Die Störche Oberschwabens



Neukirch-Wildpoltsweiler



Neuikirch-Wildpoltsweiler

Fotos: Andrea Schupp 2016.

2016: Am Kreuzweiher bei Wildpoltsweiher residieren wieder der Storch aus Singen-Bohlingen und seine unberingte Gattin. Sie begannen wieder recht früh mit der Brut, und so tummelten sich am 22. April bereits drei Junge im Nest, ein weiteres Ei wurde noch gewendet. Ob aus diesem Ei noch ein Junges schlüpfte und vielleicht nur wenige Tage lebte oder das Ei unbefruchtet war, wissen wir nicht genau. Denn bei der nächsten Horstbeobachtung waren es wieder drei kleine Störche, die sich ab und zu im Nest reckten und mit ihren kleinen Schnäbelchen klapperten.
Dann kamen jedoch die Eisheiligen, und die Nässe und Kälte, die sie mitbrachten, dauerte für zwei der drei Kleinen einfach zu lang. So überlebte nur einer der Jungstörche. Dieser hält aber bisher wacker durch und hat auch bald seine kritischsten Nestlingstage überstanden.

Juli: Aus dem kleinen Storch ist inzwischen ein großer Storch geworden, Wind und Wetter können ihm schon lange nichts mehr anhaben. Mit seinen Eltern stolziert er auf den Wiesen umher und macht Mäusen und Fröschen das Leben schwer.
Nur noch wenige Wochen, dann wird er sich von den Eltern verabschieden, sich anderen jungen Störchen anschließen und ab geht´s in den sonnigen Süden.

2015: Unser Paar am Kreuzweiher hat auch dieses Jahr wieder sein Nest bezogen. Schon ziemlich früh, um Mitte März wurde mit der Eiablage begonnen, und bei der Kontrolle am 23. April vom nahen Hügel aus konnten fünf kleine Junge im Nest gezählt werden, die ihrem geringen Größenunterschied nach zu urteilen, kurz hintereinander geschlüpft waren.
Die Storcheneltern haben also jetzt alle Schnäbel voll zu tun, denn die reiche Kinderschar will gefüttert sein.

Leider wurde es nach und nach ruhiger im Wildpoltsweiler Nest. Mitte Mai waren immerhin noch vier kleine Störche im Horst zu sehen, allerdings schienen sie für ihr Alter etwas unterentwickelt. Dann ging es plötzlich sehr schnell. Die kalten und regnerischen Tage zwischen dem 15. und 26. Mai forderten unter den wenig widerstandsfähigen und von den Altstörchen aufgrund ihrer Anzahl und ihres fortgeschrittenen Alters nicht mehr ausreichend geschützten Jungen Opfer. Am 27. Mai war nur noch ein Jungstorch am Leben. Wenigstens er hat es jedoch geschafft. Und wenn alles bei seinen ersten Erkundungsflügen gut geht, wird er im August die Reise in den Süden antreten.

Neukirch

Neukirch

 

2014: Am schönen Kreuzweiher mit Alpenblick hat sich wieder unser altbekanntes Paar niedergelassen.  Erstmal Fröschefang nach der anstrengenden Reise, dann Ausbesserung der Wohnung und Anbau, und nach ausgiebigem Genuss der Aussicht ließ man sich in den letzten Märztagen auf den ersten gelegten Eiern nieder und brütet nun gewissenhaft.

Juni: Full house im Nest am Kreuzweiher: Fünf kleine Störche erblickten das Licht der Welt. Später, vermutlich an den Eisheiligen, reduzierte sich die Jungenschar auf vier und gegen Ende Mai auf drei Junge. Diese machten allerdings bei der Beringung am 2. Juni einen recht guten Eindruck, der größte wog immerhin 3,4 Kilogramm. Lange wird es nun nicht mehr dauern bis die fünfköpfige Familie gemeinsam im Ried am Kreuzweiher auf Nahrungssuche geht.

2013: Bei unberingten Störchen weiß man ja nie genau, ob es wirklich dieselben sind wie im letzten Jahr. Doch nach dem Verhalten des Paares zu urteilen spricht vieles dafür, dass es sich am Kreuzweiher um dieselbe Störchin handelt. Ihr Partner, das mittlerweile sieben Jahre alte Männchen aus Singen-Bohlingen, war dieses Jahr früher zurück als sie. In den letzten Märztagen, aufgrund der Kälte also etwas später als letztes Mal, wurde am Kreuzweiher mit der Brut begonnen.

