederentdeckt und sucht sich in zwei oder drei Jahren einen Brutplatz in Oberschwaben.

„Pius“, unser Senderstorch aus Königseggwald, hat dieses Jahr übrigens erstmals in Oberschwaben gebrütet. Eigentlich hätten ja auch seine Nachkommen wieder einen Datenlogger erhalten sollen, doch „Pius“ suchte sich als Brutplatz ausgerechnet eine eigentlich für einen Fischadler installierte Nistunterlage auf einem Baum im „Wackelwald“ am Federsee aus. Sein Nest ist für uns absolut nicht erreichbar, Absicht?

2016: Traditionellerweise brüteten im Königseggwalder Nest wieder "Bodi" und seine unberingte Storchendame. Um den 22. April schlüpften hier die ersten kleinen Storchenkinder aus den Eiern. Bei einer Nestbeobachtung am 10. Mai von einem Hüfgel aus wurden vier kleine Köpfchen gezählt. Die nasskalten Tage der Eisheiligen haben drei der Geschwister relativ gut überstanden, der kleinste allerdings hat sie nicht überlebt.
"Pius", einer der vor zwei Jahren in Königseggwald besenderten Jungstörche, ist wieder in oberschwäbischen Landen. Schon letzten Sommer trieb er sich zeitweise am Federsee herum, bevor er wieder nach Spanien abzog. Dieses Jahr nun hat er sich nach anfänglichen Eskapaden in Bad Saulgau niedergelassen (er flog über Tauberbischofsheim nach München – eine gewisse Affinität zu Bayern ist Pius nicht abzusprechen, schon letztes Jahr hielt er sich zeitweise bei Donauwörth und Günzburg auf -, um sich schließlich wieder Oberschwaben zuzuwenden). In Bad Saulgau unternahm er auf dem First der Johanneskirche erste – allerdings bisher erfolglose – Nestbau-Versuche. Angebandelt hat er hier allerdings nicht etwa mit einer Bayerin, sondern mit einer Schweizerin (wie wir wissen, stammt ja auch sein Papa "Bodi" aus der Schweiz). Was wohl aus der neuen oberschwäbisch-schweizer Beziehung wird?

Juli: Zuerst dachte man, einen der drei noch verbliebenen Jungvögel hätte es noch in der Schlechtwetterperiode am 23./24. Mai erwischt, doch dann stellten wir bei der Beringung am 2. Juni erfreut fest, dass alle drei Königseggwalder Jungstörche sämtliche Regengüsse und Kälteperioden gut überstanden haben.

Am 27. Juni wagte sich der erste des Trios mutig vom Nest, erprobte seine Flügel und lernte ein ganz neues Element kennen. Inzwischen haben es ihm seine Geschwister gleichgetan und so steht der ersten Reise in den Süden, die ja nicht mehr allzufern ist, nichts mehr im Wege.

2015: In Königseggwald belegen wieder "Bodi" und seine unberingte Gattin das Nest. Sie gehörten wieder zu den ersten Paaren, die in Oberschwaben mit der Brut begannen. Seit ungefähr 20. März sitzen sie abwechselnd auf ihren Eiern.

Ja, und wie geht es ihren besenderten Söhnen und Töchtern vom letzten Jahr?
Bei der Geschlechtsbestimmung stellten sich drei der besenderten Jungstörche – nämlich Lorenz, Pius und Luca – als Männchen heraus, Jannica, welche leider bereits bei einem ihrer ersten Ausflüge vom Nest in Königseggwald umkam, war das einzige Weibchen der Jungschar. Von den drei Söhnen kam einer auf dem Zug ums Leben: Luca verunglückte – vermutlich zum selben Zeitpunkt und am selben Ort wie die Senderstörchin Alessia aus Krauchenwies - Anfang September in Ostspanien zwischen Madrid und Zaragoza, über die Todesursache ist nichts bekannt. Auch Manuela, eine Senderstörchin aus Ablach, mit der Luca sich schon vor dem Abzug angefreundet hatte und mit der er dann auch offensichtlich weite Strecken zusammen zog, kam in Spanien um.
Pius hielt sich den Winter über in Nordspanien bei Lleida auf, von wo er sich dieses Frühjahr Ende März wieder nach Nordosten aufmachte und auf ähnlichem Weg wie beim Herbstzug im April nach Deutschland zurückkehrte. Er flog bis Bayern (Rain bei Donauwörth), seit Mitte April hält er sich östlich von Günzburg auf.

