Die Störche Oberschwabens



Waldbeuren

2024: Kein "personeller" Wechsel in Waldbeuren. Dasselbe Paar wie im letzten Jahr saß dieses Jahr schon vor dem 20. März auf den Eiern. Die Jungen waren daher schon ausreichend entwickelt, als die heftigen und tagelangen Dauerniederschläge Ende Mai mit katastrophalen Folgen für die Jungenaufzucht einsetzten. Beide Jungvögel überlebten das Wetter und vervollständigen derzeit ihre Flugkünste. Denn lange wird es nicht mehr dauern, dann geht'

s auf große Reise in den Süden.

2023: Dieses Frühjahr gab es keinen Wechsel. Es brütet wieder der Bayer aus Raisting zusammen mit seiner unberingten Gattin. Recht früh, nämlich um den 20. März, wurde mit der Brut begonnen. Bei der letzten Nestbeobachtung am 26. April wurden deshalb schon mindestens drei kleine Köpfchen gesehen. Ob es inzwischen noch mehr geworden sind?

Juli: Es wurden tatsächlich noch vier, das kleinste wurde jedoch nur wenige Wochen alt. Wahrscheinlich hat ihm die Kälte, die sich auch noch über die Eisheiligen hinaus hinzog, zu stark zugesetzt. Drei Jungvögel wurden aber immerhin groß und sind erfolgreich ausgeflogen. Noch sind sie im Ried zusammen mit den Eltern zu sehen, aber das Ried verlassen sie bald. Der Süden lockt, zusammen mit Artgenossen werden sie sich von warmen Aufwinden durch die Lüfte tragen lassen und neue Landschaften entdecken. Wünschen wir ihnen Glück auf ihrer ersten großen Reise.

2022: Störchinnen nehmen einen Komplettausfall oft richtig übel und meiden im darauffolgenden Jahr meist den Ort der schlechten Erfahrung und damit auch ihren bisherigen Partner. So auch in Waldbeuren. Die Fleischwangenerin kam im Frühjahr nicht mehr wieder, stattdessen nahm eine unberingte Störchin ihren Platz an der Seite des Bayern ein. Sie verstanden sich auch bald recht gut, Eier wurden gelegt, und Ende April schlüpften die ersten Gefiederknäuel aus dem Gelege. Drei an der Zahl wurden bei der letzten Horstbeobachtung am 11. Mai gesehen und ihre Chancen stehen gut. Petrus hat heuer ein Einsehen, und wenn er weiter so gnädig gestimmt ist und nicht etwa eine Schafskälte Anfang Juni schickt, dürften sie wohl den Ausflug schaffen.

Juli: Ja, es hat geklappt. Allen drei Jungstörchen geht es gut, und sie haben ihren Ausflug geschafft. Demnächst geht's zusammen mit anderen Jungstörchen Oberschwabens auf große Reise nach Spanien und, wer weiß, vielleicht sogar nach Afrika.

2021: Es brüten wieder der Bayer und die Fleischwangenerin zusammen. Und diesmal ist ihnen leider kein Glück beschert, denn von drei geschlüpften Jungvögeln kam kein einziger durch. Das Nesthäkchen und einer der beiden Älteren starben schon in den ersten kalten und stürmischen Maitagen, der letzte Jungvogel folgte irgendwann zwischen Mitte und Ende Mai ihrem Schicksal.

2020: Der Bayer aus Raisting und seine oberschwäbische Angetraute aus Fleischwangen haben wieder ihren Horst bezogen. Im Nest war diesmal richtig was los, denn bald tummelten sich vier kleine Störchlein darin, die alle am 3. Juni beringt werden konnten und später erfolgreich ausgeflogen sind.

2019: Die Waldbeurener Brutstörchin, die ja ganz aus der Nähe stammt, nämlich aus Fleischwangen, hat wieder einen Partner. Gesellschaft bekam sie im Frühjahr von einem Oberbayern aus Raisting, der sechs Jahre jünger ist als sie.Offensichtlich haben sich die Beiden gleich gut verstanden, denn schon Ende März lag das erste Ei im Nest. Ungefähr einen Monat später schlüpften mindestens zwei Junge (bei der Nestkontrolle am 30. April hatten sich möglicherweise noch nicht alle Jungvögel aus den Eiern gepellt), bei einer weiteren Nestbeobachtung zwei Wochen später wurde allerdings nur noch ein Jungstorch gesehen. Dieser genoss nun aber die ganze Fürsorge seiner Eltern, kam auch in der Schlechtwetterperiode einigermaßen über die Runden und erhielt am 5. Juni seinen Personalausweis, den schwarzen ELSA-Ring mit der persönlichen weißen Nummer.