Juni: Trotz der Kälte um Ostern erlitt das Gelege keinen Schaden. Anfang Mai konnte man vom benachbarten Hügel aus drei kleine Störche erblicken. Die ersten Kälteperioden hielten sie tapfer durch, noch am 28. Mai waren alle drei munter. Der dann folgende sintflutartige Regen, der nicht mehr aufhören wollte und dazu die bittere Kälte waren aber zuviel. Es starben alle drei. Das Storchenpaar wird hoffentlich nächstes Jahr trotzdem wieder am Kreuzweiher brüten. Wünschen wir ihnen mehr Glück im nächsten Jahr.

2012: Die unberingte Storchendame vom Kreuzweiher kam diesmal deutlich später als letztes Jahr aus ihrem Winterquartier zurück, nämlich am 26. Februar. Sie musste diesmal auch nicht lange auf ihren Gatten warten, denn der war dafür diesmal etwas früher dran, schon drei Tage nach ihrer Ankunft leistete er ihr auf dem Horst Gesellschaft.
Wie im letzten Jahr bekam das Paar auch dieses Frühjahr ein paarmal Besuch von einem Fremdstorch, der sich immer mal wieder auf dem benachbarten Nest niederließ, von dort aber sofort vom ansässigen Neukircher Männchen verjagt wurde.
Das Paar hatte es diesmal ziemlich eilig, und um den 20. März lag schon das erste Ei im Nest. Wie wir die beiden kennen, werden es mittlerweile wohl mindestens fünf sein.

Anfang Juni: Fünf Junge schlüpften diesmal nicht, vier waren es jedoch. Und alle vier leben noch. Mit tatkräftiger Mithilfe der Tettnanger Feuerwehr konnte man ihnen am 1. Juni die Ringe mit ihrer persönlichen Nummer anlegen und einen einigermaßen zufriedenstellenden Ernährungszustand feststellen (sie waren annähernd gleich groß und wogen zwischen 2,6 und 3,1 Kilogramm). Ihre Gefieder schützt sie mittlerweile ausreichend vor Kälte und Regen, so kann Ihnen eigentlich bis zu ihrem ersten Ausflug nicht mehr viel passieren.

August: Immer größer wurden die vier, und auf dem Nest wurde es immer enger. Ende Juni – man hatte schon reichlich Flugübungen gemacht – hielten sie es schließlich nicht mehr aus. Fliegen, hieß die Devise, und neues Terrain kennenlernen. Und so schön es auch am Kreuzweiher ist mit seinem grandiosen Blick zum Säntis, unwirtlich wird es im Winter auch hier. Also demnächst nichts wie weg in Gefilde, wo auch im Winter die Sonne scheint und der Tisch reich gedeckt ist.

2011: Das unberingte Weibchen erschien diesmal schon am 11. Februar auf dem Horst am Kreuzweiher. Ca. 3 Wochen später, am 2. März, kam ein zweiter Storch, dem die Dame jedoch nicht wohlgesinnt war, und ließ sich auf dem Nachbarnest ein paar Pappeln weiter nieder. Annäherungsversuche zwischen den beiden Störchen wurden nicht beobachtet. Das Brutmännchen ließ bis zum 8. März auf sich warten. Der Fremdstorch zog nach dessen Ankunft jedoch nicht endgültig ab. Immer wieder flog er in den folgenden Wochen den Kreuzweiher an und näherte sich dabei auch dem Horst des angestammten Paares, das sich darüber jedesmal gehörig aufregte. Am 31. März konnte ich sogar drei Fremdstörche beobachten, die einmal sehr knapp über das Nest flogen, in dem bereits gebrütet wurde. Einer davon ließ sich kurzzeitig auf dem Nachbarhorst nieder, mindestens zwei der Störstörche waren unberingt. Auch hier zeigt sich, wie auch in Aulendorf oder Riedhausen oder an anderen Orten, wo mehrere Horste in unmittelbarer Nähe aufgestellt oder von Störchen nach Brutverlust selbst errichtet wurden, dass unmittelbar benachbarte Horste Unruhe ins Brutgeschäft eines Storchenpaares bringen können. Stress für das angestammte Brutpaar, das die Besiedlung dieses Horstes verhindern möchte, ist oft vorprogrammiert. Hoffen wir, dass am Kreuzweiher bald Ruhe einkehrt.