Der Königseggwalder Senderstorch Lorenz kam im letzten Herbst immerhin fast bis Gibraltar. Auch er startete im Frühjahr wieder gen Heimat, blieb ein paar Tage an der spanisch-französischen Grenze hängen, flog dann an der Küste entlang nach Montpellier und von dort fast direkt nach Norden in die Gegend um Lyon, wo er sich seit ungefähr Mitte April aufhält. Wie es wohl weitergeht?

Juli: Pius ist wieder in oberschwäbischen Gefilden. Er schaut sich zur Zeit vorzugsweise die Gegend um den Federsee an, war auch schon in der Nähe seines Geburtsorts. Mal sehen, wo es ihm am besten gefallen hat und es ihn zur nächsten Brutsaison hinverschlägt. Aber erst kommen ja noch Herbst und Winter, und diese Jahreszeiten wird er wohl eher weiter südlich verbringen.
Aber zurück zum diesjährigen Geschehen am Königseggwalder Horst. Am 21. April pellten sich die ersten kleinen Störche aus den Eierschalen, und ein paar Tage später waren es dann vier. Fast einen Monat hielten alle vier wacker durch, dann schaftte es jedoch das Nesthäkchen nicht mehr. Am 19. Mai fand man es tot unterhalb des Nestes. Den drei anderen geht es jedoch gut und sie konnten alle am 1. Juni mit ihrem künftigen Personalausweis, dem schwarzen Ring mit der weißen Aufschrift, versehen werden. Den Juni nutzten sie dann fleißig zum Training ihrer Flugmuskulatur, und das mit Erfolg, denn seit Ende Juni sieht man die gesamte Familie gemeinsam auf den Wiesen und Dächern von Königseggwald herumspazieren.

2014: Nach Beobachtungen von Anwohnern ist unsere Königseggwalder Brutstörchin im vergangenen Winter überhaupt nicht weggezogen, sondern verbrachte den Winter wie ihr neuerdings in Süddeutschland überwinternder Gatte in Oberschwaben und am Bodensee. Am 5. Februar waren sie schon auf ihrem Brutnest und richteten es sich wohnlich her. Gegen Ende der zweiten Märzdekade begann das Paar als eines der ersten in Oberschwaben mit dem Brutgeschäft, und um Ostern schlüpfen schon die ersten kleinen Storchenkinder im Königseggwalder Nest. Hoffen wir, dass Petrus es gut mit ihnen meint.

Juni: Pünktlich an Ostern knackten die ersten Eierschalen und nach und nach pellten sich fünf kleine Störche aus den Schalen. Full house also in Königseggwald. Das war für die Eltern dann aber doch anscheinend etwas zuviel, der kleinste überlebte nur etwa 10 Tage, dann lag er tot unterm Nest. Die anderen vier kamen jedoch durch, und für sie war der 10. Juni ein besonderer Tag. Da bekam nämlich jeder von ihnen einen Namen (bzw. vorläufig zwei: einen männlichen und einen weiblichen), einen Ring und wie Papa "Bodi" einen Sender huckepack. Und jetzt wird's spannend. Ziehen sie in den Süden, und wenn ja, wohin? Wo suchen sie Nahrung? Ziehen sie gemeinsam? Wo halten sie sich auf und welche Nahrungsgebiete fliegen sie an, wenn sie später – hoffentlich – einmal bei uns brüten?

