Die Störche Oberschwabens



Mengen


2016: Anfangs des Frühjahres gab es wieder zwei besetzte Nester auf der evangelischen Kirche, allerdings stand nicht der letztjährige, früher in Ablach brütende Storch aus Bayern auf dem Nest, welches sich an der Dachecke über der Dachrinne befindet, sondern das alteingesessene Paar der Martinskirche. Das Paar wollte anscheinend tatsächlich auf seine alten Tage hin noch einmal umziehen. Da hatten sie allerdings die Rechnung ohne die Horstinhaber gemacht. Nach ihrer Rückkehr aus dem Süden vertrieben sie kurzerhand die Senioren, wonach diese sich wieder auf ihr altes Nest zurückziehen mussten. Das zweite Nest der evangelischen Kirche auf dem First wird wieder von dem ehemals in Beizkofen brütenden Paar eingenommen, der Französin und dem mittlerweile dreizehnjährigen Storch aus Emerkingen.

Alle drei Paare saßen im Laufe des Aprils auf einem Gelege. Letztendlichen Bruterfolg haben bisher jedoch nur die Französin und der Emerkinger:
 
Der Bayer und seine unberingte Partnerin hatten genau wie die Französin und ihr Partner Anfang Mai vier Junge im Nest. Noch am 3. Mai wurden alle vier Junge vom Missionsberg aus gesehen, ein Tag später konnten nur noch zwei Küken beobachtet werden, ein größeres und ein kleines, der Grund für das Fehlen – vor allem auch eines der beiden größeren Geschwister – war zunächst nicht ersichtlich. Wenige Tage später fehlte dann der Größere und eine Woche später waren schließlich überhaupt keine Junge mehr im Eck-Nest. Es kam ein Verdacht auf: Die vermutlich Verantwortlichen spazierten nämlich auf dem Dach herum und belauerten jetzt das Nest auf dem First, in dem noch vier putzmuntere Störchlein klapperten: zwei Krähen. Es kommt durchaus vor, dass sich ein zusammenarbeitendes Krähenpaar am Nachwuchs von Störchen vergreift, zumal wenn das Nest so einfach zugänglich ist wie die beiden Horste auf dem Dach der evangelischen Kirche. Hoffen wir, dass die Französin und ihr Partner besser auf ihren Nachwuchs aufgepasst haben als ihre Nachbarn (aus Zeitgründen keine Horstbeobachtung seit dem 12. Mai). Inzwischen dürften sie ein Alter und eine Größe erreicht haben, in dem ihnen die Räuber nicht mehr gefährlich werden können.

Die Senioren auf der Martinskirche hatten noch nicht lange mit der Brut begonnen, da stürzte die Störchin tot vom Kirchturmdach. Eine Untersuchung ergab, dass ein totes Ei in ihrem Eileiter steckengeblieben war. Ihr verwitweter Partner stand darauf wochenlang oft einsam und verlassen auf dem Nest und versuchte, es gegen Eindringlinge zu verteidigen. Seit dem 9. Mai hat er jedoch wieder Gesellschaft. Es ist eine unberingte Störchin, die sich mit ihm neu verbandelt hat. Und zwar ist es ziemlich sicher die Störchin des Eck-Nestes der evangelischen Kirche, also die Partnerin des Bayern, wo die Jungen (ziemlich sicher) von Krähen geholt wurden. Der Bayer steht nämlich seitdem allein auf seinem Nest und hat nun zum Frust seines Jungenverlustes auch noch den Verlust seiner Partnerin zu ertragen. "Ja, ja", wird die Männerwelt nun wieder sagen, "so sind sie halt, die Weiber!" Na, da erinnern wir uns doch an das alte Riedlinger Männchen, das nach über 20 Jahren Zusammensein seine alte Störchin verließ und zu einer jungen Badenerin nach Ertingen zog (auch nicht gerade die feine Tour...).

