Die Störche Oberschwabens


Michelwinnaden



2017: Die Brutstörche vom letzten Jahr kamen nach ihrem Misserfolg zwar nicht nach Michelwinnaden zurück, doch ließ sich ein anderes Paar auf dem Burgnest nieder, und diesmal klappte es. Die „Burgherren“ bzw. „-damen“ sind diesmal ein dreijähriges Storchenmännchen vom Affenberg und ein noch blutjunges (erst zweijähriges) Burgfräulein aus Dürmentingen.
Ungefähr um Mitte März in Michelwinnaden angekommen, schritt das Paar schon Anfang April zur Brut, um einen Monat später zwei kleine Storchenküken zur Welt zu bringen. Als die Kleinen schlüpften, war das schlimmste Wetter des Frühjahrs gerade vorbei, und da die Eltern fleißig Futter sammelten, wuchsen sie problemlos heran. Am 14. Juni fuhr die Feuerwehr Bad Waldsee an der Burg ihre Drehleiter aus. Die Aufgabe war eine wesentlich schönere als im letzten Jahr, als der schon ziemlich große tote Jungstorch aus dem Nest geborgen werden musste. Die beiden Störchlein in diesem Jahr versuchten zwar ebenfalls, sich tot zu stellen, waren aber natürlich putzmunter. Sie erhielten beide einen schwarzen Ring als Personalausweis, wurden gewogen, Schnäbel und oberflächlich auch das Nest gesäubert, und dann wurden die beiden auch schon wieder in Ruhe gelassen; wahrscheinlich hatten sie die für sie etwas unangenehme Prozedur schon kurz darauf wieder vergessen. Mittlerweile üben sie schon eifrig das Fliegen und bereiten sich damit auf ihre erste große Reise vor.

Michelwinnaden

Foto: Georg Steinhauser 2016.

2016: Neubesiedlung in Michelwinnaden!
Lange Jahre wartete  man vergeblich auf Störche in Michelwinnaden. Zwar kamen immer wieder mal Störche, um sich das seit dem Jahr 2000 angebotene Nest auf dem Dorfgemeinschaftshaus (Burg Michelwinnaden) anzuschauen, bleiben wollten sie jedoch nicht. Jetzt hat es endlich geklappt!
Es ist ein noch sehr junger, erst zweijähriger Storch aus Oberbayern (Raisting), der sich zusammen mit einer Störchin aus dem Landkreis Konstanz (Welschingen) hier niedergelassen hat, die Dame ist zwei Jahre älter als er. Ab Mitte April saßen die beiden Frischvermählten abwechselnd auf einem Gelege, aus dem einen Monat später ein kleines Störchlein schlüpfte.
Die frischgebackenen Eltern, noch Neulinge in dieser Aufgabe, hatten gleich mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Vor Wind und Regen konnten sie ihren Nachwuchs zwar anfangs, als er noch klein war, schützen. Bei dem herrschenden Wetter war es jedoch oft nicht einfach, Nahrung herbeizuschaffen. Mitte Juni kam der kleine Storch in ein gefährliches Entwicklungsalter – die Kuschelzeit unter den wärmenden Flügeln der Altstörche war vorbei -, da kam die Kältewelle mit Wind und Dauerregen am 16./17. Juni und setzte dem jungen Leben ein jähes Ende.
Hoffen wir, dass die Adebare dem Nest in Michelwinnaden auch trotz ihres ersten herben Verlustes treu bleiben und nächstes Jahr wiederkommen.


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