Die Störche Oberschwabens



Aulendorf

aulendorf_2006



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2016: In Aulendorf gab es zunächst einige Verwirrung. Denn am 21. Februar besetzte ein Storchenmännchen das Nest, welches augenscheinlich nicht das Letztjährige war, denn es trug einen Ring. Kurz danach erschien die letztjährige Störchin, die aber nicht lange fremdelte, sondern sich bald mit dem Neuen anfreundete. Fünf Tage später kam dann aber der Horstinhaber zurück und zettelte, wie erwartet, einen Kampf an. Zunächst behauptete sich der Fremde, zwei Tage danach hatte aber der alteingesessene Unberingte seinen Horst zurückerobert. Der Verlierer trug Blessuren davon, konnte jedoch nach Behandlung durch eine Tierärztin und etwas Pflege wieder freigelassen werden. Bei dem Fremdstorch handelte es sich übrigens um ein Storchenmännchen, welches in den letzten drei Jahren den Illmenseer Horst innehatte, dort jedoch 2013 und 2014 erfolglos und im letzten Jahr überhaupt nicht brütete. Vor seiner Horstbesetzung  in Aulendorf hatte er es bereits in Fleischwangen versucht, von wo er am 19. Februar durch den dortigen zurückgekehrten Horstinhaber verjagt wurde. Ja, man hat´s nicht leicht....
In Aulendorf ist jetzt also alles beim Alten. Man legte ab Mitte März insgesamt fünf Eier und brütete vier Jungstörche aus, die jedoch leider zu einem ungüstigen Zeitpunkt, als es noch einmal fast eine Woche lang sehr kalt und nass wurde, schlüpften. Die beiden Jüngsten überlebten die Kälteperide nicht. Den beiden anderen kleinen Störchen geht es bislang jedoch gut, auch wenn sie in ihrer Entwicklung etwas aufholen müssen.
Wer Genaueres erfahren möchte und auch schöne Bilder der webcamera sehen will, kann hier klicken.

Juli: Das Aulendorfer Brutpaar gehörte dieses Jahr zu denjenigen, die besonders zeitig mit der Brut begannen. Sonst oft von Vorteil, da die Jungen der Frühbrüter bei der Schafskälte im Juni schon aus dem Gröbsten raus sind, wirkte sich eine besonders  frühe Brut diesmal wegen der ausgeprägten Eisheiligen nachteilig für das Überleben der Jungen aus. Die beiden noch lebenden Aulendorfer Jungstörche waren zum Zeitpunkt der Eisheiligen schon gut drei Wochen alt. Von den Altstörchen werden sie in diesem Stadium bei schlechtem Wetter oft nicht mehr bedeckt. Das Flaumgefieder schützt jedoch nicht ausreichend gegen Nässe und Kälte, und so kühlten die Aulendorfer Jungstörche – schon in ihrer ersten Lebenswoche wegen des Schneeeinbruchs nicht gerade mit Futter verwöhnt und vermutlich immer noch etwas geschwächt – schon in den ersten Tagen der Eisheiligen stark aus und starben. 

Ob die Aulendorfer Brutstörchin, vor ihrer Horstbesetzung in Aulendorf bei Misserfolg immer schnell zum Ortswechsel bereit (siehe Ebenweiler 2012, Altshausen 2013), nächstes Jahr zu einer weiteren Brut nach Aulendorf zurückkehren wird?

2015: Da sie im letzten Jahr in Aulendorf endlich erfolgreich Junge aufziehen konnte, blieb die Störchin dieses Mal ihrem Horst und dem Aulendorfer Männchen treu. Schon am 16. Februar kam sie in Aulendorf an, musste dann aber noch zwei Wochen bis zur Ankunft ihres Angetrauten warten.
Schon am 20. März lag das erste Ei im Nest. Ein zweites Ei, zwei Tage später gelegt, verschwand spurlos. Insgesamt wurden es bis Ende März aber trotzdem fünf. Mit dem Schlupf des ersten kleinen Jungstorchs ist am 23. April zu rechnen.

Es gibt jetzt übrigens eine Nestkamera in Aulendorf, über die man das Brutgeschehen genau beobachten kann.