Juni: Sie hatten mal wieder reichen Kindersegen, unsere Neukircher Storcheneltern. Aus dem Gelege schlüpften nämlich ab Ende April fünf Junge. Alle fünf lebten noch bei der Nestbeobachtung am 10. Mai. Zwei Wochen später waren jedoch die beiden Jüngsten tot. Ende Mai/Anfang Juni starb dann ein weiterer der Jungstörche, nur zwei der fünf überlebten. Da die Fremdstorchangriffe nach regelmäßigen Beobachtungen von Anwohnern nachgelassen hatten und während der Jungenaufzucht keine anderen Störche am Nest gesichtet wurden, ist es etwas rätselhaft, warum die Neukircher nur zwei des Quintetts durchbrachten. Denn das Feuchtgebiet um den Kreuzweiher dürfte auch bei trockenem Wetter genügend Futter bieten. Immerhin waren die beiden überlebenden Jungstörche bei ihrer Beringung im Alter von ca. sechs Wochen gut genährt, sie wogen beide über 3 kg.

Anfang August: Im Alter von neun Wochen verließen die beiden Wildpoltsweiler Jungstörche ihr Nest und drehten ihre ersten Runden über den Wiesen am Kreuzweiher. Bald hält sie hier jedoch nichts mehr, sie werden sich anderen Jungstörchen anschließen und dem Ruf der Ferne folgen. Ihre Eltern treten den Zug in den Südwesten etwas später an, sie werden wir bestimmt nächstes Frühjahr wiedersehen.

2010: Der Singener und die Unberingte sind aus dem Süden wieder zu ihrem Horst mit Alpenblick am Kreuzweiher zurückgekehrt. Kurz vor ihrer Ankunft wurde das von Wind und Wetter etwas mitgenommene Nest vom BUND Markdorf noch stabilisiert, sodass einer Brut nichts im Wege steht. Die beiden Störche erschienen am Kreuzweiher am 24. Februar bzw. am 4. März und taten sich im Ried erstmal gemeinsam an Fröschen gütlich. Seit Anfang April liegt nun aber stets einer der beiden im Horst, wärmt ein Gelege und genießt die schöne Aussicht.

Juni: Ungefähr am 8. Mai schlüpften die ersten beiden Jungen am Kreuzweiher. Zwei weitere folgten in den nächsten Tagen. Bei einer Horstkontrolle vom nahen Hügel aus schienen alle vier Nestlinge trotz der Kälte und des vielen Regens ziemlich fidel, doch zeichnete sich ein beträchtlicher Größenunterschied zwischen den beiden ältesten und den j üngeren ab, vor allem der j üngste war sehr klein geblieben. Auch bei der letzten Beobachtung am 28. Mai fiel der j üngste durch seine äußerst geringe Größe auf. Anscheinend kommt er beim Füttern etwas zu kurz, hoffentlich fällt er in der Entwicklung nicht noch weiter zurück. Immerhin hat er seine ersten beiden Lebenswochen schon überstanden und er machte eigentlich keinen apathischen Eindruck. Jetzt kommt es darauf an, ob die Eltern ihn berücksichtigen und neben großen Beutetieren wie z.B. Mäusen für die älteren Jungen auch noch Kleintiere bringen, die er besser aufnehmen kann. Besonders geeignet wären Käfer, Kaulquappen oder kleine Frösche und Egel, nur mäßig geeignet sind dagegen Regenwürmer, die beim Fressen gewisse Fertigkeiten erfordern und auch hinsichtlich des Nährstoffgehalts nicht optimal sind.

Juli: Lang andauernder, teils starker Regen und Kälte Ende Mai und vor allem in den ersten Junitagen waren für die beiden Kleinsten im Nest am Kreuzweiher denn doch zuviel, und so überlebten nur die beiden Ältesten. Die Beiden waren dafür bei Einsetzen der Schafskälte bereits so gut entwickelt, dass sie diese ohne Probleme überstanden (der größere wog bei der Beringung am 16. Juni – die Jungen waren zu diesem Zeitpunkt fast 6 Wochen alt – ca. dreieinhalb Kilogramm).
Mitte Juli war es dann soweit. Der erste Sprung ins Ungewisse, sich den Lüften anvertrauen, die Eroberung eines neuen Elements. Zu viert staksen sie jetzt im Ried, machen den Fröschen das Leben schwer und bereiten sich auf die große Reise vor. Was sie wohl im Süden erleben werden?