Es gibt eine weitere Neuigkeit aus Mengen: Ein neues Nest und ein neues Brutpaar: Ein zweijähriger Storch aus Altheim im Bodenseekreis und sein unberingter Partner (wer Männchen und wer Weibchen ist, wissen wir nicht genau) haben auf dem Kamin des Gymnasiums einen Horst gebaut und um Mitte April oder wenig später Eier ins Nest gelegt. Die ersten kleinen Küken dürften jetzt geschlüpft sein.

Juli: Im Nest des (ehemaligen) Beizkofener Brutpaars, der Französin und des Emerkingers, hat ein Jungstorch überlebt. Der Tod der drei anderen ging ziemlich sicher auf das schlechte Wetter. Schon die Eisheiligen forderten den Tod des ziemlich kleinen Nesthäkchens, bei der nachfolgenden kalten Regenperiode am 23./24. Mai kamen zwei weitere um. Vom gesamten Nachwuchs dreier Mengener Brutpaare (außerdem noch Brutabbruch des vierten, alten Brutpaars auf der Martinskirche durch Tod der Störchin) ist also nur ein einziger Jungstorch durchgekommen, denn auch auf der Schule (s.u.) hatte man keinen Bruterfolg. Keine gute Bilanz!
Auf dem Kamin des Gymnasiums schlüpften um den 20. Mai drei kleine Storchenküken. Die jungen, unerfahrenen Eltern waren bei dem herrschenden unbeständigen Wetter mit dem dreiköpfigen Nachwuchs jedoch offensichtlich überfordert. Nach stärkeren Regenfällen (4. und 5. Juni) regte sich nichts mehr im Nest, alle Junge waren tot. Ob das Paar nächstes Jahr nochmals eine Brut auf dem Gymnasium versuchen wird?

2015: Das alte Storchenpaar in Mengen, welches auch dieses Jahr seit Anfang April wieder auf dem Turm der Martinskirche in der Innenstadt brütet, bekommt dieses Jahr Konkurrenz.

Mitte April begann auf einmal ein Storchenpaar auf der evangelischen Kirche in Nähe des Friedhofs ein Nest zu bauen und die rege Bautätigkeit lässt vermuten, dass sie es ernst meinen. Es handelt sich um den ehemalige Ablacher Brutstorch, ein Storch aus Muhr am See in Bayern, der sich hier mit einer unberingten Storchendame zusammengetan hat. Noch wenige Tage zuvor war der Bayer auf seinem angestammten Nest in Ablach gesehen worden, allerdings wurde er dort im März von einer Gögginger Brutstörchin genarrt, die ihm zunächst schöne Augen machte, ihn dann aber, als die Ablage des ersten Eis näher rückte, kurzerhand verließ und zu ihrem letztjährigen Partner nach Göggingen zurückkehrte.  Wahrscheinlich war er die nachfolgende Einsamkeit leid und suchte sich deshalb einen neuen Platz und neues Glück.

Und noch ein Nest wurde auf dem Turm der evangelischen Kirche gebaut. In unmittelbarer Nähe zum Ablacher Storch ließen sich nämlich die Beizkofener nieder. Die Beizkofener Störche hatten ihr Nest und ihr Gelege am 31. März durch einen Sturm verloren und suchten daraufhin ein neues Domizil. Nach einem Nestbau auf einem Mast in Bremen, welchen sie jedoch aus unerklärlichen Gründen – das Nest war praktisch fertig – wieder aufgaben, versuchten sie es ohne rechten Elan noch an zwei anderen Plätzen, bis sie sich schließlich ausgerechnet den eigentlich schon besetzten Kirchturm auswählten, vermutlich wegen der guten Übersicht. Bei einer Nestkontrolle von einem kleinen Sträßchen im Wohngebiet über der Kirche aus ergab sich Mitte Mai folgendes Bild: das Nest des Ablachers hinten auf dem Kirchturmdach über der Dachrinne, belegt mit einem brütenden Storch, das Nest der Beizkofener auf dem Dachgiebel, ebenfalls belegt mit einem brütenden Storch. Auf einmal erschienen zwei Fremdstörche, die sich als das Herbertinger Paar herausstellten und klappernd Rabbatz machten. Die brütenden Störche regten sich auf, klapperten ihre Partner herbei, und nun wurde ein wahres Konzert auf dem Kirchturm geboten: sechs Störche klapperten um die Wette.