Ende April bis Anfang Mai schlüpften insgesamt fünf kleine Storchenküken im Aulendorfer Horst. Im Laufe der ersten beiden Maidekaden starben jedoch die drei kleinsten, nur die zwei gleichaltrigen größten Geschwister überlebten. Am 2. Juni konnten die beiden beringt werden und brachten ein ganz ordentliches Gewicht von über drei Kilogramm auf die Waage. Sie haben ihre kritische Nestlingszeit hinter sich und werden wohl bald ihren ersten Ausflug wagen.

2014: Etwa zwei Wochen früher als im letzten Jahr, schon am 25. Februar, erschienen zwei Störche am Aulendorfer Nest. Das Männchen trägt keinen Ring, es handelt sich vermutlich um den alteingesessenen Aulendorfer Brutstorch. Seine Partnerin ist die nun sechs Jahre alte Störchin aus Waldbeuren, die vor zwei Jahren in Ebenweiler und letztes Jahr in Altshausen brütete. Beide Bruten waren erfolglos, in Ebenweiler war vermutlich ein Kampf für den Verlust der Jungen verantwortlich, letztes Jahr spielte das Wetter den Störchen übel mit. Die Dame reagiert jedenfalls empfindlich auf Misserfolge und kehrte daraufhin den jeweiligen Horsten umgehend den Rücken. Hoffentlich hat sie dieses Mal Glück. Mit der Eiablage begannen sie ebenfalls zwei Wochen früher als im letzten Jahr, und so werden wohl ca. am 24. April von erhöhter Warte aus die ersten kleine Störche im Nest zu sehen sein.
Eigentlich war in diesem Frühjahr die Installation einer Nestkamera geplant. Doch vereitelte die frühe Ankunft der Störche das Vorhaben. Man verzichtete auf die Aktion, um die Störche nicht zu stören, eine vernünftige Entscheidung. Denn gerade in der Paarungszeit sind sie oftmals besonders empfindlich, und die neue Partnerin wäre womöglich auf Nimmerwiedersehen aus Aulendorf verschwunden.

Ende Juni: Irgendwie hatten es die Aulendorfer Brutstörche dieses Jahr ziemlich eilig. Sie brauchten zwei Tage weniger für die Bebrütung ihrer Eier als die meisten ihrer Artgenossen, und so waren bereits am 22. April die ersten drei Storchenküken im Nest zu erkennen. Zwei Eier lagen noch neben ihnen und wurden weiter bebrütet. Auch aus diesen schlüpften nochmals zwei Nestlinge, so dass sich am 25. April fünf Junge im Aulendorfer Horst tummelten. Für die Aulendorfer Störche war das dann aber wohl doch etwas zuviel, nur wenige Tage später verkleinerte sich die Familie, und es waren nur noch drei kleine Störche im Nest zu sehen.
Beringt werden konnten schließlich am 27. Mai zwei Junge, die allerdings dann ein ganz ansehnliches Gewicht auf die Waage brachten. Sie wogen knapp drei bzw. etwas über drei Kilogramm. Im Schlosscafé versammelte man sich nach getaner Arbeit, konnte dank Herrn Steinhauser, der die ganze Aktion vom Kirchturm aus filmisch festgehalten hatte, die Beringung der Störche aus nächster Nähe miterleben und das Leben der kleinen Störche von ihrer Geburt an anhand des hervorragenden Bildmaterials des Aulendorfer Weißstorchbetreuers  mitverfolgen. Außerdem gab es Informationen des BUND über das Projekt der Schussenrenaturierung, in welches auch die Schaffung eines zusätzlichen Weißstorchnahrungsgebiets  integriert worden war. Es war also wieder eine gelungene und gut besuchte Veranstaltung, die zeigte, wie sehr den Aulendorfer Bürgern ihre Störche am Herzen liegen.

2013: Diesmal erschienen sie am selben Tag, Männchen und Weibchen unseres bekannten Aulendorfer Brutpaars. Das Männchen war also, gewarnt durch die Vorkommnisse im letzten Jahr (er musste einen früher angekommenen Konkurrenten vertreiben), wiederum zehn Tage früher erschienen als im Jahr zuvor. Und schon zwei Tage nach ihrer Ankunft waren sie in Kämpfe verwickelt: Es galt Störche vom Schlossnest zu vertreiben, was ihnen auch gelang. Dann war aber Heimrenovierung und Nestauspolsterung angesagt, denn die Eier sollen trotz der unwirtlichen Kälte warmgehalten werden können. Das Gelege ist mittlerweile auch komplett und wird seit Anfang April bebrütet.

