Die Störche Oberschwabens



Föhrenried

Föhrenried



2015: Nicht besetzt.

2014: Bisher keine Nestbesetzung im Föhrenried. Auch heuer wieder die Frage: Was gefällt den Störchen nicht am neuen Nest?

2013: Was gefällt den Störchen nicht am neuen Nest?
Da die Pappel, auf der der Föhrenrieder Storchenhorst ziemlich morsch war und man befürchten musste, dass der Horst beim nächsten Sturm womöglich mitsamt Jungen umgeblasen werden könnte, wurde Ausgang des Winters eine neue Heimstatt für die Störche gebaut. An einem Platz nur wenige Meter neben dem alten Horst wurde am 28. Februar von der EnBW ein stabiler Stahlmast aufgestellt und mit einer Nistplattform bestückt. Irgendetwas scheint die Störche jedoch zu stören. Der erste Adebar erschien nämlich  schon zwei Tage später, landete kurz auf dem Horst um sich dann auf den benachbarten Strommast zu verziehen. Am 6. März wurde ein Kampf um den Horst beobachtet, der Horst jedoch merkwürdigerweise nicht besetzt. Wenige Tage später waren die Föhrenrieder Störche dann zu zweit, wurden aber ebenfalls nur auf dem Strommast stehend beobachtet. Kurze Zeit später verschwanden die beiden aus dem Föhrenried. Unmittelbar danach tauchte die Föhrenrieder Störchin in Ebenweiler auf.
Seitdem waren immer wieder Störche auf dem Föhrenrieder Horst am Stora-Weiher oder in seiner Nähe zu sehen, wobei es sich vermutlich meist um das Staiger Paar handelte. Am 20. März paarten sich zwei Störche auf dem Nest, ein dritter kam aus Staig herüber, flog niedrig über den Horst und verursachte bei dem Paar einige Aufregung. Aber auch dieses Paar verschwand wieder.
Zwar ist die Horstbesetzungszeit für die noch jungen, erstmals sich verpaarenden Störche noch nicht ganz vorbei, doch die Hoffnung sinkt, dass wir dieses Jahr im Föhrenried eine Weißstorchbrut haben werden.

Juni: Der Horst im Föhrenried wurde in dieser Brutsaison nicht besetzt.

2012: Nach erstmaligen Bruterfolg im Föhrenried sind die letztjährigen Störche ins Föhrenried zurückgekehrt. Auf dem Nest sind also wieder der Schweizer und die Zwiefaltendorferin. Da sie diesmal schon am letzten Februartag im Föhrenried erschienen, sind sie mit der Brut um Einiges früher dran als letztes Jahr. Schon Ende März saßen sie auf einem Gelege.

Anfang Juni: Drei Junge sind diesmal im Föhrenried geschlüpft. Die ersten pellten sich schon Ende April aus den Eierschalen. Sie überstanden die Eisheiligen und auch die nachfolgenden Gewitter und Hagelstürme. Die Beringung der kleinen Störche im Föhrenried wird uns dieses Jahr durch die EnBW ermöglicht, die uns freundlicherweise eine Hebebühne zur Verfügung stellt. So können sie sich später stets – vielleicht in ihrem Winterquartier in Spanien oder wenn sie in ein paar Jahren irgendwo in Oberschwaben brüten – als echte Oberschwaben, und zwar als gebürtige Föhrenrieder aus dem Schussental ausweisen.

August: Zum zweitenmal in Folge wurden im Föhrenried erfolgreich junge Störche aufgezogen. Alle drei Föhrenrieder überstanden ihre Nestlingszeit und verließen um die Monatswende Juni/Juli erstmals ihren sicheren Horst.
Mittlerweile haben die Jungstörche ihren Aktionsradius schon beträchtlich erweitert und erkunden auch die weitere Umgebung, was allerdings einem der drei zum Verhängnis wurde. Er kam an einem Mittelspannungsmast in Gaisbeuren bei Bad Waldsee durch Stromschlag durch einen Stromschlag ums Leben. Der Mast trägt wieder die typischen Büschelabweiser, die Vögel vom Landen abhalten sollen, welche Maßnahme sich aber immer wieder als völlig unzureichend erweist. Die Energieversorger sind aber leider nur bei einem nachgewiesenen Unglück dazu verpflichtet, solcher Art "gesicherte" Masten nachzurüsten.
Hoffen wir, dass die beiden anderen Jungstörche demnächst ihren Zug in den Süden antreten können und sie diese Herausforderung schadlos überstehen.

Föhrenried
Beringung 2012 mit der EnBW. Foto: Gerhard Maluck.

