Die Störche Oberschwabens



Ummendorf

2017: Auf dem Ummendorfer Schloss residiert unser altbekanntes Paar, er aus Wahlwies und sie vom Affenberg, beide im Jahr 2003 geboren. Am 1. April klapperte der Storch zu seiner Störchin: „Schatz, ich setz mich jetzt mal auf die Eier“ und es war kein Aprilscherz. Von da an wechselten sie sich mit der Brut ab, und so schlüpften um den 3. Mai die ersten kleinen Storchenküken im Ummendorfer Nest. Ein paar Tage später waren die kleinen dann zu dritt. Zwar war das Wetter in ihren ersten Lebenstagen noch ziemlich unwirtlich, aber unter dem Gefieder der Eltern war es mollig warm. Petrus hatte schließlich ein Einsehen, und so wuchsen die kleinen Störche problemlos heran und gediehen prächtig. Als sie am 16. Juni ihren Personalausweis erhielten, brachten alle mehr als drei, die beiden ältesten sogar fast dreieinhalb Kilogramm auf die Waage. Mittlerweile sind sie vom elterlichen Nest unabhängig geworden, von Tag zu Tag verbessern sie ihre Flugkünste, und bald werden sie aus dem Rißtal verschwunden sein. Sie treffen sich mit anderen Jungstörchen in großen Trupps bis sie alle die Unruhe packt, dann geht´s los ins Abenteuer.



2016: Auf dem Ummendorfer Schloss residiert wieder unser altbekanntes Ehepaar und hat sich für dieses Jahr einiges vorgenommen. Denn aus ihrem Gelege schlüpften vier Junge. Alle vier lebten noch, als die Eisheilgen vorbei waren. Ob aber der Jüngste – er erwies sich bei der letzten Nestbeobachtung am 17. März als deutlich kleiner als seine drei Geschwister –   auch die nasskalten Tage um den 23. März überstanden hat, ist fraglich. Aber vielleicht konnte er sich ja zwischen seine großen Geschwister kuscheln und sich an ihnen etwas wärmen.

Juli: Vielleicht wäre für die vierköpfige Ummendorfer Jungschar alles gutgegangen, doch dann kam das Unwetter am Abend des 29. Mai. Starkregen, Sturm, Hagel rund um Biberach ließen nicht nur zahlreiche Keller volllaufen – die Feuerwehr war noch Tage danach pausenlos im Einsatz –, sondern machten auch der Vogelwelt zu schaffen. Alle Jungstörche in Biberach und in Ummendorf starben in dieser Nacht. Das Unwetter war im Gegensatz zu den vorigen kalten Regenperioden lokal und betraf in Oberschwaben nur den Raum Biberach, trotzdem, was für ein Jammer! Zumal dieses Jahr auch die Biberacher Störche endlich einmal wieder Erfolg bei der Jungenaufzucht gehabt hätten (siehe Biberach).

2015: Auf dem Schloss in Ummendorf nistet wieder das altbekannte Weißstorch-Paar: der Wahlwieser und die Affenbergerin, beide nun zwölf Jahre alt. Auch dieses Jahr haben sie den Bruttermin wieder etwas nach vorne verlegt. Bald werden sich die ersten kleinen Storchenküken im Ummendorfer Nest tummeln.

Ziemlich genau um den Maifeiertag schlüpften die ersten kleinen Ummendorfer Störche aus dem Ei. Es wurden insgesamt drei. Allerdings überlebte das Nesthäkchen nicht, und so wurden bei der Beringung am 6. Juni nur noch zwei Jungstörche (und ein unbefruchtetes Ei) im Nest angetroffen. Sie üben derzeit fleißig im Nest und heben immer höher vom Nest ab, den endgültigen Sprung ins Ungewisse haben sie jedoch noch nicht gewagt. Bald wird es aber sicherlich so weit sein.

2014: Unsere beiden in Süddeutschland überwinternden Ummendorfer Störche sind dieses Frühjahr mit der Brut mehr als eine Woche früher dran als letztes Jahr. Die ersten Jungen könnten schon Ende April schlüpfen.