Während auf der Martinskirche, wie schon in letzten Jahren des öfteren der Fall (die Störche kommen wohl so langsam in die Jahre), nichts aus dem Gelege schlüpfte, sind die beiden Paare auf der evangelischen Kirche bisher erfolgreich. Im Nest des Ablacher Storchs und der Unberingten werden zwei Junge groß, die kürzlich beringt werden konnten, im Nest der Beizkofener wird ein Einzelkind versorgt. Letzteres ist der absolute Nachzügler unter den oberschwäbischen Jungstörchen, er ist erst um den 10. Juni geschlüpft.

2014: In Mengen auf dem Kirchturm wohnt wieder unser altvertrautes Storchenpaar. Der Storchenmann ist schon etwas betagt und zählt immerhin schon 22 Lenze. Mit der Brut hatten sie es wie immer nicht beosnders eilig. Anfang April wurden die ersten Eier gelegt, und seitdem sitzen die beiden abwechselnd im Nest auf dem Gelege.

Juni: Dieses Jahr gibt es wieder junge Störche auf dem Mengener Kirchturm. Anfangs waren es zwei an der Zahl, und eigentlich hätte man zwei Junge dieses Jahr durchaus durchbringen können. Aber anscheinend schwächelt das alte Ehepaar schon etwas, denn einer der beiden Jungstörche wurde ca. Mitte Mai aus dem Nest geworfen. So wächst der andere nun als Einzelkind auf, zwar ist es allein sicher etwas langweilig auf dem Nest, dafür bekommt man aber mehr zu fressen. Trotzdem war der kleine Storch im Alter von sechs Wochen bei der Beringung nicht gerade ein Schwergewicht. Er wog 2,6 kg (als Weibchen etwa ein Pfund zu wenig, als Männchen etwa ein Kilogramm zu wenig), war aber gesund und munter. Jetzt heißt es aber so langsam: üben, üben, üben. Denn man will sich ja schließlich mal von den Eltern unabhängig machen.

2013: Letztes Jahr, als die Mengener Störche ganz entgegen ihrer Gewohnheit schon im März mit der Brut begannen, schlüpfte in Mengen nichts aus den Eiern. Dieses Jahr lassen sie sich wieder Zeit, was angesichts der Kälte, die Ende März und Anfang April noch herrschte, wahrscheinlich gar nicht mal das Dümmste ist. Mitte April gehörten sie zu den letzten Paaren, die in Oberschwaben mit dem Brutgeschäft begannen.

Juni: Da die Mengener Störche erst ziemlich spät mit der Brut begannen, kommen Frostschäden am Gelege hier eigentlich nicht in Frage. Entweder sind die Eier bei dem feuchten Wetter verpilzt, oder aber es macht sich bereits das Alter bei den Mengener Störchen bemerkbar. Denn das Mengener Männchen ist immerhin schon 21 Jahre alt. Jedenfalls wird es dieses Jahr wieder keine kleinen Störche auf dem Mengener Kirchturm geben.

2012: Zwanzig Jahre ist er jetzt alt, der Mengener Brutstorch, und auch seine Partnerin dürfte schon einige Jährchen auf dem Buckel haben. Zwar trägt die Störchin keinen Ring, doch darf man wohl davon ausgehen, dass es sich immer um die gleiche unberingte Störchin handelt, die nun seit dem Jahr 2000 den Kirchturmhorst innehat. Das schöne warme Wetter im März animierte das Paar dieses Jahr wohl zu einem etwas früheren Brutbeginn, denn schon Ende März saßen Storch und Störchin abwechselnd auf ihren ersten Eiern.

