Die Störche Oberschwabens



Fronreute-Preußenhäusle

Preussenhäussle
Brut am Preußenhäusle 29.03.2014 (Foto: Georg Steinhauser)

Preussenhaeusle
3 Jungstörche werden am Preussenhäussle in Fronreute groß. 04.06.2014. Foto: Georg Steinhauser

2016: Den Horst am Preußenhäusle belegen wieder die beiden unberingten Störche (sehr wahrscheinlich dieselben wie letztes Jahr, denn sie kannten sich von Anfang an recht gut).  Dieses Jahr kamen sie sogar noch etwas früher an, nämlich schon am 7. und am 8. Februar. Mit der Brut begannen sie daher auch schon recht zeitig. Am 20. März saß man bereits abwechselnd auf den ersten Eiern. Es kann sein, dass dieses Mal nur zwei Jungstörche aus dem Gelege schlüpften, aber vielleicht wurde bei der letzten Nestbeobachtung auch ein kleines Storchenküken übersehen, denn die Nester sind generell wegen der Kälteperiode Ende April nur schlecht einsehbar. Die Nestränder wurden von den Störchen als Schutz vor Wind und Wetter deutlich erhöht.

Juli: Drei Junge tummelten sich anfangs im Preußenhäusler Nest. Die Eisheiligen überlebte nur einer. Im Horst am Preußenhäusle hatte man ja dieses Jahr auch schon ziemlich früh mit der Brut begonnen und folglich waren die Jungstörche zur Pfingstzeit schon so groß, dass sie nicht mehr ausreichend geschützt werden konnten. Im Gegensatz zu sonstigen Jahren war frühe Brut dieses Jahr ein Nachteil, denn die Eisheiligen kamen mit heftigem Regen und Kälte daher und dauerten außerdem länger als gewöhnlich. In anderen Jahren ist es oft die Schafskälte im Juni, die den drei- bis sechswöchigen Jungen zu schaffen macht, und da sind die früh erbrüteten Störche gut dran, denn sie sind dann schon über dieses Alter hinaus.

Der Preußenhäusler Jungstorch wird dieses Jahr ohne Personalausweis ausfliegen, denn man konnte bei der vorherrschenden Witterung die Wiese nicht befahren. Ihn kümmerts wenig, über seinen weiteren Lebensweg werden wir nach seiner Abreise allerdings nichts mehr erfahren.

2015: Am Preußenhäusle wurde der Horst wieder von den beiden Unberingten besetzt. Es war ihnen wohl ziemlich wichtig, sich dieses Nest zu sichern, denn das Männchen erschien schon am 14. Februar, sein Weibchen fünf Tage später. Ende März wurden die ersten Eier gelegt und seitdem wird abwechselnd gebrütet.

Am 21. April war es soweit. Die ersten kleinen Störche schlüpften, und ein paar Tage später tummelten sich vier Küken im Nest. Drei Wochen lang überlebten alle vier, dann starb jedoch das Nesthäkchen, und kurz vor Pfingsten hielt auch noch ein weiterer Jungstorch nicht mehr durch. Eigentlich hätten alle vier Junge durchkommen müssen, denn im Schussental gab es eine Maikäfer-Plage, und die beiden Überlebenden brachten deshalb bei der Beringung am 1. Juni ein ordentliches Gewicht auf die Waage: sie wogen 3,3 und 3,7 kg, waren also echte "Brummer".  Diesen beiden kann nun, was Regen oder Kälte anbelangt, nichts mehr passieren, wahrscheinlich müssen sie vor ihrem ersten Ausflug noch etwas abnehmen, damit ihnen der Jungfernflug leichter fällt.

2014: Nachdem die letztjährige Saison am Preußenhäusle mit Brutverlust und sehr vielen Kämpfen endete, und zum Schluss dann auch noch das Brutmännchen verschollen war, hat Laura dem dortigen Horst den Rücken gekehrt. Sie ließ sich zwar bei ihrer Ankunft kurz dort blicken, zog dann aber ins benachbarte Mochenwangen um, wo sie sich mit dem Staiger Storch, der ebenfalls Tapetenwechsel brauchte, anfreundete.
Der Horst vom Preußenhäusle ist in diesem Jahr von zwei unberingten Störchen besetzt, über deren Herkunft und Alter wir deshalb nichts wissen. Wahrscheinlich stammen sie aus dem Elsass, möglicherweise aber auch aus Bayern, denn dort werden nicht alle Störche beringt. Mit dem Brutgeschäft begannen sie um den 25. März.

