Die Störche Oberschwabens



Spöck

2016: Dieses Frühjahr waren sie sehr früh dran mit der Brut, unsere in Süddeutschland überwinternden Spöcker Störche. Und ausgerechnet dieses Frühjahr war das keine sehr gute Idee. Die ersten kleinen Störchlein pellten sich um den 20. April aus den Eiern, evtl. sogar schon etwas früher, und erlebten sogleich eine Kältewelle mit Schneetreiben über mehrere Tage. Eigentlich waren sie noch klein genug, um unter das schützende Gefieder der Altstörche zu passen, und es gab durchaus Storchenküken im selben Alter in anderen Nestern, die diese Kältewelle überstanden. Leider aber nicht die Spöcker. Am 3. Mai standen die Eltern traurig im Nest, der Nachwuchs war gestorben.



2016: In Spöck hat sich wieder dasselbe Paar zusammengefunden wie letztes Jahr: die oberschwäbische Storchendame aus Griesingen und der im Landkreis Konstanz geborene Gatte aus Steißlingen. Das verwundert auch nicht, denn sie verbrachten den Winter zusammen in Süddeutschland.
Ab Ende März saßen sie abwechselnd auf einem Gelege, aus dem einen Monat später mindestens drei Küken schlüpften. Möglicherweise waren es anfangs mehr, denn nach dem Schlupf wurde das Nest erstmals am 18. Mai beobachet, als die Eisheiligen schon vorbei waren. Ungefähr zehn Tage später, am 27. Mai, bot das Nest dann einen traurigen Anblick: Zwei erst vor kurzem gestorbene Jungvögel lagen im Nest, der Altstorch konnte es nicht so recht glauben, dass sie sich nicht mehr regten und zupfte an ihrem Gefieder herum. Ein kleiner Storch lebte aber noch und machte einen munteren Eindruck. Hoffen wir, dass er auch die nächsten zwei bis drei Wochen gut übersteht. Dann hat er seine kritische Nestlingszeit nämlich überstanden und sein Federkleid schützt ihn ausreichend vor Petrus' Launen.

Juli: Der letzte Spöcker Jungstorch kam ohne weitere Probleme durch. Er wuchs und gedieh und dürfte mittlerweile auch sein Nest verlassen haben. Seinen Eltern war es offensichtlich, schon bevor ihr Nachwuchs flügge wurde, langweilig (der Jungstorch wurde ja auch in seinen letzten Nestlingstagen etwas auf Abmagerungskur gesetzt, damit ihm der Absprung leichter fiel – und folglich war nicht mehr viel Futter zu sammeln), denn auf einmal bauten sie sich auf zwei benachbarten Masten eine Zweit- und eine Drittwohnung. So ein Alternativ-Wohnungsbau kann allerdings nächstes Frühjahr ins Auge gehen, denn es kommt nicht selten vor, dass sich andere Störche für solche neuen Nester interessieren und dann vom ansässigen Paar – so sie Alleinherrscher des Reviers bleiben wollen – vertrieben werden müssen.

2015: Nach einem guten Bruterfolg im vergangenen Jahr sind "personelle" Wechsel im darauffolgenden Jahr selten. Und so hat sich auch in Spöck das Brutpaar vom vergangenen Jahr eingefunden. Dieses Frühjahr haben die Spöcker Störche ein paar Tage früher mit der Brut begonnen, schon um den 25. März saßen sie auf den ersten Eiern.

Drei Störchlein erblickten im Spöcker Horst das Licht der Welt, und alle drei kamen durch. Ja, manchmal ist es ganz gut, wenn man nicht allzuviele Geschwister hat, denn je mehr Mägen zu füllen sind, desto weniger Futter bekommt der einzelne ab. Die Drei erwiesen sich bei der Beringung im Alter von etwas über sechs Wochen auch als gut genährt: Alle wogen deutlich über drei Kilogramm, der schwerste sogar über dreieinhalb Kilo. Nun heißt es aber so langsam sich vom Nest und den Eltern unabhängig zu machen und selbst Futter zu finden, denn nicht nur das Fliegen, sondern auch das Mäuse- und Würmchenfangen muss gelernt sein, bevor man sich auf die erste große Reise begibt.

2014: Anfang März kam der Spöcker Brutstorch zurück, das jetzt dreijährige Storchenmännchen aus Steißlingen. Die Angetraute ließ etwas auf sich warten. Ihm wurde aber nicht langweilig, denn in der Zwischenzeit gab es immer wieder Unruhe am Nest. Mitte März erschien sie dann, es war die uns bekannte oberschwäbische Störchin aus Griesingen, die letztes Jahr schon in Spöck – leider vergebens – gebrütet hatte. Beide sind also trotz ihres herben letztjährigen Brutverlusts ihrem Nest treu geblieben. Jetzt versuchen sie es nochmals. Seit 1. April sitzt immer einer von beiden im Nest, es wird wohl kein Aprilscherz sein.