2018: Das Waldbeurener Paar, welches den Winter in Süddeutschland verbringt, begann Ende März mit der Bebrütung eines Geleges, aus dem Ende April die ersten kleinen Störchlein schlüpften. Wie in vielen anderen Horsten Oberschwabens waren auch die kleinen Jungvögel in Waldbeuren anfangs nicht zu sehen, da die Nestränder im März wegen der herrschenden starken Winde von den Störchen erhöht worden waren. Mitte Mai wurden dann aber mit ziemlicher Sicherheit drei kleine Köpfchen gesehen. Das Nesthäkchen kam jedoch nicht durch, die beiden verbliebenen Jungvögel werden es aber aller Voraussicht nach bis zu ihrem Ausflug schaffen.

Für die beiden Waldbeurener Jungstörche war ihre übrige Nestlingszeit kein Problem. Am 12. Juni erhielten sie ihren Personalausweis und erwiesen sich als offensichtlich gesund und normal im Gewicht. Ihr Nest haben sie bereits verlassen, auch Oberschwaben haben sie mittlerweile wohl den Rücken gekehrt und sind bereits auf dem Weg nach Spanien oder vielleicht auch Afrika.

Ihre Mutter wird jedoch diesen Winter allein in Waldbeuren verbringen, denn ihr Partner, der langjährige Waldbeurener Brutstorch aus Oetwil in der Schweiz wurde am 22. Juli in einer Pferdekoppel tot aufgefunden, Todesursache unbekannt. Vielleicht war es einfach Altersschwäche, denn er war immerhin jetzt 29 Jahre alt.

2017: In Waldbeuren ist alles wie gehabt. Unser nun mittlerweile auch schon in die Jahre gekommenes Schweizer Storchenmännchen – er ist jetzt 28 Jahre alt – brütete wieder zusammen mit seiner Fleischwangener Dame. Heraus kamen diesmal vier Junge, von denen diesmal dank des ab 10. Mai herrschenden ziemlich guten Wetters immerhin drei überlebten. Auch der vierte, der gegenüber seinen Geschwistern stark zurückgeblieben war, hielt mindestens drei Wochen durch.

Die drei, welche ihre kritische Nestlingszeit überstanden haben, sind jetzt sozusagen schon „auf dem Sprung“. Ihre Eltern werden sie demnächst verlassen und dem Pfrunger-Burgweiler Ried den Rücken kehren. Der sonnige Süden lockt, denn der nächste Winter kommt bestimmt... (was übrigens ihren Eltern anscheinend ziemlich schnurz ist, denn die verbringen ihn am Bodensee).

 


2016: Das Waldbeurener Storchenpaar, welches den deutschen Winter dem sonnigen Süden vorzieht, brachte Ende April mindestens drei Junge zur Welt. Die Waldbeurener Adebare tun sich aber seit jeher schwer, ihren Nachwuchs durchzubringen, obwohl die Nahrungsgebiete in der Nähe des Horstes durchaus zufriedenstellend sind. Oft überlebt nur einer, manchmal auch keiner der kleinen Störche. So war es auch dieses Frühjahr. Schon vor den Eisheiligen waren von den dreien nur noch zwei übrig. Und nach den Eisheiligen regte sich nichts mehr im Nest. Hoffen wir auf das nächste Jahr.

2015: Das bei Waldbeuren überwinternde Storchenpaar ist seit Ende März nicht mehr gemeinsam auf den Wiesen zu sehen. Einer der beiden sitzt stets im Nest bis ihn der andere ablöst, denn die im Nest liegenden Eier wollen warm gehalten sein.