Anfang Juni: Das geduldige Sitzen war umsonst. Die Brut wurde in den ersten Maitagen abgebrochen. Welches die Gründe dafür sind, weiß man nicht. Eine Verpilzung der Eier kommt bei der relativ trockenen Witterung nicht in Frage. Ein Kampf wurde auch nicht beobachtet. War das Gelege nicht befruchtet?

2011: In Mengen lässt man sich mal wieder etwas Zeit. Das in Süddeutschland überwinternde Männchen, das nun auch schon nahezu 20 Jährchen auf dem Buckel hat, und seine unberingte Storchendame setzten sich erst Anfang April auf ihre ersten Eier. Hoffen wir, dass dieses Frühjahr nicht so feucht wird, und aus den Eiern diesmal kleine Störche schlüpfen.

Juni: Das Wetter war trocken, das Gelege in Ordnung, und aus den Eiern schlüpften Anfang Mai drei kleine Störche. Der kleinste bekam jedoch nicht genug Futter und starb vermutlich in den etwas kälteren Tagen an der Monatswende Mai/Juni. Die Beringung der beiden älteren ist am Dienstag, den 14. Juni geplant, sofern der Regen nachlässt, und die Zimmermänner der Fa. Schwarz gefahrlos auf das Dach des Kirchturms klettern können.

Anfang August: Die Beringung konnte wie geplant stattfinden, die Nestlinge erwiesen sich dabei als nur leicht untergewichtig. Noch einen Monat brauchten sie, dann konnten sie fliegen. Im Gegensatz zu ihrem Papa, der den Winter wieder in Mengen bzw. am Bodensee verbringen wird, werden sie sich bald aufmachen zu ihrem ersten großen Abenteuer, der Reise nach Spanien oder gar Westafrika.

2010: In Mengen ist wieder unser altbekanntes Brutpaar, das 1992 in Riedlingen geborene Männchen und das Weibchen, das keinen Ring trägt.
Sie hatten es nicht besonders eilig, erst in der zweiten Aprilwoche begannen sie mit der Brut. Von den derzeitigen Unruhen in Oberschwaben – es sind immer wieder Störer unterwegs (meist sind es noch junge Zweijährige) – blieben sie nicht verschont, Mitte April griffen einmal sechs Störche das Nest an. Hoffen wir, dass dem Gelege nichts passiert ist.

Juni: Irgendetwas stimmte diesmal nicht. Aus dem Gelege der Mengener Störche will nichts schlüpfen. Die Mengener Störche sitzen nun seit fast acht Wochen auf den Eiern und können es anscheinend einfach nicht glauben. Dass der Kampf im April etwas damit zu tun hat, ist eher fraglich. Denn auf zerbrochenen Eiern würden sich die Störche nicht wochenlang niederlassen. Ein Auskühlen der Eier während der kurzen Zeit des Kampfes ist auch unwahrscheinlich, zumal es zu dieser Zeit nicht so kalt war wie später im Mai. Auch dass sämtliche Eier unbefruchtet sein sollen, ist schwer vorstellbar, denn letztes Jahr schlüpften in Mengen fünf Junge. Nach Expertenmeinung (Tierärztliche Untersuchungsanstalt Aulendorf) sind die Eier in der Nässeperiode im Mai wahrscheinlich verpilzt und abgestorben. Pilze oder toxische Substanzen in den Eiern sind aber nun kaum noch nachweisbar.

Juli: Mitte Juni gaben die Mengener Störche endlich auf und verließen ihr Gelege. Mit Sicherheit werden wir das alteingesessene Paar aber nächstes Jahr hier wiedersehen und bestimmt gibt es dann auch wieder kleine Störche im Mengener Nest.

2009: Ende Februar begutachteten die Mengener Störche – es sind dieselben wie in den Jahren zuvor – erstmals in diesem Frühjahr ihre neue Wohnung. Das alte, durch Stürme in Schieflage gebrachte Nest wurde nämlich samt Nistunterlage grundlegend erneuert. So hieß es also erstmal, den Horst zur Brut wieder wohnlich einzurichten und gut zu polstern. Anfang April war es dann aber soweit: Eier wurden gelegt und man begann mit dem Brutgeschäft.