Königseggwald
Bodi füttert seine Jungen in Königseggwald. Foto: Georg Steinhauser 17.05.2014

Königseggwald
Storchenmama mit 4 Jungstörcheni in Königseggwald am 03.06.2014. Foto: Paul Holeczek

Königseggwald
Ob man nicht doch mal so langsam losfliegen sollte? 27.06.2014. Foto: Georg Steinhauser

Königseggwald
Die vier Jungstoerche in Königseggwald am 27.06.2014. Die Antennen der Sender sind teilweise erkennbar.
Foto: Georg Steinhauser

Ihr Geschlecht wird sich übrigens bald herausstellen, denn es wurde von jedem von ihnen eine Federprobe für eine DNA-Analyse entnommen, wie werden sie dann heißen: Lucy oder Luca; Laura oder Lorenz; Jannica oder Jan und Pia oder Pius?
Am 25. Juni, also im Alter von etwa zehn Wochen traute sich der mutigste unserer Senderstörche erstmals vom Nest, bald machten es ihm die anderen nach. Der Ausflug der Jungschar blieb jedoch leider nicht ohne Folgen. Denn es gibt eine traurige Nachricht von Jannica (oder Jan): Sein erster Ausflug endete in einem Desaster. Er verirrte sich in einer Werkshalle und wurde dort vermutlich von einem Marder angefallen. Man fand den Storch dort am 30. Juni mit abgebissenem Kopf.
Hoffentlich ist den Geschwistern von Jannica mehr Glück beschert, denn der Zug in den Süden, den sie schon in einigen Wochen antreten werden, ist voller Gefahren.

Königseggwald
Foto: Georg Steinhauser, Aulendorf, 28.05.2013

2013: Die unberingte Störchin von Königseggwald kam dieses Jahr schon sehr früh zurück. Mitte Februar sichtete man sie schon auf dem Königseggwalder Horst. Senderstorch "Bodi" ließ noch etwas auf sich warten, obwohl er seit Neuestem den Winter in Süddeutschland verbringt (er erschien bei der Fütterung in Böhringen!). Am 27. Februar schließlich gesellte er sich zu seiner Gattin. Erstmal Hausputz, Renovierung und noch ein paar Äste angebaut, dann wurde das Nest für die Eier ausgepolstert. Seit Ende März sitzen sie darauf.

Juni: Full House in Königseggwald. Fünf kleine Störche tummelten sich anfangs im Nest. Das Nesthäkchen wurde jedoch nur wenige Tage alt. In der Nacht vom 9. auf den 10. Mai regnete es stark, und am nächsten Morgen lag es tot unterm Horst. Die übrigen vier hielten sich gut über die nächsten beiden Wochen, dann aber kamen Kälte und  tagelanger Dauerregen Ende Mai und drei weitere starben. Immerhin kam einer der Königseggwalder Jungstörche durch. Am 5. Juni erhielt er seinen Personalausweis, den schwarzen ELSA-Ring mit der weißen Nummer. Die kritischen Wochen seiner Nestlingszeit hat er nun endgültig überstanden.

August: Trotz kleiner Lücken in den Fahnen einiger Handschwingen brachte der Königseggwalder seinen ersten Ausflug vom Nest erfolgreich hinter sich. Seine Flugkünste sind nun nahezu perfekt, so dass er demnächst – vorausgesetzt, die Gefiederschäden verschlimmern sich nicht – die Reise in den Süden antreten kann.

2012: So hektisch es letztes Frühjahr bei den Störchen in Königseggwald zuging, so geruhsam geht man es diesen Frühling an. Der Esenhausener blieb in Esenhausen, der Hasenweiler in Hasenweiler, der frühere Königseggwalder war endgültig aus dem Rennen. "Bodi" und die Unberingte belegten Ende Februar in aller Ruhe ihren Horst, paarten sich wie es sich gehört und legten alsbald in der letzten Märzwoche ihre Eier. Und wenn allles weiterhin seinen gewohnten Gang geht, werden Ende April die ersten kleinen Störche im Königseggwalder Nest das Licht der Welt erblicken.