Wahrscheinlich schlüpften im Waldbeurener Nest dieses Frühjahr nur zwei kleine Störche, wobei der eine der beiden schon nach zwei Wochen gegenüber dem anderen in der Entwicklung stark zurückgeblieben war. Nach weiteren zehn Tagen wurde dann auch nur noch ein einziger Jungstorch im Nest gesehen. Die elterliche Sorgfalt bei der Aufzucht der Jungen – die zur Verfügung stehenden Nahrungsgebiete sind eigentlich nicht schlecht – lässt in Waldbeuren in den letzten Jahren doch sehr zu wünschen übrig. Das Einzelkind hat jedenfalls seine kritische Nestlingszeit hinter sich. Jetzt heißt es allerdings aufpassen, denn die erste Zeit des Fliegens und der Zug in den Süden bergen viele Gefahren.

2014: Die Waldbeurener Störche, die den Winter nicht weit vom Brutplatz verbringen, waren schon Anfang Februar auf den Waldbeurener Wiesen zu sehen. Mit dem Brutgeschäft begannen sie trotzdem zu einem ähnlichen Zeitpunkt wie letztes Jahr. Ende April werden die ersten kleinen Schnäbel im Waldbeurener Nest zu füttern sein.

Juni: Anfangs waren es mindestens drei kleine Störche, wahrscheinlich sogar vier, die im Waldbeurener Nest gefüttert werden wollten. Schon nach einer Woche reduzierte sich die Zahl der Schnäbel jedoch erheblich, nur noch ein kleiner Storch war im Nest zu sehen. Die Nahrungsgebiete in Waldbeuren sind gut, am Wetter kann es auch nicht gelegen haben. Unvermögen der fütternden Eltern ist da schon wahrscheinlicher, denn dieses Jahr hat sich in Oberschwaben wieder deutlich gezeigt, dass viele der überwinternden und im Winter zugefütterten Störche, obwohl sie früh brüten und von daher eigentlich im Vorteil sind, im Gegensatz zu den Zugstörchen große Schwierigkeiten haben, ihren Nachwuchs durchzubringen.
Im Waldbeurener Nest kam wenigstens dieser verbliebene Jungstorch durch. Und wenn er das Fliegen ausreichend gelernt hat, wird er sich bald anderen Jungstörchen anschließen und mit seiner Einsamkeit im Nest ist es vorbei.

2013: Ob der regelmäßig in Süddeutschland, meist am Bodensee überwinternde Waldbeurener Brutstorch etwas damit zu tun hat, dass seine letztjährige Angetraute diesen Winter ebenfalls am Bodensee verbrachte?  Es ist anzunehmen. Jedenfalls erschien das aus Fleischwangen stammende Storchenweibchen zusammen mit ihm bei der Winterfütterung in Radolfzell-Böhringen.
Beide sind nun seit dem Frühjahr wieder gemeinsam auf dem Waldbeurener Horst und kümmern sich seit Ende März um ein Gelege.

Juni: Planmäßig begann ende April im Waldbeurener Nest der Schlupf der Jungen. Wie in vielen Nestern Oberschwabens dieses Jahr wurden es vier. Die Eisheiligen überstanden alle vier noch gut, aber bereits in der nächsten Regenperiode zwischen 22. und 26. Mai starb das Nesthäkchen, das Zweitjüngste folgte ihm wenige Tage später, als Ende Mai das Katastrophenwetter begann. So lebten am 28. Mai nur noch zwei der Jungstörche, aber auch diesen war kein Glück beschieden. Es regnete und goss in Strömen, dazu war es bitterkalt. Am 5. Juni, als sie eigentlich beringt werden sollten, konnten sie nur noch tot aus dem Horst geborgen werden. Hoffentlich haben die Störche mehr Glück im nächsten Jahr.

2012: Schon wieder eine andere Störchin in Waldbeuren! Obwohl letztes Jahr drei Junge in Waldbeuren groß wurden, die Störchin also zufrieden hätte sein können, hat das Weibchen auf dem Waldbeurener Horst schon wieder gewechselt. Diesmal ist es eine dreijährige Störchin aus Fleischwangen, eine Schwester der Störchin, die seit letztem Jahr in Ebenweiler brütet. Um den 10. März erschien sie am Waldbeurener Horst, freundete sich mit dem nun schon in die Jahre gekommenen Waldbeurener an (er hat mittlerweile 23 Jahre auf dem Buckel) und vermählte sich mit ihm. Auch gefielen ihr wohl die vielversprechenden Nahrungsgebiete um Waldbeuren und der im Herbst schick und luftig hergerichtete Horst, der mit der Zeit eine gewaltige Ausdehnung erreicht hatte und zurückgebaut werden musste.
Ende März war es dann so weit. Die Störchin legte die ersten Eier ins Nest, und seitdem sitzen die Neuvermählten pflichtbewusst abwechselnd im Nest auf dem Gelege.