Juni: In den letzten Apriltagen erblickte der erste kleine Storch auf dem Ummendorfer Schloss das Licht der Welt. Bald tummelten sich drei kleine Storchenküken im Nest. Alle kamen dieses Jahr durch und erwiesen sich bei der Beringung als einigermaßen kräftig. Es scheint ein wirklich gutes Jahr für die Störche zu sein.
Bei der letzten Nestbeobachtung am 2. Juli machte der größte schon hohe Sprünge im Nest. Die beiden anderen schienen dagegen etwas faul, mussten es aber ertragen, dass ihr eifrig trainierender Bruder (oder Schwester?) bei seinen Sprüngen ab und zu auf ihrem Rücken landete. Bald wird er den Horst zeitweise verlassen.

2013: Unsere beiden letztjährigen Brutstörche in Ummendorf haben den Winter gemeinsam in Süddeutschland verbracht. Zusammen wurden sie gelegentlich bei der Fütterungsstelle in Radolfzell-Böhringen am Bodensee gesehen.
Obwohl ausgeruht und bereits bestens miteinander bekannt, ließen sie sich mit der Brut in diesem kalten Frühjahr etwas Zeit. Gegen Mitte Mai oder etwas früher werden die Jungen im Ummendorfer Nest schlüpfen.

Juni: Am 16. Mai wurden vom nahen Kirchturm aus vier kleine Störchlein im Ummendorfer Nest gezählt. Die Störche standen längere Zeit im Nest, es wurde also kein fünftes Ei mehr bebrütet. Die Eltern kümmerten sich fürsorglich um sie und deckten sie bei Regenfällen und an kalten Tagen gut ab, so dass das Quartett noch am 28. Mai  tatsächlich komplett war. Dann aber kam es ganz schlimm, und alle Tapferkeit nützte nichts mehr. Es schüttete ohne Unterlass, dazu war es bitterkalt, und das grausige Wetter wollte einfach nicht enden. Das hielten die kleinen Störche nicht aus, und sie teilten das Schicksal vieler Jungstörche in Oberschwaben, die in dieser Schlechtwetterperiode starben.
Da das Weibchen erst das zweite Jahr in Ummendorf brütet, kann es sein, dass sie sich nach diesem Misserfolg nächstes Jahr einen anderen Horst sucht, das alteingesessene Männchen wird aber sicherlich nach Ummendorf zurückkehren und dann wahrscheinlich mit einer neuen Braut sein Glück versuchen.

2012: Obwohl sich unsere letztjährigen Horstinhaber wieder den ganzen Winter über in Süddeutschland herumtrieben, meist sogar in Ummendorf, ist die Brutstörchin dieses Jahr eine andere. Wo die Letztjährige, die Schweizerin mit dem beschädigten Schnabel, abgeblieben ist, weiß bisher niemand. Am 28. November wurde sie jedenfalls noch bei der Fütterung in Böhringen zusammen mit ihrem Angetrauten gesehen.
Im März waren immer wieder Fremdstörche am Nest, möglicherweise war auch die neue Störchin darunter und hatte die frühere Horstinhaberin vertrieben. Vielleicht hatte sich die Dame, die übrigens schon neun Jahre alt ist und vom Salemer Affenberg stammt, aber auch schon im Winter mit dem Ummendorfer Brutstorch angefreudet. Denn auch sie verbrachte nach einer erfolglosen Brut in Kürnbach den letzten Winter in Baden-Württemberg.
Jedenfalls verstehen sich die beiden gut, und so lag in den letzten Märztagen das erste Ei im Nest auf dem Ummendorfer Schloss.

Mitte Juni: Anfang Mai pellten sich drei Junge nach und nach aus ihren Eierschalen. Ende Mai lebte aber leider nur noch eines. Die Beringung des dann fast sechswöchigen Jungstorchs wird am 15. Juni stattfinden. Ermöglichen wird sie wieder die Biberacher Feuerwehr.

August: Etwas schwergewichtiger hätte er als Einzelkind bei der Beringung schon sein dürfen. Er wog nämlich nur 2,6 Kilogramm und war daher deutlich unterernährt. Der Ummendorfer Jungstorch schaffte es jedoch und startete am 14. Juli zu seinem Jungfernflug.  Im Gegensatz zu seinen Eltern, die den Winter wieder in Süddeutschland verbringen werden, wird sich der junge Adebar bald aufmachen zu seiner ersten großen Reise. Was er wohl alles erleben wird?