Juni: Auch in Mengen ist es nicht einfach, die definitive Zahl der geschlüpften Jungen festzustellen, denn nur vom Missionsberg aus hat man eine Chance, die Jungen frühzeitig zu erkennen, und selbst von dieser Höhe aus ist die Nestkuhle nicht einsehbar. So dachten wir zunächst, es seien nur zwei, es sind aber ziemlich sicher doch drei Junge, die in Mengen das Licht der Welt erblickt haben (wie es sich später herausstellte, waren es ganz zu Anfang sogar fünf Junge). Ob alle drei das Unwetter am 26. Mai überlebt haben, ist unwahrscheinlich, denn bei einer letzten Beobachtung wurden nur noch zwei Junge im Nest entdeckt.

Juli: Am Abend des 16. Juni erhielten die beiden Mengener Jungstörche im Beisein von Mengener Schülern ihre persönliche Kennzeichnung, den schwarzen Ring mit der weißen Nummer. Die Aktion ermöglichte wieder Herr Schwarz zusammen mit einem Mitarbeiter, die uns die Störche vom hohen Kirchendach holten.
Bald werden die beiden nun schon fast erwachsenen Störche selbst vom Kirchendach fliegen (nach den hohen Sprüngen zu urteilen, steht der Ausflug unmittelbar bevor) und dann zusammen mit ihren Eltern auf den Donauwiesen herumspazieren, um das Futterfangen zu lernen. 
Denn schon in einem Monat oder sogar noch etwas früher geht´s auf die große Reise.

2008: Schon Mitte Februar wurde der bei uns überwinternde Mengener Brutstorch auf den Wiesen im Gewann Walke bei der Futtersuche beobachtet. Seine unberingte Gattin erschien in den ersten Märztagen.
Das Paar kennt sich ja nun schon seit geraumer Zeit, trotzdem begannen sie erst wieder gegen Ende der ersten Aprildekade mit der Brut.


Juni: Vier Junge schlüpften dieses Jahr in Mengen, von denen jedoch einer kurz nach dem Schlupf und ein weiter vermutlich mangels ausreichender Ernährung Ende Mai starben. Die Beringung der verbliebenen Zwei im Kirchturm mit Hilfe der Firma Schwarz, die auch bei dieser Gelegenheit das überhängende Nest provisorisch sicherte, fand am 16. Juni statt, die Jungen wogen jeweils um die zweieinhalb Kilogramm.

Juli: Um den 20. Juli hielt es einer der beiden auf dem Kirchturm nicht mehr aus, er wollte den Wind unter seinen Schwingen spüren. Er wagte den Sprung vom Nest und los ging´s zu den ersten Runden um den Kirchturm. Mittlerweile ist die gesamte Familie unterwegs auf den Wiesen an der Donau, denn ein Pölsterchen für den kräftezehrenden Flug in den Süden kann ja nicht schaden.

2007: In Mengen bleibt alles beim Alten (vermutlich – denn das Weibchen ist unberingt und somit nicht eindeutig identifizierbar).
Anfang März sah es allerdings ganz so aus, als ob der Mengener Horst von seinem angestammten Paar verlassen würde, denn das Männchen siedelte erstmal nach Beizkofen um. Das im letzten Jahr in Beizkofen brütende Männchen – tatsächlich ein Enkel des Mengener Storchs – kam jedoch am 9. März aus dem Winterquartier zurück und ließ sich die Besitznahme seines Horsts durch seinen Großvater nicht gefallen. Es kam zu einem heftigen Kampf zwischen den beiden Verwandten. Der Großvater musste klein beigeben und kehrte daraufhin auf das Mengener Nest zurück.

Die Mengener Störchin erschien etwa zur gleichen Zeit am Horst und seit Anfang April wird nun wieder auf dem Kirchturm gebrütet.