Anfang Juni: Wie viele andere Störche Oberschwabens, so hatten auch die Königseggwalder Storcheneltern ihre Junge dieses Frühjahr vermutlich wegen des herrschenden Windes gut in einer tiefen Nestkuhle versteckt. Anfang  Mai konnte man aber mit etwas Geduld schließlich drei Junge zählen. Eines der drei kam Mitte Mai ums Leben, die beiden anderen bringen die Eltern aber durch. Bei der Beringung waren sie schon gut befiedert und zeigten ein zufriedenstellendes Körpergewicht.

August: Der Jungfernflug des ersten der Königseggwalder Jungstörche zog einige Aufmerksamkeit auf sich. Er endete nämlich mit einer Bruchlandung. Die Wiese, auf der der Storch niederging, wurde kurz darauf gemäht, deshalb fing eine Anwohnerin den zitternden Storch sogleich ein. Er erholte sich glücklicherweise bald von seinem Schock, flog auf einen Holzstoß und von da nach geraumer Weile schließlich zurück aufs Nest. Während dieses ganzen Ausflugs stand er unter ständiger Beobachtung, und man war sehr erleichtert, dass er es alleine schaffte. Jetzt geht es mit dem Fliegen schon sehr viel besser. Es wird ja aber auch Zeit, denn der sonnige Süden ruft.

Königseggwald

Fotograf: Georg Steinhauser, Aulendorf

2011: Königseggwald, was die Weißstörche anbelangt, bisher eher ein ruhiger Ort, war im Frühjahr 2011 Schauplatz heftiger Kämpfe und eines unglaublichen Durcheinanders. Der nun siebenjährige gebürtige Zwiefaltendorfer, der in Süddeutschland überwintert, war schon Ende Januar für kurze Zeit an seinem Horst. Dann erschien er wieder am 10. Februar, blieb aber auch diesmal nur eine Woche und verkrümelte sich nach Denkingen, wo er an einem Kampf beteiligt war und nachfolgend zusammen mit dem Denkinger Weibchen den ihm eigentlich nicht zustehenden Horst besetzte.
Am 22. Februar kam dann das unberingte Königseggwalder Weibchen an (sehr wahrscheinlich war es die Horstinhaberin, da unberingt, kann es hierüber aber keine endgültige Sicherheit geben), verzog sich nochmals bei dem zeitlich unmittelbar folgenden Wintereinbruch und kam am 1. März wieder. Schon am Tag danach erschienen die ersten beiden Fremdstörche am Königswalder Nest, das Weibchen regte sich gehörig auf, es kam zu Kämpfen. Am 4. März stand schließlich der Esenhausener Brutstorch, der sicherlich an diesen Kämpfen beteiligt war, zusammen mit der Unberingten auf dem Nest.
Am darauffolgenden Wochenende kam der Denkinger Brutstorch zu seinem angestammten Horst zurück und forderte seine Rechte ein. Der Königseggwalder wurde vertrieben und wollte wohl zu seinem eigenen, nun aber schon besetzten Horst zurückkehren, denn nach weiteren Streitereien wurde auf einmal wieder ein mit einem schwarzen ELSA-Ring rechts beringter Storch zusammen mit dem Weibchen auf dem Königseggwalder Horst gesehen (am 7. März war aber offensichtlich noch oder wieder der Esenhausener auf dem Nest, von Herrn Holeczek fotografiert).
Es kehrte aber mitnichten Ruhe ein. Genau eine Woche nach Eroberung durch den Esenhausener, am 11. März, wurde ein weiterer heftiger Kampf beobachtet, danach hieß der Horstinhaber "Bodi", unser Schweizer Senderstorch (vgl. Illmensee, Ostrach-Wangen, Waldbeuren). Und "Bodi" machte schließlich auch endgültig das Rennen, auch wenn er es zu Anfang nicht einfach hatte. Am 14. März konnte ich nämlich einen links mit ELSA-Ring gekennzeichneten Storch beobachten, den ich leider nicht vollständig identifizieren konnte, es war jedoch eindeutig nicht der ebenfalls links beringte Esenhausener. War es der Hasenweilerer, der letztes Jahr für seine Eskapaden in Blochingen berühmt wurde? Jedenfalls rauschten in dem Moment "Bodi" und die Unberingte heran und fegten den Eindringling buchstäblich vom Nest.
Jetzt ist aber erst mal Schluss mit lustig, denn es wird ernsthaft im Königseggwalder Nest gebrütet.