Mitte Juni: Wenn die Landwirte doch nur ihre Ballenschnüre im Müll entsorgen würden anstatt in der freien Natur!! Drei Junge waren Ende April im Waldbeurener Nest geschlüpft. Nur zwei werden (hoffentlich) überleben. Und einen der beiden konnte man bei der Beringung gerade noch retten. Er hatte nämlich eine Schnurschlinge um den Hals. Die Schnur war ins Nest eingearbeitet, der Jungstorch konnte sich also kaum noch bewegen. Beim Heben des Kopfes schnitt sie ihm ins Fleisch. Die Wunde war Gott sei Dank noch nicht so tief, dass wir den Storch aus dem Nest nehmen mussten. Wir konnten sie bei der Beringung versorgen und hoffen, dass sie gut verheilt. Wären wir allerdings erst einige Tage später gekommen, hätte es übel für den kleinen ausgehen können. Einem weiteren kleinen Storch konnten wir allerdings nicht mehr helfen: In die Schnur verwickelt war nämlich der mumifizierte Kadaver des dritten Waldbeurener Jungstorchs, dessen Tod ich fälschlicherweise den Eisheiligen zugeschrieben hatte. Tragödien wie diese (siehe auch Scheer 2011 und aktuell Zußdorf) sind vermeidbar, nehmen aber leider zu. Müll hat in der Landschaft nichts zu suchen.

August: Der Jungstorch, der bei der Beringung von einer Schnurschlinge um den Hals befreit werden musste, hat sich erfreulicherweise sehr schnell von seiner Verletzung erholt. Zusammen mit seinem Geschwister eroberte er Ende Juni mit dem Luftraum ein für ihn völlig neues Element. Heuschrecken, Frösche, Mäuse und anderes Getier hatten sich auf den Waldbeurener Wiesen von da an vor vier Schnäbeln in Acht zu nehmen. Die jungen Störche sind jetzt kaum noch von den Alten zu unterscheiden und hoffentlich fit genug für ihre demnächst beginnende erste große Reise.

2011: Seitdem ihn sein langjähriges Weibchen im Jahr 2009 verlassen hat und nach Meßkirch umgezogen war (seit 2010 ist sie allerdings verschollen), ist die Kontinuität in Waldbeuren flöten gegangen. Zuerst war eine Saison lang das Männchen "Bodi" mit dem Waldbeurener zusammen, dann 2010 war zwar wieder eine Dame mit ihm auf dem Horst, aber sie brachten die Jungenschar nicht durch. Seine frühere Angetraute hielt ihm auch nach vorangegangenem Brutverlust die Stange, die neue Dame war da nicht so geduldig, sondern schaute sich dieses Frühjahr gleich nach einem anderen Brutplatz um, sie zog nämlich nach Bad Waldsee, wo sie sich nun mit einem Tschechen zusammengetan hat.
Der Waldbeurener fand allerdings wieder eine neue Gefährtin, diesmal eine Dame mit ringfreiem Bein, über die man deshalb leider überhaupt nichts weiß. Seit Anfang April wird im Waldbeurener Horst gebrütet, hoffentlich wird die Jungenaufzucht dieses Mal erfolgreich. Das Nahrungsgebiet in Waldbeuren bietet dazu eigentlich gute Voraussetzungen, das Verhalten des in Süddeutschland überwinternden Waldbeurener Storchs bei der Jungenaufzucht lässt allerdings manchmal etwas zu Wünschen übrig.

Juni: Nach längerer Pause wird man in diesem Jahr wohl wieder einmal Jungstörche in Waldbeuren ausfliegen sehen.  Am 7. Mai regte sich erstmals etwas im Waldbeurener Horst, das erste Junge pellte sich aus dem Ei. Vermutlich noch am selben Tag schlüpfte ein zweites, und in den folgenden Tagen gesellten sich diesen beiden nochmals zwei kleine Störche dazu. Dann war die Familie komplett. Das Nesthäkchen fiel in der Entwicklung jedoch immer mehr zurück und starb im Alter von etwa zwei Wochen. Den übrigen geht es aber einigermaßen gut, allerdings zeigten sie bei der Beringung ein etwas löchriges Gefieder (durchsichtige Streifung in den Federfahnen, die auf Mangelernährung während des Gefiederwachstums zurückzuführen ist).