Ende Juni: Im Nest auf dem Mast beim Preußenhäusle schlüpften dieses Jahr drei Junge, ein Ei – später bei der Beringung noch im Nest gefunden – war anscheinend unbefruchtet. Am 2. Juni, als mit Hilfe eines Steigers der EnBW alle ihren Personalausweis erhielten, erwiesen sie sich als regelrechte "Brummer", denn der größte wog fast vier Kilogramm und muss wohl vor seinem ersten Ausflug noch eine Abmagerungskur machen. Wahrscheinlich gab es mal wieder reichlich Maikäfer in der Gegend, ein äußerst nahrhaftes Futter.
Lange wird es wohl nun nicht mehr dauern, bis sie erstmals das elterliche Nest verlassen und man sie zusammen mit ihren Eltern auf den Wiesen sehen kann.

2013: Am 3. März wurde der erste Storch am Preußenhäusle gesichtet. Es waren aber weder Laura noch ihr Gatte, sondern die Ebenweiler Brutstörchin. Sie hielt sich jedoch nicht lange auf, sondern entschied sich bald darauf für den Altshausener Horst. Einen Tag später gab es einen weiteren Kurzbesuch: Der Bad Wurzacher Brutstorch war auf der Durchreise zu seinem Horst.
Am 5. März war es dann aber soweit. Wie abgesprochen erschienen unsere beiden Preußenhäusler wieder am selben Tag. Wir erinnern uns, dass es Laura, der "heiße Feger vom Affenberg" zur Zeit ihrer erstenmaligen Belegung des Horstes am Preußenhäusle ziemlich bunt trieb, seit damals ist sie jedoch eine unserer treuesten Störchinnen in Oberschwaben. Sie hat auch keinen Anlass, sich woanders umzusehen, denn bisher hat es mit der Brut am Preußenhäusle immer gut geklappt.
Trotz des kalten Wetters begannen sie mit der Eiablage wie in den vorigen Jahren schon Ende März. Hoffentlich haben sie gut achtgegeben und das Gelege in den frostigen Tagen immer gut  gewärmt, damit bald wieder eine reiche Kinderschar das Nest bevölkert.

Juni: Just als es für die kleinen Störchlein Zeit war, sich aus den Eierschalen zu pellen, erschienen zehn, zeitweise zwölf Fremstörche am Preußenhäusle und machten Rabatz. Es gibt immer wieder heftige Kämpfe ums Nest, zwei Störche des Trupps stehen fast die ganze Zeit provokativ auf dem Nachbarmast: es sind zwei Zweijährige vom Bodensee, aus Tüfingen und aus Daisendorf.
Da die Preußenhäusler Störche am 6. Mai aprupt die Brut abbrachen, wird angenommen, dass das Gelege nicht beim Frost Ende März/Anfang April Schaden genommen hatte (in diesem Falle wären die Altstörche wie die anderen, denen dieses passiert ist, wohl länger auf den Eiern sitzen geblieben), sondern bei dem ganzen Gezerfe mit den Fremdstörchen nach und nach zu Bruch gegangen ist.
Bei den Kämpfen war übrigens auch ein rosafarbener Storch zugegen (siehe Isny).
Ein Trupp von zehn bis zwanzig Herumtreibern war übrigens ständig in Oberschwaben unterwegs, wurde mal hier und mal da gesichtet. Solche Halbstarken-Trupps von noch nicht brutwilligen Störchen sind an sich nichts ungewöhnliches. Ungewöhnlich ist aber die frühe Jahreszeit, in der sie dieses Jahr auftraten.

2012: Dieses Frühjahr waren sie nicht ganz so früh da, die Preußenhäusler Störche. Beide erschienen am selben Tag, dem sonnigen 2. März. Er morgens, sie abends. Konkurrenz war nicht zu vertreiben, und so konnten sich "Laura" und "Eduard" ganz geruhsam an die Herrichtung ihrer Heimstatt machen. Trotz ihrer relativ späten Ankunft machten sie sich aber etwa zum selben Termin wie letztes Jahr an ihr Brutgeschäft. Die ersten kleinen Störche werden daher noch im April schlüpfen.