Juni: Am Maifeiertag und den folgenden Tagen schlüpften die kleinen Störche im Königseggwalder Nest. Anfangs wurden vier Köpfchen gezählt, doch wurden sie nach und nach weniger, bis schließlich nur noch ein Jungstorch übrig geblieben war. Er konnte am 7. Juni im Alter von gut fünf Wochen beringt werden und brachte dabei zweidreiviertel Kilogramm auf die Waage. Wir machen uns Gedanken, warum drei der vier Jungen gestorben sind. Denn gute Nahrungsgebiete gibt es im Pfrunger-Burgweiler Ried nicht allzuweit weg vom Horst, und Bodi ist eigentlich ein guter Brutstorch, der allerdings in letzter Zeit ziemlich unstet geworden ist. Dem nun allein im Horst stehenden Jungstorch können nun aber auch Wind und Wetter (mit Ausnahme eines heftigen Hagelschlags) nichts mehr anhaben. In wenigen Wochen wird er mit den Flugübungen beginnen.

Anfang August: Ungefähr einen Monat nach seiner Beringung wagte der Königseggwalder Einzelstorch den Sprung vom Nest. Und dann hielt ihn auch bald nichts mehr dort, vielleicht war ihm seine Nestlingszeit doch zu einsam gewesen. Er flog schnurstracks nach Ebenweiler und suchte sich die Gesellschaft der Ebenweiler Jungstörche, die von seinem Besuch an ihrem Nest nicht gerade erbaut waren. Er ließ sich aber nicht abwimmeln, kam sogar in den Genuss des Futters, das die Ebenweiler Eltern brachten, und hält sich seitdem fast andauernd auf den Ebenweiler Wiesen am See oder in Nähe des dortigen Horstes auf. Es ist gut möglich, dass die Belästigung durch den Königseggwalder dazu beigetragen hat, dass sich der Ebenweiler Nachwuchs anstrengte, so schnell wie möglich selbst vom Nest loszukommen. Denn schon ein paar Tage nach dem ersten Besuch wurden die Ebenweiler flügge.

2010: Sie sind ihrem Horst treu geblieben, die Königseggwalder. Sie hatten hier letztes Jahr ja auch drei Junge großziehen können. Schon im Februar kehrten sie diesmal nach Königseggwald zurück, er am 10. Februar (er verbrachte den Winter am Bodensee), sie am 27. Februar. Ende März war es dann auch schon soweit, man begann mit der Brut. Wieviele Junge diesmal aus den Eiern schlüpfen werden (im vorigen Jahr waren es fünf)?

Juni: Dieses Jahr ließ man es etwas ruhiger angehen und begann gleich nur mit Aufzucht von drei Jungen. Bei den unwirtlichen Witterungsverhältnissen war das ja auch mehr als genug. Zwar überlebten alle drei die kalten Maitage, meist unter dem Gefieder eines der Altstörche versteckt, das Kleinste war allerdings gegen Ende Mai doch stark in der Entwicklung zurückgeblieben. Am 25. Mai wurden noch alle im Horst gesehen, am 31. Mai bei der Beringung wurde das Nesthäkchen tot auf dem Dach unterhalb des Nestes entdeckt. Die beiden noch lebenden Königseggwalder Jungstörche brauchen wohl noch mindestens zwei Wochen bis sie über den Berg sind. Vor allem der Kleinere war mit 2 kg etwas schmächtig.