2011: Die Horstinhaber vom Ummendorfer Schloss – der Wahlwieser und die Schweizerin –, die sich am 1. Advent an den Bodensee verzogen und im Januar eine kleine Stippvisite in Ummendorf machten, sind seit 2. Februar wieder auf ihrem Nest. Trotz ihrer frühen Ankunft hatten sie es jedoch nicht besonders eilig. Denn Ende März verließen sie noch gemeinsam das Nest, machten also keine Anstalten zu brüten. Nach Ablauf der ersten Aprilwoche war es dann aber soweit. Jetzt sitzen sie abwechselnd auf einem Gelege.

Juni: Anfang Mai schlüpften die Jungstörche auf dem Ummendorfer Schloss. Drei Köpfchen waren schließlich vom nahen Kirchturm aus zu sehen. Alle drei wuchsen heran und konnten mit Hilfe der Biberacher Feuerwehr Mitte Juni beringt werden.

Anfang August: Am 15. Juli wagten die drei Geschwister vom Ummendorfer Schloss ihren Jungfernflug und sind seitdem viel unterwegs. Bald werden sie ihrer Geburtsheimat, Riß- und Umlachtal, den Rücken kehren und in den sonnigen Süden ziehen. Ihre Eltern bleiben jedoch hier; wird es ihnen in Ummendorf zu unwirtlich, ziehen sie an den Bodensee.

2010: Vermutlich pendelten unsere Ummendorfer Störche – beide überwintern in Süddeutschland – im Frühjahr ein paarmal zwischen Ummendorf und Bodensee hin und her (für die genialen Flieger ist diese Entfernung bei entsprechenden Aufwinden kein Thema), denn es waren immer mal wieder für kurze Zeit zwei Störche auf dem Horst. Schließlich blieben sie, bereiteten sich auf ihre Elternpflichten vor und setzten sich um den 5. April erstmals auf ihr Gelege.

Juni: Am 8. Mai kam Bewegung ins Nest. Es schlüpften die ersten Jungen auf dem Schloss. Insgesamt mussten es wohl drei gewesen sein, die dort das Licht der Welt erblickten, doch sah man – auch vom nahen Kirchturm aus – immer nur ein Köpfchen. Wie lange die beiden anderen überlebten, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Entweder waren sie von Anfang an sehr inaktiv und deshalb nicht zu sehen, oder sie starben gleich zu Beginn (Infektion?). Jedenfalls wurden um den 25. Mai auf einmal zwei kleine tote Küken am Nestrand entdeckt, die dort zuvor ziemlich sicher nicht gelegen hatten. Mal sehen, wie es dem verbliebenen Einzelkind geht, und ob er wenigstens gut im Futter ist. Die Wägung und Begutachtung der Gefiederentwicklung bei der Beringung am 16. Juni werden es zeigen.

Juli: Er war im Alter von nahezu sechs Wochen und einem Gewicht von ca. zweieinhalb Kilogramm nicht gerade ein Schwergewicht, der Einzelstorch im Ummendorfer Horst. Trotzdem hat er die am Tag der Beringung einsetzende Schafskälte gut überstanden. Am 25. Juli – er war schon etwas über 11 Wochen alt – nahm er seinen ganzen Mut zusammen und wagte den Sprung vom hohen Schlossdach. Seine Flügel trugen ihn durch die Lüfte, anfängliche Unsicherheiten legten sich bald. Welch herrliches Gefühl muss es sein, die Gebundenheit ans Nest hinter sich zu lassen und über die Lande schweben zu können. Vielleicht lassen sich wie im letzten Jahr bald wieder größere Weißstorch-Trupps zur Futtersuche im Fischbachtal nieder, der Ummendorfer wird sich ihnen anschließen und mit ihnen schließlich nach Frankreich und nach Spanien, wer weiß, vielleicht sogar bis nach Westafrika ziehen.

2009: Am 4. März erhielt Ummendorf erstmals Besuch von Störchen, die jedoch wieder abzogen. Nach ca. einer Woche kehrten dann aber die Ummendorfer Brutstörche in ihren Horst zurück, die Schweizerin und der Storchenmann aus Wahlwies. Beide hatten den Winter wieder am Bodensee verbracht. Die Schweizerin kehrte allerdings nicht direkt nach Ummendorf zurück, sondern versuchte ihr Glück zuerst in Mochenwangen, von wo sie jedoch bei der Rückkehr von "Laura" in einem kurzen Prozess verjagt wurde.
Seit ca. 8. April sitzen die Schweizerin und der Wahlwieser abwechselnd auf den Eiern. Mit dem Schlüpfen der ersten Jungen ist also ab 10. Mai zu rechnen. Hoffen wir, dass diesmal alles gutgeht.