Juni: Um den 7. Mai begann der Schlupf in Mengen. Es wurde allerdings stets nur ein Junges gesehen. Später bei der Beringung fand man dann noch zwei Eier, eines davon außerhalb des Nestes. Das Dasein als Einzelkind gab dem Jungstorch beste Chancen, weshalb er auch das katastrophale Pfingstwetter überstand. Im Alter von fünf Wochen, am 12. Juni, erhielt er seinen "Personalausweis", den schwarzen ELSA-Ring; genau 3 kg brachte er dabei auf die Waage.

Im Alter von ca. 10 Wochen schwang sich der Jungstorcherstmals vom Kirchturm auf und flog über die Dächer von Mengen. Von seinen Eltern ist er nun kaum noch zu unterscheiden. Bald heißt es Abschied nehmen von Oberschwaben, denn der sonnige Süden lockt.

Fotos von 2007, Fotograf: Reinhard Rapp, Mengen:

Mengen Das Junge wird von den Zimmermännern der Fa. Schwarz vom Kirchturm geholt.

Beringung im Dachstuhl des Turms:
Mengen Der Jungstorch bekommt seinen Ring. Mengen Was bringt er wohl auf die Waage?
Mengen Der Schnabel wird gereinigt.

Mengen Zwei unversehrte Eier wurden außerdem im Nest bzw. am Nestrand gefunden.

Mengen Nach getaner Arbeit, auch das muss mal sein....

2006: Trotz eisigen Wetters wurden die Mengener Störche schon Ende Februar erstmals auf ihrem Horst gesichtet. Mangels Fressbarem bei geschlossener Schneedecke um Mengen legten sie dann allerdings nochmal eine Urlaubswoche – vermutlich am Bodensee – ein und kehrten am 5. März wieder zurück, um sich endgültig auf ihrem Nest einzurichten. Zwischen Anfang und Mitte Mai ist mit Nachwuchs zu rechnen, denn seit der ersten Aprildekade wird gebrütet.
Ständiger Anbau, Wind und Wetter haben den Mengener Horst auf dem Kirchturm-Giebel übrigens in eine beträchtliche Schieflage gebracht, sodass eine Sanierung diesen Winter notwendig wird. Vielleicht erinnert sich noch mancher Mengener Bürger an die Sanierung 1976 als man ein Nest von 2 m Höhe und über 2 t Gewicht vom Kirchturm holte.

Juni: Gegen Mitte Mai schlüpften die Jungen in Mengen. Insgesamt kamen drei Junge zur Welt, wobei das Nesthäkchen sich mit einer erheblichen Verzögerung aus dem Ei pellte. Am 18. Mai wurden die ersten Jungen im Horst gesehen, am 31. Mai wurde ein erst wenige Tage altes kleines Küken beobachtet. Allerdings lebten zu dieser Zeit die beiden älteren Jungen schon nicht mehr. Das Nesthäkchen hat danach noch einige Zeit gelebt, wurde dann aber schließlich auch tot aus dem Nest geworfen. Mit Nachwuchs wird es also in diesem Jahr im Mengener Horst nichts.
Die Nahrungssituation bei Mengen ist für die Aufzucht von Jungstörchen problematisch. Doch hat sich die Gemeinde bereit erklärt, demnächst Verbesserungen in Angriff zu nehmen.

2005: In Mengen gab es in diesem Frühjahr zunächst einige Verwirrung. Das Mengener Männchen, das am Bodensee überwintert, erschien pünktlich am Nest und erhielt dort Besuch von der letztjährigen Scheerer Störchin. Der Storchenmann war anfangs nicht sehr begeistert, zischte die Dame böse an und ließ sie nicht auf das Nest. Die hartnäckigen Versuche der Störchin, auf dem Horst Fuß zu fassen hatten jedoch schließlich Erfolg: Bald standen beide einträglich auf dem Nest, klapperten zusammen und paarten sich. Auf dem Scheerer Horst stand zur selben Zeit ein unberingtes Männchen, also ein anderes als letztes Jahr und wartete auf eine Partnerin. Einige Tage später entschloss sich die Scheerer Storchendame allerdings, nun doch wieder zu ihrem eigenen Horst zurückzukehren und sich mit dem Unberingten einzulassen.