Juni: Am 8. Mai begann in Aulendorf der Schlupf der kleinen Storchenküken. Es wurden drei an der Zahl. Einer der der drei überstand die nassen kalten Tage zwischen 22. und 26. Mai nicht und lag am 27. Mai tot im Nest. Merkwürdigerweise war es nicht das Nesthäkchen, sondern der Größte des Trios.  Dann kam die schreckliche Schlechtwetterperiode Ende Mai/Anfang Juni, die nur wenige Jungstörche in Oberschwaben überstanden. Die beiden verbliebenen Jungen im Aulendorfer Nest gehörten nicht dazu.
Damit hatte das Unglück im Aulendorfer Horst jedoch noch kein Ende. Denn am Sonntag, den 9. Juni verunglückte die Aulendorfer Brutstörchin an einem Strommast bei Tannhausen Steegen. Sie verletzte sich schwer und verstarb noch an der Unglücksstelle.
Hoffen wir, dass das Aulendorfer Storchenmännchen bald wieder eine Partnerin findet, und mit ihr im nächsten Jahr erfolgreich Junge aufziehen kann.

Neueste Meldung aus Aulendorf: Der Storch hat nicht lange getrauert, er hat schon eine Neue! Die Altshausener Brutstörchin hat nach erfolgloser Brut in Altshausen ihr dortiges Nest verlassen und hat mit dem Aulendorfer angebandelt. Sicher wird sie im nächsten Jahr hier ihr Glück versuchen.

2012: Die oberschwäbische Störchin aus Denkingen bei Pfullendorf erschien wieder als erste an ihrem Horst. Schon am nächsten Tag erschien ein Männchen, das aber wieder mal nicht ihr Angetrauter war, sondern sich durch seinen Ring als Schweizer zu Erkennen gab. Es stellte sich bald heraus, dass es sich um das 2008 in einem Egolzwiler Nest im Kanton Luzern geschlüpfte Männchen handelte, das im letzten Jahr in Seekirch zwei Junge hatte, die aber bei einem Sturm, der das Nest vom Flutlichtmasten fegte, ums Leben kamen.
Es kam dann wie es kommen musste. Wahrscheinlich weil er schon letztes Jahr um seinen Horst kämpfen musste, kam der unberingte Horstinhaber dieses Mal etwas früher nach Aulendorf zurück, es war der 16. März. Und wieder fand er seinen Platz besetzt vor. Herr Georg Steinhauser, der die Störche in Aulendorf genau beobachtet und immer sehr schöne Fotos von ihnen macht, war zufällig zugegen, als es zu dem entscheidenden Kampf kam: Die Aulendorfer Störchin tat so, als ob sie die Angelegenheit nichts anginge, hielt sich aus allem raus, verließ sogleich den Horst und überließ das Terrain den beiden Storchenmännern. Zwar konnte der Schweizer anfänglich die heftigen Angriffe des Horstinhabers abwehren, doch nach und nach wurde er schließlich doch vom Nest gedrängt. Er gab aber nicht auf, sondern versuchte immer wieder, den Horst zurückzuerobern, ohne Erfolg. Schließlich räumte der Schweizer das Feld, und die Störchin kehrte zu ihrem siegreichen Angetrauten zurück. Da man sich ja schon gut kannte, ging es gleich zur Sache. Es dauerte nur um die zehn Tage, da lag schon das erste Ei im Nest. Immer mal wieder müssen sich die beiden mit Fremdstörche auf ihrem ehemaligen Nest auf dem Schloss befassen, dessen Besiedlung sie zu verhindern versuchen. Ansonsten sitzen sie jedoch gewissenhaft auf ihrem Gelege.

Der Schweizer hat mittlerweile auch einen Platz gefunden. Es hat sich wieder mit seiner früheren Partnerin von Seekirch zusammengetan und wohnt jetzt auf dem Horst in Tiefenbach.