Juni: Drei Storchenküken schlüpften auf dem Ummendorfer Schloss. Von Infektionen blieben sie bisher verschont. Vielleicht hat der Aufruf, die Altstörche vom Sammeln von Kompost als Nistmaterial abzuhalten, doch etwas genutzt. Beim Gewittersturm am 26. Mai musste allerdings eines der Jungen sein Leben lassen, den beiden anderen geht es aber gut.

Juli: Am 12. Juni fuhr man mit der Drehleiter der Feuerwehr zum Horst auf dem Ummendorfer Schloss hoch und beringte die beiden Jungstörche, wog sie und säuberte ihnen die Schnäbel. In der Zwischenzeit üben sie schon recht eifrig ihre Flugmuskulatur und am 17. Juli wurde einer der Beiden plötzlich auf dem Schlossdach neben dem Horst gesichtet. War er etwa schon losgeflogen? Auf jeden Fall kann es sich nur noch um wenige Tage oder sogar Stunden handeln, und die Beiden haben ihre Nestgebundenheit überstanden. Auf geht´s! Bald ist Reisezeit!

2008: Kaum war die Ummendorfer Horstinhaberin letzten Spätsommer ins Winterquartier abgezogen, erschien wieder die von ihr vertriebene Schweizerin (ehemalige Ingoldinger Brutstörchin) auf dem Schlossnest, um erneut mit dem Ummendorfer Männchen anzubandeln. Bis in den Spätherbst hinein waren sie regelmäßig auf dem Horst zu beobachten und waren auch recht früh dieses Jahr wieder da, denn beide verbrachten den Winter am Bodensee. Er besetzte den Horst schon Mitte Januar, sie kam am 7. Februar in Ummendorf an. Seit ca. Mitte April brüten sie zusammen. Ein erneuter heftiger Kampf bei Rückkehr der angestammten Brutstörchin ist abzusehen, doch bisher ist diese nicht aufgetaucht.

Juni: Die frühere Ummendorfer Brutstörchin hat sich nicht blicken lassen. Ob ihr auf dem Zug oder im Winterquartier etwas zugestoßen ist? Die Brut verlief also diesmal völlig ungestört, und gegen Mitte Mai schlüpften zwei Junge (das Nest ist diesmal selbst vom Kirchturm aus schlecht einsehbar, evtl. waren es sogar drei). Bei der nächsten Kontrolle am 20. Mai konnte allerdings nur noch ein Junges gesichtet werden, und am 25. Mai waren plötzlich beide Altstörche wieder gemeinsam auf den Wiesen unterwegs, das heißt, alle Jungen tot. Die Ursache des Sterbens ist ungeklärt, denn die Kadaver waren verschwunden (vermutlich sogleich von einem Milan geholt). Eine Entnahme und Untersuchung von Nistmaterial allein reicht jedoch nach Auskunft von Experten nicht aus, um die Ursache – möglicherweise Aspergillose – abzuklären. Das Nistmaterial soll vorsorglich im Herbst auf abdichtende Substanzen untersucht und ausgewechselt werden. Eine Beschädigung am Schnabel des Weibchens (es ist seitlich ein Stück herausgebrochen) ist als Ursache des Jungenverlustes jedenfalls auszuschließen, denn sorgfältige Beobachtungen zeigten, dass das Weibchen die Jungen ganz normal mit Futter versorgen konnte.

2007: Zoff in Ummendorf! Das Ummendorfer Männchen aus Wahlwies (Landkreis Konstanz) kam schon am 19. Februar zu seinem Horst. Am 24. Februar kam es zu einem ersten Storchenkampf, als zwei weitere Störche erschienen. Einer der Störche blieb und stellte sich als die Ingoldinger Störchin heraus. Die Ingoldingerin hatte wohl kein Interesse mehr am Horst auf der Schiggenmühle bei Indoldingen, hatte sie doch dort letztes Jahr ihr einziges Junges verloren.