Anfang Juni: Drei Storchenküken erblickten in den letzten Apriltagen das Licht der Welt. Und drei Schnäbel zu füttern ist für „Laura“ und „Eduard“ kein Problem. Zumal reichlich Maikäfer in der Umgebung des Horstes zu finden waren, also massenweise nahrhafte Leckerbissen. Demnächst fahren wir den Horst zur Beringung an. Mal sehen, ob sich die Jungstörche dementsprechend wie im letzten Maikäferjahr als schwergewichtige Brummer erweisen und womöglich dem Klufterner (knapp vier Kilogramm, siehe Markdorf-Kluftern) den Rang ablaufen.

August: Die Maikäferkur hatte dieses Jahr irgendwie nicht ganz so gut angeschlagen. Die drei kleinen Störche waren bei der Beringung sogar etwas untergewichtig, wogen alle weniger als drei Kilogramm. Nichtsdestotrotz kamen sie aber gut über die Runden und machten Anfang Juli ihre ersten Ausflüge vom Nest. Nochmal ordentlich futtern vor der großen Reise, und dann heißt es  "Schussental, tschüss!"

Fronreute
Beringung 2012 mit der EnBW. Foto: Gerhard Maluck.

Fronreute
Altstorch "parkt" solange auf einem Nachbarmast. Foto: Gerhard Maluck.

Preussenhäusle
Lauras Kampf ums Nest

Preussenhäusle

Ganz schön was los am Preussenhäusle!
Fotos: Tine Maurer, Preußenhäusle (März und April 2009)

2011: Die Störchin "Laura" ist sich der derzeitig herrschenden Konkurrenz wohl bewusst – letztes Jahr brüteten Störche im Föhrenried und im benachbarten Staig, auch Störche aus Aulendorf und Bad Waldsee sowie noch Heimatlose ließen sich immer mal wieder in der Nähe des Horstes blicken. Da heißt es möglichst früh da sein und sich seinen Horst sichern! Entsprechend kam sie dieses Mal noch früher aus ihrem Winterquartier im sonnigen Süden zurück und erreichte ihren Horst am Preußenhäusle schon am 19. Februar. Wie immer bei der Ankunft machte sie sich erstmal am benachbarten Teich etwas fein, dann machte sie sich an den Frühjahrsputz ihres Nestes (die schwäbische Hausfrau würde diese Reihenfolge vermutlich nicht bevorzugen).
Vier Tage später, es war schon Abend, klapperte es auf dem Horst, ihr Gatte war erschienen. Vom Wiedersehen machte man allerdings nicht lange Aufhebens. Bald war man mit den alltäglichen Verrichtungen beschäftigt und nach Aussagen der Anwohner wurde das Begrüßungsgeklapper bald auf das Notwendigste reduziert, ist man doch – obwohl noch in den besten Jahren – schon ein vertrautes Ehepaar.
Die beiden Mochenwangener gehören derzeit zu unseren erfolgreichsten Brutstörchen, mal sehen wieviele Jungstörche dieses Jahr zum Ausflug kommen. Mit der Brut hat man am Preußenhäusle in den letzten Märztagen begonnen.

Juni: Vier kleine Störche schlüpften auch dieses Jahr wieder aus dem Gelege der Preußenhäusler, und das Quartett blieb bis Anfang Juni komplett. Kurz vor der Beringung am 8. Juni starb jedoch der jüngste, der von Anfang an etwas schmächtig war. Die drei übrigen erwiesen sich in einem Alter von sechs Wochen mit einem Gewicht von 3 bis 3,5 kg jedoch als optimal entwickelt und haben damit einen guten Start ins Leben.
Für die Beringung wurde dieses Jahr übrigens eine Hebebühne organisiert, mit der am selben Tag auch die Horste im Föhrenried und in Staig angefahren wurden. Die Aktion, bei der immer auch gefährlicher Müll wie Plastikabfälle und Schnüre aus den Horsten entfernt werden, konnte dankenswerterweise mit Spenden der Gemeinde Fronreute, des BUND Ravensburg und des BUND Schenkenwald finanziert werden.

Anfang August: Die Preußenhäusler Jungstörche waren noch keine zehn Wochen alt, als sie zum erstenmal den Sprung vom Nest wagten. Es war am 4. Juli. Seitdem vervollständigen sie ihre Flugkünste und machen sich zunehmend von den Eltern unabhängig. Es wird nicht mehr lange dauern, dann verabschieden sie sich erstmal für eine Weile von Süddeutschland bis sie als Brutvögel – sofern alles gutgeht – in vermutlich zwei Jahren wiederkehren werden.