Anfang August: Obwohl sie schon Anfang Juli beeindruckend hohe Sprünge in ihrem Nest vollführten, dauerte es doch noch bis Mitte Juli, bis der erste Waldbeurener Jungstorch fliegen konnte. Mittlerweile lassen sie sich aber schon mit Leichtigkeit durch die Lüfte tragen und sind fast schon Meister ihres neuen Elements. Auch das Anfuttern von Reiseproviant ist im vernässten Ried kein Problem, und so steht dem baldigen ersten Zug ins Winterquartier nichts mehr im Wege.

2010: Für den Waldbeurener ist der Urlaub vom Brüten, den er sich zusammen mit "Bodi", einem anderen Männchen, genommen hatte (nicht allerdings ohne trotzdem dabei Spaß zu haben, siehe 2009), vorbei. Allerdings brauchte es zwei Anläufe, denn die erste Anwärterin, eine Dame mit einem unten am linken Fuß angebrachten Metallring, verließ ihn wieder. Auch von Fremdstörchen, die ihm seinen Horst streitig machen wollten, blieb der Waldbeurener nicht verschont. Möglicherweise half ihm in dieser Situation aber sein vorjähriger Kompagnon, der in diesem Augenblick ebenfalls zugegen war und das Nest verteidigte (über "Bodi" siehe auch Illmensee).
Am 5. April endlich erschien eine Störchin mit wirklich ernsten Absichten. Die Dame ist in Herbertingen geboren und noch blutjung, erst zwei Jahre alt. Wahrscheinlich hat sie eine Schwäche für gereifte, ältere Männer, der Waldbeurener hat nämlich in diesem Jahr die zwanzig überschritten. Hoffen wir mal, dass die beiden was zustande bringen. Immerhin begannen sie ca. Mitte April mit der Brut.

Juni: Es ist in Waldbeuren wieder mal ähnlich wie in den Jahren vor 2008 (2008 kamen erstmals fast alle geschlüpften Jungen in Waldbeuren durch, 2009 fand keine Brut statt): Viele Junge schlüpfen, wenige kommen durch. Und das bei besten Nahrungsgebieten direkt vor der Haustür. Dieses Jahr am 25. Mai wurden vier kleine Störche im Horst gezählt. Wenige Tage später waren es nur noch zwei. Schon in anderen Jahren wurden mangelnde elterliche Fähigkeiten beim überwinternden Waldbeurener Storch festgestellt (mangelnder Schutz der Jungen bei Schlechtwetter, zu schnelles Umstellen auf große Nahrungstiere). Vielleicht sind die beiden Altstörche auch noch nicht gut aufeinander eingespielt, denn das Weibchen ist ja neu in Waldbeuren und mit zwei Jahren noch unerfahren. Hoffen wir, dass sie die beiden kleinen Störche, die noch im Nest sind, durchbekommen.

Juli: Auch die beiden letzten Waldbeurener Jungstörche sind leider umgekommen. Diesmal lag es allerdings nicht an den mangelnden Fähigkeiten der Eltern, maßgebliche Ursache war die Schafskälte. Das Alter zwischen drei und fünf Wochen ist für die kleinen Störche eine gefährliche Zeit. Von den Altstörchen werden sie nicht mehr geschützt, da sie schon zu groß sind, das Gefieder ist jedoch noch nicht ausreichend entwickelt, um Nässe und Kälte abzuhalten. Die Waldbeurener, die diesmal zu den Nachzüglern in Oberschwaben zählten, waren gerade vier Wochen alt, als mehrtägiger Dauerregen einsetzte und die Temperatur nachts auf 5°C oder noch darunter absank. Die Anfahrt mit der Hebebühne am 24. Juni, zu welchem Termin die Jungstörche hätten beringt werden sollen, wurde daher zu einer traurigen Angelegenheit, denn man konnte nur noch die Toten aus dem Nest holen.
Störche, die sich noch nicht an einem Brutort etabliert haben (also schon über mehrere Jahre an einem bestimmten Horst brüten), und bei diesen besonders die Weibchen, wechseln nach Brutverlust oft den Horst. Ob das noch sehr junge Weibchen, das in diesem Jahr erstmals in Waldbeuren brütete, nächstes Jahr wiederkommen wird?