2011: Ob es dieses Jahr im Föhrenried endlich einmal klappt und junge Störche zum Ausflug kommen? Das Weibchen, 2008 geboren in Zwiefaltendorf, hat sich durch den Misserfolg im letzten Jahr, der teilweise auch auf das Konto der Schafskälte ging, nicht von diesem Horst abschrecken lassen. Ihr Partner war da etwas anders gestrickt und versuchte in Aulendorf Fuß zu fassen, was ihm aber letztendlich nicht gelang (er erschien bereits zwei Tage vor der Besetzung des Föhrenrieder Nestes in Aulendorf, war vom Föhrenrieder Horst also nicht etwa vertrieben worden).
Die Zwiefaltendorferin erschien am 12. März im Föhrenried, und zwar nicht allein. Sie war in Gesellschaft eines Schweizer Storchs, der in Lützelsee im Kanton Zürich geschlüpft ist und 2010 auch schon mal in Wangen im Allgäu gesehen wurde. Es war übrigens nicht das Schweizer Männchen, das im letzten Frühjahr im Föhrenried kurzzeitig sein Glück versuchte.
Der Lützelseer und die Zwiefaltendorferin verstehen sich jedenfalls ausgezeichnet, sie brüten zusammen seit Anfang April.

Juni: Endlich scheint im Föhrenried die Jungenaufzucht einmal zu gelingen: Erstmals haben kleine Störche das Beringungsalter erreicht. Die beiden Altstörche ließen es diesmal auch etwas gemächlicher angehen und bekamen nur zwei Junge, die sie bisher einwandfrei durchbrachten. Beide Jungstörche hatten bei der Beringung im Alter von fünf Wochen beinahe Optimalgewicht und waren auch im Übrigen gut entwickelt. Der obere Stamm der Pappel, auf der der Horst angebracht ist, ist mittlerweile etwas brüchig, so dass eine Besteigung zu gefährlich ist. Für die Beringung wurde deshalb eine Hebebühne organisiert, mit der am selben Tag auch die Horste in Staig und am Preußenhäusle angefahren wurden. Die Aktion, bei der übrigens auch immer gefährlicher Müll wie Plastikabfälle und Schnüre aus den Horsten entfernt werden, konnte dankenswerterweise mit Spenden der Gemeinde Fronreute, des BUND Ravensburg und des BUND Schenkenwald finanziert werden. Der Horst im Föhrenried muss nach Abzug der Störche auf einen neuen Pfahl umgesetzt werden, die Jungstörche im nächsten Jahr könnten sonst bei Sturm eine böse Überraschung erleben.

Anfang August: Die Föhrenrieder Jungstörche haben ihre Nestlingszeit diesmal gut überstanden. Um den 10. Juli verließen sie erstmals ihren Horst und drehten ein paar Flugrunden. Jetzt sind sie sicher geübt genug, so dass sie das große Wagnis auf sich nehmen können, ihren ersten Zug in den Süden. Ob wir sie in ein paar Jahren in Oberschwaben wiedersehen?

2010: Nachdem im letzten Jahr ein schreckliches Unwetter den Wald hinter dem Baumhorst quasi abrasierte und sämtliche Junge im Föhrenrieder Horst umgekommen waren, und nachdem sich die Altstörche daraufhin einen Zweithorst in Staig bauten, war eine weitere Besetzung des Horstes durch Störche im Jahr 2010 ungewiss. Tatsächlich nahmen die letztjährigen Föhrenrieder Störche den Horst im Ried im Frühjahr 2010 nicht mehr an, das heißt: das Föhrenrieder Männchen zog nach Staig um, seine Gattin "„Antonia" ist im Frühjahr dagegen überhaupt nicht aufgetaucht.
Trotz allem kann man im Föhrenried dieses Jahr wieder Störche beobachten. Denn am 28. Februar entschied sich ein junges Paar – beide erst zwei Jahre alt, er aus Salem-Affenberg, sie aus Zwiefaltendorf – für den Baumhorst im Ried. Einem jungen Schweizer passte diese Zweisamkeit allerdings gar nicht. Immer wieder ließ er sich beim Horst blicken, landete auch gelegentlich, wenn gerade keiner der beiden da war, wurde dann aber vom Paar, das vom Futtern auf der Wiese zurückkehrte, vehement vertrieben. Chancenlos zog er schließlich nach ein paar Tagen ab.
Die beiden Süddeutschen verstehen sich aber anscheinend bestens, paarten sich eifrig und legten noch vor Mitte April ihre ersten Eier, auf denen sie jetzt abwechselnd sitzen.

Juni: Einen Monat später war es dann soweit. Es gab Storchen-Nachwuchs im Föhrenried. Die noch unerfahrenen Eltern lassen es erstmal etwas langsam angehen: Zwei Junge haben sie zu versorgen. Bei der letzten Horstkontrolle am 25. Mai ging es den beiden (den Umständen entsprechend) noch gut, sie wurden gerade gefüttert.