2010: Der in Salem gebürtige Mochenwangener erschien am Preußenhäusle wieder gegen Ende Februar und musste seinen Horst noch am selben Tag gegen zwei andere Störche verteidigen. Auf seine Partnerin musste er dieses Frühjahr nicht lange warten, denn "Laura" – von den letztjährigen Geschehnissen vorgewarnt (sie musste damals "Antonia" aus ihrem Horst verjagen) – kam diesmal wesentlich früher an, nämlich schon am 2. März. Mit der Brut haben die beiden Anfang April begonnen.
Sie werden in dieser Saison im Nahrungsgebiet ganz schön Konkurrenz bekommen, denn nicht nur das Nest im Föhrenried, sondern auch ein neuer Horst in Staig ist mit einem Brutpaar besetzt.

Juni: Wie im letzten Jahr schlüpften am Preußenhäusle vier kleine Störche. Trotz des grausligen "grünangestrichenen Mai-Winters" und trotz der konkurrierender Nachbarn geht es den Kleinen gut, und besonders die beiden Ältesten sind schon prächtig herangewachsen. Ihre Ringe sollen sie am 11. Juni erhalten, und dann wird man auch sehen, ob sie wieder ähnlich schwergewichtig wie letztes Jahr sind.

Juli: Mit Ausnahme des Nesthäkchens zeigten sich die Mochenwangener Jungstörche tatsächlich recht gut im Futter: sie wogen zwischen 2,8 und 3 kg (Nesthäkchen: 2,3 kg). Als Mitte Juni die Schafskälte einsetzte, war der Kleinste aber erst knapp über fünf Wochen alt und noch nicht ausreichend durch sein Gefieder geschützt. Die Nacht vom 17. auf den 18. Juni, als es am Preußenhäusle 53 Liter regnete, überstand er nicht. Den anderen drei geht es aber gut. Am Morgen des 8. Juli wagte der erste seinen Jungfernflug und landete zwar etwas unelegant, jedoch wohlbehalten wieder auf dem elterlichen Horst. Bald werden die drei Geschwister ihrer Geburtsheimat, dem Schussental, den Rücken kehren und in den sonnigen Süden ziehen (zwar ist es bei uns auch gerade ziemlich sonnig, aber wer weiß, wie lange noch?).

2009: Auch dieses Frühjahr war "Laura" wieder nicht die erste Störchin auf dem Mochenwangener Horst. Wahrend sie noch auf dem Rückflug aus dem Winterquartier war, machte sich in ihrem Horst eine in Süddeutschland überwinternde Schweizer Störchin breit, die letztes Jahr in Ummendorf erfolglos gebrütet hatte. Das Mochenwangener Männchen war schon am 28. Februar gekommen, die Schweizerin erschien am Mochenwangener Horst am 4. März. Was würde passieren, wenn "Laura" zurückkam? Würde sie ihren Horst zurückgewinnen?
"Laura" kam am 13. März nach Mochenwangen zurück, sah die Fremde auf ihrem Nest und kündigte sich durch aufgeregtes Geklapper in der Luft an. Dann flog sie zu einem nahen Teich, wie um sich nach der langen Reise und vor dem großen Auftritt erstmal schön zu machen, und dann... griff sie das Nest an. Es war nur ein kurzer Kampf, die Sache war schnell klar. Die Schweizerin machte einen Rückzieher, und verschwand nach weiterem kurzem Aufenthalt auf den Wiesen in Nähe des Horstes aus Mochenwangen. Sie ist jetzt übrigens wieder in Ummendorf. "Laura" und ihr Gatte, der wie sie vom Affenberg stammt, brüteten nun seit Anfang April.

Pünktlich Anfang Mai schlüpften dann auch die kleinen Störche aus den Eiern, insgesamt vier. Das Unwetter am 26. Mai, das Niederbiegen besonders stark getroffen hat, hat im nur wenig entfernten Preußenhäusle Gott sei Dank keinen Schaden angerichtet. Hoffen wir, dass das Föhrenrieder Paar, das an diesem Tag seine Jungen verloren hat, die Preussenhäusler Storchenfamilie diesmal in Ruhe lässt, damit auch alle vier gut gefüttert und beschützt werden können.