Das Paar blieb einträchtig zusammen und begann in den ersten Apriltagen mit der Brut – und dann tauchte die angestammte Ummendorfer Brutstörchin auf. Aus dem Winterquartier zurückgekehrt, musste sie feststellen, dass ihr Platz bereits besetzt war. Das konnte sie sich nicht gefallen lassen. Eine Woche lang kämpfte sie erbittert um ihren Horst, vor allem nachts – so zwischen 22 und 23 Uhr – flogen die Fetzen! Es ist ganz erstaunlich, dass es die Ummendorferin in ihrer Hartnäckigkeit schließlich schaffte, sich gegen zwei Störche, die anfangs sicher gemeinsam kämpften (sie hatten schließlich ein Gelege zu verteidigen), durchzusetzen und ihren Horst zurückzuerobern. Zwar wurde keiner der Störche ernsthaft verletzt – die Ummendorferin trug einige kleinere Blessuren davon –, doch das Gelege wurde zerstört, die Ingoldingerin vertrieben. Alte Liebe, neues Glück: Seit ca. 20. April wird wieder gebrütet im Ummendorfer Horst.

20. Juni: Um den 23. Mai schließlich erblickt das erste Storchküken im Ummendorfer Horst die Welt außerhalb der Eierschale, und Ende Mai wurden vom benachbarten Kirchturm aus drei fidele Junge im Nest entdeckt. Offensichtlich war man noch klein genug, um gut unter Mutter oder Vater zu passen, als das Wetter an Pfingsten verrückt spielte. Als Trio haben sie dieses Jahr unter den Störchen Oberschwabens wahrhaftig Seltenheitswert, und so freuen sich die Weißstorchbeauftragte und mit ihr die Ummendorfer ganz besonders auf das Beringungsereignis am 25. Juni.

Wie schon des öfteren erwiesen sich die Ummendorfer Jungen bei der Beringung als Leichtgewichte. Nur einer der Drei brachte etwas mehr als 2 kg auf die Waage, die beiden anderen wogen unter 2 kg, das Kleinste sogar nur 1400 g. Seine Überlebenschancen standen damit nicht sehr gut, zumal das Wetter nicht mitspielte, und es starb einige Tage später. Die beiden älteren Nestgeschwister schafften es jedoch bis zum Ausflug. Das erste verließ am 5. August den Horst, drei Tage später flog auch das zweite. Jetzt heißt es fleißig üben und futtern was das Zeug hält, denn bald geht´s auf die große Reise.

2006: Es war mal wieder nichts mit der sprichwörtlichen Treue der Störche. Die Brutstörchin von Ummendorf, vor zwei Jahren mit einem unberingten Männchen zusammen und letztes Jahr mit einem blutjungen Storch aus Salem brütend, hat nun schon wieder "einen Anderen". Am 19. März kam sie als erste zum Ummendorfer Horst, 6 Tage später erschienen dann zwei Störche (möglicherweise war der letztjährige dabei) und es gab einen kurzen Kampf. Einer der beiden gab recht schnell auf und zog wieder ab, der andere, ein links oben beringter Storch, vermutlich aus Baden (A 2492), blieb bei der Störchin und ward fortan ihr Gatte. Seit ca. 7. April sitzen die Beiden abwechselnd auf ihrem Gelege.

Juni: Auch aus Ummendorf gibt es erstaunlich gute Nachrichten. Sage und schreibe fünf Junge schlüpften bis Mitte Mai auf dem Schloss – sie wurden vom Kirchturm aus gezählt, vier überlebten ihre ersten 4-5 Lebenswochen tadellos. Es sind zwar keine Schwergewichte (sie brachten zwischen zwei und zweienhalb Kilo auf die Waage, die Gewichtsunterschiede waren also gering, weshalb auch der Kleinste gute Überlebenschancen hat), aber die Futtersuche war bei der nasskalten Witterung auch nicht gerade ein Kinderspiel.

Die vier Jungstörche aus Ummendorf sind immer noch alle putzmunter. Am 14. Juli, also im Alter von 10 Wochen, wagte der vermutlich Älterste seinen ersten Ausflug, und eine Woche später flog das ganze Quartett. Demnächst geht´s los in den sonnigen Süden; ob wir sie vielleicht in zwei oder drei Jahren irgendwo in Oberschwaben wiedersehen?