Fotos vom Kampf (Georg Steinhauser 2012):

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Mitte Juni: Am 30. April schlüpften die ersten beiden Küken. Wenige Tage später waren es drei. Vom Kirchturm aus sah und fotografierte Herr Steinhauser am 8. Mai noch ein weiteres weißes Knäuel im Nest, das sich jedoch nicht bewegte. Möglicherweise handelte es sich um eine viertes Junges, das zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht mehr lebte. Vielleicht handelte es sich aber auch nur um einen eingetragenen Papierfetzen, der später wieder fortgeweht wurde. Die drei kleinen Störche wuchsen heran und überstanden auch die gelegentlichen Gewitter und Regengüsse gut. Nach zwei Jahren mit Totalverlusten und davor zwei Brutperioden, in denen jeweils nur ein einziges Junges durchkam, war es für die Aulendorfer Bürger eine große Freude, erstmals eine fünfköpfige Storchenfamilie beobachten zu können. Bei der Beringung des Trios gab es deshalb auch ein kleines Fest. Herr Steinhauser erzählte Interessantes aus den bisher sieben Aulendorfer Storchenjahren und untermalte seinen Vortrag mit wunderschönen Bildern.
An der Schussen sind derzeit biotopverbessernde Maßnahmen im Gange, die auch den Störchen zugute kommen sollen. Es ist zu erwarten, dass sich die Verbesserung der Nahrungsgrundlage in einem besseren Bruterfolg des ansässigen Storchenpaares niederschlagen wird und künftig öfters mal die Aufzucht von drei oder sogar mehr Jungstörchen im Aulendorfer Horst gelingt.

August: Am 11. Juli war es soweit. Die beiden ältesten der Jungschar starteten zu ihrem ersten Flug.  Sie absolvierten ihn erfolgreich und kehrten wohlbehalten zum Nest zurück.  Zwei Tage später jedoch hielt es auch der kleinste nicht mehr im Nest aus und wollte es seinen Geschwistern nachmachen. Allerdings war er eigentlich noch nicht soweit, es fehlte ihm die Kraft. Er stürzte unglücklich ab und zog sich dabei eine komplizierte Flügelverletzung zu. Der Knochen war unmittelbar unterhalb des Handgelenks gebrochen. Der Jungstorch wurde in Salem operiert und steht auch noch die nächsten Wochen unter ständiger Beobachtung durch den Salemer Tierarzt Dr. Stark. Unterkunft findet er so lange am Affenberg. Hoffen wir, dass der Bruch gut verheilt und er vielleicht doch noch wie seine Geschwister den Zug in den Süden antreten kann.

2011: Wie in vielen anderen Horsten Oberschwabens kam auch in Aulendorf die Störchin zuerst aus dem sonnigen Süden zurück. Sie erschien am Abend des 9. März. Schon am nächsten Morgen bekam sie Gesellschaft, doch es war nicht ihr Angetrauter, denn er wurde zunächst abgewehrt. Das Zieren der Dame dauerte jedoch nicht lange, denn bereits am Mittag ließ sich die Störchin von dem neuen Storchenmann besteigen. Es handelte sich übrigens um einen dreijährigen Affenberger aus Salem, der letztes Jahr im Föhrenried brütete, dort jedoch seine Jungen verloren hatte. Nicht ganz zwei Wochen währte es, dann war es mit dem neuen Glück allerdings vorbei. Der angestammte (unberingte) Horstinhaber kehrte zurück und machte seine Rechte geltend. Er gewann den Kampf gegen den jungen Eindringling und stellte wieder die alten geordneten Verhältnisse her.
Einige Verwirrung gab es jedoch zunächst hinsichtlich der künftigen Brutstätte. Die Aulendorfer Störche hatten sich ja im letzten Jahr nach Verlust der Jungen ein zweites Nest auf einem Niederspannungsmast in der Hauptstraße gebaut und jetzt konnten sie sich nicht so richtig entscheiden, welches Nest sie denn nun beziehen sollten. Man entschloss sich schließlich für das neue Mastnest, wo jetzt sein Anfang April ein Gelege bebrütet wird. Das Schlossnest wird jedoch nun von anderen Störchen begehrt, was den brütenden Aulendorfern überhaupt nicht passt, denn eine Besetzung auch dieses Horstes würde Konkurrenz um Nahrung bedeuten. Also versuchen sie, auch dieses Nest zu verteidigen, und verlassen zu diesem Zweck sogar kurzzeitig ihr Gelege. Zur Erleichterung der Storchenfreunde ist mittlerweile aber etwas Ruhe in Aulendorf eingekehrt, und so hoffen wir, dass die Brut erfolgreich fortgesetzt werden kann.
Die bisher installierte Webcamera zeigt derzeit natürlich nur ein leeres Schlossnest. Es soll evtl. demnächst eine zweite Kamera im Kirchturm angebracht werden, die auf das Mastnest ausgerichtet wird.