Juli: Sie können´s natürlich nicht lassen, die Föhrenrieder. Langeweile oder Elternneid, man schaut immer mal wieder am Preußenhäusler Horst vorbei und schaut, ob man die glückliche Familie nicht etwas nerven kann. Ernsthaft ist jedoch nichts passiert, und die Preußenhäusler Eltern ließen sich nicht so sehr ablenken, dass sie ihre Jungen vernachlässigt hätten. Die Storchenküken hatten aber auch im Übrigen beste Voraussetzungen um groß und dick zu werden, denn um Mochenwangen gab es ein Maikäferjahr. Oft bis zum Abwinken abgefüllt mit den saftigen, nahrhaften Tierchen wuchsen die Sprösslinge schnell heran und die beiden Ältesten brachten bei ihrer Beringung am 9. Juni in einem Alter von fünfeinhalb Wochen trotz der vielen Geschwister 3 und 3,4 kg auf die Waage. Auch die beiden Kleineren waren relativ gut genährt. So stand dann auch ihrer weiteren Entwicklung zu flugfähigen Störchen nichts mehr im Wege und am 11. Juli war dann plötzlich das Nest leer. Man war ausgeflogen.
Noch eine kleine Begebenheit am Rande, erzählt vor Kurzem von den Bewohnern des Preußenhäusle: Aufmerksam geworden durch aggressives Geklapper der Altstörche (nur kurzes, abgehacktes Zusammenschlagen der Schnäbel)  bemerkten sie einen Fuchs am Fuße des Horstmastes, der sich dort an zwei dem Preußenhäusle zugehörige Enten heranmachte.  Man versuchte, ihm die Enten abzujagen, und er ergriff mit einer von ihnen die Flucht, verfolgt wurde er dabei von einem der Altstörche. Trotz des Einsatzes des Storchs und der Hofinhaber waren die Enten allerdings leider nicht mehr zu retten.

Mochenwangen

Mochenwangen

Mochenwangen

2008: Die Störchin "Laura" hat´s nicht leicht. Letztes Jahr wurde sie von "Antonia", der Aulendorfer Störchin von ihrem Horst in Bad Waldsee vertrieben, und auch dieses Frühjahr musste sie wieder um ihren neuen Horst in Mochenwangen kämpfen. Am 25. Februar kam der Mochenwangener Brutstorch aus seinem Winterquartier zurück und einen Tag später erschien ein noch ziemlich kleines unberingtes Weibchen. Treue hin oder her, man verstand sich recht schnell und kopulierte bereits am darauffolgenden Tag (27. Februar). Schon am 26. Februar wurde jedoch ein weiterer Storch am Nest gesichtet, und dieser umflog auch am 27. immer wieder das Nest, um am Abend einen Kampf anzuzetteln. Mit großer Sicherheit war dieser Storch "Laura", denn von da an nahm sie wieder die Gattinnen-Rolle auf dem Mochenwangener Horst ein. Wieder traut vereint, brütet das Paar nun seit Ende März im Nest beim Preußenhäusle ein Gelege aus.

Juni: Aus den Eiern schälten sich Anfang Mai nach und nach vier kleine Jungstörche, dann war die Familie vollständig. Alle vier überlebten bis zur Beringung am 6. Juni, bei der sich zwei als einigermaßen kräftig, die beiden anderen jedoch als etwas schmächtig erwiesen (auch sie wogen jedoch immerhin etwas über 2 kg). Einer der beiden kleineren starb ca. 10 Tage später, und es besteht der Verdacht, dass die Föhrenrieder Störche, ihres Nachwuchses verlustig gegangen, ihren Teil dazu beigetragen haben. Denn die immer wieder erfolgenden Angriffe bewogen die Mochenwangener Störche dazu, das Nest weiterhin ständig von einem der Altstörche bewachen zu lassen, und auch der Zweite unterbrach bei Auftauchen der Föhrenrieder sofort alarmiert seine Futtersuche, um das Nest und seine Jungen zu schützen. Die Versorgung der Jungen ist unter solchen Umständen selbstverständlich nicht mehr optimal gewährleistet.

Juli: Am Morgen des 9. Juli verließen die beiden ältesten Jungstörche erstmalig das Nest. Der Dritte fühlte sich etwas vereinsamt, setzte schließlich abends gegen 18.00 zu einem Sprung an und flog ebenfalls davon. Hoffen wir, dass diesmal alles gut geht, und alle drei demnächst den Zug in den Süden antreten werden.

