Die Störche Oberschwabens



Blitzenreute



2016: In Blitzenreute hat sich wieder das vorjährige Paar eingefunden (das heißt, bei der Störchin weiß man das nicht so genau, denn sie ist unberingt). Er kam schon Mitte Februar, auf sie musste er aber bis zum 5. März warten. Nach Geklapper, Geturtel, Wohnungsverschönerung und Paarung waren sie um den 25. März aber dann soweit: Die ersten Eier wurden ins Nest gelegt und abwechselnd bebrütet. Da das Nest nur sehr schwer einsichtig ist und dieses Jahr der Nestrand wegen des zeitweisen sehr unwirtlichen Wetters ziemlich hoch gebaut wurde, kann über die Anzahl der geschlüpften Jungen noch keine Angabe gemacht werden. Fest steht aber, dass Küken geschlüpft sind. Mindestens eines wurde am 5. Mai bei einer Nestbeobachtung gesehen.

Juli: Der kleine Blitzenreuter Jungstorch hielt die ersten Tage der Eisheiligen, gewärmt von seinen Eltern, tapfer durch, am 15. Mai lebte er noch. Er war aber sicherlich auch infolge Futtermangels so geschwächt, dass er kurz darauf starb. Die Altstörche sind seitdem wieder beide unterwegs. Für eine zweite Brut war es zu spät.

2015: Ihr erstes Brutjahr brauchten die jungen Blitzenreuter Störche wohl noch zum Üben. Aber dieses Jahr wird es doch wohl klappen. Das Männchen aus Neukirch-Wildpoltsweiler ist jedenfalls zum Blitzenreuter Horst zurückgekehrt, er erschien zum exakt selben Datum wie im Jahr zuvor. Die unberingte Störchin (dieselbe wie im letzten Jahr?) ließ allerdings dieses Frühjahr etwas auf sich warten, sie kam fast drei Wochen später. Man verstand sich aber gleich recht gut, und so dauerte es gerade mal noch zwei Wochen, dann lagen die ersten Eier im Nest. Seit Ende März sitzen also die beiden auf einem Gelege, und wir hoffen, dass diesmal auch kleine Störchlein daraus schlüpfen werden.

Juni: Diesmal wurde die Mühe der Störche tatsächlich belohnt. Ende April schlüpften drei kleine putzmuntere Störchlein. Alle drei kamen durch und so erlebte Blitzenreute am 8. Juni erstmals eine Weißstorch-Beringung, welches Ereignis mit Sekt begossen wurde. Den Anwohnern wurde berichtet, dass der Nachwuchs gut im Futter steht – alle drei Jungstörche wogen mehr als drei Kilogramm – und erfuhren nebenher so manch Wissenswertes und Interessantes über die Lebensweise und das Verhalten unserer Adebare. Jetzt aber heißt es für die Blitzenreuter Jungschar: Üben, üben, üben! Denn bald werden ihnen die Eltern weniger Futter bringen, sie müssen sich vom Nest wagen und selbst auf Nahrungssuche gehen. Auch kommt der nächste Herbst bestimmt, und da möchte man schließlich schon im warmen Spanien sein.

2014: Die letztjährigen Blitzenreuter Brutstörche sind nach dem hier erlebten Misserfolg, der jedoch überwiegend dem Wetter zuzuschreiben war, nicht nach Blitzenreute zurückgekehrt. Das Männchen zog nach Bad Wurzach um, vom Verbleib des Schweizer Weibchens ist bisher nicht bekannt.
Stattdessen kam am 21. Februar ein Storch, der zwei Jahre zuvor in Neukirch-Wildpoltsweiler am Kreuzweiher das Licht der Welt erblickte, also noch blutjung ist. Und ihm gesellte sich fünf Tage später eine unberingte Störchin zu, die möglicherweise aus dem Elsass oder aus Bayern stammt, wo nicht alle Störche mit Ringen gekennzeichnet werden. Die beiden verstanden sich gut, richteten sich gemütlich auf dem Blitzenreuter Nest ein, bauten auch noch etwas an und gaben sich dem Vergnügen hin mit der Konsequenz, dass Anfang April die ersten Eier im Nest lagen. Jetzt aber wird ernsthaft gebrütet. Ob dieses Jahr erstmals erfolgreich Nachwuchs in Blitzenreute aufgezogen werden kann?

Ende Juni: Leider wird es nichts mit Nachwuchs in Blitzenreute, denn die Eier waren offensichtlich nicht befruchtet. Das Paar muss wohl noch etwas üben. Hoffen wir, dass sie nächstes Jahr wiederkommen.

2013: Da die Gebäude, die in nächster Nähe zum Mast beim ehemaligen Kindergarten stehen, demnächst abgerissen werden sollen, was die Brut empfindlich gestört hätte, wurde das Nest auf diesem Mast im Winter entfernt und ein Ersatz auf dem Dach des Gemeindehauses angeboten. Solche Umsiedlungen sind immer riskant, denn es kann durchaus geschehen, dass das Ersatznest nicht angenommen wird aus welchen Gründen auch immer. In Blitzenreute hat es jedoch glücklicherweise funktioniert. Unser Bad Schussenrieder Männchen, das sich den ganzen letzten Sommer in Blitzenreute und Umgebung aufgehalten hat, hat sich auf dem neu angebotenen Horst häuslich eingerichtet. Seine Gattin ist jedoch eine andere als letztes Jahr. Sie trägt im Gegensatz zu seiner Verflossenen einen Ring, der sie als junge Schweizerin ausweist. Und dieses Jahr wird nicht nur herumpoussiert. Dieses Jahr sollen in Blitzenreute kleine Störche aufgezogen werden. Seit Mitte April ist man schon dabei: Abwechselnd sitzen der Schussenrieder und die Schweizerin auf einem Gelege.

Juni: Es hat nicht sollen sein. Es ist ja auch nicht gerade die beste Saison für eine Storchenbrut. Zwei Storchenküken schlüpften Mitte Mai, dann aber kam der sintflutartige Regen und es war bitterkalt. Die kleinen Störche überlebten diese unwirtlichen Tage nicht. Am 1. Juni waren beide tot. Und so bleibt uns nur die Hoffnung, dass die Störche nächstes Jahr wiederkommen und dann mehr Glück haben.

2012: Die Blitzenreuter Seenplatte zwischen Staig und Altshausen war bisher nicht von Störchen besiedelt gewesen. Das sollte sich mit diesem Jahr ändern. Ein Paar baute sich auf einem Niederspannungsmast in Blitzenreute ein Nest. Der Storchenmann stammt aus Bad Schussenried und ist erst zwei Jahre alt, über seine Gattin weiß man nichts, denn sie trägt keinen Ring.
Der Mast wurde von der EnBW gesichert, das Paar zog daraufhin um auf einen anderen Mast. Das selbe Spiel wiederholte sich. Der dritte Mast im Hof des ehemaligen Kindergartens, dessen Leitungen man deshalb vorsichtshalber vorerst unangetastet ließ, wurde dann endlich zum Zuhause der Störche, die hoffentlich nächstes Jahr wiederkommen und hier brüten werden.






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