Der Mengener Storch blieb jedoch nicht lange allein, denn wiederum nach ein paar Tagen Ende März erschien eine unberingte Störchin, vermutlich seine Partnerin vom letzten Jahr. Seit Mitte April wird in Mengen gebrütet.
Das Mengener Männchen scheint auf die Scheerer Weibchen eine merkwürdige Anziehungskraft auszuüben. Schon die vorige Scheerer Störchin besuchte gelegentlich das Mengener Nest und verbrachte auch regelmäßig den Winter mit dem Mengener Storchenmann. Sie gingen dann auf den Mengener Wiesen gemeinsam auf Futtersuche und flogen auch gemeinsam nach Böhringen an den Bodensee, um sich dort füttern zu lassen. Fast immer erschienen sie am dortigen Futterplatz zusammen und zogen auch zusammen wieder ins Donautal zurück, um dann im Frühjahr jedoch an ihrem eigenen Horst mit jeweils einem anderen Partner zu brüten.

Juni: Doch zurück zum diesjährigen Brutgeschehen: Ca. Mitte Mai stellte sich bei den Mengener Störchen dreiköpfiger Nachwuchs ein. Das Nesthäkchen überlebte allerdings nur wenige Tage und wurde später tot am Nestrand entdeckt. Den beiden Älteren geht es aber gut, am Abend des 15. Juni werden sie unter Mithilfe von Zimmermännern, die die kleinen Störche vom hohen Kirchturm-Horst durch eine Dachluke reichten, beringt.

August: Die Mengener Jungstörche ließen sich mit ihrem ersten Ausflug ziemlich Zeit. Erst im Alter von ca. 11 Wochen, also Ende Juli wagten sie sich vom Nest, um ihre Umgebung mal von Näherem zu erkunden. Bald geht´s auf zur ersten Reise in den sonnigen Süden (wer würde nicht gerne mit ihnen ziehen?).

2004: Auf dem Kirchturm von Mengen bleibt auch dieses Jahr Jahr alles beim Alten (zumindest der beringte Storch wurde mittlerweile eindeutig als das vorjährige Männchen identifiziert).
Mit dem Brutgeschäft wurde Anfang April begonnen.

Die Mengener Storcheneltern haben dieses Jahr drei Junge zu versorgen. Die Küken schlüpften ca. um den 7. Mai. Hoffen wir, dass sie diesmal alle durchkommen werden.

Juli: Am 11. Juni wurde der Mengener Kirchturm bestiegen und alle drei Jungstörche im Alter von ca. 5 Wochen beringt. Sie machten einen recht guten Eindruck und die beiden älteren brachten sogar um die 3 kg auf die Waage.

2003: Wie es den Anschein hat, sind die brütenden Störche in Mengen doch wieder die alten der Jahre zuvor. Es hat wohl kurz vor Brutbeginn nochmals ein Wechsel stattgefunden, und das Scheerer Weibchen wurde vom angestammten unberingten Weibchen verjagt.
Um den 10. Juni schlüpften zwei Junge, von denen eines jedoch leider durch Hagelschlag in der Nacht vom 26. zum 27. Juni ums Leben kam. Der Jungstorch wurde am 9. Juli im Alter von 4 Wochen beringt. Als "Einzelkind" hat er gute Chancen trotz des späten Schlupftermins noch rechtzeitig flügge zu werden und sich für den Wegzug fit zu machen.

2002: Storchpaar - vermutlich ( unberingt) - dasselbe wie im Vorjahr,
1992 in Riedlingen (BC) geboren.

2 Junge, die derzeit (Mitte Juli 2002) ca. 9 Wochen alt sind.

 

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