Juni: Am 3. Mai schlüpften die ersten Jungen in Aulendorf, und am 9. Mai waren es schließlich fünf. Vermutlich ist ein Mangel an Nahrungsgebieten dafür verantwortlich, dass alle Jungstörche nach und nach starben. An nasskaltem Wetter lag es jedenfalls dieses Jahr nicht und auch eine Infektion mit Schimmelpilzen ist bei der herrschenden Trockenheit und der zeitlichen Abfolge des Kükensterbens ziemlich unwahrscheinlich. Unzureichende Fähigkeiten der Altstörche könnten auch eine Rolle spielen, denn es spricht einiges dafür, dass das unberingte Männchen ein im Elsass gebürtiger Storch ist, von denen viele in Mitteleuropa überwintern. Es wurde nämlich festgestellt, dass überwinternde Störche , vor allem überwinternde Männchen, in der Aufzucht von Jungen nicht so erfolgreich wie Wildstörche sind. Auch nutzen überwinternde Störche im Gegensatz zu Zugstörchen bevorzugt gemähte Wiesen, um dort Regenwürmer zu suchen, die sie dieses Jahr bei der herrschenden Trockenheit natürlich kaum finden.

2010: Nachdem das Brutjahr 2009 in Aulendorf ohne Störungen verlaufen war, ist das letztjährige Brutpaar im Frühjahr 2010 zum Horst auf dem Schloss zurückgekehrt. Die Störchin kam schon am 27. Februar in Aulendorf an, ihr Partner erschien am 3. März.
Allerdings versuchte schon am 1. März ein Männchen (wie das angestammte Männchen ohne Ring) auf dem Horst zu landen. Er wurde von der Störchin aber nicht geduldet, was ihn eindeutig als Fremden auswies. Der richtige Gatte, der dann zwei Tage später ankam, flog zunächst den Horst an, fand diesen jedoch verlassen vor, da seine Gattin sich gerade auf den Schussenwiesen verköstigte. Sofort begab er sich auf die Suche, um kurze Zeit darauf zusammen mit ihr auf das Nest zurückzukehren.
Am 7. März, als es nochmals so richtig winterlich wurde, verschwanden die beiden für eine Woche (vermutlich waren sie am Bodensee). Dann aber gingen sie daran, ihr Nest für die neue Brut auszupolstern und vor allem auch den Horst gegen Eindringlinge zu verteidigen. Denn in der zweiten Märzhälfte und auch noch Anfang April war in Oberschwaben einiges los, und es wurden immer wieder Fremdstörche am Aulendorfer Horst gesichtet.
Dank der auf dem Schloss installierten webcamera kann man ziemlich gut ins Storchennest sehen, und so entdeckte man am 31. März das erste Ei. Anfang April begannen dann der Unberingte und die gebürtige Oberschwäbin (2006 in Denkingen beringt) mit der Bebrütung, und es wurden noch weitere vier Eier dazugelegt. Kurz nach Ostern, am 9. April, war das Gelege komplett. Mit insgesamt fünf Eiern ist es so groß wie letztes Jahr.

Juni: Aus allen Eiern schlüpften Junge, und so war das Aulendorfer Nest bis 11. Mai schließlich mit einer fünfköpfigen Jungenschar besetzt. Ob es am Wetter lag – was allerdings eher unwahrscheinlich ist, denn in den meisten anderen Horsten überstanden die Kleinen den kalten Mai gut – oder eine Infektion im Nest grassierte, die kleinen Störche hatten leider nur ein sehr kurzes Leben: am 16. Mai waren alle tot. Auch in drei anderen Horsten (Riedhausen, Esenhausen und Illmensee) starben die Jungen alle in sehr geringem Alter ganz plötzlich, auch hier besteht der Verdacht einer Infektion, möglicherweise mit Schimmelpilzen. Die toten Jungen von Riedhausen, Esenhausen und Illmensee wurden in die Tierärztliche Untersuchungsanstalt nach Aulendorf gebracht. Das Ergebnis der Untersuchung steht noch aus. Die herausgeworfenen Jungen von Aulendorf hat man nicht gefunden. Eines liegt wohl noch im Nest an einer ziemlich unzugänglichen Stelle und hätte nur unter Gefahr herausgeholt werden können.
Die Altstörche trauen nun ihrem Horst wohl nicht mehr so ganz. Auch haben sie jetzt natürlich Langeweile und es kommt – wie oft nach Brutverlusten – der Bautrieb wieder zum Vorschein. Jedenfalls errichten sie gerade einen neuen Horst auf einem Niederspannungsmasten, sie übernachten aber noch auf dem Schloss. Welches Nest sie nächstes Jahr nutzen werden?