2007: Am 6. März kam das letztjährige Mochenwangener Brutmännchen – er stammt aus Salem Affenberg und ist nun drei Jahre alt – aus dem Winterquartier zurück. Und dann herrschte erstmal ziemliche Unruhe am Horst: Am 9. März umkreisten vier Störche das Nest und einer versuchte, dort zu landen; am 10. März gab es einen veritablen Kampf. Ob darin schon die ehemalige Bad Waldseer Störchin (siehe hierzu Aulendorf und Bad Waldsee) und eventuell auch die Pfälzerin - das letztjährige Mochenwangener Brutweibchen - verwickelt waren, kann nicht gesagt werden.

Jedenfalls besuchte "Laura", die Bad Waldseer Störchin, schon ab 11. März mit ziemlicher Sicherheit gelegentlich den Mochenwangener Horst und ab dem 20. März war sie regelmäßig nachts in Mochenwangen anzutreffen. Die Tage verbrachte die nunmehr sieben Jahre alte Störchin, die wie das Mochenwangener Männchen vom  Affenberg stammt, allerdings in Aulendorf, wo sie sich auf dem Horst mit dem dortigen Männchen verpaarte. Anfang April schließlich entschied sich "Laura, der heiße Feger vom Affenberg" endgültig für den Mochenwangener Horst, und seit 12. April brütet sie hier. Ob der Affenberger der Vater der schlüpfenden Jungen ist, bleibt ungewiss.

Juni: Am 11. Mai wurde zum erstenmal beobachtet, dass der Altstorch Futter auswürgte. Die ersten Jungen waren also geschlüpft. Da das Nest dieses Jahr recht tief ist, konnte man sie erst ziemlich spät sehen, und man war sich auch nicht sicher ob es zwei oder anfangs sogar drei Küken waren. Tatsache ist jedoch, dass zwei Junge bis heute überlebt haben und auch wohl bis zum Ausflug durchkommen werden. Mochenwangen im Schussental ist von Starkregen weniger betroffen als das übrige Allgäu, und so regnete es hier am Pfingstmontag und am Dienstag insgesamt 55 l, während im übrigen Oberschwaben meist an die 80 l Niederschläge in diesen beiden Tagen fielen. Sicherlich war das mit ein Grund, warum die Mochenwangener Jungstörche zu den wenigen gehören, die diese Tage überstanden. Am 11. Juni wurden sie beringt und wogen mit ihren viereinhalb Wochen beide immerhin jeweils zweieinhalb Kilogramm.

Am 16. Juli um 14.45 Uhr wagte der erste Jungstorch am Preußenhäusle den Jungfernflug. Bald darauf folgte der zweite. Doch war das Fliegen für einen der Beiden nur eine kurze Freude: Schon wenige Tage nach seinem ersten Ausflug wurde ihm ein mangelhaft gesicherter Strommast zum Verhängnis. Leider nur ein Jungstorch wird daher im August die Reise in den Süden antreten.

2006: Ein neuer Horst im Schussental!
Vor kurzem wurde von der Familie Maurer am Hof „Preußenhäusle“ bei Mochenwangen mit Hilfe der EnBW auf einem außer Betrieb genommenen Mast ein Horst errichtet und auch sofort von einem Storchenpaar angenommen.
Beide Störche sind noch blutjung, erst zwei Jahre alt; er ist ein Württemberger und stammt aus Salem-Affenberg, sie ist eine Pfälzerin aus Dietenheim. Sie erschienen beide schon Anfang März, mussten sich aber erst noch kennenlernen und ließen sich daher mit der Brut bis Mitte April Zeit.

Trotz ihres geringen Alters scheint die Brut und die Aufzucht des Nachwuchses erfolgreich zu verlaufen. Zwei Junge schlüpften, das zweite wurde erst spät entdeckt und ist wohl mit einiger Verzögerung auf die Welt gekommen. Seine Chancen standen darum – gerade auch im Hinblick auf die noch unerfahrenen Eltern – von Anfang an nicht gut und es starb. Das ältere Junge ist aber wohlauf und kann am 21. Juni beringt werden.

Schlechte Nachrichten aus Mochenwangen: Schon bei der Beringung wurde festgestellt, dass auch das einzig verbliebene, ältere Junge stark untergewichtig war (einen apathischen Eindruck machte es allerdings noch nicht). Vermutlich brachten ihm seine noch unerfahrenen Eltern während der heißen Zeit zu wenig Wasser. Auch lagen die Fütterungszeiten weit auseinander, manchmal erschienen die Altstörche drei Stunden lang nicht am Horst. Am 23.6. starb das Junge. Hoffen wir, dass die beiden Alten im nächsten Jahr sorgfältiger bei der Aufzucht ihres Nachwuchses sind.

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