Juni: Nein, es war kein Aprilscherz, denn Anfang Mai wurde es im Spöcker Nest lebendig. Aus den Eierschalen pellten sich drei kleine, putzmuntere Störchlein und machten schon kurz darauf das Klappern der Eltern nach. Sie futterten, was das Zeug hielt, und so wuchsen alle drei zu stattlichen Jungstörchen auf. Es ist dies die erste erfolgreiche Brut in Spöck. Hoffen wir, dass bei ihrem Jungfernflug alles gutgeht.

2013: Letztes Jahr blieb das Spöcker Nest verwaist. Dieses Frühjahr hat sich jedoch wieder ein Storchenpaar hier eingefunden. Eine zweijährige Störchin aus Griesingen, die schon Anfang März in Meßkirch beim Anbandeln mit dem dortigen Männchen beobachtet wurde, dort aber schließlich von der zurückkehrenden Meßkircher Brutstörchin verjagt wurde, ließ sich nach diesem erfolglosen Techtelmechtel am 20. März in Spöck nieder. Gesellschaft bekam sie Anfang April von einem ebenfalls blutjungen Storch aus Steißlingen im Landkreis Konstanz, also einem Badener.
Man muss sich erstmal noch etwas kennenlernen. Bei der letzten Horstbeobachtung Mitte April waren deshalb noch keine Anstalten zu einer Brut zu erkennen. Sicherlich ist es aber bald soweit.

Juni: Tatsächlich wurde um den 20. April im Spöcker Nest mit der Brut begonnen und 32 Tage später pellten sich die ersten Küken aus dem Ei. Obwohl die Spöcker recht spät dran waren, und bei späten Bruten normalerweise weniger Eier gelegt werden, bekamen die Spöcker Störche tatsächlich noch vier Junge. Doch waren diesen nur wenige Tage gegönnt, und diese Tage bestanden vor allem aus Frieren und Hungern, denn es regnete ohne Unterlass. Schon nach kurzer Zeit lagen alle vier tot unterm Nest. Kein guter Anfang für unser junges Brutpaar. Ob sie es nächstes Jahr nochmal in Spöck versuchen werden?

2012: Es haben zwar noch nicht alle umherziehenden Weißstörche einen Platz gefunden, aber bisher sieht es so aus, als ob das Nest in Spöck dieses Jahr leer bleiben wird. Das letztjährige Spöcker Brutpaar ist nämlich nach Denkingen umgezogen. Aber wie gesagt, noch besteht Hoffnung, denn die Horstbelegungen sind noch nicht abgeschlossen.

Mitte Juni: Nichts Neues aus Spöck.

2011: Schon vor fünf Jahren wollten sich einmal Störche in Spöck niederlassen. Damals begannen sie, auf einem Niederspannungsmast an der Hauptstraße ein Nest zu bauen. Die Sicherung des Mastes durch den Stromversorger gefiel den Störchen allerdings nicht, und sie verschwanden wieder. Die EnBW versah daraufhin den Mast mit einem Abweiser. Gleichzeitig wurde ein Ersatznest auf einem Pfahl in der Nähe des Mastes angeboten, das bei den Störchen jedoch zunächst keinen Anklang fand. Nun wurde es aber endlich angenommen, und seitdem herrscht fröhliches Storchengeklapper in Spöck.
Blutjung sind sie noch, die beiden Adebare, gerade mal zwei Jahre alt. Sie ist gebürtige Schweizerin, er ist waschechter Oberschwabe und stammt aus Bad Schussenried. Mal sehen, was die beiden zustande bringen. Im vergangenen Jahr war die überwiegende Mehrzahl der erstbrütenden Störche in Oberschwaben erst zwei Jahre alt, und in den letzten Jahren sind Zweijährige sogar durchaus erfolgreich gewesen, was das Brüten und Aufziehen von Jungen anbelangt. Die Spöcker dürfen also auf ein spannendes Jahr hoffen.

Juni: Es hat nicht sollen sein. Um den 20. Mai schlüpften in Spöck zwar nach und nach drei Junge, doch dauerte es nicht einmal zwei Wochen, da war es mit den Elternfreuden vorbei. Die Altstörche sind aber noch da und klappern ab und zu auf dem Nest. Hoffen wir, dass sie nächstes Jahr wiederkommen, und die Jungenaufzucht dann erfolgreicher sein wird.






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