Juli: Anfang Juni war es ja noch einmal richtig kalt, trotzdem überlebten beide. Und als dann die Schafskälte Mitte Juni einsetzte, waren beide schon "über den Berg". Ihr Gefieder war zu dieser Zeit schon so gut ausgebildet, dass ihnen nichts mehr passieren konnte. Mit dem Fliegen hatten sie es allerdings nicht besonders eilig. Sie waren schon an die elf Wochen alt, als es endlich der erste wagte. Am 9. Juli startete er zu seinem Jungfernflug, landete auch wieder problemlos auf dem Horst, und zwei bis drei Tage später hielt auch den zweiten nichts mehr auf dem elterlichen Nest. Jetzt wird sich ordentlich Reiseproviant angefuttert, denn lange wird es nicht mehr dauern bis es sie in den Süden zieht. Vom derzeitigen sonnigen Wetter bei uns werden sie sich nicht täuschen lassen, denn der nächste Winter kommt bestimmt.

Königseggwald

Foto: Paul Holeczek 2010

2009: In den ersten Märztagen kehrten die Königseggwalder Störche auf ihren Horst zurück. Es war wieder das Pärchen vom letzten Jahr: die unberingte Storchendame (wobei man bei einer Unberingten natürlich nicht sicher sein kann, dass es tatsächlich dieselbe ist) und ihr nun fünfjähriger Gatte aus Zwiefaltendorf. Nach vier Wochen, die das Paar mit Nest richten, Futtern, Gefiederpflege, Paarung und Geturtel verbrachte, begann die Störchin Eier zu legen, die sie jetzt abwechselnd mit dem Zwiefaltendorfer bebrütet. Mit den ersten geschlüpften Jungen ist Anfang Mai zu rechnen.
Dem letztjährigen Jungstorch aus Königseggwald war übrigens auf seinem ersten Zug leider kein Glück beschieden. Er wurde im Sommer 2008 in Südfrankreich tot aufgefunden, offensichtlich war er mit einem Kabel kollidiert.

Der erste Maitag begrüßte die ersten Storchenkinder im Königseggwalder Nest. Wieviele es jedoch dann tatsächlich wurden, das hielt die Storchenfamilie vorerst streng geheim. Entweder die Jungen saßen in der tiefsten Kuhle des Nestes, oder der Altstorch verstellte wirkungsvoll den Blick ins Nest mit einem gerade mitgebrachten Grasbüschel, oder aber es setzte im entscheidenden Augenblick – ein guter Zeitpunkt ist immer die Fütterung, da gehen meistens alle Köpfchen hoch – starkes Luftflimmern ein. Jedenfalls wurde meine Geduld mehrmals hart auf die Probe gestellt, und mein Wissensdurst konnte bei den ersten Beobachtungen trotz Ausharrens nicht befriedigt werden. Schließlich wurden sie dann aber doch entdeckt: Fünf Junge (das Kleinste starb allerdings durch das Unwetter am 26. Mai). Ob die vielen Schnäbel alle gefüttert werden können, bleibt abzuwarten. Die Eltern können sich jedenfalls nicht allzuviel Freizeit erlauben, und auch die Witterung sollte mitspielen, denn die Nahrungsgebiete liegen überwiegend im Pfrunger-Burgweiler Ried, während die nächste Horstumgebung mit ihren Rapsäckern nicht viel hergibt.