2009: Diesmal waren die Störche in Aulendorf wesentlich früher da als im letzten Jahr. Sie erschienen schon Mitte März. Einer der Beiden ist unberingt - es könnte das Männchen vom letzten Jahr sein -, seine Partnerin ist jedoch eine andere. Die Storchendame trägt nämlich einen Ring, der sie eindeutig als die 2006 in Denkingen (bei Pfullendorf) geborene Störchin ausweist, die letztes Jahr in Bad Buchau brütete. Ihr Männchen in Bad Buchau kam dort allerdings im letzten Jahr um, die Jungen mussten ausgehorstet werden, weshalb es ihr dort wohl nicht mehr gefallen hat. Wünschen wir ihr mehr Glück in Aulendorf.
Das Familienleben der Aulendorfer Störche kann seit 3. April im Internet beobachtet werden. Die auf dem Schloss installierte webcamera liefert alle 15 Sekunden ein recht gutes Bild aus dem Storchennest. Auf den Bildern des 5. April war bereits ein erstes gelegtes Ei zu entdecken, das auch sogleich von den Störchen bebrütet wurde. Das bedeutet, dass so um den 7. Mai der erste kleine Storch im Aulendorfer Nest schlüpfen wird. Am Ostermontag war das Gelege mit 5 Eiern komplett.
Mit den Krähen gibt es bisher erfreulicherweise keinerlei Schwierigkeiten.

Juni: Pünktlich nach 32 Bruttagen pellte sich im Aulendorfer Storchennest das erste Küken aus dem Ei. Drei weitere Geschwister folgten (mehr Informationen mit Bildern auf der Aulendorfer Storchen-Webseite s.o.). Das Kleinste blieb in der Entwicklung stark zurück, und es war abzusehen, dass es nicht überleben würde. Am 19. März, es war gerade eine Woche alt, wurde es von den Eltern aus dem Nest geworfen. Ein weiteres starb am 27. Mai, einen Tag nach dem legendären Unwetter. So Petrus will, werden die beiden Ältesten aber unbeschadet aufwachsen. Bald, noch vor Mitte Juni, werden sie ihren Personalausweis, ihren Ring, erhalten.

17. Juli: Auch der kleinere der beiden verbliebenen Jungstörche scheint nicht sehr widerstandsfähig gewesen zu sein, denn er überstand das nasskalte Wetter am 6. Juni nicht. So blieb schließlich im Aulendorfer Nest nur noch ein Jungstorch am Leben, dieser ließ es sich aber gutgehen, und am 16. Juni konnte er beringt werden. Der ca. fünfeinhalb Wochen alte "Andi" (so wurde er – oder sie? – von der Klasse 1c der Grundschule Aulendorf getauft) wog 2,7 kg, was angesichts seines Alters gerade noch im Rahmen ist. Er übt zwar schon fleißig seine Flugmuskulatur, fliegen kann er aber noch nicht, er hat ja auch noch etwas Zeit (die meisten Jungstörche fliegen im Alter von 9 bis 11 Wochen erstmals vom Horst). Am 27. Juni erlaubte sich ein Besucher von www.stoerche-aulendorf.de mit einer Fotomontage, die einen verlassenen Aulendorfer Horst zeigte, einen kleinen Scherz. Die "Ente" (diesmal kein Storch) stiftete bei anderen website-Besuchern einige Verwirrung: Man munkelte, "Andi" sei ein ganz Flotter, der mit seiner Entwicklungsgeschwindigkeit alle Rekorde bricht: Flügge mit sieben Wochen. Denkste! Man wird sehen.