2005: Nachdem am 19. März zwei unberingte Störche einen zweitägigen Aufenthalt in Ummendorf einlegten und wieder abzogen, erschien am Karfreitag der erste brutwillige Storch in Ummendorf. Der noch jugendliche Storchenmann – er ist gerade mal 2 Jahre alt – wurde in einem Horst des Salemer Affenberg großgezogen. Am 31. März erhielt er Besuch von einer Störchin aus Frankreich. Am selben Tag erschienen zwei weitere Störche, darunter das letztes Jahr in Ummendorf brütende Weibchen aus St. Georgen. Die Französin überließ ihr kampflos das Feld und zog weiter nach Achstetten, um sich im dortigen Horst niederzulassen. Die Ummendorfer Störche brüteten seit Mitte April.

Juni: Nach 33 Tagen Brutzeit schlüpfte in Ummendorf der erste kleine Storch, am 27. Mai wurden vom Kirchturm gegenüber aus zwei Junge gesehen, die sich in ihrer Körpergröße deutlich unterschieden. Die Beringung der beiden soll am 17. Juni stattfinden.

August: Die beiden Nestlinge in Ummendorf waren auch bei der Beringung immer noch deutlich unterschiedlich groß und der Kleinere der Beiden mit nur 1,5 kg stark untergewichtig. Er brauchte auch 10 Tage länger als sein kräftigeres Nestgeschwister bis er sich vom Schloss wagte. Als er sich jedoch schließlich am 11. August zu seinem Jungfernflug in die Lüfte erhob, klappte alles tadellos. Um ihn brauchen wir uns also keine Sorgen mehr zu machen.

2004: Seit Anfang April ist auch in Ummendorf wieder ein Storchenpaar. Allerdings ist es nicht das selbe wie letztes Jahr. Das Männchen war zuvor eine Zeitlang in Ingoldingen und brütete letztes Jahr auch dort, das unberingte Weibchen ist möglicherweise seine letztjährige Gattin, da sie sich offensichtlich gut kennen und sehr schnell zur Brut schritten. Wenn die letztjährigen Ummendorfer Störche – deren Jungen im letzten Jahr übrigens, obwohl es recht spät war, noch erfolgreich ausgeflogen sind - aus ihrem Winterquartier in Afrika zurückkommen, könnte es hier womöglich noch Ärger geben.
Seit Mitte Mai – also wesentlich früher als im letzten Jahr – sind nun auch im Ummendorfer Nest Jungstörche. Bei der letzten Kontrolle am 19. Mai vom benachbarten Kirchturm aus konnten 4 kleine Störche gezählt werden, und da die Altstörche trotz des sonnigen Wetters an diesem Tag noch ausdauernd im Horst saßen, könnte womöglich noch ein fünftes schlüpfen. Ob wir den Ummendorfer Storcheneltern allerdings diesen Kindersegen wünschen sollten, ist fraglich, denn schon um 4 Jungen satt zu kriegen hätten die Ummendorfer schon alle Schnäbel voll zu tun.

Juli: Es blieb bei vier Jungstörchen in Ummendorf, die dafür dank eifrigen Bemühens ihrer Eltern erfreulicherweise alle überlebt haben. Zwar waren sie bei der Beringung Mitte Juni etwas untergewichtig, doch bestanden zwischen den Geschwistern nur geringe Größenunterschiede, so dass die Chancen auch des kleinsten Storches nicht allzu schlecht waren. Zwischen Mitte und Ende Juli ist mit ihrem Flüggewerden zu rechnen.

2003: Die Ummendorfer Störche, ein unberingtes Paar, das wie die benachbarten Ingoldinger Störche vermutlich zu den Ostziehern gehört, sind wie die Achstettener ziemlich spät dran. Erst im Mai erreichten sie den Horst und begannen als absolute Nachzügler um den 25. Mai mit der Brut (normalerweise fangen Störche in unseren Breiten nach Mitte Mai nicht mehr mit dem Brutgeschäft an).
Ende Juni schlüpften drei Junge, von denen zwei heute noch leben und – wenn alles gutgeht – Ende Juli beringt werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Altstörche genug Futter finden, um die Nestlinge schnell hochzuziehen. Denn die Jungstörche müssen sich mit dem Erwachsenwerden sputen, die Zeit bis zum Wegzug wird auf jeden Fall knapp.

 

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