Juli: Mangelnde Widerstandskraft und das nasskalte Wetter Anfang Juni hat dann ein weiteres Junges das Leben gekostet. Im Alter von fast sechs Wochen wurden die drei Überlebenden beringt und gewogen und generell als zu leichtgewichtig befunden (1 Pfund bis 1 kg Untergewicht). Trotzdem überstanden sie ihre kritische Nestlingszeit bis zur Vollentwicklung des Gefieders gut, und der erste des Trios wagte sich am 9. Juli vom Nest. Seine Flugkünste waren aber wohl nicht soweit gediehen, dass er es auch wieder auf den Horst zurückschaffte. Über Nacht fand er jedoch einen sicheren Platz, so dass er schließlich nach wenigen Tagen und etwas mehr Übung wohlbehalten wieder auf dem Horst landete. Die beiden Kleineren haben den Sprung vom Nest noch nicht gewagt.
Noch eine kleine Begebenheit am Rande (nach der Beobachtung eines Mitarbeiters der Fa. Michel): Am 14. Juli erschienen zwei Fremdstörche in der Nähe des Königseggwalder Horstes. Die Storcheneltern waren gerade unterwegs, und so übernahm der schon flügge Älteste die Rolle der Eltern, verteidigte mutig den Horst und seine Geschwister und schlug die beiden Eindringlinge in die Flucht. Wie sagt man da doch im Schwäbischen? "Aus dem wird noch was!"

2008: Der Königseggwalder Brutstorch, der sich den Winter über in Süddeutschland, zeitweise in Hoßkirch aufhielt, besetzte Anfang März wieder seinen Horst. Kurzzeitig gesellte sich ihm eine beringte Storchendame zu, die jedoch nicht identifiziert werden konnte. Bei einer Nestkontrolle am 22. März war er jedoch wieder mit seiner unberingten (vermutlichen) Angetrauten vom letzten Jahr zusammen und seit Anfang April brüten sie.

Juni: Die Jungen in Königseggwald schlüpften um den 10. Mai. Drei Flaumknäuel tummelten sich im Nest. Eines der Kleinen starb jedoch Ende Mai, und am 2. Juni wurde leider noch ein zweiter toter Jungstorch aus dem Horst geworfen (er wurde zur Untersuchung auf Schimmelpilzinfektion nach Berlin geschickt, wahrscheinlich ist jedoch Mangelernährung die Todesursache). Dem letzten geht es aber gut, bei der Beringung am 13. Juni wog er immerhin mehr als zweieinhalb Kilogramm.

Juli: Die Untersuchung am Institut für Tierpathologie der Freien Universität Berlin brachte folgendes Ergebnis: Eine Infektion durch Schimmelpilze (Aspergillose) wird definitiv ausgeschlossen; eine Virusinfektion kommt allerdings als Todesursache des Jungstorchs in Betracht. Der Drüsenmagen war auffällig aufgebläht, die Verdauung daher stark eingeschränkt. Ähnliche Symptome zeigte übrigens auch ein ebenfalls eingeschickter verendeter Jungstorch aus Beizkofen.
Der noch lebende Jungstorch erfreut sich jedoch bester Gesundheit. Am 12. Juni wurde er bei Flugübungen zwar durch einen Windstoß vom Nest abgetrieben, schaffte es aber aus eigener Kraft wieder zurück auf den Horst, womit seine Flugfähigkeit eindeutig bewiesen war. Bei der letzten Kontrolle am 29. Juli war das Nest leer, und der Jungstorch zusammen mit anderen Jungstörchen (siehe Fleischwangen) wohl bereits weggezogen.

2007: Schon 2006 hatte sich das Frühjahr und den gesamten Sommer über immer wieder ein Storchenpaar in Königseggwald aufgehalten. Dieses Jahr scheint es hier nun tatsächlich mit einer Storchenbrut zu klappen.

Das Männchen ist ein Oberschwabe aus Zwiefaltendorf und nun drei Jahre alt. Es ist das selbe, dass schon im letzten Jahr als "Halbstarker" den Horst besetzte. Seine Angetraute ist unberingt. Seit Mitte April sitzen sie abwechselnd auf ihren Eiern.

Juni: Der Schlupf des (oder der) Jungen in Königseggwald begann um den 18. Mai. Es waren wohl ein oder zwei Küken (Nest selbst vom Hügel aus schlecht einsehbar). Obwohl diese noch recht klein waren und daher noch besser vor dem miesen Pfingstwetter geschützt werden konnten, überlebten sie dieses nicht. Die Eltern sind auch noch etwas unerfahren.



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