2008: Recht spät erschienen dieses Frühjahr die Störche in Aulendorf. Der in Isny geborene Storch "Felix" war jedoch nicht dabei. Ein unberingtes Storchenmännchen kam Ende März an, ließ sich zunächst auf dem Schlossnest nieder und begann wenige Tage später auf einmal mit einem Nestbau auf einem Niederspannungsmast in der Eckstraße. Die Anfang April ankommende Storchendame – ebenfalls unberingt und möglicherweise die Brutstörchin vom letzten Jahr – überzeugte ihn dann aber wohl von den Vorzügen des hoch oben über dem Schussental thronenden Schlosshorstes, und so zog er mit ihr zusammen wieder dorthin um. Seit Mitte April sitzt man abwechselnd auf einem Gelege. "Antonia", die Aulendorfer Brutstörchin des Jahres 2006, ist übrigens wieder wie schon im letzten Jahr in Bad Waldsee, wo sie sich regelmäßig für die Bad Waldseer Internetseite www.stoerche-bw.de ablichten lässt.

Juni: Nachdem das zudringliche Krähenpaar in diesem Frühjahr erfolgreich vom Storchenhorst vergrault worden ist, gibt es nun erstmals Jungstörche in Aulendorf. Vier Junge schlüpften, von denen allerdings trotz des eigentlich ganz passablen Wetters nur eines durchkam. Am Mittwoch, den 18. Juni kletterte man aufs Dach des Schlosses, um den kleinen Storch mit seinem Personalausweis zu versehen, dem schwarzen Ring mit der weißen Nummer der Vogelwarte Radolfzell. Der Jungstorch erwies sich dabei als etwas unterentwickelt. Sein Schnabel war durch Regenwurmkost völlig verklebt - der Oberschnabel trug eine regelrechte Kappe aus Lehm – und begann sich bereits zu verformen. Innen war er mit Gras ausgefüllt, so dass der Jungstorch beim Fressen stark behindert war. Das Schnabelreinigen bei der Beringung war in diesem Fall eine wirklich dringende und ziemlich sicher lebensrettende Maßnahme, denn ein an der Spitze stark verformter Schnabel bedeutet den sicheren Tod.

Juli: Der Aulendorfer Jungstorch hat sich gut entwickelt, auch sein Schnabel ist wieder völlig in Ordnung, von der Verformung kurz vor der Beringung ist nichts zurückgeblieben. Am Mittwoch, den 23. Juli verließ er zum ersten Mal – allerdings eher unfreiwillig – das Nest: Während seiner Flugübungen driftete er etwas vom Horst ab und rutschte bei der Landung vom Nestrand. Noch ziemlich unbeholfen steuerte er den nächsten Schlossgiebel an, wo er erstmal längere Zeit stehen blieb und sich von dem Schrecken erholte. Schließlich wagte er den Rückflug aufs Nest; beim ersten Anflug verfehlte er den Horst, der zweite Anflug gelang ihm jedoch. Das war doch immerhin ein Erfolgserlebnis, und es ermutigte ihn in den folgenden Tagen zu weiteren Ausflügen. Jetzt heißt es erstmal, sich auf den Aulendorfer Wiesen ein Polster anzufressen, denn bald steht der kräftezehrende Zug in den Süden bevor.

2007: Bisher sieht es nicht gut aus für eine Brut in Aulendorf. Die letztjährige Brutstörchin, die keine Anstalten machte, in den Süden zu ziehen und sich den ganzen Winter über in Aulendorf aufhielt, kehrte Mitte Februar Aulendorf plötzlich den Rücken und zog ab nach Bad Waldsee. "Antonia", wie die gebürtige Französin von den Aulendorfern genannt wird, machte in Aulendorf schlechte Erfahrungen mit Fremdstörchen und angreifenden Krähen, im Jahr 2006 wurde dadurch das Gelege zerstört. In Bad Waldsee hofft sie, bessere Chancen zu haben. Allerdings musste sie sich hier erst einmal gegen die dortige Brutstörchin durchsetzen, die Ende Februar zurückkam. Es kam dort zu einem heftigen Kampf, bei dem die Bad Waldseer Störchin (inzwischen "Laura" genannt) schließlich das Feld räumen musste. 
"Laura" zog daraufhin nach Aulendorf, Partnertausch also. Sie konnte sich jedoch nicht so richtig entscheiden, ob sie hier tatsächlich bleiben wollte und suchte sich noch einen anderen Horst als Alternative: sie besuchte den Horst in Mochenwangen. Und dann geschah etwas, das allen Glauben an die sprichwörtliche "Treue" und "Einehe" der Störche zunichte machte: Die Störchin verbrachte nahezu zwei Wochen lang die Tage jeweils in Aulendorf und verpaarte sich mit dem dortigen Männchen und erschien nachts regelmäßig auf dem Mochenwangener Horst, wo sie mit dem Mochenwangener Männchen kopulierte. Inzwischen hat Laura (der "heiße Feger vom Affenberg") sich für Mochenwangen entschieden und brütet dort. Wer der Vater der hier schlüpfenden Jungen ist, bleibt ungewiss.
Das aus Isny stammende, nun dreijährige Männchen ist seitdem mehr oder weniger in Aulendorf allein, gelegentlich zeigt sich ein zweiter Storch auf dem Horst. Noch ist die Nestbesetzung nicht abgeschlossen, es besteht also noch Hoffnung.