2009: Was ist los in Waldbeuren? Wo bleibt unsere in Deisendorf geborene langjährige Waldbeurener Brutstörchin, die dem verrückten Treiben ein Ende macht?
Der Waldbeurener Brutstorch kehrte am 4. Februar vom Bodensee, wo er überwintert, in seinen Horst zurück. Seine Angetraute ist aber bis heute nicht aus dem Süden zurückgekehrt, und es muss leider angenommen werden, dass sie auf dem Zug oder im Winterquartier umgekommen ist.
Statt ihrer erschien Anfang März der Schweizer Senderstorch "Bodi" in Waldbeuren und versuchte aufs Nest zu kommen. Natürlich ließ in der Waldbeurener Storchenmann heran und jagte ihn in wildem Flug über die Wiesen. Als ich aber das nächste Mal den Horst beobachtete, traute ich meinen Augen kaum: Das langjährige Waldbeurener Brutmännchen und "Bodi", ebenfalls ein langjähriges Brutmännchen (in Illmensee und letztes Jahr in Ostrach-Wangen) einträchtig auf dem Waldbeurener Horst! Und wie man mir mitteilte, paarten sie sich auch eifrig! Na, kurze Abirrung, dachte ich, wird sich schon wieder geben, vor allem wenn das Weibchen zurückkehrt. Diese erschien aber, wie gesagt nicht, und die beiden Männchen stehen immer noch in trauter Zweisamkeit auf dem Nest und paaren sich zuweilen. Was ist bloß in die Beiden gefahren, fragt man sich? Wenn das so bleibt, wird es dieses Jahr nach langer Zeit erstmals keine Brut in Waldbeuren geben.


Juni: Nichts Neues aus Waldbeuren. Es sind immer noch die beiden Männchen auf dem Horst.

Das Neueste (30. April): Als in Meßkirch eine am rechten Fuß unten mit einem Alu-Ring versehene Störchin auftauchte, hatte ich schon einen vagen Verdacht, dass es sich möglicherweise um die Waldbeurenerin handeln könnte. Doch konnte ich mir andererseits einen Umzug dieser Störchin nicht vorstellen. Jetzt endlich gelang mit der (recht schwierigen) Ring-Ablesung die Identifizierung der Meßkircher Störchin und die Bestätigung dieses skurrilen Verdachts: Die Waldbeurener Brutstörchin, Zeit ihres Lebens (seit 1997) in Waldbeuren brütend, ist nach Meßkirch umgezogen! Dass sie von "Bodi" aus Waldbeuren vertrieben wurde, ist nicht nachzuweisen, denn man hat keine heftigen Kämpfe in Waldbeuren beobachtet. Kampflos hätte die Waldbeurenerin als langjährige Brutstörchin jedoch niemals ihren Waldbeurener Horst aufgegeben (ein Beispiel aus Ummendorf: die Ummendorfer Brutstörchin hat vor zwei Jahren hartnäckig eine Woche lang um ihren Horst gekämpft und diesen schließlich auch zurückerobert). Haben auch hier die Kämpfe, wie damals in Ummendorf, nachts stattgefunden, als die Waldbeurener Bevölkerung bereits schlief? Oder hatte sie auf einmal selbst den Wunsch nach Veränderung verspürt? Nach einem für Waldbeurener Verhältnisse sagenhaft guten Bruterfolg von vier Jungen im letzten Jahr ist dies eigentlich recht unwahrscheinlich. Da wir der Klappersprache nicht mächtig sind, wird es wohl ihr Geheimnis bleiben.

2008: In Waldbeuren trafen sich dieses Frühjahr auf dem Horst wieder der am Bodensee überwinternde Brutstorch aus der Schweiz, nun fast schon 20 Jahre alt, und seine ziehende, in Deisendorf gebürtige Gattin. Mit der Brut begannen sie Anfang April.

