Die Störche Oberschwabens



Leutkirch



2017: Anfang März sah es zuerst so aus, als hätte es in Lezutkirch einen Wechsel des Männchens gegeben, denn auf dem Kirchenkamin waren zwei Unberingte beim Nestbau zugange. Der vorjährige Horstinhaber kam dann aber doch noch und vertrieb anscheinend den neuen, denn als gebrütet wurde, war er wieder der tonangebende bzw. klappernde Partner der unberingten Leutkircher Storchendame.
Drei Storchenkinder gingen aus der erneuten Vermählung hervor. Und allen drei geht es bisher ganz ordentlich, der Besuch der Feuerwehr zur Beringung des Trios ist nicht mehr allzu fern.

Juli: Am 8. Juni wurden die drei Leutkircher Jungstörche auf dem Nest auf ihren Ernährungszustand hin begutachtet und erhielten ihren Ring. Sie erwiesen sich nicht gerade als Schwergewichte, zeigten sich ansonsten aber in einem einigermaßen zufriedenstellenden Zustand. Mit der Feuerwehr kann der Kamin auf dem hohen Kirchenschiff übrigens nicht angefahren werden, die Beringung fand wie zwei Jahre zuvor mit einer gewerblichen Hebebühne statt, die das Nest aber auch nur sehr knapp erreicht.

2016: Die Leutkircher Störche bauten wieder auf dem Kirchenkamin ihr Nest. Es sind die selben Störche wie im Jahr zuvor (beim Weibchen weiß man das allerdings nicht ganz genau, denn die Storchendame trägt keinen Kennzeichnungsring).
Mit der Brut begannen sie in den ersten Apriltagen und um den 5. Mai schlüpften zwei kleine Storchenjunge aus den Eiern. Bei den Eisheiligen waren sie noch klein und wurden von den Eltern gegen das unwirtliche Wetter geschützt. Die zweite kalte Schlechtwetter-Periode gegen Ende Mai überstanden sie jedoch leider nicht.

Petrus war den Menschen und auch den Störchen dieses Jahr nicht wohlgesonnen. Das Allgäu hat es besonders schlimm getroffen, denn hier in Alpennähe fällt mehr Niederschlag und es ist in der Regel um einige Grade kälter als in den oberschwäbischen Flusstälern. Nicht nur die Jungstörche in Leutkirch starben, auch der Nachwuchs in Mailand, Kißlegg und Wangen sowie die überwiegende Mehrzahl der Jungvögel in Isny hat das schlechte Wetter nicht überlebt.

2015: Ankunft der Altstörche am 18. März, Männchen dreijährig, gebürtig aus Kanzach, Weibchen unberingt.

Vier Junge um den 10. April geschlüpft, zwei davon bei einem Unwetter Mitte Juni umgekommen, zwei beringt am 22. Juni und erfolgreich ausgeflogen.

2014: Das Allgäu wird immer beliebter bei den Störchen: Neubesiedlung in Leutkirch!
Zwar gab es laut einer Literaturangabe von 1926 einmal Störche in Leutkirch, Näheres ist hierzu jedoch nicht bekannt. Dieses Frühjahr nun ließ sich zur Freude der Leutkircher Bürger plötzlich ein unberingter Storch zusammen mit einer dreijährigen Störchin aus Böhringen in Leutkirch nieder und baute ein Nest mitten in der Innenstadt auf dem Kamin des Kirchenschiffs. Beide begannen Ende April mit der Brut, aus unbekannten Gründen wurde jedoch nichts daraus. Wahrscheinlich war das Paar noch zu unerfahren und die Eier nicht befruchtet.
Ob sie nächstes Jahr wiederkommen und es noch einmal versuchen werden?



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