2009: Auch der Horst in Neukirch-Wildpoltsweiler, letztes Jahr neu besiedelt, wurde dieses Frühjahr wieder besetzt. Der Storchenmann ist wieder derselbe, doch seine letztjährige Gattin ist umgezogen, nämlich nach Markdorf-Kluftern. Ob sie damit gute Karten gezogen hat? Das Nahrungsgebiet am Kreuzweiher erscheint besser als dasjenige in Kluftern, und das Paar hatte in Wildpoltsweiher auch erfolgreich zwei Junge großgezogen.
Die diesjährige Störchin in Wildpoltsweiler ist unberingt, man kann also keine Aussagen darüber machen, woher sie stammt. Möglicherweise ist die Unberingte das letztjährige Klufterner Brutweibchen, das dort nicht mehr aufs Nest gelassen wurde, aber das bleibt Spekulation.
Am 9. April wurden beide Störche noch gemeinsam auf der Wiese beobachtet, am Abend allerdings wechselten sich beide Störche beim Sitzen im Nest ab. Ernsthaft gebrütet wurde zwar offensichtlich noch nicht (man erkennt eine Brut unter anderem an der Art und Weise des Hinsetzens und an der Beschäftigung mit dem Wenden der Eier während der kurzen Stand-Phasen), doch könnte ihr Verhalten darauf hinweisen, dass das erste Ei bereits gelegt war und der Brutbeginn unmittelbar bevorsteht.


Juni: Es wurde gebrütet, und wie! Fünf Junge schlüpften im Horst am See. Und alle waren zunächst putzmunter. Am See gibt es Nasswiesen und Seggenriede, die einiges an Nahrung bieten dürften, es bestand durchaus die Möglichkeit, dass es alle Fünf tatsächlich schaffen würden. In den letzten Jahrzehnten haben Storcheneltern im Gegensatz zu früher kaum einmal fünf Junge zum Ausfliegen gebracht. Auf jeden Fall machte es große Freude, den Fünfen vom naheliegenden Grashügel aus zuzusehen. Dann kam der 26. Mai und mit ihm Sturm, Starkregen und Hagelschlag. Mit Bangen fuhr ich drei Tage später an den Kreuzweiher. Wie Streichhölzer abgeknickte Pappeln – mindestens ein Viertel der Pappeln in der Reihe, wo der Horst steht, war umgenietet -  ließen Schlimmes ahnen. Ich kletterte auf den Grashügel, blickte durchs Spektiv – und – da waren sie noch fast alle da: Vier Junge hatten dieses Inferno wider allen Erwartens überlebt und futterten, was das Zeug hielt. Ich glaube, kaum einer konnte in diesem Augenblick glücklicher sein als ich nach den vielen Hiobsbotschaften, die mich bis dahin aus anderen Horsten erreicht hatten.

Juli: Leider waren zwei der vier Ende Mai noch lebenden Jungen am Kreuzweiher doch zu schwach, um das nasskalte Wetter Anfang Juni zu überstehen. Und so konnten am 19. Juni nur noch zwei kleine Störche mit dem weiß beschrifteten schwarzen ELSA-Ring gekennzeichnet werden. Diese beiden waren aber erfreulicherweise zu diesem Zeitpunkt recht gut beieinander und brachten jeweils um die 3 kg auf die Waage. Im Horst kann ihnen jetzt nicht mehr viel passieren. Gefährlich wird es erst wieder bei ihren ersten Flügen (die sicher bald stattfinden werden), denn Strommasten stellen noch immer ein beträchtliches Risiko dar, und auch der erste Zug in den Süden birgt für die noch unerfahrenen Störche mancherlei Gefahren.

2008: Neuer Horst bei Neukirch. Zwischen Neukirch und Wildpoltsweiler am Rande des  Kreuzweihers wurde ein auf einer abgesägten Pappel angebrachter Horst dieses Frühjahr im April von Weißstörchen besiedelt. Zusammengetan haben sich ein 2006 in Gutmadingen beringtes Weibchen und ein ebenfalls zweijähriges Männchen aus Singen-Bohlingen.
Die Brut und auch die Jungenaufzucht – es sind zwei Junge im Nest, die etwa Ende Mai schlüpften – sind bisher erfolgreich.

Juli: Am 30. Juni wurden die beiden Jungstörche am Kreuzweiher mit Hilfe der Tettnanger Feuerwehr beringt und brachten zu dieser Zeit (also im Alter von 6 Wochen) jeder ca. zweieinhalb Kilogramm auf die Waage. Das ist zwar in diesem Alter etwas wenig, doch verwundert das Untergewicht nicht angesichts der auffällig geringen Fütterungsfrequenzen an diesem Horst: Nahezu vier Stunden ließen sich die Eltern manchmal nicht am Nest blicken.
Mittlerweile sind die Jungen fast ausgewachsen, sie fliegen jedoch noch nicht. Bis zu ihrem Ausflug dürfte es allerdings nur noch eine, höchstens zwei Wochen dauern. Sie sollten sich etwas beeilen, denn die Zeit drängt.

Fotos von Luis Ramos 2008:

Neukirch

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