Juni: Die fruchtbaren Waldbeurener hatten Anfang Mai mal wieder fünf Junge im Nest, von denen immerhin in diesem Jahr vier überlebten. Wahrscheinlich hat ihnen die hervorragende Kost in ihren ersten Lebenstagen, zu der unter anderem diesmal auch Frösche gehörten, einen guten Start ins Leben gegeben. Jedenfalls zeigten sich die Vier bei ihrer Beringung am 4. Juni relativ gut genährt, und so wird – was es in Waldbeuren schon seit Jahren nicht mehr gab – bald eine sechsköpfige Storchenfamilie auf den Wiesen zu sehen sein.

Juli: Nestkontrolle am 9. Juli: Alle Jungstörche stehen recht untätig auf dem Nest, kaum eine Flugübung ist zu sehen. Es erscheint das Weibchen und füttert, fliegt wieder ab, kurz darauf kommt das Männchen und bringt weiteres Futter. Die Jungen schlingen das Mitgebrachte eifrig in sich hinein. Wann gedenken die eigentlich endlich, mit dem Flugtraining zu beginnen, denn schließlich sind sie ja schon über 10 Wochen alt? Plötzlich springt einer in die Höhe, alle vier breiten die Flügel aus und schweben gemeinsam vom Horst! Sie drehen eine tadellose kleine Runde und landen wieder auf dem Nest. So kann man sich täuschen. Die Anwohner hatten bis dahin keinen der Jungstörche fliegen sehen, eine gute Flugtechnik hatten sie demnach sehr schnell gelernt.
Am 29. Juli wurden die Waldbeurener Altstörche nur noch allein im Ried bei Burgweiler angetroffen. Die Jungstörche waren weit und breit nirgends zu sehen. Anscheinend hatten sie sich schon von ihren Eltern und vom Ried verabschiedet und sich anderen Jungstörchen zum baldigen Wegzug angeschlossen.

2007: In Waldbeuren treffen wir wieder auf die alten Bekannten. Wie in den Jahren zuvor begannen sie Anfang April mit der Brut.

Juni: Der Schlupf in Waldbeuren begann am 30. April, und tatsächlich schlüpften wieder einmal fünf Junge. Schon nach wenigen Tagen starb allerdings das Nesthäkchen und wiederum ein paar Tage später folgte ihm das zweite. So waren noch drei lebende Junge im Horst, als das nasskalte Pfingstwetter einsetzte. Regen, Sturm und Kälte am 28. und 29. Mai überlebten diese drei verbliebenen Jungstörche wie viele ihrer Artgenossen ums Pfrunger-Burgweiler Ried nicht.

2006: In Waldbeuren ist wieder das alteingesessene Paar zusammen. Ähnlich wie im letzten Jahr begannen sie Anfang April mit dem Brutgeschäft.
Übrigens erobert gerade einer der Waldbeurener Nachkömmlinge (2003 hier aus dem Ei geschlüpft) neues Terrain, er baut sich einen Horst in Hausen am Andelsbach.

Juni: Die Waldbeurener Eltern, sonst immer recht fruchtbar, hatten dieses Mal nur zwei geschlüpfte Junge zu füttern (Eier erfroren?). Das eine der Beiden wurde erst ziemlich spät entdeckt. Es schlüpfte vermutlich aus einem der späteren Eier und war dann gegenüber dem größeren Jungen bei der Fütterung im Nachteil. Es überstand die nasskalten Tage nicht, und so konnte am 9. Juni nur noch ein Junges in Waldbeuren beringt werden.

Wahrscheinlich war´s dem Waldbeurener Jungstorch so allein auf dem Nest zu langweilig und zu einsam. Er strengte sich bei seinen Flugübungen mächtig an und schaffte das Fliegenlernen in Rekordzeit. Gerade mal 8 Wochen vergingen von seinem Schlupf bis zu seinem Jungfernflug. Jetzt ist er auf jeden Fall fit für die große Reise, für die wir ihm recht viel Glück wünschen.

2005: In Waldbeuren sind wieder die alten Bekannten. Wie einige andere, sonst schon Ende März mit der Brut beginnenden Storchenpaare ließen sich dieses Jahr die Waldbeurener mit dem Beginn des Brutgeschäfts bis Anfang April Zeit.