Juni: Am 13. April erschien nun tatsächlich doch noch eine Storchendame in Aulendorf, einen Ring trug sie nicht. Sie vermählte sich mit dem gebürtigen Isnyer und begann zusammen mit ihm Ende April eine Brut. Doch dem Paar war ebenfalls kein Glück beschert. Verantwortlich für das Desaster waren wiederum die Krähen, die die brütenden Störche nicht in Ruhe ließen und immer wieder angriffen. Am 1. Mai schließlich gaben die Störche zu aller Leidwesen die Brut auf.
Man wird nun versuchen, etwas gegen die Krähen zu unternehmen. Entsprechende Anträge wurden bereits bei den Behörden gestellt und werden derzeit bearbeitet.

2006: Letztes Jahr schon herrschte große Aufregung in Aulendorf als sich nach langer Zeit erstmals wieder Störche auf der auf dem Schlossgiebel angebrachten Nistunterlage niederließen. Man war dann sehr enttäuscht, als die Störche wieder abzogen, vermutlich waren es diejenigen, die sich endgültig für den Horst in Altshausen entschieden.
Auch dieses Jahr schien es zunächst ungewiss, ob die Störche, die Anfang April erschienen, in Aulendorf bleiben würden. Mitte April war die Sache dann jedoch ziemlich klar: Aulendorf hat wieder ein Storchenpaar. Das Männchen stammt aus Isny, es wurde im Jahr 2004 dort geboren und versuchte dieses Frühjahr auch schon sein Glück vergeblich auf den Horsten in Wangen und Isny (siehe dort), das Weibchen trägt einen Ring der Vogelwarte Paris (die Ringnummer wurde abgelesen, Informationen über Herkunft und Alter sind noch nicht eingetroffen). Im Gegensatz zu den letztjährigen Besuchern bauen die Beiden eifrig am Horst und verteidigen ihn gegen Artgenossen. Um den 20. April wurde dann tatsächlich mit der Brut begonnen (die letzte Storchenbrut gab es in Aulendorf übrigens 1947; der imposante Horst auf dem Schloss war von 1945 bis 1947 besetzt).

Juni: Leider wurden das Aulendorfer Brutpaar in mehrerer Hinsicht stark geplagt. Zum einen besuchten immer wieder Fremdstörche das Nest, wobei es zu zum Teil heftigen Kämpfen kam – einige Kämpfe (so am 18. April und am 15. Mai) wurden von Herrn Steinhauser fotografisch festgehalten und in der lokalen Presse veröffentlicht -, zum anderen wurden die Adebare immer wieder heftig von Krähen attackiert, die die Störche als Eindringlinge in ihr Brutgebiet betrachten. Welche Angriffe letztlich zur Zerstörung des Geleges und damit zum Brutabbruch um den 10. Mai geführt haben, kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Krähenattacken werden auch an anderen Horsten beobachtet, das Brutgeschäft wird jedoch üblicherweise dadurch nicht beeinträchtigt. Die Aulendorfer Krähen waren allerdings besonders hartnäckig und dreist, und die Störche ließen sich von ihnen augenscheinlich stark irritieren, was vermutlich auch mit ihrer Unerfahrenheit zusammenhängt (Erstbrüter, das Männchen ist erst zwei Jahre alt).
Zur Zeit sind die Störche immer noch gelegentlich auf den Wiesen um Aulendorf bei der Nahrungssuche zu sehen. Hoffen wir, dass sie nächstes Jahr wiederkommen und die Brut dann erfolgreich sein wird.



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