Juli: Auch die Föhrenrieder hatten als Spätbrüter ziemliches Pech. Der Tod des ersten Jungen in den ersten Junitagen ist der Unerfahrenheit der beiden Störche zuzuschreiben, die die noch kleinen Jungen nicht genügend vor Regen und Kälte schützten. Das zweite Junge starb jedoch bei der Schafskälte in einem Alter, in dem Storchenjunge wegen ihrer Größe generell nur noch selten von den Eltern bedeckt werden, mangels ausreichenden Gefieders aber noch durchaus empfindlich gegenüber Nässe und Kälte sind. Dieses Schicksal traf alle Jungstörche Oberschwabens, die wie die Föhrenrieder Jungen zur Zeit der diesmal sehr harten Schafskälte gerade vier bis fünf Wochen alt waren.
Möglicherweise sucht sich nun auch dieses Storchenpaar im nächsten Jahr einen anderen, vielleicht etwas geschützteren Horst. In den drei Jahren der Besetzung ist die Jungenaufzucht im Föhrenried kein einziges Mal gelungen.

2009: Anfang März war der Horst im Ried zunächst noch unbesetzt, doch dann entschied sich das letztjährige, 2006 in Ertingen geborene Brutmännchen A5328 nach einem heftigen Flirt in Altshausen und einer Stippvisite in Fronhofen doch wieder für seinen alten Horst. Allerdings gesellte sich nicht seine vorjährige Unberingte zu ihm, sondern eine Störchin, die als "Antonia" bei den Aulendorfer und Bad Waldseer Bürgern bekannt ist. Die in Aulendorf überwinternde "Antonia" hatte zwei durch Krähen vereitelte Brutversuche in Aulendorf hinter sich als sie 2007 schließlich nach Bad Waldsee umzog und die vom Zug zurückkommende Bad Waldseer Störchin "Laura" nicht mehr auf ihren Horst ließ. Sie hatte jedoch auch in Bad Waldsee kein Glück, denn ihre erste Brut ging an Unterernährung zugrunde, und 2008 kam ihr Männchen ums Leben, worauf die Jungen vom Horst geholt werden mussten. Bald darauf wurde sie von zwei offensichtlich schwulen Männchen dann auch noch vom Bad Waldseer Horst vertrieben. Jetzt ist sie also im Föhrenried, in unmittelbarer Nachbarschaft von "Laura" übrigens, die seit 2007 in Mochenwangen-Preußenhäusle siedelt. Anfang April hat man im Föhrenried mit dem Brutgeschäft begonnen.
Vier Junge schlüpften im Föhrenrieder Horst. Die ersten beiden pellten sich um den 5. Mai aus ihren Eierschalen. Alle Jungen lebten noch am 22. Mai und machten einen fidelen Eindruck. Die Eltern fanden bei der feuchten Witterung wohl gerade genug Futter in der Horstumgebung. Am 26. Mai gab es jedoch ein schreckliches Unwetter, das gerade auch in Niederbiegen besonders heftig zuschlug. Bäume wurden entwurzelt, ein Zug entgleiste wegen eines umgestürzten Baumes. Die Jungen im Storchenhorst haben es nicht überlebt.

Juli: Die Föhrenrieder Altstörche haben sich inzwischen andere Beschäftigungen gesucht: Sie stören ab und zu am Preussenhäusler Horst bei Mochenwangen und bauen sich eine Zweitwohnung im Nachbarort Staig auf einem Niederspannungsmast mitten im Dorf. Wo sie wohl nächtes Jahr brüten werden?

2008: Schon im letzten Sommer hielten sich regelmäßig zwei Störche – ein Schweizer und ein Unberingter (der Unberingte kleiner, also vermutlich das Weibchen) - auf den Wiesen um den neu errichteten Horst im Föhrenried auf. Es war zu vermuten, dass in diesem Jahr hier gebrütet würde. Und tatsächlich haben sich Störche auf dem Horst niedergelassen. Die Störchin ist unberingt, vermutlich die Störchin vom letzten Jahr. Das Männchen ist jedoch ein anderes. Es stammt aus Oberschwaben und wurde im Jahr 2006 in Ertingen geboren. Mit der Brut ließen sie sich erstmal etwas Zeit, man musste sich ja noch gut kennenlernen, aber seit Mitte April sitzen sie nun abwechselnd auf einem Gelege.

Juni: Mitte Mai erblickten im Föhrenried nach und nach drei kleine Störche das Licht der Welt. Bei einer Kontrolle am 30. Mai musste dann allerdings Folgendes beobachtet werden: Das Männchen bewachte den Horst, es begann zu regnen (erst leicht, dann heftiger), der Altstorch blieb ca. 25 Minuten seelenruhig stehen, bevor er sich auf seine Jungen setzte, die zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich nass sein mussten. Das Weibchen erschien, und das Männchen zog ab. Die Jungen bekamen Futter, und wieder wurden danach die Jungen nur sehr mangelhaft vor dem Regen geschützt, denn das Weibchen stellte sich nur über ihre Jungen, huderte sie jedoch nicht. Solches Verhalten hat Konsequenzen, und tatsächlich waren ein paar Tage später alle Jungen tot. Die Altstörche, nun "arbeitslos", vertreiben sich jetzt leider einen Teil ihrer Freizeit damit, die Mochenwanger Störche in Preußenhäusle zu stören, was wiederum Nachteile für die Jungenaufzucht im Mochenwangener Horst zur Folge haben kann.




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