Juni: Die Waldbeurener Störche – immer recht fruchtbar – hatten dieses Jahr Mitte Mai vier Küken zu füttern. Die zwei Jüngsten blieben in ihrer Entwicklung jedoch bald deutlich zurück und überlebten gerade mal zwei Wochen. Die beiden recht kräftigen älteren Nestgeschwister sind mittlerweile jedoch voll befiedert, Regengüsse oder Kälte können ihnen nichts mehr anhaben.

August: Am 9. Juli wurden die beiden Waldbeurener flügge. Überleben wird jedoch wahrscheinlich nur einer der Jungstörche: Am 8. August fiel einem Waldbeurener Bürger im Ried bei Burgweiler ein Storch mit einem gebrochenen Bein auf. Es stellte sich heraus, dass sich einer der Waldbeurener Jungstörche einen offenen Bruch oberhalb des Intertarsalgelenkes zugezogen hatte, die Sache sieht nicht gut aus. Da der Storch jedoch durch Zufütterung durch seine Eltern noch ziemlich fit ist und seine Flugfähigkeit in keiner Weise beeinträchtigt ist, gelang es trotz wiederholter Versuche leider nicht, ihn einzufangen und zu einem Arzt zu bringen. Am Nachmittag des 10. August hob er sich in die Lüfte und ward seitdem nicht mehr gesehen. Sein Nestgeschwister, der mit ihm davonflog, kam nochmals kurz zu einem Abschied zu seinen Eltern zurück, worauf er sich hoch in die Wolken schraubte, um dann ebenfalls endgütig in den Süden aufzubrechen.

2004: Seit Ende März brüten in Waldbeuren wieder die Störche, die im letzten Jahr vier Junge erfolgreich zum Ausfliegen brachten. Das inzwischen 15-jährige Männchen überwinterte wieder am Affenberg in Salem, seine langjährig Auserwählte, inzwischen 10 Jahre alt, kam am 1. März in Waldbeuren an.
Zusammen mit den Riedhausenern schlüpften die Waldbeurener Jungstörche als erste in Oberschwaben. Im Waldbeurener Horst ist der Schlupferfolg immer recht groß, und so gab es auch dieses Jahr hier wieder 5 Junge. Allerdings ließen es die Eltern in der Schlechtwetter-Phase Anfang Mai an Fürsorge mangeln, denn von den fünfen starben in diesen nasskalten Tagen drei. Die beiden noch lebenden sind jedoch recht kräftig und können wohl demnächst beringt werden.

Juli: Am Sonntag, den 4. Juli hielt es die beiden Waldbeurener, die von ihren Eltern kaum noch zu unterscheiden sind, nicht mehr auf ihrem Nest. Sie wollten die Welt mal aus einer anderen Perspektive sehen und drehten ihre erste Runde.

2003: Im letzten Jahr kamen in Waldbeuren fünf Jungstörche zur Welt, von denen jedoch keiner flügge wurde. Hoffen wir, dass den Storcheneltern diesmal mehr Erfolg beschert ist.
Die beiden haben sich wie im letzten Jahr zusammengefunden: das Männchen überwinterte in Süddeutschland, das in Deisendorf geborene Weibchen gesellte sich Ende Februar zu ihm. Schon um den 20. März begannen sie mit der Brut.
Die Waldbeurener haben in diesem Jahr alle Schnäbel voll zu tun, um ihre Jungen satt zu kriegen, denn es sind vier an der Zahl, die bisher erfolgreich überlebt haben. Am 28. Mai konnten die vier Jungstörche, die allesamt einen gesunden und kräftigen Eindruck machten, beringt, gewogen und vermessen werden. Schon am 27. Juni machte eines der Storchenjungen seinen ersten Ausflug, seine drei Geschwister folgten ein paar Tage später, und so müssen sich jetzt die Mäuse, Heuschrecken und Käfer auf den Riedwiesen um Waldbeuren jetzt vor 6 Storchenschnäbeln in Acht nehmen.


2002: Storchpaar dasselbe wie im letzten Jahr, das Männchen überwintert in Waldbeuren:
geboren 1989 in CH-Ötwil am See (ZH), geboren 1994 in Deisendorf (FN).

Gegen Ende April 2002 schlüpften 5 Junge, von denen die ersten drei während der Schlechtwetterperiode Anfang Mai starben, die übrigen zwei Jungen kamen bei einem Hagelsturm an Pfingsten ums Leben.


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